Vom 25. bis 28. August 2026 fand in Warschau, Polen, die 17. Konferenz der European Sociological Association (ESA) unter dem Motto „Strengthening Democracies: Social Action, Solidarity, and Sustainable Futures“ statt. Die internationale Konferenz bringt Forschende aus unterschiedlichen Bereichen der Soziologie zusammen und greift aktuelle gesellschaftliche und methodische Entwicklungen auf. In diesem Jahr spielten auch neue Datenquellen, datenwissenschaftliche Methoden und der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Forschung eine wichtige Rolle.
Das Data Science Center (DSC) der Universität Bremen wurde durch Data Scientist Dr. Susanne de Vogel vertreten, die zudem die Session „The Responsible Use of Digital Methods in Sociology“ leitete. In ihrem Vortrag „Translating Computational Methods into (and out of) Sociology: How Research Support Units Negotiate Values, Responsibilities, and Standards for Societal Analysis“ stellte sie einen konzeptionellen Ansatz vor, der auf bestehender Forschung aufbaut und Erfahrungen aus unserer der interdisziplinären Beratungsraxis einbezieht.
Im Zentrum steht dabei die Übersetzung zwischen unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und Forschungspraktiken. Sie wird als bidirektionaler Prozess verstanden: Einerseits setzen Sozialwissenschaftler:innen zunehmend datenwissenschaftliche Methoden ein. Andererseits arbeiten Forschende aus der Informatik und anderen MINT-Disziplinen in interdisziplinären Projekten an sozialwissenschaftlichen Fragestellungen und müssen dabei sozialwissenschaftliche Konzepte, methodische Standards und theoretische Perspektiven berücksichtigen. Anknüpfend an Ansätze aus den Science and Technology Studies und Erfahrungen aus der interdisziplinären Praxis zeigte der Beitrag, an welchen Stellen in diesen Übersetzungsprozessen Reibungen entstehen können, etwa durch unterschiedliche Begrifflichkeiten, methodische Erwartungen oder disziplinäre Standards.
Vor diesem Hintergrund diskutierte der Vortrag, wie Research Support Units wie das DSC und DataNord bei diesen Übersetzungsprozessen eine vermittelnde Rolle übernehmen können. Sie bringen unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammen und unterstützen dabei, Standards, Forschungsfragen und Methoden so zwischen den Disziplinen zu übersetzen, dass die jeweiligen fachlichen Anforderungen berücksichtigt werden.
Der Beitrag knüpft damit unmittelbar an die Arbeit des DSC an, das Forschende unterschiedlicher Disziplinen bei der Anwendung datenwissenschaftlicher und computergestützter Methoden unterstützt und zugleich den interdisziplinären Austausch fördert. Die Präsentationsfolien sind hier verfügbar.
Weiterführende Links:
Fragen beantwortet:
Dr. Susanne de Vogel
DSC Data Scientist
Tel. +49 (421) 218 - 63938
E-Mail: mailto:devogelprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de


