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Cânân Arın erhält Anne-Klein-Frauenpreis 2021

Die türkische Juristin und Frauenrechtlerin Cânân Arin engagiert sich seit mehr als 40 Jahren für die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen. 2021 erhält sie daher den Anne-Klein-Frauenpreis.

Die türkische Juristin und Frauenrechtlerin Cânân Arin engagiert sich seit mehr als 40 Jahren für die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen. 2021 erhält sie daher den Anne-Klein-Frauenpreis. In vielen Verfahren hat sie sich für Frauen eingesetzt, die Gewalt erlitten haben und ist Mitgründerin des ersten unabhängigen Frauenhauses des Vereins Mor Çati (Lila Dach).

Ihr Engagement trug zur Ratifizierung der Istanbul-Konvention durch die Türkei 2012 bei. Dieses "Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" zielt als erster europäischer Vertrag auf die Verhinderung und Bestrafung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ab.
Die türkische Regierung jedoch denkt seit Sommer 2020 über einen Ausstieg aus dem Abkommen nach. Ein fatales Signal, denn allein die Zahl der Frauenmorde hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Hardliner der türkischen Regierung machen dafür jedoch Frauen selbst verantwortlich. Die Istanbul-Konvention "untergrabe das traditionelle Familienbild" und leiste dem "Genderwahn" Vorschub, so ihre Argumentation - die auch andere Staaten wie Bulgarien und Ungarn nutzen, um die Konvention nicht zu ratifizieren.

Die Jurybegründung und weitere Informationen über die Preisträgerin und den Anne-Klein-Frauenpreis finden Sie auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung:
Zur Webseite des Anne-Klein-Frauenpreises

Canan Arin
CC-BY-NC-ND 4.0 - Mareliber Caner Özkan