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Aktuelles

Uni-Archiv ruft zur Teilnahme am Geschichtswettbewerb auf

Vom 1. September 2018 bis 28. Februar 2019 sind alle Kinder und Jugendliche - von der Grundschule bis 21 Jahren - zur Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eingeladen. Der Wettbewerb ermuntert dazu, im eigenen Umfeld auf historische Spurensuche zu gehen, authentische Orte zu erforschen, mit Zeitzeugen zu sprechen und historisches Geschehen unmittelbar nachzuvollziehen.

Beispiel Universitätsgeschichte: Aufbruch, Krise und Umbruch - diese Schlagworte kennzeichnen auch die Geschichte der Universität Bremen. Die 1971 im Zeichen intensiver bildungspolitischer Debatten gegründete Reformhochschule veränderte auch das gesellschaftliche und politische Leben der Hansestadt. Über die bewegten Gründungs- und Aufbaujahre geben Protokolle, Flugblätter, Plakate und Fotos im Archiv Auskunft.

Ansprechpartnerin: Sigrid Dauks
Tel. 0421 - 218 - 60390
E-mail archiv@uni-bremen.de

 

Hochbunker in der Hans-Böckler-Straße / © Rasmus Rienecker

Der Bunker, der auf Bremen schaut.

Kriegskrankenhaus, Atombunker, Kulturclub - Ausstellung Bremer Studierenden vom 15. September bis zum 12. Oktober 2018

Der Bunker in der Hans-Böckler-Straße, der in den kommenden Jahren zum Kulturclub umgestaltet werden soll, hat eine eindrucksvolle, jedoch wenig bekannte Geschichte. Die Ausstellung erzählt vom Bau des Bunkers im Zweiten Weltkrieg, der damit verbundenen Zwangsarbeit, der Nutzung des Bunkers als Diakonissenkrankenhaus während des Krieges und danach sowie als Atomschutzeinrichtung im Kalten Krieg.

Ab September2018 wird der Hochbunker (Foto von Rasmus Rienecker 2018) in der Hans-Böckler-Straße durch eine Ausstellung im Kulturbunker an der Berliner Straße erlebbar gemacht.

Im Bremer Stadtbild sind ehemalige Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg keine Seltenheit, und doch wissen die Wenigsten um die Hintergründe dieser Bauwerke. Der Waller Hochbunker, den von außen durch Ferngläser schauende Menschen zieren, ist wohl bekannt, seine Geschichte jedoch nicht. Dieser nun erstmals wissenschaftlich erforschte Bunker hat einen ganz besonderen Hintergrund: Er war nicht nur ein aus Beton gebautes Krankenhaus, sondern wurde in den sechziger Jahren zum Atomschutzbunker umfunktioniert. Seit einigen Jahren versucht das Zuckernetzwerk Bremen, den derzeit ungenutzten Bunker als Standort zu erwerben, um dort einen Kulturclub zu eröffnen. Die damit einhergehende Diskussion in den Medien greift die Geschichte des Bunkers noch unzureichend auf. Vor diesem Hintergrund erscheint es essenziell, die wissenschaftliche Betrachtung der Entstehungs- und Nutzungshistorie im Rahmen einer Ausstellung aufzuarbeiten und somit in die aktuelle Debatte mit einzubeziehen.

Geschichtsstudierende der Universität Bremen konzipieren seit Oktober 2017 unter der Leitung von Dr. Sonja Kinzler die Ausstellung, die den Bau, das Thema Zwangsarbeit, den Krankenhausbetrieb während des Krieges und die Nachkriegsnutzungen beleuchtet. Für die Realisierung des Projektes kooperieren sie mit StudentInnen der Hochschule für Künste, dem Zuckernetzwerk und mit Kultur im Bunker e.V.. Während der Recherchearbeiten in verschiedenen Einrichtungen haben die Studierenden unter anderem Baupläne, Fotos und Interviews entdeckt, mithilfe derer die Bedeutung des Bunkers als Monument des Krieges, als Zufluchtsort, als Ort der Ausgrenzung, der Angst und der Hilfe sichtbar wird.

All jene, die Interesse an Bunkern und der Zeitspanne ab 1933 bis in die Gegenwart im Bremer Kontext haben, dürfen sich auf die Eröffnung freuen. Genauere Informationen zu den Öffnungszeiten der Ausstellung werden noch bekannt gegeben. Neuigkeiten sowie weitere Hinweise rund um die Ausstellung finden Sie hier.

Ausstellung: 15. September bis 12. Oktober 2018
Ausstellungsort: Kultur im Bunker e.V., Berliner Straße 22C, 28203 Bremen

Foto: Matthias Duderstadt 1978.
Foto: Franziska Micheel 2018

Ein Garten der Lüste und Sieben Thore

Zwei neue Beiträge zu Kunstwerken auf dem Campus


Im Mai 1978 bot sich den Besucherinnen und Besuchern des GW2 an der Uni Bremen ein ungewöhnliches Schauspiel. Sowohl im Foyer als auch auf den Treppen des Gebäudes wurden sie von 25 teils lebensgroßen Figuren(gruppen) erwartet. Diese größtenteils unbekleideten Wesen stellten Szenen aus dem berühmten dreiteiligen Altarbild „Der Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch dar. Die ungewöhnliche Inszenierung http://www.zentralarchiv.uni-bremen.de/kunstweb/Garten.htm  eines gut 400 Jahre alten Kunstwerkes hatten Kunststudentinnen und -studenten erarbeitet.

 

Eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen, war auch ein Anliegen des Künstlers Manfred Nipp. Mit dem Projekt „7 Thore“ http://www.zentralarchiv.uni-bremen.de/kunstweb/Nipp.htm unternahm er im Mai 1988 eine „künstlerische Intervention“ an den früheren Standorten von sieben bremischen Stadttoren. Entstanden sind 21 Metallplatten und 21 Drucke, die seit 1989 im Hörsaalgebäude am Boulevard hängen und sowohl an die historischen Bauwerke als auch an die Geschichte bremischer Stadtentwicklung erinnern.

Demonstration gegen Berufsverbote in Bremen 1972.

Demokratie und Bürgerrechte

Ausstellung des Arbeitskreises Bremer Archive 26. Mai – 23. Juni 2018

Für den diesjährigen „Tag der Archive“ wählte der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare das Motto „Demokratie und Bürgerrechte“. Die Bremer Archive präsentieren zu diesem zeitlos aktuellen Thema eine Archivsplitter-Ausstellung  im Vegesacker Geschichtenhaus. Sie widmen sich individuellen Persönlichkeiten wie dem Polarforscher Fritz Löwe, der Sängerin Olga Irén Fröhlich, dem Antifaschisten  Horst Hackenbroich sowie dem Wissenschaftler Horst Holzer. Es werden bis heute aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie 100 Jahre Frauenwahlrecht, Berufsverbote und Bürgerinitiativen behandelt und die Frage nach dem „Weltraumrecht“ gestellt.  Präsentiert werden Dokumente, Plakate, Fotografie, Plattencover und Kunstwerke aus den umfangreichen Archivbeständen.

Die Ausstellung wird von Vorträgen begleitet.

Das Archiv der Universität Bremen dokumentiert den politischen Konflikt um die Berufung des Kommunikationswissenschaftlers Horst Holzer in den Jahren 1971/72. Die Weigerung des Bremer Senats, Holzer aufgrund seiner Mitgliedschaft in der DKP an die neue Universität zu berufen, kam einem Berufsverbot gleich. Sie zerstörte nach Jan Bönkost (2011)  „ungewöhnlich nachhaltig […] eine zuvor aussichtsreich begonnene akademische Karriere“.  Diese Entscheidung wirft zudem einen dunklen Schatten auf die vom Aufbruchwillen gekennzeichneten Gründungsjahre der Reformuniversität. Das Verfahren gegen Horst Holzer wird in der Ausstellung auf 3 Tafeln mit zeithistorischen Dokumenten skizziert.

Im Arbeitskreis Bremer Archive haben sich rund 40 Archive des Landes Bremens zusammengeschlossen. Das Spektrum reicht von kleinen, ehrenamtlich geführten Archiven bis zum Staatsarchiv. Es umfasst unter anderem Stadtteilarchive, Kirchenarchive, Spezialarchive in Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, Medienarchive sowie international ausgerichtete Institutionen.

In ihrer Funktion als Gedächtnis der Stadt bilden die Archive die einmalige und unverzichtbare Grundlage, um die Vergangenheit rekonstruieren, die Gegenwart gestalten und Visionen für die Zukunft entwickeln zu können. Die Vielfalt ihrer Bestände spiegelt in faszinierender Weise die vielen Facetten kulturellen und gesellschaftlichen Lebens.

Ort der Ausstellung ist das Vegesacker Geschichtenhaus. Es macht die Stadtgeschichte von Bremen-Nord lebendig. In kleinen Theaterszenen präsentieren Darsteller das Vegesack des 19. Jahrhunderts.

Öffnungszeiten: Mi–Sa 11–17 Uhr, Eintritt frei
Vegesacker Geschichtenhaus
Zum Alten Speicher 5A, 28759 Bremen
www.vegesacker-geschichtenhaus.de

Grundsteinlegung der Marx- und Moritz-Universität am 11.11.1968 auf den Blocklandwiesen. Foto: Leonhard Kull (BUA, 7/B-Nr. 1)
Studentendemonstration in Bonn, 1969. Demonstration für "Mehr Geld für die Uni" vor der Beethovenhalle, wo der Bundespresseball stattfindet. Bildnachweis: (Bild-00104546) Bundesregierung/Ludwig Wegmann

Woll(t)en wir mehr Demokratie – auch an der Uni Bremen – wagen? Einladung zur Campus-Führung am 3. März 2018

Der 9. bundesweite Tag der Archive steht unter dem Motto DEMOKRATIE UND BÜRGERRECHTE.

 „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“ In Anlehnung an diesen oft zitierten Satz aus der ersten Regierungserklärung des Kanzlers Willy Brandt von 1969 lädt das Archiv der Universität Bremen am Samstag, den 3. März 2018 um 15 Uhr zu einer rund einstündigen Führung über den Campus ein. Treffpunkt ist in der Glashalle direkt neben der Haltestelle Universität/Zentralbereich.

Auf unserem Weg durch zentrale Gebäude der Universität gehen wir Hinweisen auf die bremische Hochschulreform der frühen 70er Jahre nach und erkunden, was aus dem „Bremer Modell“ wurde. Wir betrachten die Architektur und die Funktionalität der Gebäude und treffen auf Orte künstlerischer Interventionen. Auch die räumliche und städtebauliche Struktur des Campus nehmen wir in den Blick und beleuchten den Anspruch auf Verflechtung von Uni und Stadt damals wie heute.

Anschließend ist das Archiv im Gebäude GW 1 für Sie geöffnet und bietet weitere Einblicke in die Universitätsgeschichte. Bei Kaffee und Tee können wir unsere Gespräche fortsetzen. Gegen 17 Uhr endet unsere Veranstaltung.

Seien Sie herzlich willkommen.

Das Team des Universitätsarchivs Bremen

Um Anmeldung wird gebeten.

Tel. 0421/218-60398 / -60390

Aktualisiert von: Thomas Lietz