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Zwischen FAIR Data und Inklusion: DSC setzt Impulse auf dem 39C3

Auch beim 39. Chaos Communication Congress brachte das DSC Perspektiven aus Forschungsdatenmanagement (FDM) und Datenkompetenz in die Tech-Community ein. DataNord-Data Scientist Sarah Büker zeigte, warum FDM nicht nur technische, sondern auch soziale und inklusive Fragen berührt.

Vom 27. bis 30. Dezember 2025 fand in Hamburg der 39. Chaos Communication Congress (39C3) statt – eines der weltweit größten Community-Events zu Technik, digitaler Kultur und gesellschaftlichen Fragen der Digitalisierung. Auch in diesem Jahr war das Data Science Center (DSC) vertreten.

Im Mittelpunkt stand diesmal die Frage, wie FDM inklusiver gestaltet werden kann – insbesondere mit Blick auf neurodivergente Forschende, deren Bedürfnisse in bestehenden Strategien und Leitlinien häufig kaum berücksichtigt werden – obwohl sie einen bedeutenden Teil der Forschungscommunity ausmachen.

Workshop: „Inclusion and Research Data Management“

Am 28. Dezember gestaltete Sarah Büker,, Data Scientist im BMFTR-geförderten Projekt DataNord, einen 80-minütigen interaktiven Workshop, bestehend aus einer kurzen Einführung und mehreren Diskussionsrunden. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass FDM zwar zunehmend durch Konzepte wie FAIR Data, Datenmanagementpläne oder ELSA-Aspekte strukturiert wird – gleichzeitig aber selten reflektiert wird, für wen diese Strategien eigentlich praktikabel sind.

Gemeinsam mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Disziplinen und Karrierestufen diskutierte der Workshop Fragen wie:

  • Sind bestehende FDM-Strategien inklusiv gestaltet?
  • Wo erzeugen institutionelle Vorgaben zusätzliche Hürden?
  • Was brauchen Forschende konkret, um Datenmanagement realistisch umsetzen zu können?

Die Diskussionen machten deutlich, dass viele Schwierigkeiten im Umgang mit Forschungsdaten nicht individuell, sondern strukturell bedingt sind. Ein zentrales Ergebnis des Workshops war daher der Wunsch nach mehr Offenheit im Umgang mit Herausforderungen, Unsicherheiten und Fehlern – als Voraussetzung dafür, voneinander zu lernen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Anschluss an „How to Thrive in Chaos“

Darüber hinaus knüpfte Sarah Büker mit einem Talk How to Thrive in Chaos, Part II an die sehr erfolgreiche Diskussionsrunde des Vorjahres an, an der über 250 Personen teilgenommen hatten. Auch hier stand der Arbeitsalltag neurodivergenter Forschender im Fokus – mit Raum für Austausch über Strategien, Belastungen und Stärken jenseits klassischer Leistungsnarrative.

Warum das wichtig ist

Die Beiträge auf dem 39C3 zeigen, dass FDM nicht nur eine technische oder organisatorische Frage ist, sondern auch eine soziale und kulturelle Dimension hat. Gerade in offenen, interdisziplinären Kontexten wie dem Chaos Communication Congress wird sichtbar, wie stark Fragen von Datenpraxis, Digitalisierung und Inklusion miteinander verwoben sind.

Für das DSC ist die Beteiligung am 39C3 daher ein wichtiger Bestandteil des Wissenstransfers: Die Diskussionen liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung inklusiver Beratungs- und Qualifizierungsangebote im Rahmen des BMFTR-geförderten Projekts DataNord. Gleichzeitig trägt das DSC dazu bei, Sensibilität für (inklusive) Datenpraktiken in forschungsnahen, technischen und zivilgesellschaftlichen Kontexten zu stärken – über klassische Hochschulstrukturen hinaus.


Weiterführende Links:

39. Chaos Communication Congress (39C3)
DataNord

Inhaltliche Fragen beantwortet:

Sarah Büker
Data Science Support | Umwelt- und Meereswissenschaften
Tel. +49 (421) 218 - 59855
E-Mail: sbueker@uni-bremen.de

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