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Abgeschlossene Projekte

Die Innovationsfähigkeit moderner, hoch integrierter Volkswirtschaften ist entscheidend für deren internationale Wettbewerbsfähigkeit und für deren Wohlstandsentwicklung. Zur Etablierung neuer Innovationszyklen und zur kontinuierlichen Verbesserung vorhandener Produkte, Prozesse und Dienstleistungen sind Unternehmen auf die eigenständige Erzeugung von Wissen oder den Zugriff auf externes Wissen angewiesen. Innovationen entstehen durch den intensiven Austausch von Ideen und durch „Spillover“ von Wissen – 2 beides Prozesse, welche durch die räumliche Nähe der innovativen Akteure gefördert werden. Netzwerke innovativer Akteure, insbesondere Cluster, spielen daher eine zentrale Rolle im Innovationsprozess und in den Innovationssystemen moderner Industriegesellschaften.

Internationalisierung bietet für regionale Cluster vielfältige Möglichkeiten, die Innovationsdynamik im Cluster zu steigern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der im Cluster verbundenen Unternehmen zu erhöhen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Netzwerkstruktur die Weiterverbreitung neu akquirierten Wissens innerhalb des Cluster befördert. In diesem Fall würden die Vorteile der Ansiedlung innerhalb eines Clusters (Lokalisationsvorteile) mit Kooperationsvorteilen kombiniert. Allerdings kann hier nicht von einem Automatismus ausgegangen werden. Während große Unternehmen sich bereits international positioniert haben, existieren für viele KMU Hemmnisse bei der Internationalisierung, die überwunden werden müssen. Ebenso ist eine Kombination der Lokalisations- und Kooperationsvorteile nicht selbstverständlich, da die Cluster-internen Lokalisationsvorteile durch externe Partner über die Zeit auch reduziert werden könnten. Die erfolgreiche Internationalisierung von Clustern bedarf daher einer strategischen Planung, welche über die Internationalisierungsstrategien einzelner Unternehmen hinausgeht. In jedem Fall ist zu vermuten, dass Internationalisierungsstrategien vor dem Hintergrund der Globalisierung von Wertschöpfungsketten weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Die Entwicklung von Strategien zur Internationalisierung ganzer Cluster oder von Teilen einer im Cluster integrierten lokalen Innovations- oder Wertschöpfungskette muss also die Effekte auf das gesamte Netzwerk mit berücksichtigen. Clustermanagements bieten sich an, solche Strategien mit den Clusterakteuren zu entwickeln. Bislang lag der Fokus der Aufgaben vieler Clustermanagements allerdings auf dem Auf- und Ausbau regionaler Netzwerke, was auch durch politische Förderungen oder Vorgaben befördert wurde. Die Internationalisierung von Innovations- und Wertschöpfungsketten stellt somit auch das Clustermanagement vor neue Herausforderungen. Mit der Förderbekanntmachung zur „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ trägt das BMBF dem zunehmenden Internationalisierungsbedarf innovativer Cluster Rechnung. Eine wissenschaftlich fundierte Begleitforschung ist dabei von essentieller Bedeutung, um die Determinanten und Wirkungen der Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken besser zu verstehen, Internationalisierungsstrategien auf dieser Basis zu evaluieren und die 3 Förderempfänger bei der erfolgreichen Durchführung der geplanten Maßnahmen unterstützen zu können.

Die Begleitforschung verfolgt eine Reihe komplementärer Zielsetzungen:

1.) Determinanten und Wirkungen der Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken besser verstehen.

2.) Ausgangslage der beteiligten Cluster, Zukunftsprojekte und Netzwerke sowie deren vorgelegten Internationalisierungskonzepte beurteilen und Vorschläge zur Unterstützung der geförderten Akteure unterbreiten.

3.) Fortlaufendes Monitoring der Internationalisierungsziele und Umsetzungsaktivitäten der geförderten Akteure für eine effiziente Einführung und einen erfolgreichen Verlauf der Maßnahme.

4.) Im Projektverlauf gewonnene Erkenntnisse in den Aufbau einer vertieften und verbreiterten Wissensbasis einmünden und in die konkrete Ausgestaltung zukünftiger Maßnahmen der Clusterförderung und die strategische Ausrichtung auch ungeförderter Cluster einfließen lassen.

Die Schwerpunkte des Vorhabens liegen in den folgenden Bereichen:

1.) Theoretische Grundlagen und empirische Bestandsaufnahme,

2.) Unterstützung und Begleitung der Konzeptionsphase,

3.) Coaching und Monitoring in der Umsetzungsphase,

4.) Wissensspeicher und -diffusion sowie

5.) Projektsteuerung und Koordination über alle Projektphasen hinweg.

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 01.12.2015 – 30.11.2018

Ansprechpartner CRIE: Dirk Fornahl, Nils Grashof, Antje Campen, Cathrin Söllner

Email: dfornahl@uni-bremen.de, ngrashof@uni-bremen.de, acampen@uni-bremen.de, csoellner@uni-bremen.de

Telefon: (+49) (0) 421 - 218 - 66530, (+49) (0) 421 - 218 - 66536, (+49) (0) 421 - 218 - 66538, (+49) (0) 421 - 218 - 66532

In der Dokumentation der Entstehung und Entwicklung der RIS3 Bremen aus dem Jahr 2014 wird angekündigt, die RIS3 Strategie durch die Implementierung eines Monitoringsystems zu flankieren. Ziele sind das Monitoring der Unterstützungsmaßnahmen der RIS3 bzw. der Entwicklung des Innovationssystems Bremen allgemein. Das Indikatorensystem soll dabei sowohl die Ziele des Innovationsprogramms, der Clusterstrategie und insgesamt der RIS3 reflektieren sowie die Entwicklung im Land Bremen auch in einem überregionalen Vergleich bewertbar machen. Hier setzt das Projekt an, welches im Folgenden kurz beschrieben wird. Im Rahmen des Projekts werden ca. 50 Ergebnis- und Wirkungsindikatoren erhoben. Dabei werden die Indikatoren im Zeitverlauf und sowohl für die verschiedenen administrativen Gebietskörperschaften (Land Bremen, Stadt Bremen, Stadt Bremerhaven) also auch für verschiedene Vergleichsregionen betrachtet. Auf diese Weise lassen sich dynamische Entwicklungen beobachten und Relation setzen. Diese Daten werden von verschiedenen externen Anbietern (Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ZEW u.a.) beschafft. Darüber hinaus wird eine Datenbank entwickelt, in der die Daten zusammengeführt und für spätere Erweiterungen systematisiert werden. Anschließend wird ein Konzept entwickelt, welches die teilautomatisierte Verarbeitung und Zusammenfassung der Daten in Form von Tabellen und Grafiken ermöglicht. Des Weiteren erfolgt eine kurze Beschreibung und Bewertung der in den Ergebnissen dargestellten Entwicklungen. Abschließend werden diese in Form eines Kurzworkshops mit Vertretern des Auftraggebers diskutiert.

Auftraggeber: Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Laufzeit: 01.12.2017 – 28.02.2018

Ansprechpartner CRIE: Dirk Fornahl, Kolja Hesse

Email: dirk.fornahl@uni-bremen.de, khesse@uni-bremen.de

Telefon: (+49) (0) 421 - 218 - 66530, (+49) (0) 421 - 218 - 66537

Im Rahmen der Europa 2020-Strategie strebt die EU Wachstum an, um sowohl die Beschäftigung und Produktivität zu erhöhen als auch den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Dieser Prozess wird beschrieben in einer regionalen Strategie der Intelligenten Spezialisierung (RIS3). Aufbauend auf den regional vorhandenen Kompetenzen erfolgen ein gezielter Strukturwandel und eine Weiterentwicklung der regionalen Kompetenzfelder. Durch diese Aktivitäten soll ein Transformationsprozess eingeleitet werden, z. B. Diversifizierung in angrenzende technologische oder sektorale Bereiche und Modernisierung der existierenden Kompetenzfelder. In der Umsetzung fokussieren sich die politischen Programme aber zumeist auf die Förderung junger High-Tech-Industrien oder die Standardunterstützung etablierter Branchen, ohne Aspekte wie Modernisierung, Diversifizierung oder Auswirkungen auf das regionale Innovationssystem insgesamt zu berücksichtigen. Eine stärkere Berücksichtigung der etablierten Sektoren macht aus zweierlei Hinsicht Sinn. Erstens besitzen sie häufig (noch) eine hohe Wertschöpfung und Beschäftigungsrelevanz, so dass die Regionalentwicklung stark durch diese Sektoren geprägt wird. Zweitens fungieren die etablierten Sektoren und etablierten Firmen als Partner für neue Sektoren, Technologien oder Gründungen. Durch einen solchen Ansatz profitieren die neuen Entwicklungen von den bereits etablierten Branchen und Unternehmen (z. B. durch deren Innovationskompetenzen oder deren Nachfrage) und eine kritische Masse kann schneller erreicht werden, was die Chancen auf eine positive Entwicklung erhöht. Gleichzeitig profitieren die etablierten Felder durch Modernisierung und ein Potential für Innovationen.

In der bremischen RIS3 wurde diese Idee aufgenommen mit der Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft als etablierter Branche, die sowohl Großunternehmen, als auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) umfasst. Das vorliegende Projekt baut auf diesem Hintergrund auf und widmet sich vier unterschiedlichen Fragen, die exemplarisch am Beispiel der Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft in Bremen untersucht werden sollen:

1) Welche gesellschaftlichen, branchenspezifischen und technologischen Trends erfordern eine Anpassung und Erneuerung der lokalen Strukturen und Prozesse?

2) Welche Auswirkungen hat dies bereits jetzt auf die Entwicklung der Branche bzw. welche Auswirkungen werden erwartet?

3) Welche Bedeutung hat die Branche für die Entwicklung der Region? Zum Ersten bezieht sich dies auf die direkte Wirkungen (z. B. gemessen in Arbeitsplätzen) und zum Zweiten auf die Wirkungen auf andere Branchen, Technologien und Gründungen.

4) Welche Empfehlungen kann man den Unternehmen der Branche – speziell den KMU – geben, um im Sinne der bremischen RIS3 ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu erhöhen? Des Weiteren soll erarbeitet werden, wie die administrativen und politischen Rahmenbedingungen angepasst werden sollten, um die mit der RIS3 anvisieren Ziele zu erhöhen.

Das Projekt ist insgesamt auf sechs Monate angelegt und gliedert sich in fünf Arbeitspakete, die aufeinander aufbauen:

- Globale Trends und Entwicklungen

- Datenerhebung

- Auswirkungen und Entwicklungen in Bremen

- Regionalökonomischer Effekt

- Empfehlungen und wissenschaftliche Ergebnisse

Obwohl in den Papieren zur Erstellung von Regionalen Strategien der Intelligenten Spezialisierung, die die EU herausgegeben hat, darauf hingewiesen wird, dass die Strategien sich nicht nur auf neue High-Tech-Industrien beziehen sollen, wird die Rolle von etablierten Industrien bislang selten explizit in politische Planungen aufgenommen und ebenfalls wissenschaftlich kaum betrachtet. Aufbauend auf den exemplarischen Ergebnissen soll deshalb erarbeitet werden, wie etablierte Unternehmen und Sektoren am besten in eine RIS3 integriert werden können, um eine innovationsorientierte Regionalentwicklung zu ermöglichen. Hieraus lassen sich positive Effekte sowohl für die lokalen Unternehmen, insbesondere die KMU, als auch für die politischen Akteure ableiten. So lassen sich die Auswirkungen bezüglich Umsatz und Beschäftigung auf die in Bremen ansässigen Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft zwar nur schwer exakt prognostizieren, da eine Wirkung nur sehr indirekt eintritt, aber es ist von einem positiven Effekt auszugehen. Darüber hinaus ergeben sich für den Antragsteller CRIE (Universität Bremen) positive Effekte, indem durch das Projekt bestehende Kompetenzen und Reputation im Bereich der Forschung zu Regionalpolitik und Industrieentwicklung aufgebaut und durch die Publikation wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema fortentwickelt werden. Ferner werden hierdurch die Kompetenzen für die Beratung anderer Regionen, welche ebenfalls etablierte Sektoren in ihre RIS3 integrieren wollen, weiterentwickelt.

Gefördert von: WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft Bremen e.V.

Art der Vorhabens: Innovationsvorhaben

Laufzeit: 01.12.2016 – 31.05.2017

Ansprechpartner CRIE: Dirk Fornahl, Kolja Hesse

Email: dirk.fornahl@uni-bremen.de, khesse@uni-bremen.de

Telefon: (+49) (0) 421 - 218 - 66530, (+49) (0) 421 - 218 - 66537

Automotive Nordwest ist das Netzwerk der Automobilbranche im Nordwesten Deutschlands. Neben den Produktionsstätten der Daimler AG in Bremen sowie der Volkswagen AG in Emden und Osnabrück sind knapp 200 Zulieferbetriebe in der Region ansässig. Mit insgesamt rund 45.000 direkten und 40.000 indirekt Beschäftigten machen diese Unternehmen den Automotive-Sektor zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige zwischen Weser und Ems. Nicht zuletzt kennzeichnet sich die Nordwestregion auch durch die Lage an der Nordsee und durch ihre Seehäfen, in denen der Automobilumschlag mit den angeschlossenen Dienstleistungen eine sehr große Rolle spielt.

Automotive Nordwest vertritt z.Zt. ca. 70 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen, die rund um den Fahrzeugbau tätig sind, darunter das Mercedes-Werk Bremen, die Volkswagen AG in Emden, Hella GmbH, die BLG Logistics Group und die o.g. Zulieferer. Der räumliche Wirkungskreis des Clusters umfasst den gesamten Nordwesten Niedersachsens von den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz, Verden, Diepholz und Osnabrück im Westen bis zur niederländischen Grenze im Osten. Bremen, Bremerhaven und Oldenburg gehören als wichtige Oberzentren ebenfalls dazu.

Der Cluster hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bekanntheitsgrad der Region als automobiles Kompetenzzentrum zu steigern. Darüber hinaus fördert er die Wirtschaftsbeziehungen und den Erfahrungsaustausch der Netzwerkmitglieder durch Veranstaltungen, Workshops und branchenübergreifenden Wissenstransfer. Betrachtet man allerdings die Situation der Branche, so ist unschwer festzustellen, dass die Globalisierung von Innovations- und Wertschöpfungsketten voran schreitet. Märkte wie China oder USA haben teils zweistellige Wachstumsraten und sichern die Umsätze und die Beschäftigung deutscher Unternehmen und damit auch der Region. Dies führt dazu, dass komplexe globale Herausforderungen und Themenstellungen zunehmend arbeitsteilig mit internationalen Partnern erarbeitet werden und ggf. Systemanbieterpartnerschaften initiiert werden müssen. Die Wettbewerbsfähigkeit wird daher zukünftig auch entscheidend von der branchen- und disziplinübergreifenden Zusammenarbeit mit international herausragenden Innovationsregionen bei der Erschließung von Leitmärkten abhängen. Auch die globalen Zukunftsfragen können nur in internationaler Kooperation gelöst werden, um sowohl die notwendigen Innovationen wie auch eine gesellschaftliche Akzeptanz zu erschließen.

Deswegen möchte der Verein im Zuge des Projektes eine Weiterentwicklung und den Ausbau des Kompetenzprofils von Automotive Nordwest vorantreiben. Grundlage dafür ist die Durchführung einer systematischen Bestandsaufnahme des Clusters und der Region mit ihren Unternehmen, Stärken und Schwächen in Form einer SWOT-Analyse und einer Ableitung von Handlungsempfehlungen für Automotive Nordwest. Das CRIE übernimmt im Rahmen des Projektes die folgenden Aufgaben:

- Datenanalyse sowie Beratung und Unterstützung bei einer SWOT-Analyse der Branche,

- Fragebogenerstellung,

- Befragung und Auswertung,

- Organisation von zwei Workshops sowie

- Dokumentation der Prozesse und Ergebnisse

Auftraggeber: Automotive Nordwest e.V.

Gefördert von: Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V.

Laufzeit: 01.04.2016 – 30.11.2016

Ansprechpartner CRIE: Dirk Fornahl, Kolja Hesse

Email: dirk.fornahl@uni-bremen.de, khesse@uni-bremen.de

Telefon: (+49) (0) 421 - 218 - 66530, (+49) (0) 421 - 218 - 66537

Die Mobilitätsansprüche unterschiedlicher, gesellschaftlicher Gruppen haben vielfältige Auswirkungen auf den Verkehr, das Klima, die Gesundheit und die Umwelt. Mit möglichst wenig Verkehr auf weitestgehend umweltfreundlichen Verkehrsträgern sowie effizienter, CO2- und kraftstoffsparender Fahrzeugtechnik sollen die Mobilitätsbedürfnisse zukunftsfähig und nachhaltig ausgestaltet werden. Ebenso wie der Privatverkehr spielen dabei beruflich und betrieblich bedingte Verkehre (Dienstreisen, Besucherverkehre, Wirtschaftsverkehre etc.) eine entscheidende Rolle. Gerade Betriebe und öffentliche Einrichtungen haben die Chance aufgrund direkter Eingriffsmöglichkeiten in die Mobilitätsgestaltung der Arbeitnehmer und innerbetrieblicher Verkehre, eine effiziente und CO2-sparende Mobilität in Hinblick auf soziale, ökologische und ökonomische Belange (mit) zu gestalten regionalisierter und lokalisierter Umsetzungsstrategien handelt, können Instrumente, die für städtische Betriebsstandorte entwickelt wurden, häufig nicht direkt in ländlich strukturierten Räumen umgesetzt werden. Neben infrastrukturellen und verkehrlichen Erreichbarkeiten und Angeboten unterscheiden sich nicht zuletzt der Modal Split der Arbeitnehmer, wie auch der innerbetriebliche Fahrzeugeinsatz voneinander. Das wiederum hat einen Einfluss auf die Mobilitätsgestaltung sowie die Kosten des Verkehrsaufwandes für die Firmen und Beschäftigten. Ein betriebliches Mobilitätsmanagement bietet dabei eine Reihe von Potenzialen und Vorteilen, die trotz einer Vielzahl an verfügbaren Leitfäden und Informationen noch nicht ausgeschöpft sind. So können z. B. durch eine bessere Auslastung von Ressourcen und Infrastruktur innerbetriebliche Abstimmungsprozesse sowie das Zeitmanagement der Arbeitnehmer verbessert werden. Das wiederum kann zur Vermeidung von Kosten, z. B. durch etwaige Wegeunfälle oder gesundheitliche, stressbedingte Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz, beitragen. Durch die Reduzierung unnötiger Verkehre können Lärm- und Schadstoffemissionen gemindert sowie die Lebensqualität der Arbeitnehmer und ggf. Anwohner verbessert werden. Zudem scheint eine Ergänzung regionaler Klimaschutzkonzepte überzeugend. Als Ansatzpunkte innerhalb der Betriebe bieten sich insbesondere Wege zur Arbeit, Dienstreisen und Fuhrparks als potenzielle Handlungsfelder an, wobei auch der ÖPNV zu berücksichtigen ist. Hier lässt sich ein direkter Eingriff der Betriebe zwar nicht zwingend realisieren, aber durch die Schaffung von intermodalen Verkehren rückt auch der ÖPNV wieder in den Mittelpunkt potenzieller Handlungsfelder. Das Vorhaben wird den Ansatz des betrieblichen Mobilitätsmanagements aufgreifen und um eine Analyse der (Kosten-) Vor- und Nachteile spezifischer, exemplarischer Mobilitätsangebote sowie deren Hemmnisse bei der Nutzung erweitern. Dabei sollen auch neue und effiziente Mobilitätsangebote (z. B. Elektromobilität, Mobilstationen) berücksichtigt werden. Das übergeordnete Ziel besteht darin, mit lokalen Kommunikations- und Umsetzungsstrategien eine Verbesserung der Qualität von Berufsund personenbezogen Wirtschaftsverkehren zu erreichen und Alternativen zum aktuellen Mobilitätsverhalten anzubieten. Darüber hinaus wird unter der Voraussetzung einer kurzfristigen Umsetzbarkeit die Erprobung wirksamer Instrumente innerhalb des Projektzeitraumes angestrebt. Zur Zielvereinbarung gehört die Umsetzung der Befunde in regional übertragbare Instrumente.  

Die übergeordneten Projektziele und Vorteile für die regionalen öffentlichen und privaten Unternehmungen können wie folgt zusammengefasst werden:

• Verbesserung der (Pendler-) Situation für Arbeitnehmer im Rahmen eines betrieblichen Mobilitätsmanagements und Motivation zur Eigeninitiative

• Generierung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteilen durch unterschiedliche Mobilitätsangebote (z. B. Kosteneinsparung, Stressvermeidung, Auslastung des ÖPNV u. a.)

• Beitrag zum Klimaschutz und Energieeffizienz im Verkehr als relevante Themen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

• Beitrag zur Entlastung der örtlichen Verkehrsinfrastruktur (Parkraum, Verkehrsaufkommen, Emissionen etc.) und bessere Auslastung der ÖPNVInfrastruktur und anderer Services (z. B. Park&Ride, Bike&Ride)

• Unternehmerische Vorteile durch Vermeidung zusätzlicher Kosten, Steigerung von Effektivität und unternehmerischer Attraktivität durch Imageeffekte

• Bildung regionaler Netzwerke zum Austausch von Erfahrungen und zum Transfer von Umsetzungsstrategien in der gesamtem Metropolregion Bremen-Oldenburg

• Steigerung des überregionalen Ansehens der Europäischen Metropolregion Bremen-Oldenburg

Zuwendung: Zuwendung aus dem Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen für die Metropolregion Nordwest als Projektförderung

Ansprechpartner CRIE: Antje Campen

E-Mail: acampen@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421 - 218 - 66538

Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsförderung unterliegen aktuell Veränderungen, welche sich u. a. aus der neuen EU-Förderperiode und den dahinter liegenden Ideen einer „Smart Specialisation“ ergeben. Darüber hinaus werden sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch in der politischen Praxis in vielen Bundesländern neue Themen adressiert, wie z. B. die verbundene Diversifizierung und CrossInnovation/Clustering. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll auch die in Bremen genutzten Instrumente der Wirtschaftsförderung im Allgemeinen und der Clusterförderung bezogen auf die drei definierten Cluster (Windenergie, Luft- und Raumfahrt, Maritime Wirtschaft und Logistik) im Speziellen zu überprüfen und gegebenenfalls an die neuen Rahmenbedingungen und Erkenntnisse anzupassen. Ziele könnten dabei u. a. die Weiterentwicklung von Instrumenten der Clusterentwicklung, die Überprüfung, Entdeckung und Priorisierung von thematischen Feldern, die Entwicklung von Internationalisierungs- und Ansiedlungsstrategien, die Positionierung bezüglich zukünftiger EU-Förderung (speziell Strukturfondsförderung) sowie die Erarbeitung von Handlungsoptionen sein. Im Rahmen des Projekts wurden halbtägige Workshops mit Experten der WFB – plus bei Bedarf weiteren ausgewählten Teilnehmern (wie z. B. Clustermanagern) – durchgeführt. Auf dem Kickoff-Workshop wurden neue Ansätze der Clusterentwicklung im Kontext der Wirtschaftsförderung diskutiert und drei Schwerpunktthemen identifiziert, welche von besonderer Bedeutung für Bremen sind.

Diese Schwerpunktthemen sind:

• Cluster

• Gewerbeflächen

• Internationalisierung

Die Schwerpunktthemen wurden in den Folgeworkshops vertieft behandelt. Zur Vorbereitung der Workshops wurden Input-Papiere entwickelt, welche als Diskussionsgrundlage dienten. Inhalt der Input-Papier sind u. a. die Klärung der thematische Relevanz für die Clusterentwicklung, die Beschreibung der aktuellen Situation in den bremischen Clustern, Erkenntnisse der wissenschaftlichen Diskussion und deren Anwendung in der Praxis, also beispielsweise wie das Thema in anderen Bundesländern, auf der EU-Ebene und international adressiert wird. Darüber hinaus sollen die Input-Papiere der Frage nachgehen in welchem Kontext die Themen zur "Smart Specialisation Strategy" der EU bzw. allgemein zur zukünftigen Strukturfondförderung stehen, sowie welche Themen man vertieft diskutieren kann und welche möglichen Handlungsempfehlungen sich daraus für Bremen ergeben.

Auftraggeber: WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH

Ansprechpartner CRIE: Dr. Dirk Fornahl

E-Mail: dfornahl@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421-218-66530

Von 2006 bis 2011 förderte das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (vormals Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie) in einer ersten Periode im Rahmen der ClusterOffensive Bayern insgesamt 19 Clusterplattformen in den für den Freistaat Bayern wichtigen Branchen- und Technologienfeldern. Seit 2012 werden in einer zweiten Förderperiode noch 16 Clusterplattformen durch diese clusterpolitische Maßnahme unterstützt. Die Clusterplattformen, die landesweit ausgerichtet sind, sollen die Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette in den Branchen- und Technologiefeldern forcieren, um somit die Innovationsdynamik zu stärken.

In den Jahren 2008 und 2010 sind sowohl die Cluster-Offensive Bayern als auch die Clusterplattformen evaluiert worden, um die Entwicklungen, Organisationsstrukturen, Prozesse, Instrumente und Leistungsfähigkeit, primär bezogen auf die Clustermanagements, sowie Wirksamkeit und Nachhaltigkeit, bezogen auf die Clusterplattformen und die Clusterpolitik zu bewerten. Evaluationen sind ein geeignetes Instrument, um mit Hilfe von wissenschaftlich abgesicherten Mess- und Bewertungsverfahren entsprechende wertende Analysen von Prozessen und Strukturen einschließlich deren Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Die Bewertung selbst ist in der Regel die Basis für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger. Damit kann die Evaluation als eine Ausformung einer systematischen, konkret eingrenzbaren Politikberatung verstanden werden.

Für die Durchführung der Evaluation der zweiten Förderperiode, welche gemeinsam vom CRIE mit dem iit durchgeführt wird, wird ein Methodenmix aus qualitativen und quantitativen Elementen verwendet. Die Evaluierung baut methodisch und inhaltlich auf der Evaluation der ersten Förderperiode auf, führt diese weiter und ergänzt diese. Gleichwohl werden die bestehenden Erhebungsinstrumente sowohl in der Fragestellung als auch in der Methodik um Erhebungsinstrumente des iit und CRIE erweitert. Durch das Aufbauen auf den Erhebungsdimensionen der Evaluation der ersten Förderperiode lassen sich Zeitreihen generieren und Veränderungstrends sowie zukünftige Perspektiven verdeutlichen. Weitere Fragekomplexe, welche die Entwicklung der Cluster und die Veränderung von strategischen Aspekten sowie Rahmenbedingungen seit der Evaluierung 2010 berücksichtigten, werden integriert. Die Evaluation liefert wertvolle Erkenntnisse zu Organisationsund Akteursstrukturen, Prozessen, Instrumenten und Handlungsfeldern der Clustermanagements, zu deren Leistungsfähigkeit und den Wirkungen der Clusterplattformen sowie zu der Cluster-Offensive insgesamt.

Ziel des Projektes ist es, die übergeordnete Fragestellung, welche Weiterentwicklungsoptionen sich für die Clusterplattformen und die Cluster-Offensive für eine dritte Förderperiode ergeben, damit die Nachhaltigkeit der etablierten Strukturen, Prozesse und Instrumente erreicht werden kann und eine weitere Steigerung der Qualität sowie Leistungsfähigkeit der Cluster und damit letztendlich auch der Cluster-Offensive bewirkt wird, zu beantworten.

Auftraggeber: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Kooperationspartner: iit – Institut für Innovation und Technik in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Ansprechpartner CRIE: Prof. Dr. Dirk Fornahl

Telefon (0421) 218-66530; Telefax (0421) 218-66832

E-Mail: dfornahl@uni-bremen.de

 

Bereits im vorletzten Jahrhundert wurden das Phänomen der Clusterung von Unternehmen und anderen wirtschaftlichen Akteuren und die positiven Effekte, die dies für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen und auch für Volkswirtschaften mit sich bringen kann, wissenschaftlich betrachtet (z.B. Marshall 1890). Seit mehr als 20 Jahren erweckt das Konzept nun erneut Interesse und wurde seither nicht zuletzt in vielfältigen politischen Förderinitiativen aufgegriffen. Auch in der Innovationsforschung werden systemische Ansätze seit dieser Zeit immer häufiger als ein Erfolg versprechendes Instrument für eine neue Innovationspolitik angesehen. Unter den Stichworten „nationale und regionale Innovationssysteme“, „innovative Milieus“ oder auch „Cluster“ wird hierbei insbesondere der Vernetzung der Akteure in Wirtschaft, Forschung und Politik ein zentraler Stellenwert für Innovationen beigemessen. Vor allem eine enge Kooperationinnerhalb der „Triple Helix“ von Unternehmen, Universitäten und öffentlichen Einrichtungen wird hierbei als wichtig erachtet.

Der Clusterbegriff und die Clusterpolitik stehen auch in Deutschland seit spätestens Mitte der 1990er Jahre auf der wissenschaftlichen und politischen Agenda. Maßnahmen zur Förderung von Clustern spielen als Instrument der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik heute in vielen Ländern eine bedeutende Rolle, weil von einer starken Wirkung von Clustern auf die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit der an ihnen beteiligten Unternehmen ausgegangen wird. Auch in Deutschland wird der Aufbau von Clustern als innovationspolitisches Instrument vor diesem Hintergrund seit vielen Jahren verfolgt. Über die Wirkungen dieser Fördermaßnahmen und die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen ist aber bislang – trotz einer Vielzahl von Einzelevaluationen (siehe Literatur im Anhang) – noch relativ wenig bekannt.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel dieser Untersuchung, durch eine international angelegte vergleichende Studie unterschiedliche Formen von Clusterpolitiken zu beschreiben, eine systematische Diskussion von theoretischen Argumenten und empirischen Befunden über ihre Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit zu führen, ihre Wirkung zu untersuchen und kritisch zu hinterfragen und auf dieser Grundlage Ansätze zur Verbesserung innovationspolitischer Maßnahmen abzuleiten. Auf Grund der besonderen Bedeutung des Spitzencluster-Wettbewerbs in der deutschen Innovationspolitik wird die Untersuchung in einem besonderen Schwerpunkt aufbauend auf der vorhandenen Literatur die Wirkungen auch dieser Förderung abzuschätzen versuchen und eine Kosten-Nutzen-Abwägung zu einer möglichen Fortsetzung dieser Förderung vornehmen.

Auftraggeber: Expertenkommission Forschung und Entwicklung der Bundesregierung (EFI)

Kooperationspartner: Technopolis Deutschland GmbH

Ansprechpartner CRIE: Prof. Dr. Dirk Fornahl

Telefon (0421) 218-66530; Telefax (0421) 218-66832

E-Mail: dirk.fornahl@uni-bremen.de

Die Freie Hansestadt Bremen, vertreten durch den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen (SWAH), beabsichtigt, im Zeitraum 2014 bis 2020 Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für eine intelligente, integrative und nachhaltige Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung zu nutzen. In Vorbereitung auf die neue Förderperiode 2014 bis 2020 hat das Land Bremen die Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nach dem Ziel „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ neu zu konzipieren und dafür ein Operationelles Programm (OP) zu erstellen.

Die sozioökonomische Analyse (SÖA) sowie die SWOT-Analyse schaffen wichtige Grundlagen für die Erarbeitung des EFRE-Programms für den Programmzeitraum 2014- 2020. Sie bilden einen maßgeblichen Input für die Entwicklung der künftigen Förderstrategie. Die Programmstrategie ist das Bindeglied zwischen den in der SÖA und SWOT festgestellten Handlungserfordernissen für das Land Bremen und den konkreten Programminterventionen. Die Programmstrategie bildet im Idealfall den Ausgangspunkt und die zentrale Legitimationsbasis, um das Zielsystem, die Prioritätsachsen, die darunter liegenden Investitionsprioritäten und die Gewichtung zwischen den Achsen und Prioritäten abzuleiten sowie fundiert zu begründen, warum bestimmte Förderbereiche in das Programm aufgenommen werden und manche nicht. Die Strategie stellt den Zusammenhang von Ausgangsbedingungen und Förderbedarfen, den abgeleiteten Zielen und den Maßnahmen, die die Ausgangsbedingungen in die gewünschte Richtung beeinflussen sollen, her. Auf Basis der vorhergehenden Arbeitsschritte wurden in einem weiterem Schritt die Prioritätsachsen, Investitionsprioritäten und Förderbereiche identifiziert, entwickelt und dargestellt. Ein weiteres Ziel war die Entwicklung eines Indikatorensystems, das den Anforderungen der neuen Förderperiode in Bezug auf Monitoring, Evaluierung und Fortschrittsmessung (Leistungsüberprüfungen) genügt, sowie ein darauf aufbauender Leistungsrahmen.

In Zusammenarbeit mit der Prognos AG ist das CRIE mit der Erstellung der SÖA und der SWOT-Analyse als Grundlage für das Operationelle Programm beauftragt worden. Entsprechend der Forschungsschwerpunkte des CRIE wurde es insbesondere zu den Themen Forschung, Innovations- und Clusterförderung und Regionale Innovationssysteme in die Arbeiten zur Erstellung des OP EFRE eingebunden. Insbesondere trägt das CRIE dazu bei, basierend auf dem entwickelten Indikatorensystem Abschnitte mit den Schwerpunkten „struktureller und technologischer Wandel“, „Forschung, technische Entwicklung und Innovation“ aufzuarbeiten und hierdurch Potenziale und Engpässe in der bremischen Innovationslandschaft zu identifizieren. Grundlage hierfür sind Literaturbearbeitungen und quantitative Auswertungen von innovationsrelevanten Daten wie Patente, Fördergelder und diversen statistischen Datenbanken. In enger Zusammenarbeit mit der Prognos AG sowie den Mitgliedern der betroffenen bremischen Senatsstellen wird somit eine zielgerichtete Analyse für eine erfolgreiche EFRE-Strategie entwickelt.

Auftraggeber: Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen

Kooperationspartner: Prognos AG

Ansprechpartner CRIE: Prof. Dr. Dirk Fornahl

E-Mail: dfornahl@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421 - 218 - 66530

 

Regionale Innovationssysteme (RIS) stellen interagierende Systeme der Wissensgenerierung und -diffusion (Wissenschaft) und Wissensanwendung und -verwertung (Wirtschaft) dar, die mit globalen, nationalen und anderen regionalen Systemen verbunden sind. Die intensive Interaktion zwischen den Akteuren der einzelnen Teilbereiche ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines RIS. Firmen stellen das Kernelement dar, in dem Inventionen in marktfähige Produkte weiter entwickelt und auch am Markt angeboten werden. Somit werden, speziell in KMU, Wachstums- und Beschäftigungseffekte herbeigeführt. Aufgrund der schweren Übertragbarkeit der Systemkomponenten auf andere Standorte stellen sie bei optimaler Ausgestaltung einen nachhaltigen Wettbewerbsfaktor dar.

Die EU-Kommission hat mit der Strategie Europa 2020 fondsübergreifende Ziele für die EUFörderung ab 2014 formuliert. Vor diesem Hintergrund wurde ein Gemeinsamer Strategischer Rahmen (GSR) geschaffen, der den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Kohäsionsfonds, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) umfasst. Die Erstellung einer regionalen Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung (Smart specialisation strategy) stellt dabei eine wichtige Vorbedingung für die EU-Förderung und insbesondere des Einsatzes der EFRE-Mittel in den Bereichen Forschung, technologische Entwicklung und Innovation dar. Damit wird sichergestellt, dass geeignete Voraussetzungen zum optimalen Einsatz der EU-Fördergelder mit größtmöglicher Wirkung vorhanden sind. Das Land Niedersachsen will auch in der EU-Förderperiode 2014-2020 an der EU-Förderung teilnehmen. Entsprechend der Definition der RIS 3-Strategie durch die EU-Kommission haben regionale Innovationsstrategien folgende fünf Ziele zu erfüllen:

• Konzentration öffentlicher Investitionen und Unterstützung auf wenige wichtige Schlüsselprioritäten, Herausforderungen und Bedürfnisse

• Aufbau auf spezifische Stärken, Wettbewerbsvorteile und das Leistungspotential

• Umfassung technologischer, praxisorientierter und sozialer Innovation

• Einbeziehung von Interessenvertretern (Unternehmen, öffentliche Forschung) und Ermutigung zur Innovation und Erprobung

• Umfassung effizienter Monitoring- und Evaluierungssysteme (evidenzbasiert)

Zusammengefasst sollen im Rahmen einer Strategie für intelligente Spezialisierung die Alleinstellungsmerkmale und die Stärken einer Region ermittelt, Wettbewerbsvorteile genutzt und regionale Akteure und Ressourcen für eine Zukunftsstrategie mobilisiert werden. Ziel des Projektes ist der Entwurf einer regionalen Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für das Land Niedersachsen, welche gleichermaßen den Anforderungen des Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Anforderungen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) an eine solche Strategie genügt, als auch den landespolitischen Anforderungen entspricht.

Gefördert durch: Niedersächsische Staatskanzlei

Kooperationspartner: CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH Prognos AG

Ansprechpartner CRIE: Antje Campen

E-Mail: acampen@uni-bremen.de

Telefon: (+49) (0) 421 – 218 – 66538

Im Juli 2009 wurde die Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg zusammen mit sieben weiteren Modellregionen in Deutschland durch die Bundesregierung im Rahmen des „Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität (NEP)“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes wurden Geschäftsmodelle und Verkehrskonzepte für die Einführung der Elektromobilität in der Modellregion im Nordwesten entwickelt, die einen Beitrag zur Einbindung von Elektromobilität in die „Urbane Mobilität“ leisten (siehe hierzu unter abgeschlossene Projekte: „Modul 4: Verkehrskonzepte und Geschäftsmodelle – P M C – Personal Mobility Center der Modellregion NordWest“).

Mit dem neuen Projekt wird die Weiterentwicklung von Elektromobilität in den ländlichen Raum der Region im Nordwesten angestrebt. Innerhalb des Projektes hat das CRIE die Aufgabe übernommen, Mobilitätseffekte im ländlichen Raum zu analysieren, die durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen in kommunalen und gewerblichen Flotten entstehen. Hierfür werden Flottenbetreiber einer ausgewählten Region identifiziert, deren Mobilitätsmuster erhoben und eine Potenzialanalyse für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in herkömmlichen Flotten erarbeitet. In einem weiteren Schritt sollen als untersuchungsrelevant erachtete Flottenbetreiber in eine Nutzungsphase einbezogen sowie deren Mobilitätsmuster ausgewertet werden. Zur Erhebung der Daten sind leitfadengestützte, teilstandardisierte Interviews geplant. Die generierten Daten dienen u.a. als Grundlage für die Auswahl der Flotten in der Nutzungsphase der Elektrofahrzeuge, zur Einspeisung von Daten in ein Simulationsmodell sowie für die Ermittlung von Einspeisungs- und Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien. Die interdisziplinäre Erarbeitung von fundierten Handlungsempfehlungen sowie der Abgleich mit relevanten Resultaten aus dem städtischen Kontext des Vorgängerprojektes ist ein konsequenter Schritt zur Diffusion von Elektromobilität im urbanen und ländlichen Raum sowie im kommunalen und gewerblichen Fuhrparkmanagement.

Des Weiteren übernimmt das CRIE die Begleitforschung zur Entwicklung technologischer Konzepte mit dem Ziel, ein besseres Verständnis der Innovations- und Produktionsdynamik sowie des Kooperationsverhaltens innerhalb des Innovationssystems Elektromobilität zu erlangen. In die Untersuchung sollen u.a. Patentdaten, Daten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fördermitteldatenbank der Bundesregierung und Befunde aus Expertengesprächen einfließen. Die ermittelten Aktivitäten werden mittels Methoden der Netzwerkanalyse dargestellt und analysiert, um Erkenntnisse zur Verbesserung von Innovationsprozessen im Projekt selbst und in anderen Projektregionen einsetzen zu können.

Gefördert durch: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Kooperationspartner: AGT Germany; BEI, Bremer Energie Institut; Deutsche Telekom AG; DFKI, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz; Fraunhofer IFAM; H2O e-mobile GmbH; Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK); Jacobs University Bremen gGmbH; Offis e.V.

Ansprechpartner CRIE: Noreen Werner

E-Mail: n.werner@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421 - 218 - 66532

 

Cluster sind eines der zentralen Untersuchungsgegenstände der Regionalökonomie und Wirtschaftsgeographie der vergangenen Jahre. Bestehende Clustertheorien und darauf aufbauende empirische Untersuchungen haben zumeist gemein, dass sie Cluster zeitlich punktuell betrachten. Der Umstand, dass Cluster einem zeitlichen Wandel unterliegen, wird zumeist nicht berücksichtigt. Bestehende Theorien bieten somit nur unzureichende Erklärungsmöglichkeiten für die Entstehung, das Wachstum oder das Schrumpfen und Verschwinden von Clustern. Weiterhin ist der Wechsel zu und die Entwicklung von Clustern in neuen technologischen Felder kaum erklärt.

Das ESF-Projekt „Cluster life cycles“ setzt an dieser Stelle an und versucht, sich diesem Themenkomplex anzunähern. Es sollen Prozesse, Faktoren und Dynamiken identifiziert werden, die den Wandel in Clustern erklären können. Dabei ist es von Bedeutung, in dem Cluster endogene von exogenen Prozessen, Faktoren und Dynamiken zu unterscheiden. Hierdurch soll erklärt werden, inwiefern Cluster den Entwicklungsdynamiken und Lebenszyklen der zugehörigen Industrie unterliegen und welche dem Cluster eigenen Kräfte existieren. Es soll somit ein allgemeingültiges Modell eines Clusterlebenszyklus entwickelt werden und hierdurch ein umfassenderes Verständnis von regionalökonomischen Prozessen entstehen, dass sowohl ein erweitertes evolutionsökonomisches Theoriegebäude entwickeln, als auch sinnvolle Hinweise für regionalpolitische Entscheidungsträger bereitstellen kann.

Im Rahmen des Projekts werden insgesamt 19 Cluster in sieben europäischen Ländern untersucht. Die einzelnen Projektpartner untersuchen hierbei jeweils eigene Fallstudien von Clustern. Die jeweiligen Cluster unterscheiden sich bezüglich der entsprechenden Industrie sowie der angenommenen Lebenszyklusphase. Durch industrielle und thematische Überschneidungen der einzelnen Fälle ist die Möglichkeit einer vergleichenden Analyse der Cluster gewährleistet.

Das CRIE untersucht im Rahmen des Projekts das Agribusiness-Cluster Vechta. Agribusiness ist der Wirtschaftszweig um die Nahrungsmittelproduktion und umfasst neben Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie auch ergänzende Zweige, wie den Landmaschinenbau und unterstützende Dienstleistungen. Im Bereich der Landkreise Vechta und Cloppenburg hat sich seit den 1950er Jahren ein auf Veredelungsindustrie und Landmaschinenbau spezialisiertes Cluster entwickelt. Zusammen mit regionalen Universitäten und Politik hat sich dabei ein leistungsfähiges Innovationsnetzwerk entwickelt. Bis zuletzt konnte diese ländliche Region von einem starken industriellen Wachstum profitieren. Im Rahmen des Projekts soll hierbei untersucht werden, wie dieses Wachstum zu erklären ist, welche Faktoren der Region und dem Cluster endogen sind und ob Anzeichen identifiziert werden können, die einen zukünftigen Rückgang des Wachstums ankündigen oder ob das Cluster sein Wachstum erhalten kann.

Auftraggeber: European Science Foundation und Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kooperationspartner: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Geographisches Institut; Universität Hamburg, Institut für Geographie; Université de Neuchâtel, Institut de sociologie;  Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Regional- und Umweltwirtschaft; Univerzita Karlova v Praze, Přírodovědecké fakulty; Ostravská univerzita, Katedra sociální geografie a regionálního rozvoje; Technická univerzita Ostrava, Ekonomická fakulta; Lunds universitet, CIRCLE - Centre for Innovation, Research and Competence in the Learning Economy; Universitetet i Agder, Institutt for arbeidsliv og innovasjon

Projekthomepage: www.cluster-life-cycles.eu

Ansprechpartner CRIE: Dominik Santner

E-Mail: dsantner@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421 - 218 - 66534

Soziale Netzwerke haben für Schüler (m/w) eine große Bedeutung. Zusätzlich zu ihrer Familie bieten sie ihnen Orientierung und Halt in ihrem Leben. Doch wie bilden sich solche Netzwerke? Welche Rolle spielen dabei die Herkunft und das soziale Umfeld der jungen Menschen? Und wie wirken sich die individuellen Netzwerke auf ihre Schulmotivation, ihre Leistungen und schließlich ihre Berufswahl aus?

Aus der Bildungsforschung ist bekannt, dass in den letzten 20 Jahren der Anteil der Abiturienten deutlich zugenommen hat. Zugleich wurde das Abitur immer stärker zu einer notwendigen Voraussetzung für einen erfolgreichen weiteren Bildungs- und Erwerbsverlauf. Somit stellen der Schulabschluss, aber auch die Abiturleistungen einen überaus sensiblen Übergang in der Bildungsbiographie dar, deren Pfadabhängigkeiten sich auf den gesamten Lebenslauf auswirken. Anhand des gegenwärtig hohen Anteils der Gymnasialschüler wird deutlich, dass die Möglichkeit des Erwerbs der allgemeinen Hochschulreife zunehmend auch von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern sowie von Kindern mit Migrationshintergrund genutzt wird. Diese Expansion widerspricht allerdings nicht der hohen sozialen Selektivität, die sich nicht erst im Anschluss an die PISA-Studie 2000 für das deutsche Bildungssystem offenbarte. Bisher bestehen wenige gesicherte Erkenntnisse darüber, inwieweit die soziale und ethnische Selektivität der Kompetenzwicklung sich auf die Leistungen der Abiturienten und ihre Berufswahl auswirkt. Allerdings ist auch für das Gymnasium und die Abiturleistungen die Annahme naheliegend, dass die Heterogenität der Schülerschaft mit ungleichen Chancen im Bildungssystem korrespondiert.

In bisherigen Studien blieb unberücksichtigt, dass die sozialen Beziehungen der Schüler nicht zufällig verteilt, sondern selektiv nach sozialer und ethnischer Homophilie strukturiert sind. Über die kulturelle Kapitalausstattung ihrer Interaktionspartner erwerben, verändern oder festigen Schüler ihre Einstellung zur Schule und zur Schulleistung. Auch die Qualität der Unterstützung in Lerngruppen, die u.a. in der Phase vor den Abiturprüfungen besonders wichtig sind, hängt von der Kapitalausstattung der Netzwerke ab.

In Deutschland stammen Schüler mit Migrationshintergrund überproportional häufig aus bildungsfernen Elternhäusern. Sie haben bei gegebener ethnischer Homophilie gegenüber statushohen Schülern einen Nachteil hinsichtlich der Kapitalausstattung ihrer Kontaktund Lernnetzwerke. Andererseits zeigen Befunde für bestimmte Migrantengruppen in den USA, dass eine enge Bindung an die eigene ethnische Gemeinschaft auch positive Effekte haben kann (Zhou 1997). Unbeantwortet ist bisher die Frage, ob die Komposition der Netzwerke in der gymnasialen Oberstufe und sich verfestigende Defizite in der Sozialkapitalausstattung Benachteiligungen bei den Abiturprüfungen verschärfen und die Berufswahl determinieren. Hierbei ist zu analysieren, wie sich die unterschiedlichen Formen von Sozialkapital auf Lernmotivation und Schulleistung auswirken und welchen Einfluss die Kontakte im schulbezogenen Peer-Netzwerk auf die Studien- oder Berufswahl haben.

Der Fokus der Studie liegt auf den Determinanten der Netzwerkkontakte. Wesentliche Fragestellungen sind:

- Wie bilden sich soziale Netzwerke in der gymnasialen Oberstufe?

- Welche Rolle spielt die geographische Nähe bei der Netzwerkbildung?

- Sind Lern- und Arbeitsnetzwerke von Schülern durch sozial selektive Beziehungen geprägt, lernen also tendenziell Schüler aus Akademikerfamilien sowie Schüler aus eher bildungsfernen Elternhäusern unter sich? Und wenn dies der Fall ist – welche Folgen ergeben sich daraus?

Im Rahmen des Projektes soll auf Basis eines netzwerkanalytischen Ansatzes diesen Fragen nachgegangen werden. Komplementär dazu wird untersucht, ob es aufgrund von sozialen Segregationsprozessen und inter-ethnischen Konflikten zu ethnischen Schließungen von Lern- und Unterstützungsnetzwerken kommt, die aufgrund der unterschiedlichen Kapitalausstattung der Netzwerke bestehende Ungleichheiten des allgemeinbildenden Schulsystems auch in der Oberstufe noch verstärken. Dabei sollen auch Merkmale der bisherigen Schulbiographie der Schüler als mögliche Determinanten der Netzwerkintegration modelliert werden. Die Studie beruht dabei auf einer quantitativen Primärdatenerhebungen und einer begleitenden qualitativen Erhebung in Abiturientenjahrgängen bzw. bei Lehrpersonal (m/w) in Bremen. Anhand der Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen für die Schulen und Bildungspolitiker entwickelt werden.

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Kooperationspartner: EMPAS Institut für empirische und angewandte Soziologie

Ansprechpartnerin CRIE: Katharina Gerlach

E-Mail: kgerlach@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421 - 218 - 66536

Hauptziel der Untersuchung ist die Beobachtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgewählter Energieversorgungsunternehmen (EVU). Dazu werden zunächst aktuelle Aktivitätsfelder aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) identifiziert, um herauszuarbeiten welche EVU in welchen technologischen Feldern F&E-Mittel investieren. Auf dieser Grundlage wird auch die Entwicklung der Bereiche über die letzten zehn Jahre abgebildet werden, um mögliche Trends zu identifizieren. Zum Zweiten soll untersucht werden, wie die EVUs mit anderen Organisationen (z. B. anderen Firmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen) zusammenarbeiten, um auf deren Wissensbasis zurückgreifen zu können. Hierdurch können wichtige Akteure im Innovationssystem Energie identifiziert werden. Die Kernfragen sind also, wie EVU im Rahmen von Verbundprojekten mit anderen Organisationen, z. B. aus den Bereichen Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die eigene Wissensbasis verbreitern und neues Wissen in das Unternehmen gelangt. Aufbauend auf diesen Analysen soll zusammen mit den Auftraggebern erarbeitet werden, in welchen Feldern die Mainova AG potentiell ebenfalls aktiv werden kann und welche Partner für eine Kooperation in Frage kommen.

Die Liste der zu untersuchenden EVUs wird vom Auftraggeber bereitgestellt (ca. 60 Organisationen). Die Datenbasis für die Sekundärdaten-Analyse bilden drei Datenbanken, die einzeln analysiert werden, um unterschiedliche Aktivitätsfelder abzudecken. Die erste Datenbank ist die Förderdatenbank der Bundesregierung und beinhaltet Informationen zu den Ausgaben des Bundes aus dem Bereich der direkten Projektförderung, welche seit den 1960er Jahren durch die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) getätigt wurden. Die Zweite Datenbank bildet das 7. Forschungsrahmenprogrammes der Europäischen Kommission und ist vergleichbar mit dem Förderkatalog des Bundes und dokumentiert die Förderprojekte auf der europäischen Ebene für die Zeit 2007 bis 2013. Des Weiteren wurde die wissenschaftliche Literaturdatenbank „Web of Knowledge“ genutzt. Diese liefert Ergebnisse für eine frühere Phase des Innovationsprozesses, indem Publikationsaktivitäten der EVUs analysiert werden.

Mittels der bereitgestellten Informationen ist es möglich, sowohl F&E-aktive Akteure, technologische Schwerpunkte und Trends als auch nationale und internationalen Kooperationen und Wissensflüsse zu identifizieren.

Auftraggeber: Mainova Aktiengesellschaft Technisches Innovations- und Wissensmanagement (M1-XI)

Ansprechpartner CRIE: Prof. Dr. Dirk Fornahl

Telefon (0421) 218-66530; Telefax (0421) 218-66832

E-Mail: dfornahl@uni-bremen.de

Innovationen und neue Technologien sind der Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im globalen Markt. Schleswig-Holstein hat durch die hohe Qualität seiner Produkte und Verfahren in der Technologie seine Marktposition ausbauen können, viele von ihnen haben in ihren Segmenten auch international eine Spitzenposition erreicht. Schleswig-Holsteins Hochschullandschaft, ergänzt durch sehr erfolgreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, ist dabei für die schleswig-holsteinische Wirtschaft ein wesentlicher Standortvorteil mit dem sich das Land auch international hervorragend positionieren kann.

Ziel des Projektes ist die konzeptionelle Zuarbeit an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein (MWAVT) zur Erstellung der Regionalen Innovationsstrategie des Landes Schleswig-Holsteins zur Umsetzung des EFRE in der Förderperiode 2014 bis 2020. Die Europäische Kommission hat für die Erstellung der Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung folgendes Vorgehen empfohlen, an das sich auch das Projekt orientiert:

1. Analyse des nationalen/regionalen Kontextes und der Innovationspotenziale

2. Aufbau einer tragfähigen und die relevanten Stakeholder einbeziehenden Governancestruktur 

3. Erarbeitung einer gemeinsamen Vision für die Zukunft des Landes

4. Auswahl einer begrenzten Anzahl von Prioritäten für die regionale Entwicklung

5. Erstellen eines geeigneten Policy-Mix

6. Integration eines Monitoring- und Evaluierungsmechanismus

Intelligente Spezialisierung beginnt somit als Suchprozess, bei dem es darum geht, für Schleswig-Holstein jene Forschungs- und Technologiefelder zu identifizieren, in denen sich Spezialisierung lohnt. Die Entwicklung von intelligenten Spezialisierungsstrategien sollte daher – so schlägt die Europäische Kommission vor – die verfügbaren Mittel in jenen Bereichen bündeln, die dem Land internationalen Vorsprung versprechen: d. h. Cluster, bestehende starke Branchen und branchenübergreifende Aktivitäten, ÖkoInnovationen, Wachstumsmärkte oder besonders gut verankerte Forschungsthemen und Kompetenzfelder. Intelligente Spezialisierung erfordert somit Bewusstsein für die regionalen Wettbewerbsvorteile, eine entsprechende Prioritätensetzung und die gemeinsame Ausrichtung der regionalen Stakeholder und verfügbaren Ressourcen auf eine maßgeschneiderte Zukunftsvision für den Standort Schleswig-Holstein in seinem internationalen Umfeld.

Auftraggeber: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein

Kooperationspartner: Prognos AG

Ansprechpartner CRIE: Prof. Dr. Dirk Fornahl

Telefon (0421) 218-66530; Telefax (0421) 218-66832

E-Mail: dfornahl@uni-bremen.de

Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bearbeitet das CRIE gemeinsam mit der Universität Kassel und dem Max-PlanckInstitut für Ökonomik das Forschungsprojekt „Die Bedeutung und Diffusion von Institutionen in verbundenen Innovationssystemen - Eine Anwendung auf Windenergie und Elektromobilität in Deutschland“. Das Projekt beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Rolle Institutionen in den Innovationssystemen (IS) Windenergie und Elektromobilität spielen. Die Funktionsweise von Innovationssystemen bzw. der innovierenden Akteure ist durch eine Vielzahl formeller (d.h. schriftlich festgehaltener Verhaltensregeln, wie bspw. Gesetze oder Verfassungen) und informeller Institutionen (d.h. nicht schriftlich festgehaltener Verhaltensregeln, wie bspw. Sitten und Gebräuche) geprägt, die auch ihre Nachhaltigkeit und die Nachhaltigkeit der in ihnen entstehenden Innovationen steuern. Institutionen, die auch als Bausteine der Gesellschaftsordnung verstanden werden können, begrenzen die Auswahl möglicher Handlungsalternativen oder bieten Anreize für bestimmte Aktivitäten. Sie reduzieren Unsicherheit, koordinieren Verhaltensweisen, helfen bei Problemlösungen und setzen zudem Anreize, bestimmte Handlungen durchzuführen oder zu unterlassen. Damit wird nachhaltiges Wirtschaften neben staatlichen Anreizmechanismen besonders durch gesellschaftliche Normen bestimmt, welche die Prozesse in den Innovationsteilsystemen beeinflussen.

Trotz dieser Bedeutung fehlt bislang eine auf der Verwendung ökonomischer Methoden basierende Untersuchung und es gibt nur wenige Vorschläge, wie Analysen zur Rolle von Institutionen strukturiert sein könnten. Darüber hinaus werden die Interaktion zwischen einzelnen Teilsystemen, in denen unterschiedliche Institutionen wirken sowie die Diffusion von Normen innerhalb und zwischen diesen Systemen, bislang nur selten empirisch untersucht und es existiert noch kein Modell, welches solche Prozesse abbilden könnte. Das Projekt soll die beschriebenen Lücken schließen oder zumindest deutlich verkleinern. Hierzu werden verschiedene Forschungsansätze (u.a. Innovationssystemansätze, Neue Institutionenökonomik, evolutorische Spieltheorie) zur Analyse von Institutionen in Innovationssystemen herangezogen. In einem ersten Schritt wird ein Analysetool zur systematischen institutionellen Untersuchung der Innovationssysteme Elektromobilität und Windenergie entwickelt, das einerseits der Auswertung bestehender Literatur dient und andererseits den Rahmen zur Durchführung der geplanten Experteninterviews vorgibt. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend mit Hilfe mathematischer Modellierungen realitätsnah abgebildet. Letztlich soll der beschriebene Ansatz dazu beitragen, nachhaltigkeitsrelevante Politikentscheidungen auf eine solidere Basis zu stellen und unerwünschte Nebeneffekte möglichst bereits im Vorfeld der Entscheidungsfindung auszuschließen.

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Kooperationspartner: Universität Kassel; Max-Planck Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Ansprechpartner CRIE: Lennard Munzer

E-Mail: lmunzer@uni-bremen.de

Telefon:(+49) (0) 421 - 218 - 66536

Die Bundesregierung bekennt sich im August 2009 durch den Beschluss eines nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität (NEP) zu dem Ziel, Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren. Neben dem "Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie" (NIP) bildet die Elektromobilität dabei eine zweite komplementäre Säule zur Förderung nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Die bereitgestellten Fördermittel in Höhe von 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II unterstützen die nationale Forschung und Entwicklung, um die Marktvorbereitung sowie die Markteinführung batteriebetriebener Elektrofahrzeuge voran und bis zum Jahr 2020 rund 1 Million Elektro- und Hybridfahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen.

Die Modellregion Bremen/Oldenburg wurde zusammen mit sieben weiteren Modellregionen von der Bundesregierung im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplanes Elektromobilität ausgewählt. Im Rahmen dieses Projektes werden Geschäftsmodelle und Verkehrskonzepte für die Einführung der Elektromobilität in der Modellregion NordWest entwickelt. Dabei geht es um belastbare Pläne zur Einbindung von Elektrofahrzeugen in Konzepte und Strategien der „Urbanen Mobilität“ und des öffentlichen Nahverkehrs. Die Untersuchungen des CRIE tragen dazu bei, dass bei regionalen Unternehmen Kompetenzen aufgebaut werden und die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie die Einführung innovativer Produkte im Bereich der Elektromobilität steigen. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass Elektromobilität einen signifikanten Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beiträgt. Die Erarbeitung von fundierten und durchführbaren Vorschlägen für Elektromobilität bildet eine Grundlage, um zu erwartende Herausforderungen nachhaltig zu bewältigen. Damit können relevante Unternehmens- und Politikentscheidungen auf eine solidere Basis gestellt und Nebeneffekte vor Entscheidungsfindung erkannt werden.

Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Kooperationspartner: BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH; BEI, Bremer Energie Institut; DFKI, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz; Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.; Jacobs University Bremen gGmbH; Offis e.V.; Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dirk Fornahl

Der Technologiepark Universität Bremen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer für Bremen sehr bedeutenden Hochtechnologie-Agglomeration entwickelt. Gegenwärtig sind hier die Universität Bremen mit 12 Fachbereichen, rund 1.500 Wissenschaftlern und über 18.000 Studenten, 20 Forschungsinstitute mit über 1.000 Mitarbeitern, das Gründerzentrum BITZ mit etwa 50 Unternehmen sowie rund 400 weitere Unternehmen angesiedelt. Damit gehört der Technologiepark zu den erfolgreichsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Bei der weiteren Entwicklung dieses Erfolgsmodells müssen allerdings einige Probleme aufgegriffen und gelöst werden, die in den letzten Jahren in den Vordergrund getreten sind. So hemmen fehlende Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen derzeit die angestrebte Entwicklung zu einem eigenständigen Stadtteil mit urbanen Qualitäten. Darüber hinaus haben sich fachliche Schwerpunkte von wissenschaftlichem Angebot und Unternehmensansiedlungen im Bestand noch nicht ausreichend herausgebildet. Es bedarf jedoch dieser Konzentration auf ausgewählte inhaltliche Innovationsschwerpunkte, um die Netzwerkbildung voranzutreiben und eine gezielte Ansiedlungsstrategie zu verfolgen. Um den Technologiepark letztlich zu einem international wettbewerbsfähigen, städtebaulich attraktiven und lebendigen Stadtteil zu entwickeln, erfolgt daher eine Unternehmensbefragung im Technologiepark, um relevante Strukturdaten (sektorale Zuordnung, Tätigkeitsfelder, Beschäftigungsentwicklung, Innovationsfelder etc.) seit der letzten Befragung im Jahr 2002 zu aktualisieren. Darüber hinaus werden wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen in die Befragung integriert und die Umfrage um thematisch relevante Themen erweitert. Zusätzlich und gesondert befragt werden zudem die Mitarbeiter der im Technologiepark ansässigen Unternehmen und Institute.

Laufzeit: 01.05.2010 – 31.05.2011

Auftraggeber: Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen

Kooperationspartner: Technologieparkverein Bremen

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dirk Fornahl

Die Rahmenbedingungen für die Innovationsaktivitäten von Unternehmen und damit auch Regionen unterliegen aktuellen Veränderungen, welche sich u. a. aus der neuen EU-Förderperiode und den dahinter liegenden Ideen einer „Smart Specialisation“ ergeben. Darüber hinaus werden sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch in der politischen und unternehmerischen Praxis vielfach neue Themen mit Innovationsbezug adressiert, wie z. B. Cross-Innovation/Clustering. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, sich auch in Bremen mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen, die für ArbeitnehmerInnen, Unternehmen sowie auch die Gesamtregion eine hohe Bedeutung besitzen können sowie diese gegebenenfalls in neue Instrumente und Ansätze zu übersetzen. Mögliche Themen für den Workshop, der in der aktuellen innovationspolitischen Diskussion von besonderer Bedeutung ist, waren beispielsweise:

• Entstehungsbedingungen von Innovationen, z. B. verteilte Innovationen (u. a. open innovation), Cross-Innovation-Aktivitäten und die Rolle von Kooperation und Netzwerken,

• Innovationsarten, z. B. frugale, ökologische oder soziale Innovationen,

• Innovationstreiber, z. B. öffentliches Beschaffungswesen,

• Innovationsakteure, z. B. Innovationen im Handwerk und in KMU, die Rolle von Hidden Champions und sogenannte „low tech“-Innovationen,

• Rahmenbedingungen, z. B. Rolle von Fachkräften oder Finanzierung (z. B. Crowd Sourcing, Fonds), sowie

• weitere aktuelle Trends, z. B. Industrie 4.0, Emerging Industries und Regional Smart Specialisation Strategies der EU.

Des Weiteren wurde die aktuelle Situation in Bremen (Studien und Strategien) skizziert. Der erarbeitete Vorschlag wurde mit Vertretern der Arbeitnehmerkammer Bremen abgestimmt und bei Bedarf angepasst. Zur Vorbereitung des Workshops wurde im Anschluss ein Foliensatz entworfen, der als Diskussionsgrundlage gedient hat. Dabei sollte der Foliensatz u. a. den folgenden Fragen nachgehen bzw. eine Diskussionsgrundlage für den Workshop schaffen:

• Warum ist das Thema relevant?

• Welche Erkenntnisse können aus der wissenschaftlichen Diskussion gewonnen werden?

• Was sagt die Praxis, d. h. wie wird das Thema u. a. in anderen Bundesländern oder auf der EU-Ebene adressiert?

• Welche Bedeutung kann das Thema für MitarbeiterInnen?

• Welche möglichen Handlungsempfehlungen ergeben sich für die Arbeitnehmerkammer?

Abschließend wurde der Foliensatz unter Berücksichtigung der Workshop-Ergebnisse überarbeitet und der Arbeitnehmerkammer zur Verfügung gestellt.

Auftraggeber: Arbeitnehmerkammer Bremen

Ansprechpartner CRIE: Prof. Dr. Dirk Fornahl

 

Aktualisiert von: Redaktion CRIE