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Veranstaltungsverzeichnis

Lehrveranstaltungen WiSe 2018/2019

Germanistik, M.A.

Veranstaltungen anzeigen: alle | in englischer Sprache | für ältere Erwachsene

M.A. Germanistik neu

Angebot für M.A.-Studierende ab dem Wintersemester 2018/19

A1 Vormoderne Literatur und ihre Kontexte Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-III3c-1Monströse Körper in der Vormoderne

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Monströse, hybride und fremdartige Körper übten schon in der Vormoderne einen ungeheuren Reiz auf Menschen aus und sind immer wieder Gegenstand künstlerischen Schaffens. Im Mittelalter sollen Monstren die sündigen Menschen ermahnen und die Allmacht Gottes zeigen, der sie geschaffen hat. Sie dienten aber auch der Auseinandersetzung mit dem Fremden und Eigenen sowie der Unterhaltung. Im Seminar werden wir monströse Körper in Bild und Text behandeln und hinsichtlich ihrer Zeichenhaftigkeit sowie der Bestimmung der Kategorien Schönheit und Hässlichkeit analysieren. Auch moderne Monsterdarstellungen, etwa in der Fantasyliteratur oder in Science Fiction, können auf Wunsch behandelt werden.

Dieses Seminar wird für den alten und den neuen Master Germanistik angeboten. Die ggf. unterschiedlichen Anforderungen werden in der ersten Sitzung besprochen. General Studies-Studierende und Gäste sind willkommen.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock

A2 Das literarische Erbe der Vormoderne Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1d-1Aus Alt mach' Neu. Spuren des Mittelhochdeutschen im Neuhochdeutschen

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:15 - 13:45 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-III3b-1Die Nibelungen auf der Bühne

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW1 A1070 - gesperrt- (2 SWS)

Der (heldenepische) Nibelungenstoff, überliefert im mittelhochdeutschen ‚Nibelungenlied‘ (um 1200) und in altnordischen Liedern und Sagas (tradiert ab Mitte des 13. Jahrhunderts), ist in der Neuzeit vielfältig rezipiert worden, auffällig häufig auch in Dramenform. Der Stoff hat, gerade in der auf pointierte Dialoge und spektakuläre Schauszenen fokussierten Version des ‚Nibelungenlieds‘, performative und dramatische Qualitäten. Im Seminar sollen ausgewählte Dramen und Bühnenversionen des Nibelungenstoffs von Hans Sachs (1557) bis Moritz Rinke (überarbeitete Fassung 2007) untersucht werden. Mit dem ‚Nibelungenlied‘ und den altnordischen Zeugnissen verglichen werden insbesondere Friedrich Hebbels Trauerspiel in drei Abteilungen ‚Die Nibelungen‘ (1861) und Richard Wagners Musikdramen-Tetralogie ‚Der Ring des Nibelungen’ (1848-1874). Bei entsprechendem Interesse können auch neueste Bearbeitungen (z. B. F. Zaimoglu, A. Ostermaier) einbezogen werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert

B1 Ästhetik und Literarizität Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-2Idylle

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)

Dass etwas idyllisch ist, stellen wir auch heute noch oft fest (ein Moment der Ruhe in der Natur z.B.); die literarische Gattung der Idylle dagegen ist den meisten eher fremd. Dabei war die literarische Idylle im 18. und 19. Jahrhundert – in ihren Vorformen im Grunde seit der Antike – eine weit verbreitete Form, in deren Medium auch politische, soziale und ästhetische Fragen diskutiert wurden. In literaturgeschichtlicher Perspektive ist die Idylle interessant, insofern diese Gattung mindestens bis zum Beginn der Moderne mit relativ geringen Variationen eines mehr oder weniger festen Motiv- und Formenarsenals auskommt und es so ermöglicht, literaturgeschichtliche Transformationsprozesse im Detail sowie die jeweiligen funktio¬nel¬len Rahmungen der Texte zu beobachten. Das bedeutet auch, gattungstheoretische Fragen in kulturwissenschaftlicher Perspektive zu erweitern. So wird deutlich, dass das Idyllische bis heute ein relevantes (wenn auch gern verleugnetes) Muster der Erfahrungsmodellierung und sozialer Selbstverständigungs¬prozesse ist.
Im Seminar werden wir neben literarischen Texten v.a. vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart theoretische Texte zur Gattung lesen, um deren Leistung für eine Deutung des Phänomens Idylle zu diskutieren. Das Seminar orientiert sich konzeptuell an einem geplanten Handbuch zur Idylle und damit einer Publikationsform, die sich u.a. an Studierende richtet. Die Teilnehmenden können daher die Anlage des Handbuchs kritisch begleiten und, bei Interesse, Genaueres über den Entstehungsprozess einer solcher Publikation erfahren.
Zur Einführung empfohlen: Renate Böschenstein: Idyllisch/Idylle. In: Karlheinz Barck u.a. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe (ÄGB). Ein historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Stuttgart, Weimar: Metzler 2001, Bd. 3, S. 119–138.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-I1b-1Kontrafaktisches Erzählen

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:15 - 15:45 (2 SWS) GW2, Raum A3770

Kontrafaktisches Erzählen
Lenin hat 1917 die Schweiz nicht verlassen. Somit gab es keine Oktoberrevolution in Russland, aber die Schweiz wurde eine Sowjetrepublik, was zu einem völlig anderen Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts geführt hat (Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten). Am Ende des 2. Weltkriegs wird das unterlegene Land deindustrialisiert und in ein Agrarsystem umgewandelt (Christoph Ransmayr: Morbus Kitahara). 1948 wurde nach dem Zusammenbruch des Staates Israel in Alaska eine jüdische Enklave gegründet, in der Jiddisch Umgangs- und Amtssprache ist (Michael Chabon: The Yiddish Policemen’s Union). Seit der erfolgreichen Revolution von 1968 umschließt eine Mauer einen Teil von Paris, in dem sich Anarchisten, Intellektuelle, Kriminelle und Abenteurer angesiedelt haben (Jorge Semprun: Algarabía oder Die neuen Geheimnisse von Paris). In Wahrheit hat ein gewisser Klaus Uhltzscht die Berliner Mauer umgestoßen, so dass die Geschichte neu geschrieben werden muss (Thomas Brussig: Helden wie wir).
In diesen und anderen Texten, die sich als Sonderformen des historischen Romans bezeichnen lassen, erprobt die Literatur ‚kontrafaktische Geschichtsdarstellungen‘, Versionen von ‚alternative history‘, in denen sich häufig utopische und dystopische Elemente miteinander verbinden. Was kann kontrafaktisches Erzählen für die Auseinandersetzung mit kollektiven Geschichtsbildern leisten? Was für Konzepte von Geschichte werden aufgerufen und verformt? Sagt das etwas aus über den Stellenwert von Fiktion in Bezug auf Historie und die scheinbare Alternativlosigkeit politischen Denkens und Handelns?
Lit.: Christoph Rodiek: Erfundene Vergangenheit. Kontrafaktische Geschichtsdarstellung (Uchronie) in der Literatur. Frankfurt/M. 1997; Andreas Martin Widmann: Kontrafaktische Geschichtsdarstellung. Heidelberg 2009.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-III3a-1Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)
Wie immer man das beurteilen will: Die entscheidende Entwicklung der Lyrik im Prozess der Moderne geht nicht von Neuem aus. Der Impuls kommt vielmehr von einer Orientierung an archetypischen Modellen. Die mit Klopstock (v.a. als Ode) entstehende Lyrik nach antiken Formen greift weit zurück auf strenge Muster der Antike, aber mit einem Überschuss an Intention. Das reicht etwa bei den Revolutionsoden bis in die Weltveränderung von 1789 hinein. – Die mit Herder entstehende Volksliedlyrik wird als Rückgewinn oraler Traditionen inszeniert und wendet sich von hierher gegen die konventionellen Schreibweisen in der Literatur der eigenen Gegenwart. Dabei kommt es zu einer Auslotung moderner Subjektivität, die tief hineinführt ins „Labyrinth der Brust“ (Goethe: An den Mond).
Das Seminar widmet sich dieser Genese moderner Lyrik durch die Analyse einzelner Texte und orientiert sich dabei an der Differenz der Gattungsparadigmen Ode und Lied. Grundsätzlich geht es auch um den kategorialen Anspruch der sogenannten „Kunstperiode“ (Herder), Welt in ihren Dimensionen ästhetisch zu begreifen. Die Oden- und Liedlyrik der Zeit zwischen Klopstock und Mörike löst diesen Anspruch ein.
Für die Veranstaltung wird ein Reader erstellt, der kanonische, typische und abweichende Texte der Kunstperiode versammelt. Der Reader ist ab Mitte September als pdf-Dokument über stud-ip erreichbar.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-III3b-2Genozide in Literatur und Film

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Genozide in Literatur und Film
Der Genozid, nach dem Völkerstrafgesetzbuch die „Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“, gehört zu den furchtbaren Konstanten des 20. Jahrhunderts. Er stellt Literatur und Film vor besondere Probleme der Repräsentation: wie lassen sich die Opfer, die grauenvollen Taten selbst, für die es oft kaum überlebende Zeugen gibt, aber auch die Täter und deren Motivationen angemessen darstellen?
Im Seminar wollen wir dafür historische und literarische Beispiele vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts untersuchen: der Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen in Südwest-Afrika (Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest; Uwe Timm: Morenga); an den Armeniern (Franz Werfel: Die 40 Tage des Musa Dagh; Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste; Fatih Akin: The Cut); an den Juden (Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten; Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten; Roberto Benigni: Das Leben ist schön); in Ruanda (Lukas Bärfuss: Hundert Tage); in Srebrenica (Saša Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert).
Lit.: Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt/M. 2003

Prof. Dr. Axel Dunker

B2 Texte und Kontexte Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereichh ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-2Idylle

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)

Dass etwas idyllisch ist, stellen wir auch heute noch oft fest (ein Moment der Ruhe in der Natur z.B.); die literarische Gattung der Idylle dagegen ist den meisten eher fremd. Dabei war die literarische Idylle im 18. und 19. Jahrhundert – in ihren Vorformen im Grunde seit der Antike – eine weit verbreitete Form, in deren Medium auch politische, soziale und ästhetische Fragen diskutiert wurden. In literaturgeschichtlicher Perspektive ist die Idylle interessant, insofern diese Gattung mindestens bis zum Beginn der Moderne mit relativ geringen Variationen eines mehr oder weniger festen Motiv- und Formenarsenals auskommt und es so ermöglicht, literaturgeschichtliche Transformationsprozesse im Detail sowie die jeweiligen funktio¬nel¬len Rahmungen der Texte zu beobachten. Das bedeutet auch, gattungstheoretische Fragen in kulturwissenschaftlicher Perspektive zu erweitern. So wird deutlich, dass das Idyllische bis heute ein relevantes (wenn auch gern verleugnetes) Muster der Erfahrungsmodellierung und sozialer Selbstverständigungs¬prozesse ist.
Im Seminar werden wir neben literarischen Texten v.a. vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart theoretische Texte zur Gattung lesen, um deren Leistung für eine Deutung des Phänomens Idylle zu diskutieren. Das Seminar orientiert sich konzeptuell an einem geplanten Handbuch zur Idylle und damit einer Publikationsform, die sich u.a. an Studierende richtet. Die Teilnehmenden können daher die Anlage des Handbuchs kritisch begleiten und, bei Interesse, Genaueres über den Entstehungsprozess einer solcher Publikation erfahren.
Zur Einführung empfohlen: Renate Böschenstein: Idyllisch/Idylle. In: Karlheinz Barck u.a. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe (ÄGB). Ein historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Stuttgart, Weimar: Metzler 2001, Bd. 3, S. 119–138.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-III3a-1Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)
Wie immer man das beurteilen will: Die entscheidende Entwicklung der Lyrik im Prozess der Moderne geht nicht von Neuem aus. Der Impuls kommt vielmehr von einer Orientierung an archetypischen Modellen. Die mit Klopstock (v.a. als Ode) entstehende Lyrik nach antiken Formen greift weit zurück auf strenge Muster der Antike, aber mit einem Überschuss an Intention. Das reicht etwa bei den Revolutionsoden bis in die Weltveränderung von 1789 hinein. – Die mit Herder entstehende Volksliedlyrik wird als Rückgewinn oraler Traditionen inszeniert und wendet sich von hierher gegen die konventionellen Schreibweisen in der Literatur der eigenen Gegenwart. Dabei kommt es zu einer Auslotung moderner Subjektivität, die tief hineinführt ins „Labyrinth der Brust“ (Goethe: An den Mond).
Das Seminar widmet sich dieser Genese moderner Lyrik durch die Analyse einzelner Texte und orientiert sich dabei an der Differenz der Gattungsparadigmen Ode und Lied. Grundsätzlich geht es auch um den kategorialen Anspruch der sogenannten „Kunstperiode“ (Herder), Welt in ihren Dimensionen ästhetisch zu begreifen. Die Oden- und Liedlyrik der Zeit zwischen Klopstock und Mörike löst diesen Anspruch ein.
Für die Veranstaltung wird ein Reader erstellt, der kanonische, typische und abweichende Texte der Kunstperiode versammelt. Der Reader ist ab Mitte September als pdf-Dokument über stud-ip erreichbar.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-III3a-2Friedrich Dürrenmatt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)

Dieses Seminar im Modul III3a (Germanistik und Kulturgeschichte) des MA Germanistik (PO 2016), in den Modulen B2 (Texte und Kontexte) und D2 (Historizität, Entwicklungen, Prozesse) des MA Germanistik (PO 2018), im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft und im Modul A16 des MEd Deutsch (Gy/OS) befasst sich mit dem Werk des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990), insbesondere dem der fünfziger Jahre.
Die dramatischen Werke und die kriminalliterarischen Erzähltexte dieser Zeit sollen vor dem Hintergrund der Literaturgeschichte (Tragikomödie, Anti-Kriminalromane, etc.), Kulturgeschichte (Kritik an der Wohlstandsgesellschaft, an der Wissenschaft, etc.), Geistesgeschichte (etwa der existentialistischen Philosophie) und der politischen Geschichte (Neutralität der Schweiz, Holocaust, kalter Krieg, etc.) gelesen und interpretiert werden.
Dabei spielt auch die Schweizer Nationalität des Autors eine Rolle, etwa weil die Schweiz nicht direkt in den Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg und den Holocaust verstrickt war, oder weil dort anders als in Deutschland während der 30er und 40er Jahre die Literatur der Welt verfügbar war, also nicht erst in der Nachkriegszeit wieder erschlossen werden musste.
Einen detaillierten Seminarplan einschließlich einer vollständigen Liste der ausgewählten Textgegenstände werde ich im Laufe der Semesterferien (bis spätestens Mitte September) in Stud.IP bekannt geben.
In den Modulen des MA Germanistik und des MEd sind jeweils mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten als Prüfungsformen vorgesehen, so dass beide auch in diesem Seminar angeboten werden. Im Profilmodul des MA TnL ist hingegen nur die Hausarbeit als Modulprüfung vorgesehen.

Dr. Uwe Spörl

C1 Sprachliche Strukturen und Konstruktionen Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter. Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1c-1Grammatikmodelle im Vergleich
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)
Dr. Andreas Jäger
10-M79-III3c-2Wortkunst, Schriftflächen, Sound Clouds - Theorie und Praxis der linguistischen Ästhetik

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 18:15 - 19:45 MZH 1460 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke

C2 Sprachliche Interaktionen und Materialisierungen Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1c-2Die Semiotik des Anderswo - Perspektiven der linguistischen Tourismusforschung

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 3 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-III3c-2Wortkunst, Schriftflächen, Sound Clouds - Theorie und Praxis der linguistischen Ästhetik

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 18:15 - 19:45 MZH 1460 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke

D1 Theorien, Methoden, Modelle Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-I1b-1Kontrafaktisches Erzählen

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:15 - 15:45 (2 SWS) GW2, Raum A3770

Kontrafaktisches Erzählen
Lenin hat 1917 die Schweiz nicht verlassen. Somit gab es keine Oktoberrevolution in Russland, aber die Schweiz wurde eine Sowjetrepublik, was zu einem völlig anderen Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts geführt hat (Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten). Am Ende des 2. Weltkriegs wird das unterlegene Land deindustrialisiert und in ein Agrarsystem umgewandelt (Christoph Ransmayr: Morbus Kitahara). 1948 wurde nach dem Zusammenbruch des Staates Israel in Alaska eine jüdische Enklave gegründet, in der Jiddisch Umgangs- und Amtssprache ist (Michael Chabon: The Yiddish Policemen’s Union). Seit der erfolgreichen Revolution von 1968 umschließt eine Mauer einen Teil von Paris, in dem sich Anarchisten, Intellektuelle, Kriminelle und Abenteurer angesiedelt haben (Jorge Semprun: Algarabía oder Die neuen Geheimnisse von Paris). In Wahrheit hat ein gewisser Klaus Uhltzscht die Berliner Mauer umgestoßen, so dass die Geschichte neu geschrieben werden muss (Thomas Brussig: Helden wie wir).
In diesen und anderen Texten, die sich als Sonderformen des historischen Romans bezeichnen lassen, erprobt die Literatur ‚kontrafaktische Geschichtsdarstellungen‘, Versionen von ‚alternative history‘, in denen sich häufig utopische und dystopische Elemente miteinander verbinden. Was kann kontrafaktisches Erzählen für die Auseinandersetzung mit kollektiven Geschichtsbildern leisten? Was für Konzepte von Geschichte werden aufgerufen und verformt? Sagt das etwas aus über den Stellenwert von Fiktion in Bezug auf Historie und die scheinbare Alternativlosigkeit politischen Denkens und Handelns?
Lit.: Christoph Rodiek: Erfundene Vergangenheit. Kontrafaktische Geschichtsdarstellung (Uchronie) in der Literatur. Frankfurt/M. 1997; Andreas Martin Widmann: Kontrafaktische Geschichtsdarstellung. Heidelberg 2009.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-I1b-2Moderne Figurennarratologie und vormoderne Figuren

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Die Figur ist – obwohl wesentlicher Bestandteil der erzählten Welt – erst in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Gegenstand der modernen (und erst recht der mediävistischen) Narratologie geworden. Nach der die aktuelle Diskussion tendenziell dominierenden neueren kognitiven Figurennarratologie sind Figuren mentale Modelle von Personen; bei der Figurenkonstitution wirken direkte und indirekte Zuschreibungen in den Texten zusammen mit Inferenzen der Rezipient*innen aus deren Welt- und Textwissen. Für die Figuren vormoderner Literatur, die lange nur als Handlungsträger galten, muss das methodische Instrumentarium der strukturalen und kognitiven Narratologie, im Verbund mit den Erkenntnissen der historischen Anthropologie, angepasst und geschärft werden: Figuren mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Erzähltexte sind keine ‚Charaktere‘; nicht-identitäre Figurenkonstitution ist gängig; Innenweltdarstellung und Fokalisierung oder gar Veränderung und ‚Entwicklung‘ begegnen vergleichsweise selten. Im Seminar sollen zentrale Ansätze der modernen Figurennarratologie diskutiert und auf Haupt- und Nebenfiguren von Wolframs von Eschenbach ‚Parzival’ angewendet werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
Amina Sahinovic
10-M79-I1c-1Grammatikmodelle im Vergleich
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)
Dr. Andreas Jäger
10-M79-III3b-2Genozide in Literatur und Film

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Genozide in Literatur und Film
Der Genozid, nach dem Völkerstrafgesetzbuch die „Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“, gehört zu den furchtbaren Konstanten des 20. Jahrhunderts. Er stellt Literatur und Film vor besondere Probleme der Repräsentation: wie lassen sich die Opfer, die grauenvollen Taten selbst, für die es oft kaum überlebende Zeugen gibt, aber auch die Täter und deren Motivationen angemessen darstellen?
Im Seminar wollen wir dafür historische und literarische Beispiele vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts untersuchen: der Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen in Südwest-Afrika (Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest; Uwe Timm: Morenga); an den Armeniern (Franz Werfel: Die 40 Tage des Musa Dagh; Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste; Fatih Akin: The Cut); an den Juden (Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten; Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten; Roberto Benigni: Das Leben ist schön); in Ruanda (Lukas Bärfuss: Hundert Tage); in Srebrenica (Saša Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert).
Lit.: Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt/M. 2003

Prof. Dr. Axel Dunker

D2 Historizität, Entwicklungen, Prozesse Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-I1a-2Idylle

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)

Dass etwas idyllisch ist, stellen wir auch heute noch oft fest (ein Moment der Ruhe in der Natur z.B.); die literarische Gattung der Idylle dagegen ist den meisten eher fremd. Dabei war die literarische Idylle im 18. und 19. Jahrhundert – in ihren Vorformen im Grunde seit der Antike – eine weit verbreitete Form, in deren Medium auch politische, soziale und ästhetische Fragen diskutiert wurden. In literaturgeschichtlicher Perspektive ist die Idylle interessant, insofern diese Gattung mindestens bis zum Beginn der Moderne mit relativ geringen Variationen eines mehr oder weniger festen Motiv- und Formenarsenals auskommt und es so ermöglicht, literaturgeschichtliche Transformationsprozesse im Detail sowie die jeweiligen funktio¬nel¬len Rahmungen der Texte zu beobachten. Das bedeutet auch, gattungstheoretische Fragen in kulturwissenschaftlicher Perspektive zu erweitern. So wird deutlich, dass das Idyllische bis heute ein relevantes (wenn auch gern verleugnetes) Muster der Erfahrungsmodellierung und sozialer Selbstverständigungs¬prozesse ist.
Im Seminar werden wir neben literarischen Texten v.a. vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart theoretische Texte zur Gattung lesen, um deren Leistung für eine Deutung des Phänomens Idylle zu diskutieren. Das Seminar orientiert sich konzeptuell an einem geplanten Handbuch zur Idylle und damit einer Publikationsform, die sich u.a. an Studierende richtet. Die Teilnehmenden können daher die Anlage des Handbuchs kritisch begleiten und, bei Interesse, Genaueres über den Entstehungsprozess einer solcher Publikation erfahren.
Zur Einführung empfohlen: Renate Böschenstein: Idyllisch/Idylle. In: Karlheinz Barck u.a. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe (ÄGB). Ein historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Stuttgart, Weimar: Metzler 2001, Bd. 3, S. 119–138.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-I1b-2Moderne Figurennarratologie und vormoderne Figuren

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Die Figur ist – obwohl wesentlicher Bestandteil der erzählten Welt – erst in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Gegenstand der modernen (und erst recht der mediävistischen) Narratologie geworden. Nach der die aktuelle Diskussion tendenziell dominierenden neueren kognitiven Figurennarratologie sind Figuren mentale Modelle von Personen; bei der Figurenkonstitution wirken direkte und indirekte Zuschreibungen in den Texten zusammen mit Inferenzen der Rezipient*innen aus deren Welt- und Textwissen. Für die Figuren vormoderner Literatur, die lange nur als Handlungsträger galten, muss das methodische Instrumentarium der strukturalen und kognitiven Narratologie, im Verbund mit den Erkenntnissen der historischen Anthropologie, angepasst und geschärft werden: Figuren mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Erzähltexte sind keine ‚Charaktere‘; nicht-identitäre Figurenkonstitution ist gängig; Innenweltdarstellung und Fokalisierung oder gar Veränderung und ‚Entwicklung‘ begegnen vergleichsweise selten. Im Seminar sollen zentrale Ansätze der modernen Figurennarratologie diskutiert und auf Haupt- und Nebenfiguren von Wolframs von Eschenbach ‚Parzival’ angewendet werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
Amina Sahinovic
10-M79-I1d-1Aus Alt mach' Neu. Spuren des Mittelhochdeutschen im Neuhochdeutschen

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:15 - 13:45 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-I1d-2Frühneuhochdeutsch

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 SFG 2040 (2 SWS)
Dr. Ute Siewerts
10-M79-III3a-1Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)
Wie immer man das beurteilen will: Die entscheidende Entwicklung der Lyrik im Prozess der Moderne geht nicht von Neuem aus. Der Impuls kommt vielmehr von einer Orientierung an archetypischen Modellen. Die mit Klopstock (v.a. als Ode) entstehende Lyrik nach antiken Formen greift weit zurück auf strenge Muster der Antike, aber mit einem Überschuss an Intention. Das reicht etwa bei den Revolutionsoden bis in die Weltveränderung von 1789 hinein. – Die mit Herder entstehende Volksliedlyrik wird als Rückgewinn oraler Traditionen inszeniert und wendet sich von hierher gegen die konventionellen Schreibweisen in der Literatur der eigenen Gegenwart. Dabei kommt es zu einer Auslotung moderner Subjektivität, die tief hineinführt ins „Labyrinth der Brust“ (Goethe: An den Mond).
Das Seminar widmet sich dieser Genese moderner Lyrik durch die Analyse einzelner Texte und orientiert sich dabei an der Differenz der Gattungsparadigmen Ode und Lied. Grundsätzlich geht es auch um den kategorialen Anspruch der sogenannten „Kunstperiode“ (Herder), Welt in ihren Dimensionen ästhetisch zu begreifen. Die Oden- und Liedlyrik der Zeit zwischen Klopstock und Mörike löst diesen Anspruch ein.
Für die Veranstaltung wird ein Reader erstellt, der kanonische, typische und abweichende Texte der Kunstperiode versammelt. Der Reader ist ab Mitte September als pdf-Dokument über stud-ip erreichbar.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-III3a-2Friedrich Dürrenmatt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)

Dieses Seminar im Modul III3a (Germanistik und Kulturgeschichte) des MA Germanistik (PO 2016), in den Modulen B2 (Texte und Kontexte) und D2 (Historizität, Entwicklungen, Prozesse) des MA Germanistik (PO 2018), im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft und im Modul A16 des MEd Deutsch (Gy/OS) befasst sich mit dem Werk des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990), insbesondere dem der fünfziger Jahre.
Die dramatischen Werke und die kriminalliterarischen Erzähltexte dieser Zeit sollen vor dem Hintergrund der Literaturgeschichte (Tragikomödie, Anti-Kriminalromane, etc.), Kulturgeschichte (Kritik an der Wohlstandsgesellschaft, an der Wissenschaft, etc.), Geistesgeschichte (etwa der existentialistischen Philosophie) und der politischen Geschichte (Neutralität der Schweiz, Holocaust, kalter Krieg, etc.) gelesen und interpretiert werden.
Dabei spielt auch die Schweizer Nationalität des Autors eine Rolle, etwa weil die Schweiz nicht direkt in den Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg und den Holocaust verstrickt war, oder weil dort anders als in Deutschland während der 30er und 40er Jahre die Literatur der Welt verfügbar war, also nicht erst in der Nachkriegszeit wieder erschlossen werden musste.
Einen detaillierten Seminarplan einschließlich einer vollständigen Liste der ausgewählten Textgegenstände werde ich im Laufe der Semesterferien (bis spätestens Mitte September) in Stud.IP bekannt geben.
In den Modulen des MA Germanistik und des MEd sind jeweils mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten als Prüfungsformen vorgesehen, so dass beide auch in diesem Seminar angeboten werden. Im Profilmodul des MA TnL ist hingegen nur die Hausarbeit als Modulprüfung vorgesehen.

Dr. Uwe Spörl
10-M79-III3b-1Die Nibelungen auf der Bühne

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW1 A1070 - gesperrt- (2 SWS)

Der (heldenepische) Nibelungenstoff, überliefert im mittelhochdeutschen ‚Nibelungenlied‘ (um 1200) und in altnordischen Liedern und Sagas (tradiert ab Mitte des 13. Jahrhunderts), ist in der Neuzeit vielfältig rezipiert worden, auffällig häufig auch in Dramenform. Der Stoff hat, gerade in der auf pointierte Dialoge und spektakuläre Schauszenen fokussierten Version des ‚Nibelungenlieds‘, performative und dramatische Qualitäten. Im Seminar sollen ausgewählte Dramen und Bühnenversionen des Nibelungenstoffs von Hans Sachs (1557) bis Moritz Rinke (überarbeitete Fassung 2007) untersucht werden. Mit dem ‚Nibelungenlied‘ und den altnordischen Zeugnissen verglichen werden insbesondere Friedrich Hebbels Trauerspiel in drei Abteilungen ‚Die Nibelungen‘ (1861) und Richard Wagners Musikdramen-Tetralogie ‚Der Ring des Nibelungen’ (1848-1874). Bei entsprechendem Interesse können auch neueste Bearbeitungen (z. B. F. Zaimoglu, A. Ostermaier) einbezogen werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-III3b-2Genozide in Literatur und Film

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Genozide in Literatur und Film
Der Genozid, nach dem Völkerstrafgesetzbuch die „Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“, gehört zu den furchtbaren Konstanten des 20. Jahrhunderts. Er stellt Literatur und Film vor besondere Probleme der Repräsentation: wie lassen sich die Opfer, die grauenvollen Taten selbst, für die es oft kaum überlebende Zeugen gibt, aber auch die Täter und deren Motivationen angemessen darstellen?
Im Seminar wollen wir dafür historische und literarische Beispiele vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts untersuchen: der Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen in Südwest-Afrika (Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest; Uwe Timm: Morenga); an den Armeniern (Franz Werfel: Die 40 Tage des Musa Dagh; Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste; Fatih Akin: The Cut); an den Juden (Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten; Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten; Roberto Benigni: Das Leben ist schön); in Ruanda (Lukas Bärfuss: Hundert Tage); in Srebrenica (Saša Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert).
Lit.: Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt/M. 2003

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-III3c-1Monströse Körper in der Vormoderne

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Monströse, hybride und fremdartige Körper übten schon in der Vormoderne einen ungeheuren Reiz auf Menschen aus und sind immer wieder Gegenstand künstlerischen Schaffens. Im Mittelalter sollen Monstren die sündigen Menschen ermahnen und die Allmacht Gottes zeigen, der sie geschaffen hat. Sie dienten aber auch der Auseinandersetzung mit dem Fremden und Eigenen sowie der Unterhaltung. Im Seminar werden wir monströse Körper in Bild und Text behandeln und hinsichtlich ihrer Zeichenhaftigkeit sowie der Bestimmung der Kategorien Schönheit und Hässlichkeit analysieren. Auch moderne Monsterdarstellungen, etwa in der Fantasyliteratur oder in Science Fiction, können auf Wunsch behandelt werden.

Dieses Seminar wird für den alten und den neuen Master Germanistik angeboten. Die ggf. unterschiedlichen Anforderungen werden in der ersten Sitzung besprochen. General Studies-Studierende und Gäste sind willkommen.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock

D3 Textualität, Medialität, Kommunikation Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-I1b-1Kontrafaktisches Erzählen

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:15 - 15:45 (2 SWS) GW2, Raum A3770

Kontrafaktisches Erzählen
Lenin hat 1917 die Schweiz nicht verlassen. Somit gab es keine Oktoberrevolution in Russland, aber die Schweiz wurde eine Sowjetrepublik, was zu einem völlig anderen Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts geführt hat (Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten). Am Ende des 2. Weltkriegs wird das unterlegene Land deindustrialisiert und in ein Agrarsystem umgewandelt (Christoph Ransmayr: Morbus Kitahara). 1948 wurde nach dem Zusammenbruch des Staates Israel in Alaska eine jüdische Enklave gegründet, in der Jiddisch Umgangs- und Amtssprache ist (Michael Chabon: The Yiddish Policemen’s Union). Seit der erfolgreichen Revolution von 1968 umschließt eine Mauer einen Teil von Paris, in dem sich Anarchisten, Intellektuelle, Kriminelle und Abenteurer angesiedelt haben (Jorge Semprun: Algarabía oder Die neuen Geheimnisse von Paris). In Wahrheit hat ein gewisser Klaus Uhltzscht die Berliner Mauer umgestoßen, so dass die Geschichte neu geschrieben werden muss (Thomas Brussig: Helden wie wir).
In diesen und anderen Texten, die sich als Sonderformen des historischen Romans bezeichnen lassen, erprobt die Literatur ‚kontrafaktische Geschichtsdarstellungen‘, Versionen von ‚alternative history‘, in denen sich häufig utopische und dystopische Elemente miteinander verbinden. Was kann kontrafaktisches Erzählen für die Auseinandersetzung mit kollektiven Geschichtsbildern leisten? Was für Konzepte von Geschichte werden aufgerufen und verformt? Sagt das etwas aus über den Stellenwert von Fiktion in Bezug auf Historie und die scheinbare Alternativlosigkeit politischen Denkens und Handelns?
Lit.: Christoph Rodiek: Erfundene Vergangenheit. Kontrafaktische Geschichtsdarstellung (Uchronie) in der Literatur. Frankfurt/M. 1997; Andreas Martin Widmann: Kontrafaktische Geschichtsdarstellung. Heidelberg 2009.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-III3b-1Die Nibelungen auf der Bühne

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW1 A1070 - gesperrt- (2 SWS)

Der (heldenepische) Nibelungenstoff, überliefert im mittelhochdeutschen ‚Nibelungenlied‘ (um 1200) und in altnordischen Liedern und Sagas (tradiert ab Mitte des 13. Jahrhunderts), ist in der Neuzeit vielfältig rezipiert worden, auffällig häufig auch in Dramenform. Der Stoff hat, gerade in der auf pointierte Dialoge und spektakuläre Schauszenen fokussierten Version des ‚Nibelungenlieds‘, performative und dramatische Qualitäten. Im Seminar sollen ausgewählte Dramen und Bühnenversionen des Nibelungenstoffs von Hans Sachs (1557) bis Moritz Rinke (überarbeitete Fassung 2007) untersucht werden. Mit dem ‚Nibelungenlied‘ und den altnordischen Zeugnissen verglichen werden insbesondere Friedrich Hebbels Trauerspiel in drei Abteilungen ‚Die Nibelungen‘ (1861) und Richard Wagners Musikdramen-Tetralogie ‚Der Ring des Nibelungen’ (1848-1874). Bei entsprechendem Interesse können auch neueste Bearbeitungen (z. B. F. Zaimoglu, A. Ostermaier) einbezogen werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-III3b-2Genozide in Literatur und Film

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Genozide in Literatur und Film
Der Genozid, nach dem Völkerstrafgesetzbuch die „Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“, gehört zu den furchtbaren Konstanten des 20. Jahrhunderts. Er stellt Literatur und Film vor besondere Probleme der Repräsentation: wie lassen sich die Opfer, die grauenvollen Taten selbst, für die es oft kaum überlebende Zeugen gibt, aber auch die Täter und deren Motivationen angemessen darstellen?
Im Seminar wollen wir dafür historische und literarische Beispiele vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts untersuchen: der Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen in Südwest-Afrika (Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest; Uwe Timm: Morenga); an den Armeniern (Franz Werfel: Die 40 Tage des Musa Dagh; Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste; Fatih Akin: The Cut); an den Juden (Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten; Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten; Roberto Benigni: Das Leben ist schön); in Ruanda (Lukas Bärfuss: Hundert Tage); in Srebrenica (Saša Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert).
Lit.: Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt/M. 2003

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-III3c-2Wortkunst, Schriftflächen, Sound Clouds - Theorie und Praxis der linguistischen Ästhetik

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 18:15 - 19:45 MZH 1460 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke

D4 Diskurse, Wissen, Kulturalität Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-I1a-2Idylle

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)

Dass etwas idyllisch ist, stellen wir auch heute noch oft fest (ein Moment der Ruhe in der Natur z.B.); die literarische Gattung der Idylle dagegen ist den meisten eher fremd. Dabei war die literarische Idylle im 18. und 19. Jahrhundert – in ihren Vorformen im Grunde seit der Antike – eine weit verbreitete Form, in deren Medium auch politische, soziale und ästhetische Fragen diskutiert wurden. In literaturgeschichtlicher Perspektive ist die Idylle interessant, insofern diese Gattung mindestens bis zum Beginn der Moderne mit relativ geringen Variationen eines mehr oder weniger festen Motiv- und Formenarsenals auskommt und es so ermöglicht, literaturgeschichtliche Transformationsprozesse im Detail sowie die jeweiligen funktio¬nel¬len Rahmungen der Texte zu beobachten. Das bedeutet auch, gattungstheoretische Fragen in kulturwissenschaftlicher Perspektive zu erweitern. So wird deutlich, dass das Idyllische bis heute ein relevantes (wenn auch gern verleugnetes) Muster der Erfahrungsmodellierung und sozialer Selbstverständigungs¬prozesse ist.
Im Seminar werden wir neben literarischen Texten v.a. vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart theoretische Texte zur Gattung lesen, um deren Leistung für eine Deutung des Phänomens Idylle zu diskutieren. Das Seminar orientiert sich konzeptuell an einem geplanten Handbuch zur Idylle und damit einer Publikationsform, die sich u.a. an Studierende richtet. Die Teilnehmenden können daher die Anlage des Handbuchs kritisch begleiten und, bei Interesse, Genaueres über den Entstehungsprozess einer solcher Publikation erfahren.
Zur Einführung empfohlen: Renate Böschenstein: Idyllisch/Idylle. In: Karlheinz Barck u.a. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe (ÄGB). Ein historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Stuttgart, Weimar: Metzler 2001, Bd. 3, S. 119–138.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-I1c-2Die Semiotik des Anderswo - Perspektiven der linguistischen Tourismusforschung

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 3 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-III3a-1Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)
Wie immer man das beurteilen will: Die entscheidende Entwicklung der Lyrik im Prozess der Moderne geht nicht von Neuem aus. Der Impuls kommt vielmehr von einer Orientierung an archetypischen Modellen. Die mit Klopstock (v.a. als Ode) entstehende Lyrik nach antiken Formen greift weit zurück auf strenge Muster der Antike, aber mit einem Überschuss an Intention. Das reicht etwa bei den Revolutionsoden bis in die Weltveränderung von 1789 hinein. – Die mit Herder entstehende Volksliedlyrik wird als Rückgewinn oraler Traditionen inszeniert und wendet sich von hierher gegen die konventionellen Schreibweisen in der Literatur der eigenen Gegenwart. Dabei kommt es zu einer Auslotung moderner Subjektivität, die tief hineinführt ins „Labyrinth der Brust“ (Goethe: An den Mond).
Das Seminar widmet sich dieser Genese moderner Lyrik durch die Analyse einzelner Texte und orientiert sich dabei an der Differenz der Gattungsparadigmen Ode und Lied. Grundsätzlich geht es auch um den kategorialen Anspruch der sogenannten „Kunstperiode“ (Herder), Welt in ihren Dimensionen ästhetisch zu begreifen. Die Oden- und Liedlyrik der Zeit zwischen Klopstock und Mörike löst diesen Anspruch ein.
Für die Veranstaltung wird ein Reader erstellt, der kanonische, typische und abweichende Texte der Kunstperiode versammelt. Der Reader ist ab Mitte September als pdf-Dokument über stud-ip erreichbar.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-III3a-2Friedrich Dürrenmatt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)

Dieses Seminar im Modul III3a (Germanistik und Kulturgeschichte) des MA Germanistik (PO 2016), in den Modulen B2 (Texte und Kontexte) und D2 (Historizität, Entwicklungen, Prozesse) des MA Germanistik (PO 2018), im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft und im Modul A16 des MEd Deutsch (Gy/OS) befasst sich mit dem Werk des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990), insbesondere dem der fünfziger Jahre.
Die dramatischen Werke und die kriminalliterarischen Erzähltexte dieser Zeit sollen vor dem Hintergrund der Literaturgeschichte (Tragikomödie, Anti-Kriminalromane, etc.), Kulturgeschichte (Kritik an der Wohlstandsgesellschaft, an der Wissenschaft, etc.), Geistesgeschichte (etwa der existentialistischen Philosophie) und der politischen Geschichte (Neutralität der Schweiz, Holocaust, kalter Krieg, etc.) gelesen und interpretiert werden.
Dabei spielt auch die Schweizer Nationalität des Autors eine Rolle, etwa weil die Schweiz nicht direkt in den Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg und den Holocaust verstrickt war, oder weil dort anders als in Deutschland während der 30er und 40er Jahre die Literatur der Welt verfügbar war, also nicht erst in der Nachkriegszeit wieder erschlossen werden musste.
Einen detaillierten Seminarplan einschließlich einer vollständigen Liste der ausgewählten Textgegenstände werde ich im Laufe der Semesterferien (bis spätestens Mitte September) in Stud.IP bekannt geben.
In den Modulen des MA Germanistik und des MEd sind jeweils mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten als Prüfungsformen vorgesehen, so dass beide auch in diesem Seminar angeboten werden. Im Profilmodul des MA TnL ist hingegen nur die Hausarbeit als Modulprüfung vorgesehen.

Dr. Uwe Spörl
10-M79-III3b-2Genozide in Literatur und Film

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Genozide in Literatur und Film
Der Genozid, nach dem Völkerstrafgesetzbuch die „Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“, gehört zu den furchtbaren Konstanten des 20. Jahrhunderts. Er stellt Literatur und Film vor besondere Probleme der Repräsentation: wie lassen sich die Opfer, die grauenvollen Taten selbst, für die es oft kaum überlebende Zeugen gibt, aber auch die Täter und deren Motivationen angemessen darstellen?
Im Seminar wollen wir dafür historische und literarische Beispiele vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts untersuchen: der Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen in Südwest-Afrika (Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest; Uwe Timm: Morenga); an den Armeniern (Franz Werfel: Die 40 Tage des Musa Dagh; Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste; Fatih Akin: The Cut); an den Juden (Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten; Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten; Roberto Benigni: Das Leben ist schön); in Ruanda (Lukas Bärfuss: Hundert Tage); in Srebrenica (Saša Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert).
Lit.: Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt/M. 2003

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-III3c-1Monströse Körper in der Vormoderne

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Monströse, hybride und fremdartige Körper übten schon in der Vormoderne einen ungeheuren Reiz auf Menschen aus und sind immer wieder Gegenstand künstlerischen Schaffens. Im Mittelalter sollen Monstren die sündigen Menschen ermahnen und die Allmacht Gottes zeigen, der sie geschaffen hat. Sie dienten aber auch der Auseinandersetzung mit dem Fremden und Eigenen sowie der Unterhaltung. Im Seminar werden wir monströse Körper in Bild und Text behandeln und hinsichtlich ihrer Zeichenhaftigkeit sowie der Bestimmung der Kategorien Schönheit und Hässlichkeit analysieren. Auch moderne Monsterdarstellungen, etwa in der Fantasyliteratur oder in Science Fiction, können auf Wunsch behandelt werden.

Dieses Seminar wird für den alten und den neuen Master Germanistik angeboten. Die ggf. unterschiedlichen Anforderungen werden in der ersten Sitzung besprochen. General Studies-Studierende und Gäste sind willkommen.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-III3c-2Wortkunst, Schriftflächen, Sound Clouds - Theorie und Praxis der linguistischen Ästhetik

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 18:15 - 19:45 MZH 1460 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke

Ia Literaturgeschichte (vertieft) Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de


Das Modul Literaturgeschichte (vertieft) findet regelmaessig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind zwei Veranstaltungen mit insgesamt 4 SWS auszuwählen.
Hinzu kommen - in Abstimmung mit der/dem Modulbeauftragten - Lektüreaufgaben im Selbststudium, um vorhandene Lücken im Bereich der Literaturgeschichte zu schliessen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-I1a-2Idylle

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)

Dass etwas idyllisch ist, stellen wir auch heute noch oft fest (ein Moment der Ruhe in der Natur z.B.); die literarische Gattung der Idylle dagegen ist den meisten eher fremd. Dabei war die literarische Idylle im 18. und 19. Jahrhundert – in ihren Vorformen im Grunde seit der Antike – eine weit verbreitete Form, in deren Medium auch politische, soziale und ästhetische Fragen diskutiert wurden. In literaturgeschichtlicher Perspektive ist die Idylle interessant, insofern diese Gattung mindestens bis zum Beginn der Moderne mit relativ geringen Variationen eines mehr oder weniger festen Motiv- und Formenarsenals auskommt und es so ermöglicht, literaturgeschichtliche Transformationsprozesse im Detail sowie die jeweiligen funktio¬nel¬len Rahmungen der Texte zu beobachten. Das bedeutet auch, gattungstheoretische Fragen in kulturwissenschaftlicher Perspektive zu erweitern. So wird deutlich, dass das Idyllische bis heute ein relevantes (wenn auch gern verleugnetes) Muster der Erfahrungsmodellierung und sozialer Selbstverständigungs¬prozesse ist.
Im Seminar werden wir neben literarischen Texten v.a. vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart theoretische Texte zur Gattung lesen, um deren Leistung für eine Deutung des Phänomens Idylle zu diskutieren. Das Seminar orientiert sich konzeptuell an einem geplanten Handbuch zur Idylle und damit einer Publikationsform, die sich u.a. an Studierende richtet. Die Teilnehmenden können daher die Anlage des Handbuchs kritisch begleiten und, bei Interesse, Genaueres über den Entstehungsprozess einer solcher Publikation erfahren.
Zur Einführung empfohlen: Renate Böschenstein: Idyllisch/Idylle. In: Karlheinz Barck u.a. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe (ÄGB). Ein historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Stuttgart, Weimar: Metzler 2001, Bd. 3, S. 119–138.

Dr. Jan Gerstner

Ib Methodologie und Theorie der Literatur Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

Das Modul Methodologie und Theorie der Literatur findet regelmaessig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind zwei Veranstaltungen mit insgesamt 4 SWS auszuwaehlen. Hinzu kommen - in Abstimmung mit der/dem Modulbeauftragten - Lektuereaufgaben im Selbststudium, um vorhandene Luecken im Bereich der Literaturtheorie und der literaturwissenschaftlichen Methodologie zu schliessen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1b-1Kontrafaktisches Erzählen

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:15 - 15:45 (2 SWS) GW2, Raum A3770

Kontrafaktisches Erzählen
Lenin hat 1917 die Schweiz nicht verlassen. Somit gab es keine Oktoberrevolution in Russland, aber die Schweiz wurde eine Sowjetrepublik, was zu einem völlig anderen Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts geführt hat (Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten). Am Ende des 2. Weltkriegs wird das unterlegene Land deindustrialisiert und in ein Agrarsystem umgewandelt (Christoph Ransmayr: Morbus Kitahara). 1948 wurde nach dem Zusammenbruch des Staates Israel in Alaska eine jüdische Enklave gegründet, in der Jiddisch Umgangs- und Amtssprache ist (Michael Chabon: The Yiddish Policemen’s Union). Seit der erfolgreichen Revolution von 1968 umschließt eine Mauer einen Teil von Paris, in dem sich Anarchisten, Intellektuelle, Kriminelle und Abenteurer angesiedelt haben (Jorge Semprun: Algarabía oder Die neuen Geheimnisse von Paris). In Wahrheit hat ein gewisser Klaus Uhltzscht die Berliner Mauer umgestoßen, so dass die Geschichte neu geschrieben werden muss (Thomas Brussig: Helden wie wir).
In diesen und anderen Texten, die sich als Sonderformen des historischen Romans bezeichnen lassen, erprobt die Literatur ‚kontrafaktische Geschichtsdarstellungen‘, Versionen von ‚alternative history‘, in denen sich häufig utopische und dystopische Elemente miteinander verbinden. Was kann kontrafaktisches Erzählen für die Auseinandersetzung mit kollektiven Geschichtsbildern leisten? Was für Konzepte von Geschichte werden aufgerufen und verformt? Sagt das etwas aus über den Stellenwert von Fiktion in Bezug auf Historie und die scheinbare Alternativlosigkeit politischen Denkens und Handelns?
Lit.: Christoph Rodiek: Erfundene Vergangenheit. Kontrafaktische Geschichtsdarstellung (Uchronie) in der Literatur. Frankfurt/M. 1997; Andreas Martin Widmann: Kontrafaktische Geschichtsdarstellung. Heidelberg 2009.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-I1b-2Moderne Figurennarratologie und vormoderne Figuren

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Die Figur ist – obwohl wesentlicher Bestandteil der erzählten Welt – erst in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Gegenstand der modernen (und erst recht der mediävistischen) Narratologie geworden. Nach der die aktuelle Diskussion tendenziell dominierenden neueren kognitiven Figurennarratologie sind Figuren mentale Modelle von Personen; bei der Figurenkonstitution wirken direkte und indirekte Zuschreibungen in den Texten zusammen mit Inferenzen der Rezipient*innen aus deren Welt- und Textwissen. Für die Figuren vormoderner Literatur, die lange nur als Handlungsträger galten, muss das methodische Instrumentarium der strukturalen und kognitiven Narratologie, im Verbund mit den Erkenntnissen der historischen Anthropologie, angepasst und geschärft werden: Figuren mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Erzähltexte sind keine ‚Charaktere‘; nicht-identitäre Figurenkonstitution ist gängig; Innenweltdarstellung und Fokalisierung oder gar Veränderung und ‚Entwicklung‘ begegnen vergleichsweise selten. Im Seminar sollen zentrale Ansätze der modernen Figurennarratologie diskutiert und auf Haupt- und Nebenfiguren von Wolframs von Eschenbach ‚Parzival’ angewendet werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
Amina Sahinovic

Ic Sprachwissenschaft und Semiotik: Theorien und Modelle Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Ingo Warnke in Verbindung mit Dr. Andreas Rothenhoefer, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de rothenhoefer@uni-bremen.de

Das Modul Sprachwissenschaft und Semiotik: Theorien und Modelle findet regelmässig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind zwei Veranstaltungen mit insgesamt 4 SWS auszuwählen. Hinzu kommen - in Abstimmung mit der/dem Modulbeauftragten - Lektüreaufgaben im Selbststudium, um vorhandene Lücken im Bereich der Sprachwissenschaft und Semiotik zu schliessen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1c-1Grammatikmodelle im Vergleich
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 10:15 - 11:45 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)
Dr. Andreas Jäger
10-M79-I1c-2Die Semiotik des Anderswo - Perspektiven der linguistischen Tourismusforschung

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 3 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke

Id Historische Sprachstufen des Deutschen (vertieft) Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de


Das Modul Historische Sprachstufen des Deutschen (vertieft) besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von zusammen 4 SWS. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von 4 SWS auszuwählen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1d-1Aus Alt mach' Neu. Spuren des Mittelhochdeutschen im Neuhochdeutschen

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:15 - 13:45 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-I1d-2Frühneuhochdeutsch

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 SFG 2040 (2 SWS)
Dr. Ute Siewerts

IIIa Germanistik und Kulturgeschichte Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de

Das Modul Germanistik und Kulturgeschichte besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS und findet regelmässig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 4 SWS auszuwählen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-I1a-1Erzählen im Widerspruch: (helden)episches Erzählen im kulturellen und medialen Kontext

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B1216 (2 SWS)

Erzählen ist immer auch ein Versuch, Sinn zu stiften, Ordnung zu schaffen. Widersprüchliches Erzählen dagegen dürfte tendenziell die Ordnung der Texte stören, narrative Sinnstiftung unterlaufen oder verkomplizieren. Auch in vormoderner Erzählliteratur begegnen allenthalben Widersprüche, selbst wenn Unstimmigkeiten, die moderne Leser*innen irritieren, historischen Rezipient*innen nicht notwendig aufgefallen sein müssen: Erzähllogiken, Kohärenzstrategien und Sinnbildungsverfahren sind notwendig zu historisieren. Mit Bezug auf „Widerspruch“ als Leitbegriff der geisteswissenschaftlichen Verbundinitiative „Worlds of Contradiction“ der Universität Bremen analysiert die Vorlesung Erzählbrüche, Widersprüche und Unabgestimmtheiten in der Wissensvergabe, erzähllogische Inkonsistenzen und Irritationspotentiale in ‚epischem‘ Erzählen, vor allem in der hoch- und spätmittelalterlichen Heldenepik. ‚Episches' Erzählen ist noch in der medialen Situation der Mündlichkeit verwurzelt und vermittelt in erster Linie Inhalte des kollektiven Gedächtnisses; Eigenarten dieses Erzählens werden in der Heldenepik zum Stilgestus. Widersprüchlichkeit und Widerspruchstoleranz sind darin omnipräsent. In der Veranstaltung geht es um Universalien widersprüchlichen und/oder sinnstiftenden Erzählens ebenso wie um Unterschiede zwischen ‚epischem‘ und romanhaftem, vormodernem und modernem Erzählen.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Veranstaltungsbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-III3a-1Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)

Ode und Lied - Gattungsparadigmen der Lyrik in der Kunstperiode (1750-1830)
Wie immer man das beurteilen will: Die entscheidende Entwicklung der Lyrik im Prozess der Moderne geht nicht von Neuem aus. Der Impuls kommt vielmehr von einer Orientierung an archetypischen Modellen. Die mit Klopstock (v.a. als Ode) entstehende Lyrik nach antiken Formen greift weit zurück auf strenge Muster der Antike, aber mit einem Überschuss an Intention. Das reicht etwa bei den Revolutionsoden bis in die Weltveränderung von 1789 hinein. – Die mit Herder entstehende Volksliedlyrik wird als Rückgewinn oraler Traditionen inszeniert und wendet sich von hierher gegen die konventionellen Schreibweisen in der Literatur der eigenen Gegenwart. Dabei kommt es zu einer Auslotung moderner Subjektivität, die tief hineinführt ins „Labyrinth der Brust“ (Goethe: An den Mond).
Das Seminar widmet sich dieser Genese moderner Lyrik durch die Analyse einzelner Texte und orientiert sich dabei an der Differenz der Gattungsparadigmen Ode und Lied. Grundsätzlich geht es auch um den kategorialen Anspruch der sogenannten „Kunstperiode“ (Herder), Welt in ihren Dimensionen ästhetisch zu begreifen. Die Oden- und Liedlyrik der Zeit zwischen Klopstock und Mörike löst diesen Anspruch ein.
Für die Veranstaltung wird ein Reader erstellt, der kanonische, typische und abweichende Texte der Kunstperiode versammelt. Der Reader ist ab Mitte September als pdf-Dokument über stud-ip erreichbar.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-III3a-2Friedrich Dürrenmatt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)

Dieses Seminar im Modul III3a (Germanistik und Kulturgeschichte) des MA Germanistik (PO 2016), in den Modulen B2 (Texte und Kontexte) und D2 (Historizität, Entwicklungen, Prozesse) des MA Germanistik (PO 2018), im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft und im Modul A16 des MEd Deutsch (Gy/OS) befasst sich mit dem Werk des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990), insbesondere dem der fünfziger Jahre.
Die dramatischen Werke und die kriminalliterarischen Erzähltexte dieser Zeit sollen vor dem Hintergrund der Literaturgeschichte (Tragikomödie, Anti-Kriminalromane, etc.), Kulturgeschichte (Kritik an der Wohlstandsgesellschaft, an der Wissenschaft, etc.), Geistesgeschichte (etwa der existentialistischen Philosophie) und der politischen Geschichte (Neutralität der Schweiz, Holocaust, kalter Krieg, etc.) gelesen und interpretiert werden.
Dabei spielt auch die Schweizer Nationalität des Autors eine Rolle, etwa weil die Schweiz nicht direkt in den Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg und den Holocaust verstrickt war, oder weil dort anders als in Deutschland während der 30er und 40er Jahre die Literatur der Welt verfügbar war, also nicht erst in der Nachkriegszeit wieder erschlossen werden musste.
Einen detaillierten Seminarplan einschließlich einer vollständigen Liste der ausgewählten Textgegenstände werde ich im Laufe der Semesterferien (bis spätestens Mitte September) in Stud.IP bekannt geben.
In den Modulen des MA Germanistik und des MEd sind jeweils mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten als Prüfungsformen vorgesehen, so dass beide auch in diesem Seminar angeboten werden. Im Profilmodul des MA TnL ist hingegen nur die Hausarbeit als Modulprüfung vorgesehen.

Dr. Uwe Spörl

IIIb Performanz und fiktionale Medien Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

Das Modul Performanz und fiktionale Medien besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 4 SWS auszuwählen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-III3b-1Die Nibelungen auf der Bühne

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW1 A1070 - gesperrt- (2 SWS)

Der (heldenepische) Nibelungenstoff, überliefert im mittelhochdeutschen ‚Nibelungenlied‘ (um 1200) und in altnordischen Liedern und Sagas (tradiert ab Mitte des 13. Jahrhunderts), ist in der Neuzeit vielfältig rezipiert worden, auffällig häufig auch in Dramenform. Der Stoff hat, gerade in der auf pointierte Dialoge und spektakuläre Schauszenen fokussierten Version des ‚Nibelungenlieds‘, performative und dramatische Qualitäten. Im Seminar sollen ausgewählte Dramen und Bühnenversionen des Nibelungenstoffs von Hans Sachs (1557) bis Moritz Rinke (überarbeitete Fassung 2007) untersucht werden. Mit dem ‚Nibelungenlied‘ und den altnordischen Zeugnissen verglichen werden insbesondere Friedrich Hebbels Trauerspiel in drei Abteilungen ‚Die Nibelungen‘ (1861) und Richard Wagners Musikdramen-Tetralogie ‚Der Ring des Nibelungen’ (1848-1874). Bei entsprechendem Interesse können auch neueste Bearbeitungen (z. B. F. Zaimoglu, A. Ostermaier) einbezogen werden.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis September über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: nach Modulbeschreibung und Ankündigung zu Semesterbeginn

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-III3b-2Genozide in Literatur und Film

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Genozide in Literatur und Film
Der Genozid, nach dem Völkerstrafgesetzbuch die „Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“, gehört zu den furchtbaren Konstanten des 20. Jahrhunderts. Er stellt Literatur und Film vor besondere Probleme der Repräsentation: wie lassen sich die Opfer, die grauenvollen Taten selbst, für die es oft kaum überlebende Zeugen gibt, aber auch die Täter und deren Motivationen angemessen darstellen?
Im Seminar wollen wir dafür historische und literarische Beispiele vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts untersuchen: der Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen in Südwest-Afrika (Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest; Uwe Timm: Morenga); an den Armeniern (Franz Werfel: Die 40 Tage des Musa Dagh; Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste; Fatih Akin: The Cut); an den Juden (Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten; Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten; Roberto Benigni: Das Leben ist schön); in Ruanda (Lukas Bärfuss: Hundert Tage); in Srebrenica (Saša Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert).
Lit.: Giorgio Agamben: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt/M. 2003

Prof. Dr. Axel Dunker

IIIc Ästhetik und Semiotik Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Die Module der alten Prüfungsordnung (2016) werden im aktuellen LVV nicht mehr eigens aufgeführt. Studierende, die noch nach der alten Ordnung studieren, werden gebeten, in Abstimmung mit den zuständigen Modulverantwortlichen inhaltlich entsprechende Veranstaltungen aus der neuen Struktur zu wählen.

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Axel Dunker in Verbindung mit Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: adunker@uni-bremen.de iwarnke@uni-bremen.de

Das Modul Ästhetik und Semiotik besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 4 SWS auszuwählen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-III3c-1Monströse Körper in der Vormoderne

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 GW2 A4330 (2 SWS)

Monströse, hybride und fremdartige Körper übten schon in der Vormoderne einen ungeheuren Reiz auf Menschen aus und sind immer wieder Gegenstand künstlerischen Schaffens. Im Mittelalter sollen Monstren die sündigen Menschen ermahnen und die Allmacht Gottes zeigen, der sie geschaffen hat. Sie dienten aber auch der Auseinandersetzung mit dem Fremden und Eigenen sowie der Unterhaltung. Im Seminar werden wir monströse Körper in Bild und Text behandeln und hinsichtlich ihrer Zeichenhaftigkeit sowie der Bestimmung der Kategorien Schönheit und Hässlichkeit analysieren. Auch moderne Monsterdarstellungen, etwa in der Fantasyliteratur oder in Science Fiction, können auf Wunsch behandelt werden.

Dieses Seminar wird für den alten und den neuen Master Germanistik angeboten. Die ggf. unterschiedlichen Anforderungen werden in der ersten Sitzung besprochen. General Studies-Studierende und Gäste sind willkommen.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-III3c-2Wortkunst, Schriftflächen, Sound Clouds - Theorie und Praxis der linguistischen Ästhetik

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 18:15 - 19:45 MZH 1460 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke

Ergänzende Angebote

Ergaenzende Angebote fuer die Studierenden des Master Germanistik bieten
die Moeglichkeit, ueber das Pflicht- und Wahlpflichtprogramm hinaus
Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen. Sie reichen von Angeboten zur
Erweiterung des fachlichen Horizonts ueber fuer Studierende nicht-deutscher Muttersprache bis hin zu Seminaren und Colloquien, in denen erste eigene Forschungen diskutiert werden koennen. Bitte beachten Sie in jedem Einzelfall die Zielgruppe der Veranstaltung und die Teilnahmevoraussetzungen.
In diesen Veranstaltungen werden im Rahmen der Ergaenzenden Angebote
keine ECTS-Punkte fuer das Master-Programm erworben.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-EA-01Ringvorlesung: Reisen und Verortungen in der vormodernen Welt

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Einzeltermine:
Do 31.01.19 14:00 - 16:00 GW2 B3009 (Großer Studierraum)

Die diesjährige Ringvorlesung des Instituts für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung behandelt "Reisen in der vormodernen Welt" und findet wie immer donnerstags, 16.15-17.45 Uhr statt (17.10.2018 bis 13.12.2018). Das genaue Programm und weitere Informationen folgen unter StudIP.


Eingeladen sind Studierende der General Studies, Studierende aller Fächer und die interessierte Öffentlichkeit. Es können auch einzelne Vorträge besucht werden; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos, Literaturhinweise sind von den einzelnen Referent_innen zu erhalten.


Informationen für Studierende:
General Studies: Teilnahmescheine über 1 CP für regelmäßige Teilnahme bzw. 2 CP im Modul "Wissenschaft im Kontext" (Rundgespräch am 13.12.2018, 16.00 Uhr, oder Essay über Vorträge).

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-EA-02Doktorandenkolloquium
Termine nach Vereinbarung.

Colloquium

Einzeltermine:
Mo 19.11.18 16:00 - 19:00 GW2, A3770
Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-EA-03Doktorandenkolloquium
Termine nach Vereinbarung.

Colloquium
Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-EA-04Forschungscolloquium

Colloquium

Einzeltermine:
Fr 01.02.19 16:00 - 18:30 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum)
Prof. Dr. Thomas Althaus
Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-EA-05Forschungskolloquium für Doktoranden

Colloquium
Prof. Dr. Nicole Marx
10-M79-EA-07Felicitas Hoppe in Bremen I: Doppelte Schatzsuche: Die letzte Wahrheit über die Nibelungen. Lesung und Gespräch mit Felicitas Hoppe (Prawda, Nibelungen-Projekt)

Blockeinheit

Einzeltermine:
Do 22.11.18 19:00 - 20:30 Stadtbibliothek Bremen, Am Wall

Doppelte Schatzsuche: Die letzte Wahrheit über die Nibelungen
Lesung und Gespräch mit Felicitas Hoppe (Prawda, Nibelungen-Projekt)

Reisen durch Raum und Zeit spielen im Werk von Felicitas Hoppe eine unübersehbare Rolle: Erzählend wird die Welt, vom Mittelalter bis in die Gegenwart, neu kartographiert. Jetzt hat sich die Schriftstellerin einmal mehr auf den Weg gemacht, über zehntausend Meilen auf den Spuren des russischen Schriftstellerduos Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, die kurz vor dem Höhepunkt des stalinistischen Terrors und während der Great Depression im Auftrag der PRAWDA vier Monate lang die USA bereisten.
Hoppe ist den imperialen Märchen vom großen Menschheitsfortschritt hinterhergereist und nicht nur mit einer Fülle überraschender Aventüren zurückgekehrt, sondern hat auf der Durchreise nebenbei versucht, auch noch den Schatz der Nibelungen zu heben.
In Bremen wird sie aus Prawda lesen und über ihr work in progress sprechen: über die Kunst des Nachreisens, über Geschichte und Gegenwart, über das schwierige Verhältnis von Literatur und Politik, über die präzisierende Hefe der Phantasie und über die Glücksritter der Gegenwart, „vier furchtlose Schürfer, die eines Tages garantiert jenen Schatz finden werden, den man bis heute vergeblich sucht.“ (Prawda)
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Achtung: Die Veranstaltung findet in der Stadtbibliothek Am Wall statt. Einlasskarte ist erforderlich (kostenlos bei der Stadtbibliothek erhältlich, für angemeldete TeilnehmerInnen - begrenztes Kontingent! - auch bei Frau Stollberg, GW2 B3630)

Prof. Dr. Axel Dunker
Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-EA-08Felicitas Hoppe in Bremen II: Felicitas Hoppe im Gespräch: das Nibelungen-Projekt und der literarische Schaffensprozess

Blockeinheit

Einzeltermine:
Fr 23.11.18 10:00 - 13:00 GW1-HS H1010

Die namhafte Autorin und Büchnerpreisträgerin Felicitas Hoppe stellt sich Bremer Studierenden zum Gespräch. Es geht dabei um ihr aktuelles work in progress, das Nibelungen-Projekt, aus dem sie Auszüge zur Diskussion stellt, und um Aspekte des literarischen Schaffensprozesses – hier mit Bezug auf einen der wirkungsmächtigsten Stoffe des literarischen Erbes der Vormoderne und die intensive Nibelungenrezeption der Gegenwart. Auch andere Werke können einbezogen werden. Insbesondere schlägt das Motiv der Schatzsuche eine Brücke zu ihrem zuletzt erschienenen und in seiner Entstehung eng mit dem Nibelungen-Projekt verflochtenen Roman ‚Prawda. Eine amerikanische Reise‘ (2018) mit seiner Thematik von Reise und Transkulturalität.

Bitte beachten Sie auch die öffentliche Lesung von Felicitas Hoppe aus ‚Prawda‘ und Nibelungen-Projekt am Donnerstag 22.11.2018, 19.00–20.30 Uhr, Stadtbibliothek Bremen, Am Wall.

Prof. Dr. Axel Dunker
Prof. Dr. Elisabeth Lienert
Aktualisiert von: TYPO3-Support