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Technologische Räume - Evolution, Potenziale und politische Implikationen

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Erfolge von Innovationsaktivitäten, aber auch von öffentlicher Forschungsförderung werden häufig durch quantitative Outcome-Indikatoren wie Patente oder neue Produkte gemessen. Unberücksichtigt bleibt dabei meistens, ob durch Innovationen wirklich etwas Neues entsteht, definiert als eine neue Kombination von Wissensbestandteilen oder Technologien. Gerade die Diskussion zur Bedeutung von „cross innovation“ bzw. der Innovation an Schnittstellen zwischen Technologien oder Themenbereichen hat zwar gezeigt, dass dieses Problemfeld für wichtig erachtet wird, aber bislang blieb ein Niederschlag in Indikatoren zur Messung solcher Innovationsaktivitäten aus. Speziell vor dem Hintergrund, dass mit der Hightech-Strategie spezifische Fragen und Herausforderungen der Zukunft adressiert werden sollen, erscheint eine Evaluation nicht umfassend, die nicht beachtet, welche Auswirkungen Fördermaßnahmen auf die langfristige Entwicklung von Technologien haben.

Hier setzt der vorliegende Projektantrag mit drei Schwerpunkten an: Erstens präsentiert er das Konzept der Technologieräume als neuen empirischen Ansatz zur Analyse langfristiger Technologieentwicklungen. Dazu wird im Projekt eine Reihe von Indikatoren zur Evaluation dieser Entwicklungen erarbeitet, die insbesondere der Radikalität neuer Innovationen und Technologien Beachtung schenken. Zweitens werden die erarbeiteten Indikatoren zur Identifikation der Treiber dieser Entwicklungen (mit besonderer Berücksichtigung der Technologiepolitik) genutzt. Drittens widmet sich das Projekt der Frage, welche politischen Implikationen sich aus der (pfadabhängigen) Technologieentwicklung ergeben durch exemplarische Untersuchungen zur Bedeutung und Einbettung sogenannter Basistechnologien und der Entwicklung sowie Bewertung regionaler Smart-SpecializationStrategien. Eingebettet in einen innovations-, regional- und evolutionsökonomischen Rahmen basiert das methodische Vorgehen zwar auf Patentdaten, allerdings werden aufbauend auf dem neuen Ansatz der Technologieräume für diese neuen Indikatoren entwickelt und in ihrer Anwendung getestet. Zum Einsatz kommt ein Methodenmix aus deskriptiven Statistiken, netzwerkanalytischen Methoden, multivariaten Verfahren, qualitativen Fallstudien bis hin zur Entwicklung eines Software-Programms. Mit Hilfe des Projekts werden sowohl neue Erkenntnisse entwickelt, die die wissenschaftliche Diskussion weiter vorantreiben können (z. B. durch Entstehung radikaler Veränderungen) als auch politische und gesellschaftliche Implikationen besitzen (z. B. zur Wirkung von spezifischen Förderansätzen und der Entwicklung von Diversifizierungsstrategien).

Laufzeit: 01.01.2018 – 31.12.2020

Ansprechpartner CRIE: Dirk Fornahl, Colin Weßendorf

Email: dfornahl@uni-bremen.de, wessendorf@uni-bremen.de,

Telefon: (+49) (0) 421 - 218 - 66530, (+49) (0) 421 - 218 - 66531

Aktualisiert von: Redaktion CRIE