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Tipps zu einigen beliebten Zielregionen - eine Einstiegshilfe

6. Tipps zu einigen beliebten Zielregionen - eine Einstiegshilfe: 6.1 Vorbemerkung

Seit Ende des Jahres 2008 mit dem Konkurs der Großbank Lehman Brothers in New York eine Entwicklung einsetzte, die anfangs als „DIE KRISE“ und eher punktuell begriffen wurde, beschäftigen die anhaltenden weltweiten Probleme der Finanz- und Wirtschaftswelt und inzwischen ganzer Staaten mit ihren bekannten Folgen praktisch alle nationalen Wirtschaften. Dadurch sind viele der zuvor seit Jahren und teils seit Jahrzehnten weitgehend stabilen Aussagen zu den verschiedenen Arbeitsmärkten der Welt relativiert worden. Neue Prognosen werden selbst von ausgewiesenen Expert_innen nur mit größter Vorsicht gewagt oder sind widersprüchlich. Angesichts immer neuer bedenklicher und ernüchternder Ereignisse, die sich mit Meldungen von der Erholung angeschlagener wirtschaftlicher Teilbereiche abwechseln, scheinen zuverlässige Voraussagen und stabile Analysen zunehmend schwieriger zu werden.

Manchmal wirkt dies alles wie ein Wettlauf von „Breaking News“: 2010 musste eines der zuvor fast schon als finanziell und materiell unverwüstlich angesehenen „Erdöl-Länder“ in der Golfregion, das Emirat Dubai, wegen akuter staatlicher Finanznot an vielen Stellen um Zahlungsaufschub bitten. Wenn es vor dieser Entwicklung um die globalen Arbeitsmärkte ging, wurden die passenden Berufsgruppen durchgängig darauf verwiesen, dass Länder wie Dubai für internationale Tätigkeiten und Arbeitsverhältnisse geradezu ideale Voraussetzungen böten. Solche und ähnliche „gängigen Aussagen“ werden vorläufig und wohl auch mittelfristig zu relativieren sein.

So wie innerhalb Europas Irland über ein Jahrzehnt lang einen ökonomischen Aufschwung ohne Gleichen erlebte und zum „Celtic Tiger“ wurde – mit exzellenten Beschäftigungschancen für vielerlei Fachleute aus dem Ausland. Noch vor der Krisensituation, die 2008 ihren Anfang nahm, hatte dieser Aufschwung zu stocken begonnen. Im Zuge „der Krise“ kollabierten dann große Teile der irischen Wirtschaft, die 2009 mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote in der Europäischen Union unerfreuliche Schlagzeilen gemacht hat. Nach dem Beinahe-Zusammenbruch der griechischen Staatsfinanzen folgte Irland schließlich als zweites Land unter den „Rettungsschirm“ der EU, den es erst im Jahre 2013, nun wieder auf Erholungskurs, verlassen hat.

Während, wie seit 2013 zu hören und lesen ist, die finanzielle „Krise der Euroländer“ sich allmählich abzuschwächen scheint, bewegen sich nach der neueren Berichtslage zuvor vergleichsweise stabile Schwellenländer in bedenkliche Situationen. Auch die Entwicklung der mittlerweile global enorm wichtigen chinesischen Märkte weicht mehr und mehr von der angenommenen Wachstumskurve ab, was wirtschaftliche Perspektiven weltweit beeinträchtigt. Der aktuelle Ölpreisverfall und die damit einhergehenden Prozesse stellen ebenfalls Faktoren dar, die gesamtwirtschaftliche Entwicklungen schwerer denn je vorhersagbar machen.

Vor diesem Hintergrund lassen sich zur Zeit der Entstehung und Aktualisierung dieses Handbuchs zuverlässige und stabile Aussagen, geschweige denn Prognosen, zu den meisten nationalen Arbeitsmärkten kaum treffen.

Selbst klassische Schwerpunktsetzungen wie zum Beispiel die Aufteilung in den Dienstleistungs-, den öffentlichen und den produzierenden Sektor einer nationalen Wirtschaft sind angesichts der gegenwärtigen Restrukturierung weiter Wirtschaftsbereiche und auch staatlicher Strukturförderungsmaßnahmen nicht so zuverlässig wie früher.

Die jeweils aktuelle Situation auf den Arbeitsmärkten lässt sich daher auf absehbare Zeit am besten aktuell recherchieren, indem Sie zum Beispiel auf die Informationen der nationalen (oder auch übernationalen, wie im Falle der EU) statistischen Behörden der Wirtschafts- und Arbeitsministerien der Zielländer, der Arbeitsmarktorgane (wie die lokalen Agenturen für Arbeit) oder auch die der inländischen und binationalen Handelskammern zugreifen. Die Qualität der Suchergebnisse wächst, wenn Sie bei der Internetrecherche jenseits von Wikipedia auf landessprachliche Vokabeln für Begriffe wie „Wirtschaft“, „Arbeitslosenzahlen“, „Arbeitsmarkt“, „Beschäftigungsmöglichkeiten“ oder - national wie auch branchenspezifisch - nach „wirtschaftlicher Entwicklung“ oder „Auftragslage“ usw. zurückgreifen.

Die Suchergebnisse liefern so einen Eindruck über den wirtschaftlichen Rahmen im gewünschten Zielland, der natürlich eine erste Prognose über das generelle Interesse der Arbeitgeber an zusätzlichen Mitarbeitern wie auch über die finanziellen Möglichkeiten zulässt. Gleichzeitig sollten Sie sich aber immer wieder daran erinnern, dass die geplante Praxisphase zwar im Kontext der allgemeinen Arbeits- und Beschäftigungsmechanismen zu sehen ist, gleichzeitig aber als sehr spezifisches und zeitlich wie inhaltlich eng umgrenztes Engagement beim Arbeitgeber der Wahl eher parallel dazu abläuft. Daraus ergibt sich, weitgehend unabhängig von allen Aussagen über die aktuelle Arbeitsmarkt- oder Wirtschaftslage, eine einfache wie auch erfreuliche Schlussfolgerung: Selbst wenn es wirtschaftlich nicht ideal läuft, wird ein Arbeitgeber am ehesten für fachlich kompetente Mitarbeiter-innen zu interessieren sein, die punktgenau für einen überschaubaren Zeitraum und bestimmte projekt- oder auftragsbezogenen Arbeiten und/oder Forschungsprojekte zur Verfügung stehen – und danach die Firma wieder verlassen.

Zu diesem Personenkreis gehören, wie wir ja in den vorherigen Kapiteln gesehen haben, auf ihre spezielle Weise auch Praktikantinnen und Praktikanten. Auch aus dieser Perspektive heraus gilt es also, sich von eher skeptischen Äußerungen über die Arbeitsmärkte in der Welt nicht abschrecken zu lassen, sondern sich von vorneherein auf die Passgenauigkeit seiner Bewerbung zu konzentrieren – auch als Strategie für den Umgang mit der "Krise", immer aber zur Erhöhung der Chancen auf Erfolg.

In den folgenden Tipps wird aus den soeben genannten Gründen auf Informationen zu den Wirtschaften der einzelnen Länder weitgehend verzichtet, ebenso wie auf zwangsläufig „wackelige“ Prognosen. An deren Stelle treten die jeweils zum Zeitpunkt der Bewerbung aktuell anzustellenden Recherchen der Leser(nach dem oben beschriebenen Muster), die über die Verweise auf der Webseite des Career Center Unterstützung finden. Gültig bleiben selbstverständlich allgemeine Beobachtungen zu den kulturellen Gegebenheiten in den Zielländern.

6.2 Der angloamerikanische Raum

„Der englischsprachige Raum“ - die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, das Vereinigte Königreich sowie Irland kennzeichnen sich nicht nur durch die gemeinsame Muttersprache aus, sondern auch durch ihre kulturelle Zusammengehörigkeit. Nicht umsonst äußern viele, die am Anfang ihrer Planungen für ein Praktikum stehen, als bevorzugten Zielraum „das englischsprachige Ausland“, oft mit dem Zusatz „Nordamerika wäre schön, aber sonst nach England …“.

Die angloamerikanischen Länder stehen dabei seit jeher für ein Auslandspraktikum wie auch -studium ganz oben auf der Liste der häufigsten Zielländer: Mehr als ein Drittel aller Studierenden, die ihre internationale Phase in die Tat umsetzen, verbringen ihre Zeit in einem der sechs genannten Länder. Für Praxisphasen (wie auch im Übrigen für Studienaufenthalte) bieten sich diese Länder auch aufgrund ihrer internationalen Reputation und der Vielfalt von Möglichkeiten besonders an. Die USA beispielsweise stellen nach herkömmlichen Maßstäben mit mehr als 20 Millionen registrierten Firmen zurzeit die größte Volkswirtschaft der Welt dar.

Die Tatsache, dass die meisten sich nach dem in Deutschland üblichen intensiven Schulunterricht im Englischen und angesichts des weit verbreiteten Gebrauchs dieser Sprache in vielen Lebensbereichen einfach am sichersten fühlen, spielt bei dieser Auswahl eine große Rolle. Gleichzeitig stellen sich die angloamerikanischen Arbeitsmärkte im internationalen Vergleich für die meisten Beobachter auch als die offensten und flexibelsten dar. Im Einklang mit der sprichwörtlichen Aufgeschlossenheit der Nordamerikaner beispielsweise machen viele Bewerber_innen um einen Praktikumsplatz die Erfahrung, dass ihnen in den englischsprachigen Ländern eher zugehört und prinzipielles Interesse signalisiert wird als anderswo. Außerdem scheint ein echtes Interesse bei verschiedensten Arbeitgeber_innen zu bestehen, die Praktikumsidee als spannend und die Praktikant_innen als interessante Bereicherung des Teams anzusehen.

Die Chancen stehen also von vorneherein nicht schlecht, wenn Sie die (ebenfalls sehr offene und im Vergleich sehr persönliche und „auf den Punkt gebrachte“) Art, sich zu bewerben, eingeübt haben und landestypisch praktizieren. Die Angst, dass Sie mit Ihrem Englisch dabei nicht zurechtkommen werden, erweist sich in vielen Fällen als unbegründet – was nicht heißt, dass Sie sich vorher nicht intensiv auf das (schriftliche und mündliche) Kommunizieren auf Englisch einstellen und jede Menge Übungsmöglichkeiten suchen sollten. Denn in den angloamerikanischen Ländern gilt noch mehr als anderswo das Motto, dass Kenntnisse in der Landessprache eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Bewerbungserfolg darstellen.

Als Einstieg für die Recherche bieten sich mit Informationen zur Wirtschafts- und Arbeitswelt die Botschaften der Zielländer an (dort die Abteilungen für Wirtschaft und Kulturelles sowie zum Teil die Konsulate). Auch auf den Seiten der deutschen Botschaften in den Zielländern finden Sie unter Themen wie „Leben und Arbeiten in …“ oder „Arbeitsleben“ oftmals sehr aktuelle, gut recherchierte und nützliche Informationen.

Für den Rechercheeinstieg eignen sich auch Kulturinstitute, Handelskammern und die Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit, zum Beispiel

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit
www.ba-auslandsvermittlung.de (wird weitergeleitet)⇒Arbeit⇒Arbeiten im Ausland

Auslandshandelskammern
http://ahk.de/

sowie auch die unter den Stichworten British-German/Australian-German/Irish-German/Canadian-German/New Zealand-German/American-German, jeweils + Chamber of Commerce/Business Association zu findenden Angebote (teils öffentlich, teils privat verankert)

Kulturinstitute

http://www.britishcouncil.de/

http://www.britishcouncil.org

https://de.usembassy.gov/de/deutsch-amerikanische-beziehungen/deutsch-amerikanische-kulturinstitute-in-deutschland/ ⇒Deutsch-Amerikanische Kulturinstitute in Deutschland

Jobbörsen gibt es inzwischen beinahe schon wie Sand am Meer, ebenso wie spezielle Plattformen für Studierende und Berufseinsteiger_innen. Eine Auswahl findet sich an den entsprechenden Stellen auf der Website des Career Center, wo auch die größten Programmanbieter für die jeweiligen Zielländer angegeben sind. Neben den dort genannten Jobbörsen lohnt sich vor allem auch der Blick auf die Untergruppe „Firmenverzeichnisse“.

Sehr nützlich ist auch eine 80-seitige Veröffentlichung „Praxisaufenthalte in Großbritannien und Irland“ der ehemaligen InWent, die zurzeit über das Archiv des Bundesinstituts für Berufliche Bildung zum kostenlosen Download zur Verfügung steht; hierzu lohnt sich die Recherche unter

Nationale Agentur beim Bundesinsatitut für Berufsbildung - Bildung für Europa (NABIBB): Publikationen

Es lohnt sich auch immer, zuerst im Career Center zu fragen, ob die Broschüre dort gerade erhältlich ist und sich bei der Gelegenheit auch in unserer Handbibliothek nach länderspezifischen Informationen umzusehen.

6.3 West- und Osteuropa

Für mehr als zwei Drittel aller Studierenden, die von Deutschland aus während des Studiums ins Ausland gehen, sind die Länder Europas das Ziel (Westeuropa: 59%, Osteuropa: 9%; DZHW 2015). Einige der Gründe liegen auf der Hand:

  • Als Europäer fühlen wir uns in Europa weniger fremd
  • Eine große Auswahl unterschiedlichster und faszinierender Zielkulturen und Landschaften in Ost-, West- und Mitteleuropa
  • Die enorme Bedeutung der intra-europäischen Zusammenarbeit
  • Die Fördermaßnahmen innerhalb der EU (z.B. Erasmus+)
  • Die intra-europäische „Freizügigkeit“ (nur EU), durch die man sich die Arbeitserlaubnis erspart
  • Kürzere Anfahrtswege, damit geringere Kosten
  • Geringere Distanz zu Deutschland, damit bessere Besuchsmöglichkeiten
  • Erfahrungen im Zielland durch vorherige Urlaubsreisen
  • Oftmals Kenntnisse in der Sprache des Ziellandes, die man als zweite Fremdsprache (oder auch als Muttersprache) gelernt hat

Für viele steht vor dem Hintergrund solcher Vorteile von vornherein fest, dass nur ein europäisches Land für die Praxisphase in Frage kommen kann. Wer gute fachliche (primär) und auch persönliche Gründe für seine Auswahl hat, liegt sicherlich auch richtig damit und sollte sein Ziel konsequent verfolgen.

Das einzige, was es zu vermeiden gilt, ist, dass Sie aus Scheu oder Furcht vor zu großen Entfernungen ausschließlich an Europa denken. Zu oft passiert es dann einige Jahre später, dass Sie sich über für immer verpasste Chancen ärgern, nach der Einsicht: „In ein europäisches Land könnte ich auch jetzt noch gehen, aber für Übersee fehlen mir inzwischen die Zeit und die Möglichkeiten.“ Auch, um solche späte Reue möglichst zu verhindern, sollten die ersten Überlegungen zu geeigneten Zielländern weitgehend ergebnisoffen angestellt werden. Auch für den europäischen Raum muss gelten, dass Sie überzeugende Gründe für Ihre Länderauswahl finden.

In der Konsequenz heißt das, genau hinzuschauen. Unabhängig von der objektiven Wirtschaftsleistung eines Landes können besonders intensive Beziehungen zu Deutschland, wie sie zum Beispiel in Polen und der Tschechischen Republik gegeben sind (Deutschlands wichtigste Handelspartner in Mittel-/Osteuropa), eine gute Grundlage für das gegenseitige Interesse auch am Praktikantenaustausch bieten.

Im Westen spricht zum Beispiel für Frankreich, dass Deutschland in den Handelsbeziehungen traditionell Platz 1 einnimmt. Aber auch durchaus anziehende Aspekte wie die französischer Lebensart, die Kultur sowie die vielen strandnahen Gebiete können ein Leitmotiv sein. Einige herausragend starke Industriezweige wie der Energiesektor und die Luftfahrtindustrie sowie weit mehr als 2.000 Ableger deutscher Firmen in Frankreich sprechen eine deutliche Sprache und stellen natürlich gleichzeitig einen viel versprechenden Ansatz für die Suche nach Praktikumsplätzen dar.

Wer sich für Spanien entscheidet (2008, also vor der Krise, die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt), gewinnt allein schon über die sprachliche Schiene (aber natürlich auch kulturell) zusätzlich zum spanischen Erlebnis Kompetenzen für den Zugang zu weiten Teilen Südamerikas.

Und viele kleinere Länder vor allem Nordeuropas wie die Niederlande oder auch die skandinavischen Nationen kompensieren die mit geringeren Bevölkerungszahlen, kleineren Volkswirtschaften und international deutlich weniger verbreiteten Muttersprachen einhergehenden Einschränkungen, indem sie ihre Arbeitsmärkte sehr international gestalten. Anfragen für ein Praktikum fallen hier deshalb vielfach auf fruchtbaren Boden und passen gut in internationale Strukturen. Und jenseits der grundsätzlich sehr ernst zu nehmenden Feststellung, dass Basiskenntnisse der jeweiligen Landessprachen nicht nur von Vorteil sind, sondern in vielen Fällen auch vorausgesetzt werden, können Sie sich so zum Beispiel in Skandinavien guten Gewissens auf Englisch bewerben.

Wobei ein wenig Umsicht auch hier ratsam ist: Wie früher schon erwähnt, wird das Englische mittlerweile als Funktionssprache in vielen Bereichen eingesetzt. Das heißt aber nicht, dass Sie zum Beispiel in die skandinavischen Länder oder in die Niederlande einfach das gleiche CV schicken würden, das Sie für Großbritannien entworfen haben. In allen Ländern, die sich des Englischen bedienen, sind aus dem eigenen kulturellen Denken heraus kleinere oder größere Unterschiede und Nuancen in das dort typische „CV“ eingeflossen. Also gilt auch hier: Zu einer guten Vorbereitung gehört, sich unbedingt nach zielland-typischen Informationen und Beispielen umzuschauen.

Das Bewerben innerhalb Europas wird von der Politik seit Jahren massiv unterstützt. Als eines der Ergebnisse dieser Bemühungen entstand der „Europäische Lebenslauf“, der die Bewerbungsformalitäten vereinheitlichen und vereinfachen soll. Gerade Arbeitgeber, die bereits Erfahrungen mit internationalen Arbeitnehmer_innen gesammelt haben, dürften sich mit diesem neuen Instrument bereits auskennen. Den Europass- Lebenslauf, veröffentlicht in mehr als 20 Sprachen, können Sie sich anschauen und Muster sowie erläuternde Materialien herunterladen unter:
www.europass-info.de/dokumente/lebenslauf/⇒Der Europass Lebenslauf

Weiterhin finden Sie auf der Europass Seite viele weitergehende Informationen zum internationalen Bewerben, so zum Beispiel zum Thema Fremdsprachen und Zeugnisanerkennungen bzw. -entsprechungen. Einen hervorragenden Überblick über wichtige relevante Institutionen und ihre Webpräsenzen zu diesen Themen, gerade auch zu der Frage: „wie beschreibe ich denn meine in Deutschland erworbenen Schul-/Berufsabschlüsse?“, erhalten Sie unter:

http://www.europass-info.de/zielgruppen/bewerberinnen/⇒Bewerber/innen

Dort finden sich unter den Weiterverweisen⇒Hilfetools zum europass jede Menge zuverlässiger Informationen. Im Sinne einer gründlichen Vorbereitung ist die Arbeit mit der Europass Seite ein Muss, denn viele technische Fragen zum Thema „Wie sage ich …?“ finden hier gute Antworten und Hinweise. Im DISCO-Wörterbuch: Ein „Dictionary of Skills and Competencies“, das bei der Übersetzung von verschiedensten Qualifikationen und Kompetenzbereichen in sieben Sprachen nützlich ist.

Der europäische Lebenslauf zusammen mit den anderen in diesem Bereich entwickelten Instrumenten (EuroPass Mobilität usw., über die oben angegebene Seite zu finden) stellen interessante, zukunftsweisende und zum Teil auch heute bereits gut zu nutzende Instrumente dar. Zu beachten ist allerdings unbedingt, dass bei Arbeitgebern, denen diese europäischen Angebote für das Verfassen von Bewerbungen nicht geläufig sind, die jeweils landesüblichen Formen von Lebenslauf, Anschreiben und gegebenenfalls weiteren erwarteten Unterlagen nach wie vor die erfolgversprechendere Variante sein dürften. Die simple Frage im Vorfeld „Darf ich Ihnen einen europäischen Lebenslauf zuschicken, oder möchten Sie lieber eine … [belgische, französische, spanische…] Bewerbung?“ schafft in diesem Punkt Klarheit und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Die Botschaften der Zielländer bzw. Deutschlands in den Zielländern können auch für Europa, wie im Abschnitt „Der angloamerikanische Raum“ erwähnt, ein guter Einstieg sein. Alle Botschaften lassen sich sehr zuverlässig über das Auswärtige Amt recherchieren.

www.auswaertiges-amt.de⇒Auswärtiges Amt⇒Botschaften und Konsulate bzw.
www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/VertretungenFremderStaatenA-Z-Laenderauswahlseite_node.html

Binationale Handelskammern finden sich gesammelt unter http://ahk.de (Auslandshandelskammern) sowie analog mithilfe der im vorigen Länderabschnitt beschriebenen Suchbegriffe.

Ebenso gehört die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeitzu den ersten Anlaufstellen für solide, weiterführende Informationen und Links, die Sie dort gruppiert nach Ländern finden können.

Dazu kommen die verschiedensten Portale der Europäischen Union bzw. Plattformen, die das gemeinschaftliche Bemühen der Union im Ausbildungssektor als Ansatzpunkt nehmen, zum Beispiel

https://eu.daad.de/neu/info_studierende/praktische_tipps/de/37056-praktische-informationen-zum-erasmus-auslandsaufenthalt/ und http://europa.eu/youth/country/76_de⇒Europäisches Jugendportal⇒Arbeiten.

Diese und viele weitere wertvolle Links finden sich auch auf den entsprechenden Seiten des Career Centers, die unter den gewünschten Zielländern weiterhelfen.

Sehr nützlich sind auch Veröffentlichungen wie „Praxisaufenthalte in Frankreich/Spanien“ der ehemaligen InWent, die zurzeit über das Archiv des Bundesinstituts für Berufliche Bildung zum kostenlosen Download zur Verfügung steht; hierzu lohnt sich die Recherche unter

Nationale Agentur beim Bundesinsatitut für Berufsbildung - Bildung für Europa (NABIBB): Publikationen

Es lohnt sich auch immer, zuerst im Career Center zu fragen, ob die Broschüren dort gerade erhältlich sind und sich bei der Gelegenheit auch in der Handbibliothek nach länderspezifischen Informationen umzusehen.

6.4 Der asiatische Raum

Mit der zunehmenden weltpolitischen Bedeutung einiger Länder Asiens wächst seit Jahren - parallel zur Entwicklung immer enger werdender wirtschaftlicher Kontakte - auch das Interesse an Bildungsaufenthalten in der Region, vor allem in Ostasien (der frühere „ferne Osten“: China, Japan, Korea, Taiwan) und auch Indien (zählt zu Südasien). Als Spitzenreiter des Interesses haben sich China und Japan etabliert, und immerhin schafften es nach einer aktuellen statistischen Erhebung durch das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW, Dezember 2015) 8% der Studierenden, die im Ausland waren, bis in den „fernen Osten“ (ganz Asien zusammen gerechnet: 14%). Ausgehend von der nach allen Prognosen ständig weiter wachsenden und immer bedeutsamer werdenden Zusammenarbeit, auch wechselseitigen Abhängigkeit, zwischen den westlichen Volkswirtschaften und Asien, können Erfahrungen mit und Kenntnisse über die asiatische (Wirtschafts-) Welt als uneingeschränkt wertvoll angesehen werden.

Neben Studienaufenthalten spielen dabei auch Praxisphasen eine wichtige Rolle. Nicht umsonst kombinieren einige der DAAD-Paradeprogramme in diesem Teil der Welt „Sprache und Praxis“ zum Beispiel „in der VR China/Japan“.

Für die großen asiatischen Zielländer China, Japan, Indien und teilweise Südkorea gilt, dass sie nicht nur kilometermäßig, sondern genauso kulturell und sprachlich wie auch politisch sehr weit von „unserer Welt“ in Europa entfernt liegen. Zwar hilft die Tatsache, dass sich im Sinne (und als einzige wirklich praktische Möglichkeit) der globalen Zusammenarbeit auch in Asien das Englische als Wirtschaftssprache etabliert hat. Bewerbungen können also auf Englisch verfasst, Vorstellungsgespräche auf Englisch geführt werden, und auch der Betriebsalltag wird bei größeren einheimischen Arbeitgeber_innen (bei internationalen dort ansässigen Firmen/Organisationen ohnehin) mithilfe des Englischen zu gestalten sein. Das Auftreten insgesamt muss sich aber jenseits der Sprache (und auch im Gebrauch des Englischen) an der jeweiligen Kultur orientieren, und Ihre Brötchen (bzw. zum Beispiel Reis oder Sushi) werden Sie auch eher nicht auf Englisch einkaufen können. Schließlich ist der Praktikumsbegriff eher als Importkonzept zu betrachten, als dass er in den asiatischen Zielländern verwurzelt wäre.

Diese eklatanten Unterschiede zwischen den Kulturen spiegeln sich darin wieder, dass der Weg in eine Praxisphase in Asien fast immer über auf die Zielregion spezialisierte Organisationen oder über Förderprogramme führt. In der großen Mehrzahl der Fälle wird ein Praktikum dann auch in einem mindestens international aufgestellten lokalen Unternehmen, meistens aber bei asiatischen Außenstellen und Partnern ausländischer Firmen oder Organisationen durchgeführt. Eigene Anstrengungen sind zwar überhaupt nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt, sowie eine Mitarbeit in einem großen genuin asiatischen Unternehmen auch nicht ausgeschlossen ist. Beides setzt aber in Asien eine noch aufwändigere Einarbeitung in alle relevanten Thematiken und die Bereitschaft zu einem noch intensiveren Bewerbungstraining unbedingt voraus. Generell gilt: Wer nach Asien möchte, sollte gründlich alle für den deutschen Raum zugänglichen Angebote genauestens durchschauen, auch solche, die am Ende vielleicht schon vorhersehbar nicht wahrgenommen werden. Das Ziel muss es sein, möglichst umfassend und auch flächendeckend zu recherchieren.

Als erste Anlaufstellen können die in Kapitel 5 bereits genannten großen studentischen Vermittlungsorganisationen dienen, zum Beispiel AIESEC und IAESTE. Auf den asiatischen Arbeitsmärkten und auf die Unterstützung von Praktika dort ist die aus einer Universitäts- und Arbeitgeberinitiative entstandene Koordinationsstelle für Praktika e.V. (KOPRA) spezialisiert, deren Webauftritt immer angeschaut werden sollte (siehe Bild oben rechts). Über Initiativen wie KOPRA bekommen Sie auch Zugang zu Organisationen, die sich für die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Asien engagieren, wie z.B. die DKW (Deutsch-Koreanischer Wirtschaftskreis e. V, www.korea-dkw.de) oder auch die DEUTSCH-JAPANISCHE GESELLSCHAFT ZU BREMEN e.V. (www.djg-bremen.de). Solche und ähnliche Vereine können, zusammen mit früher bereits erwähnten Kulturvereinen und -vertretungen, gerade bei „weit entfernten“ Zielländern wertvolle Informationen liefern.

Die genaue und wiederholte Recherche in diesem Feld gehört zu den notwendigen Instrumenten für die Erfolg versprechende Vorbereitung. Gelegentlich werden neue Programme aufgelegt, manchmal gibt es einmalige Ausschreibungen, die außer in der interessierten Presse kaum systematisch erfasst werden. Dort empfehlen sich besonders die hochschul- und karriereorientierten Veröffentlichungen der großen Zeitungen wie zum Beispiel FAZ und die Zeit, sowie gegebenenfalls auf die Zielländer bezogene Blogs. Suchen lohnt sich also!

Einen guten Überblick bietet auch die Webseite des DAAD. Dort finden Sie nicht nur Informationen zu den Fördermöglichkeiten in den gewünschten Zielländern, sondern auch ebenso wertvolle, umfangreiche Verweise auf weitere Anlaufstellen wie Kulturinstitute, Verbände, Austauschorganisationen und vieles mehr. Der Weg führt über

www.daad.de⇒Infos für Deutsche⇒Praktika im Ausland⇒Vermittlung und Information

Die Botschaften der Zielländer bzw. Deutschlands in den Zielländern können auch für Asien, wie im Abschnitt „Der angloamerikanische Raum“ erwähnt, ein guter Einstieg sein. Alle Botschaften lassen sich unter dem oben (s. 6.3.) angegebenen Link beim Auswärtigen Amt sehr zuverlässig recherchieren.

Binationale Handelskammern finden sich gesammelt unter http://ahk.de/ (Auslandshandelskammern) sowie analog mithilfe der im Länderabschnitt „Der angloamerikanische Raum“ beschriebenen Suchbegriffe.

Des Weiteren gilt wie immer: Beim Besuch der Webseite des Career Center lassen sich eine Reihe weiterer Verweise finden, und im Gespräch mit den Beratern zu den veröffentlichten Beratungszeiten kann über alle Fragen ausführlich gesprochen werden.

6.5 Süd- und Mittelamerika

Zwischen Europa und „jenem Ende der Welt“ liegen kulturell, wirtschaftlich und politisch große Entfernungen, obwohl die Länder dieses Kontinents uns aufgrund ihrer überwiegend benutzten Amtssprachen Spanisch und Portugiesisch nicht so fern scheinen. Die Unterschiede machen sich nicht nur in punkto (multinationaler) Lebensart und Lebensqualität bemerkbar, auch hinsichtlich der politischen Systeme und Realitäten sowie in der Kluft zwischen arm und reich sind sie gegenwärtig – die Verhältnisse in den brasilianischen Ballungszentren beispielsweise dürften hinreichend bekannt sein. In einem der zwölf unabhängigen südamerikanischen Länder eine Praxisphase zu absolvieren wird also alle Hoffnungen auf interkulturelles Lernen und viele neue Erfahrungen erfüllen.

Für diejenigen, die einer der jeweiligen Landessprachen mächtig sind, bietet der Ausflug in die südamerikanische Arbeitswelt interessante Perspektiven. Trotz der eklatanten Probleme bei der Verteilung der gesellschaftlichen Mittel haben Sie es auf diesem Kontinent schon lange nicht mehr mit „armen Entwicklungsländern“ zu tun. Brasilien zum Beispiel hat sich in den letzten 30 Jahren wirtschaftlich zielstrebig vorwärts entwickelt, gilt aktuell als siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt und bekam in den letzten Jahren erstaunlich günstige Prognosen, was die Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise angeht. Auch haben sich viele Länder Südamerikas mittlerweile von Agrar- und Tourismuswirtschaften zugunsten stärkerer Aktivitäten im industriellen, ökologischen und Dienstleistungsbereich entwickelt. Darüber hinaus eröffnen sich angesichts der komplexen sozialpolitischen Herausforderungen auch in diesen Berufsfeldern besondere Chancen. Die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und vielen Ländern des südamerikanischen Kontinents gut ausgebaut und intensiv betrieben werden, trägt ein Übriges dazu bei, ein Praktikum in Südamerika in Erwägung zu ziehen.

Wie schon für den asiatischen Raum beschrieben, gilt auch für Südamerika, dass sich viele Anlaufstellen finden lassen (und im Internet offensiv werben), die die Vermittlung und Durchführung von Praktika und Freiwilligenarbeit anbieten. Das Spektrum dieser Angebote ist sehr breit, von kostspieligen, oft kommerziell betriebenen Paketangeboten bis hin zu kleinen, in dem jeweiligen Land beheimateten Vereinen, die nicht viele Platzierungen anbieten, diese dafür aber sorgfältig durchführen und sich auch nicht zu teuer bezahlen lassen. Wer sich unter diesen Programmangeboten umschaut, ist gut beraten, die Einordnungskategorien aus Kapitel 5 anzuwenden, denn vieles wird erst auf den zweiten oder dritten Blick deutlich. Als guter Einstieg für die Recherche bietet sich auch hier die Website des DAAD an:

www.daad.de⇒Infos für Deutsche⇒Praktika im Ausland

Neben den binationalen Auslandshandelskammern (http://ahk.de) kann sich für die, die ganz systematisch recherchieren und sich umsehen möchten, auch der Blick auf das Verzeichnis der deutsch-internationalen Beziehungen lohnen, auch wenn die dort zusammengestellten Informationen zum Teil älteren Datums sind:

www.laenderkontakte.de/⇒(Länder in der linken Navigation)

Schließlich gilt auch für Südamerika, dass die Botschaften der Zielländer bzw. Deutschlands in den Zielländern wie im Abschnitt „Der angloamerikanische Raum“ erwähnt, einen guten Einstieg darstellen können. Alle Botschaften lassen sich sehr zuverlässig recherchieren über den oben (s. 6.3.) angegebenen Link beim Auswärtigen Amt:

Die umfassende Recherche in alle Richtungen lohnt sich hier auch deshalb besonders, weil nach Einschätzung kundiger Stellen anders als zum Beispiel in Asien eine Direktbewerbung bei südamerikanischen Arbeitgebern durchaus erfolgreich verlaufen kann. Auch wenn die Mehrzahl der Praktika dort nach wie vor bei internationalen oder deutschen Firmen/Konzernen/Organisationen abgeleistet wird, besteht bei den häufig international vernetzten einheimischen Unternehmen mittlerer Größe verbreitet ein Interesse an Praktikanten aus Deutschland. Voraussetzung für solche Direktbewerbungen sind in jedem Fall gute bis sehr gute Sprachkenntnisse des Spanischen oder Portugiesischen. So werden selbstorganisierte Praktika zum Beispiel von der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer mit Tipps und einer kleinen Broschüre unterstützt, zu finden unter:

http://mexiko.ahk.de⇒Praktikum

Des Weiteren gilt wie immer: Beim Besuch der Webseite des Career Center lassen sich eine Reihe weiterer Verweise finden, und im Gespräch mit den Berater_innen zu den veröffentlichten Beratungszeiten können weitere Fragen ausführlich besprochen werden.

6.6 Internationale Organisationen

Internationale Organisationen (IO) gelten seit langem nicht nur unter Akademiker_innen als Traumarbeitgeber_innen für viele, die sich eine Karriere und interessante Tätigkeiten im Ausland wünschen. Hinzu kommt, dass der gemeinnützige und soziale wie auch der politische Anspruch der Arbeit für internationale Regierungs- (EU, VN usw.) oder auch Nichtregierungsorganisationen („NGOs“) dem Streben nach einer sinnvollen Tätigkeit entgegen kommt. Zumindest im ersteren Bereich können Sie darüber hinaus bei einer längerfristigen angestellten Tätigkeit mit einer durchaus angemessenen Bezahlung rechnen.

Das Interesse an Arbeitsmöglichkeiten wie auch an vorbereitenden Praktika in diesen Feldern ist dementsprechend über die letzten Jahre immer weiter angewachsen. Dieser Trend wurde gerade in Deutschland dadurch verstärkt, dass von offizieller Seite lange Zeit gezielt gegen die Unterrepräsentation deutscher Mitarbeiter_innen in den einschlägigen Organisationen vorgegangen worden ist. Bei der Stellensuche für Internationale Organisationen können wir also von einem ausgefeilten System profitieren, das vom Auswärtigen Amt zur Verfügung gestellt wird. Bei einem aktuellen Testlauf im Internationalen Stellenpool
www.jobs-io.de⇒Eingabe: Internship (keine Eingaben auf Deutsch!) ließen sich auf Anhieb 31 aktuelle Praktikumsoptionen (siehe Bild oben rechts) finden, wobei unter einigen der angegebenen Adressen umfassende Praktikumsprogramme bzw. -schienen zu finden sind, die mehr als nur eine einzelne Stelle beinhalten und auf kommende Ausschreibungen verweisen. Da die zentrale Erfassung gut koordiniert wird, lohnt sich der Blick in diese Sammelstelle immer. Um sich möglichst breitflächig nach ausgeschriebenen Praktika umzuschauen, gehört auch der regelmäßige Blick auf die Websites der in Frage kommenden Organisationen selbst zur gründlichen Recherche dazu.

Über die Webpräsenz des Auswärtigen Amtes gelangen Sie auch zu einer umfangreichen Liste der verschiedensten Internationalen Organisationen:

www.auswaertiges-amt.de⇒Ausbildung und Karriere⇒Internationale Organisationen und EU

sowie über⇒Ausbildung & Karriere⇒Internationale Organisationen und EU⇒Deutsches Personal in Internationalen Organisationen und EU⇒Richtig bewerben

Unter Infoservice⇒Publikationen findet sich weiteres kostenfreies Material, unter anderem speziell zu Praktika.

Auch das Portal der Europäischen Union http://europa.eu/⇒Das Portal der Europäischen Union⇒Wie funktioniert die EU⇒Mehr zur Arbeit der EU⇒Arbeiten für die EU⇒siehe unter: Praktika bei EU-Institutionen und die Webseite des „Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen“ (BFIO) bei der Bundesagentur für Arbeit verschaffen einen soliden und umfassenden Einstieg in die Recherche zu Einsatzmöglichkeiten in diesem Bereich. Das BFIO unterstützt auch direkt mit Informationsangeboten, die momentan leider etwas schwer zu finden sind, als Unterseite des Webauftritts der Bundesagentur für Arbeit unter:

www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/Ueberuns/WeitereDienststellen/ZentraleAuslandsundFachvermittlung/Arbeit/ArbeitenimAusland/ArbeitenbeiInternationalenOrganisationen/index.htm ⇒Serviceangebot des BFIO

Die Web-Suche mit einer gängigen Suchmaschine nach „BFIO“ führt ebenfalls zum Ziel.

Die erwähnten Anlaufstellen empfehlen sich generell für den Einstieg in die Informationserhebung, weil das Arbeitsfeld „Internationale Organisationen“ zwar nicht überall identisch strukturiert ist, wohl aber einen großen gemeinsamen Rahmen und viele vergleichbare Spielregeln hat. Zusätzlich können folgende Beobachtungen zu Praktikumsmöglichkeiten bei internationalen Organisationen hilfreich sein:

  1. Praktikumsstellen sind meistens (aber nicht immer) aus dem Pool ausgeschriebener Stellen zu erlangen, seltener durch Initiativbewerbungen. Wenn Sie allerdings so gut vorrecherchiert haben, dass Sie überzeugend auf ein perfektes Match zwischen sich selbst und einem Arbeitsbereich/Projekt verweisen können, dann lohnt sich auch der Initiativversuch.
  2. Praktika sind überwiegend unbezahlt, so dass Sie sich in der Regel frühzeitig um eine externe Finanzierung kümmern müssen. Dem Trend, bei Internationalen Organisationen zuerst - und oft ausschließlich - an die Zentralbehörden der Europäischen Union und der Vereinten Nationen zu denken, sollten Sie sich nicht unkritisch anschließen. Erstens werden diese Institutionen mit Bewerbungen aus aller Welt „geradezu überschwemmt“, und zweitens existieren oftmals kleinere und weniger bekannte Organisationen, bei denen der Konkurrenzdruck durch Mitbewerber deutlich geringer ist. Darüber hinaus können die kleineren Organisationen bezüglich ihrer Aufgabenstellung noch besser zum persönlichen Profil eines Bewerber passen und so auch Praktikant_innen aus den weniger gängigen Fachbereichen ideale Voraussetzungen für ein Praktikum bieten. Sie tun sich also selbst einen Gefallen, wenn Sie sich hier auch abseits der üblichen und immer wieder erwähnten Optionen gründlich umschauen und Ihre Bewerbungen entsprechend streuen.
  3. Gute Englischkenntnisse sind so gut wie immer eine unabdingbare Voraussetzung, zusätzliche Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache (oder der Sprache, die sich aus Projektzielen ergibt) wünschenswert. Für EU-Praktika gilt, dass die (wenigstens teilweise) Beherrschung zweier Amtssprachen von Vorteil, gelegentlich Voraussetzung ist. Dass mehrsprachliche Kompetenzen für die Arbeit bei den Vereinten Nationen eine große Rolle spielen, versteht sich von selbst.
  4. Während die internationale Orientierung im eigenen Studium und das praktische persönliche Interesse an internationaler Politik und ihren Zusammenhängen für den Bewerbungserfolg unabdingbar sind, gibt es die oft angenommene Beschränkung auf bestimmte Fachbereiche nicht. Neben Kandidaten aus den verwaltungs-, politik- und rechtswissenschaftlichen Feldern wie natürlich auch aus international definierten Studiengängen (z.B. „International Business“) können sich angesichts der Vielfalt der Arbeitsfelder und Schwerpunktsetzungen international operierender Organisationen für Studierende fast aller Felder interessante Einsatzmöglichkeiten ergeben.
  5. In aller Regel werden Praktikumszeiträume zwischen drei und sechs Monaten erwartet, kürzere Praktika sind selten. Wenn Sie ein gutes Angebot von einer internationalen Organisation erhalten, das für ein „Semesterferienpraktikum“ zu lang ist, wäre dies der klassische Fall, in dem sich der Gedanke an ein Urlaubssemester für Sie mehr als lohnen kann.
  6. Da in aller Regel sehr formalisierte Bewerbungsverfahren durchlaufen werden müssen, sollten Sie mit einer Vorlaufzeit von neun bis sechs Monaten rechnen. Kurzfristigere Praktikumsvergaben können vorkommen, sind aber die Ausnahme. Die üblichen Standards des Bewerbungsprozesses und der Auswahl, wie sie auf den Seiten des Auswärtigen Amts und des BFIO recherchiert werden können, ergänzen sich immer durch die Konventionen und Vorlieben, die sich aus dem speziellen Aufgabenbereich und dem Charakter der Organisation, bei der Sie sich bewerben, ergeben. Sich auf 08/15-Regelhaftigkeiten oder rein bürokratische Kriterienkataloge zu verlassen wird in den meisten Fällen dem Bewerbungserfolg im Wege stehen.
  7. Das Bewerbungsverfahren wird so gut wie immer auf Englisch durchgeführt, sowohl in seinem schriftlichen wie auch im mündlichen Teil. Falls erforderlich, werden im Bewerbungsprozess dann auch die Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache überprüft. Generell kommt es auf die praktische Beherrschung der Sprachen mehr an als auf Testergebnisse, die eventuell angefordert werden können.

Als wichtigste Bausteine des Bewerbungserfolgs bei Internationalen Organisationen können gelten:

  • Ein zur Arbeit und Ausrichtung der jeweiligen Organisation passender fachlicher Hintergrund
  • Eine darstellbare und belegbare internationale Ausrichtung sowohl in den Studieninteressen wie auch in der persönlichen Interessensgestaltung und Motivation
  • Gute Fremdsprachenkenntnisse (s.o., Punkt 3)
  • Vorherige internationale und interkulturelle Kenntnisse und Erfahrungen (jedweder Art, also auch aus dem Bereich der persönlichen Lebensgestaltung und Erlebniswelt)
  • Ein darstellbarer ausgeprägter Sinn für Teamwork, Kollegialität und Toleranz
  • Ein sehr hoher Grad an Einsatzbereitschaft
  • Eine perfekte und fehlerfreie Bewerbung auf Englisch

Bezüglich der englischsprachigen Bewerbung existieren viele pauschale Annahmen und Mythen, die allesamt nicht weiterhelfen. Bisher gibt es keine universelle „englischsprachige Bewerbung“, und sie wird in absehbarer Zeit auch nicht existieren. Sich ein beliebiges Muster für einen englischsprachigen Lebenslauf (CV oder Resume) zu besorgen und dann zu denken, Sie seien gut versorgt, wird bestenfalls zu einer mittelmäßigen Bewerbung, schlimmstenfalls zu einem vollkommen falschen Format führen.

Wie früher in diesem Handbuch bereits angesprochen (s. Kapitel 2) sind Bewerbungspapiere immer auch kulturell eingebettet. Weder das nordamerikanische Resume noch das britische CV entsprechen daher den IO-Standards, da dort eine durch ihren öffentlichen und politischen Charakter mit bedingte eigene „Kultur“ herrscht. Ebenso wäre es vollkommen falsch, den deutschen Lebenslauf einfach ins Englische zu übersetzen.

Die Ratschläge, Tipps und Muster, wie sie über die oben angegebenen Websites des Auswärtigen Amtes und des BFIO angeboten werden, sind also unbedingt ernst zu nehmen und im Detail durchzuarbeiten – das ist ein Muss. Weiterhin sollten Sie ergänzend immer auch schauen, welche konkreten Anforderungen, Tipps und oftmals auch Beispiele von der Organisation, bei der Sie sich bewerben, veröffentlicht worden sind. Grundsätzlich hilft beim Verfassen jedes Wissen, das Sie sich über die jeweiligen Bewerbungskulturen in den englischsprachigen Ländern aneignen können. Zudem werden über die im angloamerikanischen Raum gängigen Formate hinaus von den IO detailliertere Angaben zum Qualifikationsprofil sowie zu Motivation und relevanten Vorkenntnissen erwartet. Informationen dazu finden sich auf den genannten Webseiten.

6.7 Nichtregierungsorganisationen (NGOs)

Häufig nicht sauber von den Internationalen Organisationen getrennt, und in vielen Fällen auch mehr oder weniger lose mit einer IO (meistens mit den Vereinten Nationen) assoziiert, existieren neben national- oder weltpolitisch verankerten Institutionen die sogenannten internationalen „Non-Governmental Organisations“ (Nichtregierungsorganisationen, NGOs oder auch NRO). Diese arbeiten, pauschal umschrieben, mit einem sehr hohen gesellschaftspolitischen Anspruch und setzen sich mit ihren Aktivitäten und Zielsetzungen oftmals bewusst von den Vorgaben offizieller sowie mehrheitlich und allgemein vertretener Auffassungen und/oder Aufgabenbereichen ab oder versuchen, diese zu ergänzen. ‚Greenpeace’ oder auch ‚Ärzte ohne Grenzen’ gehören ebenso zu den prominentesten Beispielen für NGOs wie ‚Attac’, ‚Brot für die Welt’ und der ‚World Wide Fund for Nature’ (WWF).

Wie diese Beispiele schon andeuten, gestalten sich die Tätigkeitsfelder von NGOs ähnlich vielfältig wie die der IO, in der konkreten Ausrichtung sogar vielleicht noch variabler. Für Praxisphasen bedeutet dies, dass eine Vielfalt von Fachbereichen durch die Aktivitäten von NGOs abgedeckt werden – Sie als Praktikant_in also leicht fündig werden können. Praktikant_innen, weit verbreitet in diesem Bereich auch als „freiwillige Mitarbeiter_innen“ (Volunteers) bezeichnet, haben also gute Chancen, etwas Passendes zu finden.

Inhaltlich stehen NGOs anderen internationalen Gruppierungen in nichts nach. Zu beachten ist dabei auf jeden Fall, dass das oben bereits erwähnte sehr hohe Engagement sowie die Identifikation mit den Zielen der Organisation bei Nichtregierungsorganisationen noch höher angesetzt werden kann. Hinzu kommt in vielen Fällen auch ganz klar die Erwartung, dass Sie auch als Mitarbeiter_in auf Zeit mit den ideologischen Grundlagen der jeweiligen Organisation übereinstimmen.

Als Anhaltspunkte für die Bewerbung bei NGOs helfen die oben genannten Kriterien, wie sie auch für die IO gelten. Wie dort wird das Verfahren oft formalisierter sein als in der privaten Wirtschaft, oftmals aber in weniger festen Strukturen ablaufen. Damit geht einher, dass Initiativbewerbungen bei NGOs eine höhere Aussicht auf Erfolg haben können als bei den IO. Mehr noch als bei Internationalen Organisationen zahlen sich Überzeugungskraft, Identifikation mit der Sache und ein kreatives Auftreten aus. Trotz des erwarteten Engagements auf Seiten der Bewerber_innen ist die Mehrzahl der Praktika bei NGOs (wie auch bei den IO) unbezahlt.

Informationen zu Praktikumsmöglichkeiten und zur Arbeit der zahlreichen Nichtregierungsorganisationen finden Sie auf deren Webseiten. Da kein wirklich umfassendes Gesamtverzeichnis existiert, lohnt sich hier umso mehr der Blick auf die verschiedenen Verlinkungen, die die Sammlung auf der Website des Career Center bietet. Zum Einstieg und zum Umschauen in diesem Feld können sich auf jeden Fall auch folgende Angebote eignen:

  • Das Directory of Development Organisations
  • Für mit den Vereinten Nationen „assoziierte“ NGOs die Informationen des United Nations Office at Geneva: www.unog.ch, wo u.a. auf eine umfassende Liste verwiesen wird: http://csonet.org/
  • Eine der größten und nutzerfreundlichsten Webpräsenzen zu „non-governmental“ und „non-profit“-Organisationen mit einer eigenen Suchfunktion zu unter anderem Organisationen, Jobs, Volunteer-Opportunities und Internships: www.idealist.org

6.8 Internationale Konzerne

Als eine „Welt für sich“ (wie IO und NGOs) werden in mancher Hinsicht die weltgrößten Internationalen Konzerne betrachtet, die sich als Anlaufstellen für internationale Praxisphasen großer Beliebtheit erfreuen und immer wieder als erste Wahl genannt werden. Dabei trifft es natürlich zu, dass diese Konzerne auf Grund ihrer weltweiten Verzweigungen und ihrer schieren Größe einen nennenswerten Bedarf an Mitarbeiter_innen, also auch Praktikant_innen, aus aller Welt haben. Richtig ist auch, dass in diesen Firmen in aller Regel die höchste Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Praktikumsbegriff geläufig ist und meistens auch die (regelmäßige) Vergabe solcher Stellen vorgesehen ist. Bedenken sollten Sie dabei aber, dass Internationale Konzerne gerade aufgrund dieser Gegebenheiten das Lieblings(bewerbungs-)ziel nicht nur deutscher, sondern auch von Praktikant_innen weltweit sind. Der Konkurrenzdruck liegt also hoch, und die Konzerne können sich unter einer Vielzahl von Bewerbern die geeignetsten aussuchen. Deshalb empfiehlt es sich, sich parallel zu solchen Bewerbungen in jedem Falle auch unter den kleineren und mittleren Unternehmen umzusehen.

Mit der Möglichkeit, frei und nach Belieben aussuchen zu können, geht bei den Internationalen Konzernen oftmals auch eine gewisse Praktikumskultur und -struktur einher. Dies hat seine Vorteile, zum Beispiel, wenn bestimmte Vergütungen und Einstiegshilfen etabliert sind. Es bedeutet aber auch, dass Sie sich in solche Strukturen einzupassen haben und zum Beispiel bei der Auswahl von Praktikumsdauer und -zeitpunkt unter Umständen weniger flexibel sind als bei kleineren Unternehmen.

Auch die Bewerbungswege sind oftmals standardisiert bis hin zu Online-Verfahren mit allen ihren Vorteilen und Einschränkungen. Hinzu kommt, dass wie bei den internationalen Organisationen die übliche Bewerbungssprache meistens das Englische sein wird, ohne dass sich daraus eine für alle Firmen gültige Form ableiten ließe. Außer vielleicht bei deutsch geprägten Konzernen, wo zum Zeitpunkt der Bewerbung ein nach deutschen Maßstäben urteilender Entscheider zuständig ist, wird ein ins Englische übersetzter Lebenslauf in den allermeisten Fällen nicht die glücklichste Lösung sein. Genauso wird die Entscheidung, ob Sie sich in der Gestaltung Ihrer Papiere eher am britischen Stil (CV) oder am amerikanischen Resume orientieren, in jedem Einzelfall von Ihnen neu zu treffen sein. Häufig wird die konkrete Erkundigung im Vorfeld (Do you prefer an English- or American-style application? Would you like to receive any supporting papers?) der beste Weg sein, auf dem Sie nebenbei beweisen, dass Sie den Überblick über die verschiedenen Varianten besitzen, also interkulturell bewandert sind.

Generell gilt, dass solide Kenntnisse über die Konventionen in den ursprünglich englischsprachigen Ländern die beste Grundlage für das Verfassen einer perfekten Bewerbung auf den internationalen Arbeitsmärkten und bei international ausgelegten Arbeitgebern bilden. Die Herausforderung besteht dann darin, die universelle Natur der englischen Sprache und Textformen ansprechend und den jeweiligen Erwartungen gemäß mit der besonderen länder- und firmenspezifischen „Kulturalität“ des zukünftigen Arbeitgebers zu verbinden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Internationale Praktikumsgeber, wenn auch oft globaler orientiert und sprachlich durch den Gebrauch des Englischen vereinheitlichter als manche nationalen oder regionalen Firmen und Organisationen, erfordern ein genauso hohes Maß an Feingefühl und kultureller Sensibilität. Der Weg ist dabei, wie so oft, schon ein Teil des Ziels. Denn alle nach Perfektion strebenden schriftlichen Praktikumsbewerbungen, ob bei großen oder kleinen Firmen, ob in Nord, Süd, Ost oder West, bringen es mit sich, dass Sie sich schon im Vorfeld auf das bevorstehende interkulturelle Abenteuer einlassen. Gleichzeitig gibt es keine bessere Vorbereitung auf die weiteren Bewerbungsschritte wie E-Mail-Austausch, Telefon- und/oder Webcam-Konversationen und Vorstellungsgespräche. Viel Spaß und Erfolg dabei!

Erfahrungsberichte

Auf unserer Seite "Auslandspraktikum" erzählen Studenten und Studentinnen von Ihren Praktikumserfahrungen im Ausland.

zu den Video-Clips

Hier ein Beispiel: Auslandspraktikum - Island

Stefan erzählt von seinem Praktikum in Island
Aktualisiert von: Petra Droste