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go diverse

go diverse – gender- und diversitätskompetente Personalauswahl in der Wissenschaft

Stereotype sind langlebig, dies gilt auch für den Wissenschaftsbereich. Das Leitbild vom männlichen, weißen und führungsstarken Wissenschaftler wirkt sich auf Personalentscheidungen an Hochschulen aus, auch wenn die Mitglieder einer Auswahlkommission sich für mehr Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit einsetzen wollen.

So neigen homogen besetzte Auswahlkommissionen dazu, Bewerber*innen zu favorisieren, die ihnen ähnlich sind (homosoziale Kooptation). Einer möglichst heterogenen Zusammensetzung von Auswahlkommissionen kommt folglich eine zentrale Rolle zu. Dies allein garantiert jedoch noch keine Chancengerechtigkeit.

Ein Beispiel hierfür ist die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen, sofern sie ohne zuvor festgelegte Beurteilungskriterien erfolgt: gemeinsame Erfolge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den Naturwissenschaften werden eher Männern zugeschrieben. Auch wird gleiches Verhalten bei Frauen und Männern entlang von Geschlechterstereotypen (Gender Bias) häufig unterschiedlich bewertet. Dabei sind wir uns dieser Entscheidungsprozesse und möglicher Beurteilungsfehler oft gar nicht bewusst.  

Dies veranschaulicht eine randomisierte, d.h. zufallsbestimmte, doppelblind angelegte Studie der Universität Yale. Darin wurden Professor*innen der Biologie, Chemie und Physik identische Bewerbungsunterlagen für eine Stelle im Labormanagement vorgelegt. Sie unterschieden sich lediglich nach dem Geschlecht der Bewerber*innen, das den Unterlagen nach dem Zufallsprinzip zugewiesen wurde. Im folgenden Auswahlprozess wurden die vermeintlichen Bewerberinnen in allen Untersuchungskategorien (geschätzte Kompetenz, Eignung zur Einstellung, angebotenes Einstiegsgehalt sowie Unterstützungsangebote in Form von Mentoring) signifikant schlechter eingestuft als die identisch qualifizierten „männlichen“ Mitbewerber – und das unabhängig vom Geschlecht der Auswählenden und ihrer Einstellung zu Geschlechtergerechtigkeit (Moss-Racusin et al.: „Science faculty’s subtle gender biases favor male students“, 2012).

Projektziel

Die Universität Bremen hat es sich zum Ziel gesetzt, Benachteiligung und Diskriminierung in Auswahlverfahren zu minimieren und dadurch die heterogene Zusammensetzung ihrer Wissenschaftler*innen zu stärken. Vor diesem Hintergrund will das Projekt „go diverse“ insbesondere auf unbewusste Diskriminierungsprozesse in der wissenschaftlichen Personalauswahl aufmerksam machen. Es stellt Angebote bereit, mit deren Hilfe Entscheidungsträger*innen und Führungskräfte für unbewusste Beurteilungsfehler und kognitive Verzerrungen sensibilisiert werden. In diesem Sinne ist das Projektziel der Erwerb von Gender- und Diversitätskompetenzen für die Personalauswahl, um vielfältige Wissenschaftler*innen mit ihren unterschiedlichen Ressourcen und Potentialen für die Universität gewinnen zu können.

Umsetzung & Angebote

Geplant ist ein modulares Angebot aus Trainings, öffentlichen Vorträgen, mobilen Coaching-Angeboten und teilnehmender Beobachtung in Auswahlverfahren, das auf die Bedarfe der beteiligten Arbeitsbereiche ausgerichtet ist. Parallel dazu werden im Verlauf des Projekts Informationsmaterialien erarbeitet, die allen Interessierten zur Verfügung stehen. Damit leistet „go diverse“ einen Beitrag zu mehr personeller Vielfalt auf verschiedenen Ebenen:

  1. dem individuellen Ausbau von Gender- und Diversitätskompetenzen in der Personalauswahl,
  2. einer Veränderung der Organisations- und Arbeitskultur
  3. sowie der systemischen Integration von Erkenntnissen in die universitären Auswahlverfahren.

Kooperationsprojekt

„go diverse“ ist ein Kooperationsprojekt der Arbeitsstelle Chancengleichheit mit der Konrektorin für Internationalität und Diversität und der Referentin für Diversity Management. Das Projekt wird von einem Beirat begleitet, der die grundlegenden Ziele, strategischen Entscheidungen und Ergebnisse reflektiert und das Projektteam in Fragen der Umsetzung berät.

Kontakt

Anneliese Niehoff

Gebäude: GW2
Raum:  A 4267
Tel.: +49 421 218 60184
E-Mail:  chancen1protect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de