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Prof. Dr. Heiko Staroßom

© Universität Bremen / Heiko Starossom

Tischrede von Prof. Dr. Heiko Staroßom, Vorstand der Wolfgang-Ritter-Stiftung

30. Bremer Universitäts-Gespräche: Lehrerbildung: global – national – regional

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich hier in der Sparkasse Bremen. Wieder einmal kommen wir zu den Bremer Universitäts-Gesprächen zusammen. Das diesjährige Thema lautet: „Lehrerbildung: global – national – regional”. Ein unglaublich spannendes Thema! Vor allem ist dies auch ein Thema, bei dem jede und jeder mitreden kann – und dies auch tut. Schließlich sind wir alle irgendwann einmal Schüler gewesen und können damit auch über die Lehrer reden.

Gottlob bin ich als Banker in der Sparkasse Bremen nur knapp ausreichend ausgelastet und habe mich deshalb für den Zweitberuf des Hochschullehrers entschieden. Meine Studierenden sind das Ergebnis von vielen Schuljahren. Auch insofern erlaube ich mir, hier mitzureden. Wenn Sie jetzt aber eine der bekannten Klagen der Älteren über die unzureichende Motivation und Qualifikation der jüngeren Generation erwarten, dann muss ich Sie enttäuschen. Wie überall im Leben gibt es hier nicht nur schwarz und weiß, sondern viel grau. Und ob das sicherlich auch vorhandene dunkelgrau leicht den Lehrern an den Schulen unterzuschieben ist, oder ob es nicht auch ein Ergebnis von Bildungspolitik, Familiensituation, wirtschaftlichem Umfeld und Erziehung durch die Peergroup direkt oder über die sozialen Medien ist, das ist genug Stoff für mehrere Vorträge. Ich möchte darüber reden, dass meine Studierenden kurz vor dem Eintritt in das – manchmal kalte, aber auch oft beglückende – Berufsleben stehen. Dafür ist Wissen eine wichtige Grundlage. Wissensvermittlung ist sicherlich eine wichtige Verantwortung der Lehrer gegenüber den Schülern, aber auch gegenüber der Gesellschaft. Wissen ist deshalb heute mein Thema!

Nicht jede Schülerin, jeder Schüler und jeder Studierende wird später einmal Führungskraft, aber jede Führungskraft war einmal Schüler. Daneben übernehmen auch aufgeklärte Verbraucher mit ihren Konsumentscheidungen Verantwortung darüber, was und wie produziert wird. Insofern ist Schule wichtig für die Wirtschaft. Demokratie bedeutet das Zusammenwirken selbst verantwortlicher Menschen, die die Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Das heißt, Demokratie braucht freie Menschen.i Freie Menschen haben sich aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit befreit. Dazu gehört auch zu akzeptieren, dass das Leben oft komplizierter ist als wir es gerne hätten, und deshalb die vermeintlich einfachen Lösungen in Frage zu stellen. Diese sind nur deshalb attraktiv, weil sie bequem sind in dem Sinne, dass sie Denkfaulheit befördern.

Heute in Zeiten von "fake news" und "alternative news" ist es so wichtig wie vielleicht seit langem nicht mehr das Erbe der Aufklärung zu bewahren und den Geist des Rationalismus zu fördern. Das ist auch deshalb nötig, weil das mystisch-prophetische Denken weitgehend den Zeitgeist bestimmt. Die Vertreter dieses Denkstils glauben im Besitz absoluter Wahrheiten zu sein; sie suchen Anhänger zu gewinnen durch suggestive Reden und verhindern damit das rationale Denken. Dessen Element ist die kritische Diskussion, in der andere Meinungen, wenn sie sachliche Argumente anführen, anerkannt werden, weil dem Rationalisten nicht daran liegt recht zu behalten.ii Insofern ist Schule wichtig für die Gesellschaft.

Dass in der Schule Wissen vermittelt wird, das haben Sie vielleicht schon geahnt. Aber was ist Wissen? Ich unterscheide drei mögliche Wissensarteniii :

  • das Herrschafts- oder Leistungswissen, welches als technisches Können dem Zweck einer faktischen Beherrschung der realen Welt und der Lebensbewältigung dient,
  • das Bildungswissen, dessen Ziel die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit ist und schließlich
  • das Erlösungs- oder Heilswissen, welches den Sinn des Seins im Ganzen zeigt.

Viele Bildungspolitiker kommen der Forderung von vielen Schmalspurwirtschaftsvertretern entgegen, indem sie den Schwerpunkt von Schule und Studium auf direkt verwertbares Leistungswissen legen. Dabei verkennen sie die immer kürzere Halbwertzeit eines solchen Wissens. Dies ist ein Vergehen an den Jugendlichen, aber selbst die Wirtschaft profitiert nicht davon, wenn sie von den jungen Arbeitnehmern "employability" fordert, die schon übermorgen überholt sein kann. Ich will an dieser Stelle nicht auf das Leistungswissen eingehen – es gibt schon genügend andere, die dafür sorgen, dass dies nicht unter die Räder kommt.

Auch möchte ich dieser Stelle nicht auf das Erlösungs- oder Heilswissen eingehen, auch wenn dieses Wissen dem Sinn suchenden Menschen zentral ist. Dieses Wissen umfasst die religiöse und philosophische Sinnsuche und gibt Raum für unendliche Diskussionen und – vielleicht – ein weiteres Bremer Universitätsgespräch.

Wir Menschen sind Geistwesen, was uns wahrscheinlich von den Tieren unterscheidet. Wir können eine Persönlichkeit entwickeln und bilden, die über die Möglichkeit von Tieren hinausgeht. Dies vollzieht sich – unter anderem – in einer Gruppe von Menschen, zum Beispiel einer Schülergruppe. Erziehung, Selbstzucht und Prägung durch das Leben sind nur in einer Gruppe möglich, denn der Mensch ist überhaupt nur Mensch innerhalb einer Gemeinschaft.

Aus meiner Sicht sind wesentliche Komponenten des Bildungswissens in einer nicht abgeschlossenen Aufzählung: Geschichte, Kunst und Ethik als Grundlage für Verantwortungsübernahme.

1. Geschichte

Historische Bildung ist eine besondere Art der Arbeit. Es kommt hier nicht auf ein herzustellendes Produkt an, sondern darauf, durch die Bildungsarbeit eine formale Fertigkeit zu erlangen, nämlich die Fertigkeit der Reflexion, vom Besonderen abzusehen und sich zum Allgemeinen zu erheben. Das Allgemeine liegt aber nicht als Tatsache vor, sondern muss erst erarbeitet werden. Dies geschieht durch die Reflexion, die mich und meine Vorurteile von einem fremden Ansatz und umgekehrt diesen Ansatz von mir her bedenkt.iv

Der Akt der Vergeschichtlichung steht im Gegensatz zu der Meinung, dass die Entwicklung sich aufgrund der technischen Rationalität von selbst im Sinne des Fortschritts vollzieht. Er negiert aber ebenso das Bewusstsein, dass wir angesichts der Superstrukturen, mit denen das Geflecht von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft beschrieben werden kann, zur Ohnmacht verurteilt sind. Positiv formuliert: die Vergeschichtlichung ist zugleich Bedingung und Folge der Einsicht, dass Wirklichkeit nichts Vorgegebenes ist, sondern ein Wechselprozess zwischen Subjekt und Objekt: Ich bedinge das Geschehen ebenso wie ich durch es bedingt werde. Geschichtliches Handeln offenbart die Macht und die Ohnmacht des Menschen.v

Diese Einsicht war nicht immer selbstverständlich:vi

Im griechischen Denken ist Gegenstand der Wissenschaft die Natur. Natur ist die geregelte Geschehensabfolge, dessen Bewegung sich als rhythmischer Wechsel unabänderlich vollzieht. Das zeigen die organischen Gebilde ebenso wie die Gestirne. Geschichtliches Geschehen hat keine entsprechende Ordnung aufzuweisen.

Bei den Römern gewinnt die Geschichte in praktisch-politischer Hinsicht eine hohe Bedeutung. Geschichte bedeutet für die Römer Kontinuität: das gewissenhafte Festhalten an ererbten Institutionen der Vergangenheit in der von den Vorfahren übernommenen Form: die Prägung der Lebens-formen nach dem Vorbild der Sitten der Vorfahren.

Im ursprünglich christlichen Verständnis ist die Weltgeschichte mit der Heilsgeschichte identisch, weil und insofern Gott die Welt nach seinem Heilsplan lenkt. Gott gibt der Geschichte den Sinn. Für die ersten Jahrhunderte nach der Zeitenwende lässt sich der folgende historische Verlauf konstatieren: solange der Glaubende auf das Ende der Welt wartet, bleibt ihm die Weltgeschichte relativ bedeutungslos: erst als die Tatsache der Weltbeständigkeit nicht mehr in Frage gestellt werden kann, beginnt das Problem akut zu werden, wie sich der Einzelne mit seiner persönlichen Geschichte zu der Welt, in der er faktisch existieren muss, verhalten soll.

Das neuzeitliche Bewusstsein, wie es sich in Descartes programmatisch ausspricht, ist beherrscht von der Idee des Neuanfangs, die sich durch die Macht des verständigen und seiner selbst bewusst werdenden Denkens ausweist. Dieses Denken realisiert sich wesentlich nur in der Wissenschaft. Die Wissenschaft bezieht sich auf das, was sich immer gleich bleibt, und dies ist die Natur. Geschichte kann nicht in den Kosmos der Wissenschaften aufgenommen werden, weil ihr Gegenstand, das menschliche Geschehen, nichts Gleichbleibendes, Unveränderliches und solchermaßen Berechenbares ist. Geschichte gehört in den Lebenszusammenhang. Sie ist Umgang mit den Menschen vergangener Jahrhunderte. Sie gleicht den Reisen und ist insofern lehrreich. Wenn man die Sitten fremder Völker kennen lernt, dann kann man über die eigenen gesünder urteilen, man sieht nämlich die Relativität aller Sitten und wird so zur Toleranz erzogen.

Mit der Aufklärung erhält die Vernunft eine besondere Bedeutung. Die Vernunft ist danach stärker als die bisher herrschende Unvernunft, denn Vernunft ist Mündigkeit und Unvernunft ist Unmündigkeit. Der Mündige ist dem Unmündigen aber von Natur aus überlegen. Die Entwicklung zur Vernunft ist also die Aufgabe der Menschen. (Kleiner Einschub: Wahrscheinlich sind Sie mit mir der Meinung, dass diese Entwicklung auch heute noch nicht abgeschlossen ist.) In der Vernunft liegt nicht nur der eigentliche Rang, sondern auch die eigentliche Chance des Menschen. Vernunft muss dabei verstanden werden als das Vermögen, in triebdistanzierter Sachlichkeit die besten Möglichkeiten für den Menschen in einer Situation zu erkennen und sie dieser Erkenntnis entsprechend zu verwirklichen.vii

Mit Karl Jaspers kann man sagen, dass der Sinn der Geschichte die Verwirklichung der Freiheit ist. "In allen Gegensätzen unseres Wollens scheint heute nur eines übereinstimmend. Mit vollkommener Einmütigkeit wird von allen Völkern, Menschen, politischen Regimen Freiheit verlangt."viii "All unser menschliches, zumal unser geistiges Tun besteht darin, in den offenen Möglichkeiten unseren Weg zu finden. An uns liegt es, was wird, und zwar an jedem Einzelnen, obgleich kein Einzelner den Gang der Geschichte entscheidet."ix

2. Kunst

Der Mensch steht in der Entwicklung über allen anderen Wesen, und darum weiß er um das Leiden. Und aus dem Wissen um dieses Leiden heraus philosophiert er. Philosophie ist dabei nicht nur notwendig, um die Welt theoretisch zu betrachten, sondern Philosophie ist auch erfordert um Abhilfe für das Leiden zu finden. "In der That gehört Abwesenheit alles Zieles, aller Gränzen, zum Wesen des Willens an sich, der ein endloses Streben ist."x"Jedes Ziel ist wieder Anfang einer neuen Lauf-bahn, und so ins Unendliche."xi

Schopenhauer sieht als Abhilfe hier die Kunst. "Sie wiederholt die durch reine Kontemplation aufgefaßten ewigen Ideen, das Wesentliche und Bleibende aller Erscheinungen der Welt, und je nach-dem der Stoff ist, in welchem sie wiederholt, ist sie bildende Kunst, Poesie oder Musik. Ihr einziger Ursprung ist die Erkenntnis der Ideen; ihr einziges Ziel Mittheilung dieser Erkenntniß. – Während die Wissenschaft ... bei jedem erreichten Ziel immer wieder weiter gewiesen wird und nie ein letztes Ziel, noch völlige Befriedigung finden kann, so wenig als man durch Laufen den Punkt erreicht, wo die Wolken den Horizont berühren; so ist die Kunst überall am Ziel."xii "... die schönen Künste arbeiten im Grunde darauf hin, das Problem des Daseyns zu lösen. Denn in jedem Geiste, der sich ein Mal der rein objektiven Betrachtung der Welt hingiebt, ist, wie versteckt und unbewußt es auch seyn mag, ein Streben rege geworden, das wahre Wesen der Dinge, des Lebens, des Daseyns, zu erfassen."xiii

Dabei ist jedoch nicht nur der Künstler, sondern auch der die Kunst genießende Mensch gefordert. Die "zum Genuß eines Kunstwerks verlangte Mitwirkung des Beschauers beruht zum Theil darauf, daß jedes Kunstwerk nur durch das Medium der Phantasie wirken kann, daher es diese anregen muß und sie nie aus dem Spiel gelassen und unthätig bleiben darf."xiv Die Anleitung zum phantasievollen Umgang mit Kunst ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Schule im Sinne der Vermittlung von Bildungswissen, welches den Menschen nicht nur Erkenntnis, sondern auch Seelenfrieden vermitteln kann.

3. Ethik

Schließlich ist es wichtig, junge Menschen auf die Übernahme von Verantwortung in unserer Gesellschaft vorzubereiten. Von allen Gesellschaftsformen ist die Demokratie am meisten darauf an-gewiesen, dass sich ihre Bürger für das Gemeinwesen engagieren. Dies kann in den vielfältigsten Formen geschehen. Man muss dafür nicht notwendigerweise eine Führungsaufgabe in Politik oder Wirtschaft übernehmen. Jeder Mensch lebt mit anderen Menschen, ist insofern Teil einer Gemeinschaft und kann diese mit beeinflussen. Die Erkenntnis, dass wir allein die Welt nicht verändern können, sollte uns nicht entmutigen. Jeder Mensch hat ein kleines Stück Einfluss auf seine Umwelt und insofern auch Mitverantwortung.

Ich bin überzeugt davon, dass das Thema „Ethisches Handeln“ erstens bereits seit Jahrtausenden bearbeitet wird und zweitens immer noch oder wieder hochaktuell ist. Ethik ist eine philosophische Reflexion, die mit Mitteln der praktischen Vernunft ein allgemein gültiges humanistisches Moralprinzip zu begründen versucht. In dessen Licht kann die normative Gültigkeit moralischer Ansprüche kritisch geprüft werden. Darüber hinaus untersucht die Ethik universale Bedingungen und Formen des guten Lebens, des gerechten Zusammenlebens und des verantwortlichen Handelns. Ethik bietet kritisch-normatives Orientierungswissen, nicht ‘anwendbares’ Verfügungswissen.

Wir sprechen oft in Bezug auf unser Leben von Lebenskunst. Dabei ist das Geheimnis der Lebenskunst die Lebensteilung. Der Mensch findet nur dann zu sich und auch zu seinen Eigenheiten, wenn er dazu findet sich im Anderen zu spiegeln, und zwar so, dass auch der Andere sich in ihm spiegelt. Lebensteilung ist dann die Befähigung zu geteiltem Leben und Handeln. Die Frage nach der Ethik führt deshalb sofort nach der Ethik des Einzelnen, nach der Verantwortung des Einzelnen. Hier gehören Verantwortung und Freiheit direkt zusammen. Freiheit kann dann näher bestimmt werden als eine Freiheit des Willens oder auch als eine Freiheit des Gewissens, welchem alles erlaubt ist, was dem Guten dient. Schon bei Aristoteles heißt es in der Nikomachischen Ethik deshalb: „Durch das Ethos wird das richtige Ziel gesetzt, durch die Vernünftigkeit werden die rechten Mittel dazu gewählt.“xv

Die Ethik kennt deshalb schon immer die Tugenden. Die griechische Arete oder der römische Virtus bezeichnen ursprünglich die Tauglichkeit oder die Tüchtigkeit einer Person. Im vorphilosophischen Sprachgebrauch, etwa bei Homer, verbindet sich der Arete-Begriff vornehmlich mit einem Helden- und Adelsideal. Platon versteht unter Gerechtigkeit die Arete der Seele. Deshalb sei eine Seele – und analog dazu ein Staat – dann gerecht, wenn sie bzw. ein Staat ein funktionales Optimum erreiche. Das soll dann der Fall sein, wenn sie das ihrige tut, also ihre spezifische Funktion erfüllt. Platon deutet die Gerechtigkeit als Einheitsmoment der drei weiteren Tugenden Besonnenheit, Tapferkeit und Weisheit. Die vollkommene Arete besteht somit in der Harmonie eines bestmöglichen Zusammenspiels aller Seelenteile des Individuums.

Bei Aristoteles verliert die Frage der Einheit der Tugenden an Bedeutung. Aus dem Platonischen System der später so genannten vier Kardinaltugenden wird bei Aristoteles ein offener Tugendkatalog. Aristoteles unterscheidet zwischen Tugenden des Verstandes und des Charakters.

Ich behaupte, dass das Konzept der Tugenden heute wieder höchst aktuell ist. Und ich behaupte auch, dass die Rücksichtnahme auf den anderen Menschen in der Gesellschaft wie in der Wirtschaft nötiger denn je ist, wenn wir nicht das Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft riskieren wollen. Das rücksichtslose Durchsetzen des eigenen Vorteils bringt immer nur kurzfristige Gewinne, aber langfristige Nachteile. Tugenden sind deshalb nicht nur für den Privatgebrauch, sondern für das tägliche Leben gedacht, und sie werden nicht allein deshalb obsolet, weil andere Menschen sich nicht daran halten. Schließlich ist jeder für seine Handlungen und Entscheidungen verantwortlich, auch wenn er seine Rolle beispielsweise in der Wirtschaft angenommen hat und Tugenden nicht in der Stellenbeschreibung stehen. Ethik ist deshalb unverzichtbares Bildungswissen.

Ich komme zum Fazit:

Lehrer haben nicht nur die Aufgabe, junge Menschen auf ein hoffentlich erfolgreiches Berufsleben vorzubereiten. Lehrer sollten den jungen Heranwachsenden ermöglichen, selbstbestimmt ihre Chancen in unserer Gesellschaft wahrzunehmen und das Ziel verfolgen jede menschliche Persönlichkeit voll zu entfalten. Dazu ist neben dem Leistungswissen ganz besonders das Bildungswissen nötig. Hier können unter anderem Geschichte, Kunst und Ethik einen wichtigen Bei-trag leisten.

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i Siehe auch Barry, Brian: Culture and Equality – An Egalitarian Critique of Multiculturalism, Harvard University Press, Cambridge, MA 2001, Seite 194-249. 
iiVergleiche Schulz, Walter: Philosophie in der veränderten Welt, Neske, Pfullingen 1972, Seite 79.
iiiVergleiche derselbe a. a. O. Seite 426.
ivVergleiche derselbe a. a. O. Seite 545.
v Vergleiche derselbe a. a. O. Seite 470.
vi Siehe zum Folgenden derselbe a. a. O. Seite 473-491.
vii Vergleiche derselbe a. a. O. Seite 361.
viii Jaspers, Karl: Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, Piper-Verlag, München 1949, Seite 193f.
ix Derselbe a. a. O. Seite 195.
x Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung I, Haffmanns Verlag, Zürich 1988, Seite 229.
xi Derselbe ebenda.
xii Derselbe a. a. O. Seite 251f.
xiii Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung II, Haffmanns Verlag, Zürich 1988, Seite 471.
xiv Derselbe a. a. O. Seite 473.
xv Aristoteles: Nikomachische Ethik VI, Herausgegeben und übersetzt von Hans-Georg Gadamer, Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1998, Seite 53.

Aktualisiert von: Sascha Giard