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Finanzierungsmöglichkeiten

4. Finanzierungsmöglichkeiten

Eine Investition in die Zukunft – das stellt ein erfolgreiches Auslandspraktikum allemal dar, so dass Sie sich über die Zusage eines geeigneten Arbeitgebers zu akzeptablen Konditionen freuen sollten. Die Zeit und auch die finanziellen Mittel, die in die Durchführung eines Praktikums investiert werden, zahlen sich durch die positive Auswirkung auf die zukünftigen Berufschancen in aller Regel später aus. Dennoch stellt sich selbstverständlich für so gut wie alle die Frage, wie der manchmal ja erhebliche finanzielle Aufwand zu bewältigen ist, nämlich unter anderem:

  • Reisekosten und ggf. die Transportkosten (für das eventuell etwas umfangreichere Gepäck) zum/vom Zielort;
  • Unterbringungs- und ggf. Einrichtungskosten im Zielland;
  • Lebenshaltungskosten im Zielland, die teils erheblich höher oder niedriger als in Deutschland sein können;
  • Tägliche Fahrtkosten zum/vom Arbeitsplatz;
  • Kosten für private „Arbeitsmittel“, z.B. Literatur, angemessene Kleidung;
  • Eventuell zuhause weiterlaufende Kosten wie Miete, Telefon etc.;
  • Prämien für die Auslands(kranken)versicherungen u.ä.;
  • „Spaßkosten“, z.B. Ausflüge, Zwischenstopps auf der Hin-/Rückreise, Shopping;
  • Notfall-Reserve.

In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: durch eine Mischfinanzierung, die sich im Rahmen der Möglichkeiten aus einigen der folgenden Bestandteile zusammensetzen kann.

  • Praktikumsentgelt
  • Materielle Zuschüsse durch den Praktikumsgeber
  • Stipendien
  • Förderprogramme
  • Auslands-BAFöG und/oder Bildungskredite
  • Reisekostenzuschüsse
  • Eigenmittel
  • Zuschüsse wohlwollender privater Sponsoren

4.1 Praktikumsentgelt und/oder materielle Zuschüsse durch den Praktikumsgeber

Auch wenn mit der „deutschen Brille“ betrachtet gute Praktikumsgehälter immer noch eher als die Ausnahme gelten, sollte gerade bei anspruchsvolleren Praktika dieser potentielle Einnahmen-Faktor durchaus ernst genommen und, wenn irgend möglich, angesteuert werden.

Unbezahlte Praktika, die es natürlich noch weit verbreitet gibt, werden in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend skeptisch betrachtet und sind dementsprechend in die Kritik geraten. Gerade wenn Sie durch Ihre Vorkenntnisse der Firma auch etwas zu bieten haben, sollten Sie nicht davor zurück schrecken, in der richtigen Form und zu einem angemessenen Zeitpunkt die Möglichkeit eines Praktikumsentgelts anzusprechen. Dabei können Sie Ihre Chancen deutlich erhöhen, wenn Sie zum einen den Dialog mit den Arbeitgebern von Anfang an überlegt gestalten (siehe Kapitel 2 „Praktikum auf ‚ausländisch’“), und zum anderen während der Arbeitgeberrecherche und bei den ersten Kontakten versuchen, die Rahmenbedingungen entsprechend einzuschätzen. Folgende Punkte sollten diesbezüglich bedacht werden:

  1. Es gibt Firmen, die sich bezahlte Praktikant_innen nicht leisten wollen. Dazu gehören Arbeitgeber, die ein Praktikumsangebot als genügend großes Zuvorkommen betrachten. Hier wird der herausragende Ruf einer Firma oder Organisation und der daraus resultierende Imagegewinn für die Praktikant_innen „als Lohn genug“ angesehen.
  2. Es gibt Arbeitgeber_innen, die es sich aufgrund ihrer Haushaltsplanung und dünnen Finanzdecke nicht leisten können, unvorhergesehene Ausgaben zu bestreiten. Oftmals sind dies sehr kleine Firmen oder Praktikumsgeber aus dem künstlerischen und sozialen Bereich. Auch für manche öffentlichen oder öffentlich geförderten Institutionen liegen Praktikumsgehälter jenseits der Möglichkeiten. Diese Ausgangslage muss allerdings überhaupt nicht signalisieren, dass Praktikant_innen unwillkommen wären oder nicht adäquat behandelt und fachlich unterstützt würden.
  3. Es gibt Arbeitgeber_innen, die der Bezahlungsfrage prinzipiell offen gegenüber stehen, sich ihrerseits aber nicht festlegen und auch kein Angebot machen. Für die Bewerber_innen bedeutet dies, dass sie erst durch höfliches Nachfragen auf klare Signale hoffen können und darauf bedacht sein sollten, den Profitfaktor des Praktikums auch für die Firma zu verdeutlichen.
  4. Es gibt Firmen und Organisationen, für die es selbstverständlich ist, allen Arbeitnehmer_innen eine ihrer Qualifikation und den internen Gepflogenheiten entsprechende Entlohnung anzubieten. Dies ist oftmals eine rein ethische Entscheidung, kann aber auch durch nationale Gesetzgebungen oder „Tarifverträge“ bedingt sein oder sich bei großen Arbeitgeber_innen und Konzernen aus den Stellenplänen und einer höheren finanziellen Beweglichkeit ergeben.
  5. Schließlich gilt es nationale und branchenspezifische Unterschiede zu bedenken. So gibt es beispielsweise Länder, in denen Praktikumsgehälter über einen bescheidenen Lebenshaltungskosten- oder Fahrtkostenzuschuss hinaus eher unüblich sind. Es gibt aber auch Länder/Kulturen, wo Praktikant_innen gleichzeitig als Mitarbeiter_innen gesehen und für die erbrachte Leistung entlohnt werden (wie beispielsweise in Nordamerika, wo besonders bei selbstbesorgten Praktika traditionell eine gute Chance auf ein Entgelt besteht). Gerade in Ländern mit einer existierenden Mindestlohngesetzgebung wird es als eher „natürlich“ aufgefasst, Praktikant_innen für ihre Arbeitsbeiträge auch zu entlohnen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass gelegentlich gesetzliche Regeln den Einsatz und die Bezahlung von Praktikant_innen einschränken können, wenn Sie nach dem Verständnis des Ziellandes als „Praktikant_in“ in einer Sonderrolle einzustufen sind (beispielsweise in Frankreich als „stagiaire“). Neben solchen und weiteren länderbezogenen Unterscheidungen spielen branchentypische Unterschiede, wie wir sie auch von Deutschland kennen, fast überall eine ähnliche Rolle: Prestigeträchtige und im aktuellen wirtschaftlichen Klima hoch eingestufte Tätigkeiten wie z.B. die wirtschaftswissenschaftlichen, technischen und informationstechnologischen Sparten sind eher dazu prädestiniert „besser zu bezahlen“. Berufsfelder hingegen, die auch vom normalen Lohnniveau her gesehen eher durchschnittliche (oder unterdurchschnittliche) Entgelte bieten, wie zur Zeit manche geisteswissenschaftlichen Disziplinen oder auch der kunstwissenschaftliche oder soziale Sektor, sind für engagierte und kompetente Praktikant_innen zwar dankbar, halten sich bei der Bezahlung aber oft zurück.


Aus all dem sollte klar werden: Um die Chancen auf eine bezahlte Praxisphase nicht zu verspielen, kommt der richtigen Auswahl des potentiellen Arbeitgebers neben den fachlichen Beweggründen auch aus finanzieller Sicht eine zentrale Bedeutung zu.

Nicht immer stellt die weltgrößte Top-Firma, in die „alle wollen“ und aus lauter Dankbarkeit  gerne unbezahlte Anstellungen akzeptieren, die beste Wahl dar, weil eine weniger bedeutende Firma eventuell eher zur Bezahlung neigt. Manchmal bietet dann aber doch eine Weltfirma mehr, nämlich zum Beispiel dann, wenn vorgesehene Planstellen für Praktikant_innen noch nicht ausgeschöpft sind. Für den Dialog mit potentiellen Arbeitgeber_innen und die endgültige Auswahl heißt das: genau hinhören, die notwendigen Informationen erheben und abwägen, und erst dann entscheiden, welche Prioritäten Sie setzen möchten.

Ebenso ergibt sich, wenn Sie all diese Zusammenhänge mit einbeziehen, dass die Zusage für eine Bezahlung in vielen Fällen davon abhängen wird, „wie Sie sich verkaufen“. Dass sich das Praktikum auch für den Arbeitgeber lohnt, werden diejenigen, die eher um den Gefallen eines Praktikumsplatzes bitten - um ihres persönlichen Gewinns willens oder um der Studienordnung Genüge zu tun - generell weniger überzeugend vermitteln können. Weil Praktikant_innen nicht nur mitarbeiten, sondern darüber hinaus ihre eigene wertvolle Perspektive in den Arbeitsalltag der Firma einbringen, lohnt sich ein Praktikum auch für den Arbeitgeber. Je kompetenter Sie auftreten, ohne dabei arrogant zu wirken, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein abwägender Arbeitgeber sich auch auf eine finanzielle Gegenleistung einlässt.

Dabei muss eine solche Gegenleistung des Praktikumsgebers nicht zwingend in Form eines Gehalts erbracht werden. Die Vermittlung oder vielleicht sogar Bezuschussung einer günstigen Wohngelegenheit (gibt es vielleicht sogar Firmen-Appartements?), die freie Nutzung von Arbeits- und Kommunikationsmitteln auch für den studienmäßigen oder privaten Gebrauch, freie Mahlzeiten in der Werkskantine oder gelegentlich auch ein Firmenfahrzeug, mit dem Sie die Wege von/zum Arbeitsplatz zurücklegen können, gehören zu den „goodies“, die gelegentlich (auch auf bescheidene Anfrage hin) angeboten werden und bares Geld wert sind. 

Hier ist wiederum Kreativität gefragt, und aufmerksames Hinhören, während Sie mit den Arbeitgebern verhandeln. Dabei hilft es, sich bereits im Vorfeld über den Rahmen des Üblichen schlau zu machen, zum Beispiel in Gesprächen mit ehemaligen Praktikant_innen im gleichen Zielland und einer ähnlichen Branche oder anhand von Erfahrungsberichten oder durch das Konsultieren von Gehaltsstatistiken, wie sie bei öffentlichen Stellen wie den „Arbeitsagenturen“ der Zielländer, dortigen Berufsverbänden oder Gewerkschaften üblicherweise zu finden sind.

4.2. Stipendien, Förderprogramme, Reisekostenzuschüsse

Nach wie vor denken viele beim Wort ‚Stipendium’ in Verbindung mit ‚Ausland’ zuerst an ein Auslandsstudium, für das deutlich mehr allgemeine Förderoptionen existieren als für Praxisphasen. Aber es gibt sie, und wer nicht sucht, kann auch nichts finden – deshalb gilt auch hier das Motto, dass Ihnen kein Weg und kein Gespräch zu schade sein sollten, um diesbezügliche Informationen für die persönliche Situation zu erheben.

Dies umso mehr, als die Universität Bremen es ihren Studierenden einfach macht. Über die

erhalten Sie per Internet ebenso wie im persönlichen Beratungsgespräch weitergehende Informationen über folgende und eine Reihe weiterer Fördermöglichkeiten.

4.2.1 Stipendien der Europäischen Union

Über das große europäische Förderprogramm „ERASMUS+“ können sowohl Studienpraktika als auch ans Studium anschließende Graduiertenpraktika (ACHTUNG: Beantragung muss für Graduierte VOR dem Studienabschluss erfolgen) von zwei bis zwölf Monaten gefördert werden, wenn Sie Bürger eines EU-Landes (oder Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder der Türkei) sind und das Praktikum in einem dieser Länder stattfindet. Zu beachten ist, dass es für Förderungen in der Schweiz und von Schweizer Staatsbürgern seit 2014 Sonderregelungen geben kann. Studierende aus Ländern außerhalb der EU, die in Bremen ein vollständiges Studium absolvieren, können ggf. auch gefördert werden. Die Studienrelevanz wird durch entsprechende Vereinbarungen zwischen den Studierenden, den Praktikumsgebern und der Koordinierungsstelle nachgewiesen. Die aktuelle Höhe der Unterstützung, die zur Zeit vom Zielland abhängig berechnet wird und für ein ERASMUS-Praktikum höher als für einen Studienaufenthalt liegt, alle weiteren Details und auch die entsprechenden Bewerbungspapiere sowie viele nützliche Informationen rund um das Verfahren finden sich auf der Praktikums-Webseite des International Office ⇒ (Das neue Programm) ERASMUS+

Die Bewerbung für Bremer Studierende über das Bremer International Office ist nicht nur bemerkenswert kurzfristig möglich (spätestens einen Monat vor Beginn des Praktikums; früher ist allerdings immer stressfreier!), sondern wird auch durch ständig angebotene Beratungsgespräche direkt auf dem Campus engagiert unterstützt, siehe

www.uni-bremen.de/international/wege-ins-ausland/bap.html ⇒ [rechte Navigation] Kontakt

Der persönliche Besuch während der angegebenen Sprechzeiten empfiehlt sich sehr!

Besonders für Studierende bestehen gute Chancen, eine ERASMUS+-Förderung zugesprochen zu bekommen, so dass eigentlich auf diesem Wege für viele Interessenten die konkrete Möglichkeit besteht, „raus zu kommen“ und ein Praktikum innerhalb Europas zu realisieren.

4.2.2 Der Bremer Studienfonds

Der Bremer Studienfond ist ein von der Wirtschaft, der Regierung und den Hochschulen des Landes Bremen getragener gemeinnütziger Verein und stellt eine weitere lokale Anlaufstelle für Studierende der Universität Bremen dar. Bis zu sechsmonatige Auslandsaufenthalte von Studierenden und Absolvent_innen, die der beruflichen und persönlichen Qualifizierung dienen und nicht in der Studienordnung vorgeschrieben sind, können bei entsprechend guter fachlicher und persönlicher Eignung sowie einem hohen Maß an Eigeninitiative (zum Beispiel beim Bemühen um weitere Finanzierungsquellen) in einem durch die Mittel vorgegebenen Rahmen finanziell unterstützt werden. Die Bewerbungen erfolgen jeweils im Januar und Juni zur Monatsmitte über das International Office, wo weitere Informationen zum Antragsverfahren zur Verfügung gestellt werden.

www.uni-bremen.de/international.html  ⇒ Wege ins Ausland ⇒ Praktikum im Ausland ⇒ Bremer Studien-Fonds e.V

4.2.3. Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD); PROMOS

Wie der Name ausdrückt, fördert der DAAD Austauschprojekte von Akademiker_innen. Dazu zählen neben den zahlreichen Studien-Stipendien auch einige Maßnahmen, mit denen streng studienbezogene Praxisphasen unterstützt werden sollen. Bei der Auswahl der Stipendiat_innen spielen das Leistungsniveau (ungefähr „oberes Drittel“), die persönliche Eignung sowie der eindeutige Studienbezug die entscheidenden Rollen.

Nach der Änderung der zuvor jahrzehntelang etablierten Vergabepraxis des DAAD im Dezember 2010 gilt, dass studienbezogene Auslandsaufenthalte von einer Dauer bis zu sechs Monaten primär im Rahmen des Programms PROMOS finanziell gefördert werden können. Das Besondere dabei ist, dass die deutschen Hochschulen jeweils selbst für die Vergabepraxis verantwortlich sind. Die Antragstellung für PROMOS-Stipendien erfolgt also nicht mehr über den DAAD, sondern an der eigenen Hochschule. Federführend bei der Vergabe ist dabei das Akademische Auslandsamt, also das International Office der Universität Bremen:

www.uni-bremen.de/international.htmlWege ins AuslandPraktikum im AuslandPROMOS-Programm oder direkt:
www.uni-bremen.de/international/wege-ins-ausland/bap/promos-programm.html

Die Art der geförderten Auslandsaufenthalte, der Umfang der Förderung sowie die Antragsmodalitäten für PROMOS unterliegen prinzipiell ständigen Weiterentwicklungen, so dass die jeweils geltenden Regeln aktuell und frühzeitig (9 Monate vor dem angedachten Praktikumsbeginn) unter den angegebenen Links bzw. direkt beim International Office in Erfahrung zu bringen sind.

Besonders zu beachten ist in Bremen, dass die Bewerbungstermine bezogen auf den Praktikumszeitraum sehr früh liegen können und die Bewerbungen über den eigenen Fachbereich einzureichen sind, der jeweils eigene Regeln zur Anwendung bringen kann. Daher ist es für eine Erfolg versprechende Antragstellung absolut notwendig, frühzeitig auch mit den PROMOS-Verantwortlichen im eigenen Fachbereich zu sprechen. Eine Liste der betreffenden Personen stellt das International Office zur Verfügung.

Für Auslandsaufenthalte, die einen Zeitraum von sechs Monaten überschreiten, sowie generell für Praktika, die über bestimmte Austauschorganisationen ( u.a. IAESTE und AIESEC) oder bei ausgewählten institutionellen Arbeitgebern (z.B. deutsche Außenvertretungen, Internationale Organisationen, Goethe-Institute) organisiert werden, nutzen Sie bitte die Informationen des DAAD

www.daad.de⇒Infos für Deutsche⇒Praktika im Ausland⇒Finanzierungsmöglichkeiten oder direkt:
www.daad.de/ausland/praktikum/stipendien/de/161-stipendienprogramme/ l

bzw. den aktuellen gedruckten DAAD-Stipendienführer „Studium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten für Deutsche“ (Bonn, DAAD) in der jeweils aktuellen Fassung.

4.2.3.1 Das Carlo-Schmid-Programm

Das Carlo-Schmid-Programm fördert Praktika von fortgeschrittenen Studierenden in internationalen Organisationen und EU-Institutionen und bietet in einer der zwei Programmlinien sogar entsprechende Platzierungen an. Als besonders hochkarätiges Förderprogramm bedingt diese Förderung eine entsprechend rigide Auswahl. Wer es schafft, nimmt automatisch an begleitenden Aktivitäten (z.B. Einführungsseminaren, Alumni-Netzwerken) teil. Informationen erhält man vom DAAD oder über das International Office.

4.2.3.2 Sonderprogramme

Sonderprogramme (wie z.B. zur Zeit RISE, Sprache&Praxis in der VR China oder Japan, Russland in der Praxis) werden beispielsweise speziell für Ingenieure und Naturwissenschaftler, teilweise aber auch fachbereichsoffen, in Asien, Nordamerika und anderen Regionen jährlich neu aufgelegt und setzen sich zum Teil aus kombinierten Studien- und Praxisaufenthalten zusammen. Sie zählen zu den begehrtesten Fördermaßnahmen des DAAD und sind, wie das Carlo-Schmidt-Programm, entsprechend selektiv. Informationen erhält man vom DAAD oder über das International Office.

Soweit ein Vorgeschmack auf die umfangreichen Unterstützungsvarianten, die vom DAAD zur Verfügung gestellt werden und deren genaue Bedingungen hier nicht im Detail wiedergegeben werden können. Weitere Informationen sind im Career Center und vor allem im International Office erhältlich. Für alle diese und weitere DAAD-Programme (z.B. auch von der Hochschule mitgetragene Gruppenreisen) gilt:

Konsultieren Sie sowohl die Webseite des DADD (www.daad.de)⇒Infos für Deutsche⇒Praktika im Ausland) wie auch den jährlich neu erscheinenden Stipendienführer des DAAD („Studium, Forschung, Lehre im Ausland-Förderungsmöglichkeiten für Deutsche“), der im Career Center und International Office oder direkt beim DAAD in Bonn zu haben ist.

Angesichts der guten Förderungsleistungen durch den DAAD, von denen Jahr für Jahr Tausende zu profitieren wissen, lohnt es sich auf jeden Fall, die Informationen sorgfältig zu sichten und keine wichtigen Termine zu verpassen. Die Vorlaufzeiten der verschiedenen Maßnahmen können zwischen wenigen Wochen und einem ganzen Jahr variieren. Gefördert werden neben Deutschen sehr oft auch „Deutschen gleichgestellte“ (ausführlich hierzu siehe: https://www.daad.de/ausland/studieren/bewerbung/de/59-bewerbung-um-ein-stipendium) ausländische Studierende. Nachfragen sollten bei Unklarheiten an das International Office und direkt an den DAAD gerichtet werden.

4.2.4 Förderprogramme bei der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit)

Von dem einstmals bemerkenswerten Förderspektrum der ehemaligen Organisation InWent ist nach der Eingliederung in die GIZ leider nicht mehr viel übrig geblieben. Absolvent_innen passen unter Umständen in das deutsch-amerikanische Praktikant_innenprogramm. Die meisten derzeitigen Programme der GIZ richten sich an junge Berufstätige, für die die GIZ-Webseite nützliche Informationen bieten kann.

www.giz.de

Von den vielfältigen Publikationen, z. B. zu Vorbereitung und Planung von Praxisphasen in unterschiedlichen Regionen der Welt, stehen einige im Archiv des Bundesinstituts für Berufliche Bildung zum kostenlosen Download zur Verfügung; hierzu lohnt sich die Recherche unter

www.na-bibb.de/service/publikationen/ibs

4.2.5 Studienförderwerke und (politische/private) Stiftungen

Wer alle Möglichkeiten potentieller Förderungswege ausloten möchte und sich selbst guten Gewissens als begabten und nachweislich überdurchschnittlich leistungsfähigen Studierenden sieht, sollte auch an die zahlreichen Stiftungen und Förderwerke denken, die es in Deutschland gibt. Erklärtes Ziel dieser Einrichtungen, die ihre Stipendiat_innen nach ganz unterschiedlichen Kriterien und Präferenzen auswählen, ist es, den Ausbildungsprozess unter anderem durch finanzielle Mittel zu unterstützen, oft in beträchtlichem Ausmaß. Zum Ausbildungsprozess zählen auch internationale Lernabschnitte wie beispielsweise Praxisphasen, die meistens in die Förderung mit einbezogen werden können.

Während bei den Studienförderwerken (auch: Begabtenförderwerke) überwiegend ein komplettes Studium (und die dort integrierten Elemente) gefördert wird, sind viele Stiftungen gegebenenfalls auch bereit, gut begründete Teilunternehmungen wie zum Beispiel Praktika zu unterstützen.

Manche Stiftungen, eine der bekanntesten davon ist die Robert-Bosch-Stiftung (www.bosch-stiftung.de⇒Unsere Förderung⇒Stipendien), haben eigene Programme und Maßnahmen aufgebaut, die sich ganz oder teilweise als Praxisphasen darstellen.

Sich über all die unterschiedlichen Angebote und Kriterienkataloge detailliert zu informieren erfordert einen gewissen Zeitaufwand und jede Menge Geduld, kann sich für den angesprochenen Personenkreis durch eine komfortable Förderung aber auch sehr lohnen. Wie anfangs betont, sollte zu Beginn dieses Rechercheweges eine adäquate Selbsteinschätzung stehen, inwieweit Sie sich selbst als „begabt“ und Ihr Vorhaben als „besonders förderungswürdig“ ansehen. Die über das Internet gut zugänglichen Informationen helfen beim Einstieg, für den Bereich der Förderwerke zum Beispiel über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF):

www.bmbf.de/⇒Bildung⇒Begabtenförderung (in der rechten Navigation) sowie www.stipendiumplus.de.

Angesichts der Fülle von Stiftungen in Deutschland, die Sie insgesamt beim Bundesverband Deutscher Stiftungen unter www.stiftungen.org⇒Service⇒Stiftungssuche⇒Stiftungen A-Z (und weitere Links)

recherchieren können, bietet sich in diesem Feld auch der Einstieg über den bereits erwähnten Stipendienführer (Print-Version) des DAAD an, der im Kapitel „Auslandsstipendien anderer Organisationen“ die für den Studienalltag wichtigsten Stiftungen vorstellt.

4.2.6 Länder- oder fachspezifische Förderungen

Neben den soweit beschriebenen „allgemeinen Förderschienen“ findet sich eine große Anzahl meistens kleinerer Förderprogramme, die sich auf spezielle Regionen oder Länder der Welt oder auf bestimmte Fachbereiche beziehen. Die Vielfalt ist beeindruckend – beispielhaft seien hier nur die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Pädagogische Austauschdienst (PAD), das Deutsch-Französische Jugendwerk und das ASA-Programm für Entwicklungshilfebezogene Praktika in z.B. Afrika und Lateinamerika erwähnt - so dass es sich auf jeden Fall empfiehlt, diese Quellen zu identifizieren und zu überprüfen. Über die Linklisten des Career Center

www.uni-bremen.de/career-center/top-links.html⇒Praxis International

sind viele dieser Förderprogramme zu finden. Darüber hinaus sollten Sie die bereits angegebenen Links beim International Office und beim DAAD nutzen.

Über fachspezifische Angebote können in erster Linie natürlich auch die Expertinnen in den Praxisbüros der Fachbereiche der Universität (Liste siehe oben) Auskunft geben, ebenso wie die Mitarbeiter_innen der entsprechenden Berufsverbände und Handelskammern. Länderspezifische Maßnahmen und Anbieter finden sich auch oft über die Seiten der Botschaften und offiziellen Kulturvertretungen, unter Stichworten/Themenpunkten wie Ausbildung, Praktikum, Weiterbildung, Wirtschaft, Kulturaustausch u.ä..

Auch der Stipendiensuchdienst des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bietet unter www.stipendienlotse.de einen hervorragenden und zuverlässigen Einstieg für die Suche nach Förderwegen. Ebenso nützlich und noch umfangreicher sind die weiterführenden Hinweise und Verlinkungen des DAAD unter

www.daad.de⇒Infos für Deutsche⇒Stipendien finden und bewerben

Generell gilt: Sie sollten sich nie auf nur eine Informationsquelle beschränken, sondern sich mithilfe des in diesem Kapitel vorgestellten Überblicks überlegen, welche Suchwege sich auf Ihre individuelle Interessens- und Ausgangslage bezogen anbieten, die vielversprechendsten Kanäle aussuchen und sich dort umfassend umschauen.

4.2.7 Auslands-BAFöG und/oder Bildungskredite

Auch die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz und die oftmals Studienkredite genannten Angebote können für die Finanzierung einer Praxisphase in Frage kommen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass der direkte Zusammenhang zwischen Studium und dem beabsichtigten Praktikum deutlich gemacht werden kann. Für die Förderung nach dem BAFöG gilt zudem (zur Zeit der Drucklegung), dass es sich bei der Praxisphase um ein mindestens dreimonatiges Pflichtpraktikum handelt, das in der Studienordnung vorgesehen ist, und dass eine überzeugende schriftliche Zustimmung und Befürwortung durch die Hochschule vorliegt. Unter Umständen können wegen der höheren Bedarfssätze im Ausland auch Studierende, die in Deutschland knapp unter den Förderungsvoraussetzungen des BAFöG liegen, für eine Auslandsförderung in Frage kommen.

Auskunft zum BAFöG im Ausland bekommen Sie am besten von dem für das jeweilige Zielland zuständigen Amt, das meistens nicht dasjenige ist, wo der Antrag auf Förderung in Deutschland gestellt wird. Die entsprechende Liste sowie weiterführende Informationen findet sich in Form einer interaktiven Grafik unter

www.das-neue-bafoeg.de⇒Antragstellung⇒Ausland – Studium, schulische Ausbildung, Praktika: Adressen der zuständigen Ämter

Auf dieser Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) können Sie auch auf eine gut verständliche Darstellung zum „offiziellen“ Bildungskredit zurückgreifen, der für studienbezogene Bedürfnisse wie z.B. „ausbildungsbedingte Praktika im In- und Ausland“ über das Bundesverwaltungsamt in Köln bis zu einer Höhe von 7.200 Euro beantragt werden kann. Ähnlich den Bedingungen nach BAFöG muss der Bildungskredit erst nach Abschluss des Studiums und zu günstigen Konditionen zurückgezahlt werden. Die Details finden sich unter www.bildungskredit.de, von wo Sie auf die entsprechende Seite des Bundesverwaltungsamts weitergeleitet werden.

Ergänzt werden die öffentlichen Angebote seit einigen Jahren von einer Vielzahl von Studienkreditangeboten durch private Kreditinstitute. Neben der Erkundigung bei Ihrer Hausbank empfiehlt es sich auf jeden Fall, auch auf neutrale Bewertungen zurückzugreifen. Dafür eignet sich besonders die bislang regelmäßig durchgeführte Erhebung des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), die Sie unter

www.che.de (⇒Publikationen⇒Thematisch sortiert⇒ Studium und Lehre⇒Studienfinanzierung) oder direkt unter CHE_AP_185_Studienkredit_Test_2015.pdf finden.

Fazit

Kombiniert mit einem eigenen Beitrag, den Sie über Ihr Erspartes und/oder z.B. familiäre Zuschüsse leisten, lässt sich die finanzielle Belastung eines Auslandspraktikums über einen oder mehrere der hier aufgezeigten Optionen meistens „stemmen“. Wenn Sie dazu noch umsichtig und frühzeitig planen, lässt sich mittels einer effektiven Kostenkontrolle der Weg ins Ausland weiter ebnen. Eine kreative Mischfinanzierungs-Strategie ermöglicht so meistens die Realisierung einer internationalen Praxisphase und wird sich später als eine echte, vielleicht eine der wertvollsten Investitionen in die eigene Zukunft heraus stellen.

Erfahrungsberichte

Auf unserer Seite "Auslandspraktikum" erzählen Studenten und Studentinnen von Ihren Praktikumserfahrungen im Ausland.

zu den Video-Clips

Hier ein Beispiel: Auslandspraktikum - Spitzbergen

Niklas erzählt vom Praktikum in Spitzbergen
Aktualisiert von: Petra Droste