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Wissenschaftsschwerpunkte

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bremen suchen Antworten auf die großen Zukunftsfragen heutiger Gesellschaften. Sie tun dies in sechs wissenschaftlichen Schwerpunkten, die das Forschungsprofil der Universität prägen – und zugleich zentrale Innovationsfelder des Landes Bremen widerspiegeln.

In diesen Schwerpunkten, die interdisziplinär ausgerichtet sind, kooperieren die Forschenden eng mit außeruniversitären Instituten der Spitzenforschung, gemeinsam finanziert von Bund und Land. Die Wissenschaftsschwerpunkte werden regelmäßig evaluiert. Über neue Schwerpunkte entscheidet der Akademische Senat der Universität auf der Grundlage transparenter Kriterien.

Meeres-, Polar- und Klimaforschung

Ozeane, Polarregionen und Atmosphäre – ihre Rolle im globalen Klimawandel in der geologischen Vergangenheit und in der Gegenwart steht im Fokus der Meeres- und Umweltforschung des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Im Ozean-Exzellenzcluster wird am MARUM, eng eingebunden in internationale Forschungsprogramme, das Meer von den Küsten bis in die Tiefen der Ozeane untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Großgeräten. Dazu gehören ferngesteuerte Unterwasserroboter, die in den Meerestiefen wie die Augen und Arme der Forscher agieren, oder auch zwei mobile Bohrgeräte, die Bohrkerne bis in 2000 Metern Tiefe bergen können. Mit dem Bohrkernlager verfügen die Bremer über ein einzigartiges Klima-Archiv, das der internationalen Forschungsgemeinschaft Proben aus aller Welt zugänglich macht. Darüber hinaus erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Schwerpunkt die Atmosphäre mit satellitengestützter Erdfernerkundung und das Ökosystem Meer anhand der Anpassungsstrategien von ausgewählten Kleinstlebewesen.

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Sozialer Wandel, Sozialpolitik und Staat

Ungleichheit, Sozialpolitik, Sozialstaatlichkeit – mit diesem Fokus widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik und am Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) der Entwicklung von Gesellschaft und Wohlfahrtsstaat unter dem Druck von Globalisierung und Liberalisierung. Dabei verfolgen sie zwei Richtungen: In einem Sonderforschungsbereich untersuchen sie, wie sich die Sozialpolitik seit ihren Anfängen vor 150 Jahren weltweit verbreitete und welche länderspezifischen Varianten seither entstanden sind. In einem zweiten Forschungsstrang befassen sie sich mit der Lebensführung der Mittelschichten – auch vor dem Hintergrund, dass Teile der bislang als Garant für sozialen Frieden geltenden Mittelschichten in jüngster Zeit rechtspopulistische Bewegungen maßgeblich tragen und damit die demokratische Ordnung gefährden. Ihrer traditionellen Stärke folgend arbeiten die Wissenschaftler empirisch, theorieorientiert und international vergleichend. Dazu gehört die in der Exzellenzinitiative geförderte Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS), an der Doktorandinnen und Doktoranden aus aller Welt soziale und politische Integration erforschen und erleben.

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Materialwissenschaften und ihre Technologien

Ressourcenschonend, maßgeschneidert, beständig – diese Kriterien stehen im Mittelpunkt der Forschung, die das MAPEX Center for Materials and Processes entlang der gesamten Prozesskette von der Entwicklung bis zur Anwendung von Werkstoffen aller Art verfolgt. Ein Fokus liegt dabei auf den schwer vorhersehbaren physiko-chemischen Veränderungen von Materialien während ihrer Synthese, Fertigung und Nutzung. Die Forscherinnen und Forscher wollen die Veränderungen auf atomarer Ebene vorhersagen und damit beispielsweise dazu beitragen, erstmals neue Werkstoffe mit individuell maßgeschneiderten sowie lokal variierenden thermo-chemo-mechanischen Eigenschaften herzustellen. Solche Materialien werden für den Einsatz in unwirtlicher Umgebung wie korrosiven Medien oder extremen Temperaturen gebraucht. Ein weiterer Fokus liegt auf der Erschließung von ressourcenschonenden Materialien und Prozessen, um alltägliche Hightech-Produkte wie Autos, Flugzeuge oder Handys leistungsfähiger, zuverlässiger und nachhaltiger herstellen zu können.

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Minds, Media, Machines

Kognition, Robotik, mediatisierte Welten – entlang dieses Dreiklangs erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die komplexen Vorgänge rund um Intelligenz und Wahrnehmung beim Menschen. Auf dieser Basis wollen sie eine neue Generation intelligenter und zugleich sicherer Systeme entwickeln und den mühelosen Austausch zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. International renommiert sind die Bremer auf dem von ihnen begründeten Gebiet der Raumkognition, das sich mit der räumlichen Orientierung von Mensch und Maschine befasst. Ziel ist es, „Living Technologies“ zu entwickeln, die auf kognitiven Kernelementen basieren. Sie können in digitalen Systemen vom Smartphone bis zum Haushaltsroboter genutzt werden und den Menschen lebenslang unterstützen. Im Sonderforschungsbereich EASE wird bereits ein Roboter entwickelt, der rund um die Uhr den Haushalt führen soll. Den Forschenden ist es ein besonderes Anliegen, dass diese künstlichen Intelligenz-Systeme den Menschen nicht nur im Alltag unterstützen: Er soll zugleich über die Nutzung seiner Daten und damit seine Privatheit selbst entscheiden können.

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Logistik

Effizient, adaptiv und flexibel – diese Ziele verfolgen die Forschenden aus Wirtschaftswissenschaften, Produktionstechnik, Informatik und Elektrotechnik, wenn sie interdisziplinär Konzepte, Methoden und Technologien für Produktions- und Logistiksysteme erforschen, entwickeln und von der prototypischen Erprobung bis zur industriellen Anwendung umsetzen. Eine Spezialität der Bremer Logistikforschung sind neben Logistikprozessen in produzierenden Unternehmen die maritimen Logistikketten in norddeutschen Seehäfen. Besonderes Augenmerk liegt darauf, Prozesse kundenorientiert und unternehmensübergreifend zu vernetzen und so zu optimieren. Als wichtigste Herausforderung und zugleich Chance sehen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Digitalisierung logistischer Prozesse in lokalen, nationalen und globalen Wertschöpfungsnetzen. Bei der seit Industrie 4.0 zu beobachtenden Entwicklung hin zur Selbststeuerung logistischer Prozesse – Beispiel: Werkstücke kommunizieren mit Maschinen – ist die Bremer Logistikforschung Vorreiter.

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Gesundheitswissenschaften

Prävention, Gesundheitsversorgung, Pflege – diese drei Bereiche stehen im Mittelpunkt der gesundheitswissenschaftlichen und epidemiologischen Forschung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen beispielsweise, wie Lebensstil und Umwelt zur Entstehung oder Vermeidung chronischer Erkrankungen beitragen, welche gesundheitsfördernden Maßnahmen wirksam und effizient sind oder wie eine bedarfsgerechte gesundheitliche und pflegerische Versorgung sichergestellt werden kann. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Fragen der Gerechtigkeit bei Gesundheit und gesundheitlicher Versorgung, etwa dem Phänomen, dass wohlhabendere Menschen eine höhere Lebenserwartung haben. Zudem untersuchen die Forscherinnen und Forscher den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Alterungsprozess. Sie erarbeiten grundlegende Erkenntnisse für die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Dabei kooperieren sie eng mit regionalen, nationalen und internationalen Gesundheitsforschungszentren und Einrichtungen des Gesundheitssystems.

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