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Veranstaltungsverzeichnis

Lehrveranstaltungen WiSe 2018/2019

Philosophie, B.A.

Veranstaltungen anzeigen: alle | in englischer Sprache | für ältere Erwachsene

Modul G1 Wissenschaftliches Arbeiten

Pflichtveranstaltung fuer das Profilfach im 1. Semester
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-02-BEinführung in das Wissenschaftliche Arbeiten (Veranstaltung 1)
Introduction to academic work and writing

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

Die Veranstaltung wird in diesem Semester in zwei parallelen Kursen durchgeführt. Die Teilnehmer werden so auf die Kurse verteilt, dass etwa gleiche Kursstärke besteht.

Im Seminar werden wir uns erstens mit den notwendigen Formalia beschäftigen, die jede Arbeit erfüllen muss, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt (Recherche, Zitation, Aufbau einer Arbeit, Referate etc.). Zweitens damit, zu untersuchen, was (bspw. im Unterschied zu fachwissenschaftlichen Fragen oder allgemeinen Problemen des Lebens) überhaupt als ein philosophisches Problem zählen kann. Drittens besprechen wir Methoden der philosophischen Problemerschließung (einschließlich der Erschließung philosophischer Texte). Die Teilnahme am Seminar ist nur bei regelmäßiger Anwesenheit, Lektüre und aktiver Mitarbeit sinnvoll.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-02-BEinführung in das Wissenschaftliche Arbeiten (Veranstaltung 2)
Introduction to academic work and writing

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SFG 1020 (2 SWS)

Die Veranstaltung wird in diesem Semester in zwei parallelen Kursen durchgeführt. Die Teilnehmer werden so auf die Kurse verteilt, dass etwa gleiche Kursstärke besteht.

Im Seminar werden wir uns erstens mit den notwendigen Formalia beschäftigen, die jede Arbeit erfüllen muss, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt (Recherche, Zitation, Aufbau einer Arbeit, Referate etc.). Zweitens damit, zu untersuchen, was (bspw. im Unterschied zu fachwissenschaftlichen Fragen oder allgemeinen Problemen des Lebens) überhaupt als ein philosophisches Problem zählen kann. Drittens besprechen wir Methoden der philosophischen Problemerschließung (einschließlich der Erschließung philosophischer Texte). Die Teilnahme am Seminar ist nur bei regelmäßiger Anwesenheit, Lektüre und aktiver Mitarbeit sinnvoll.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B1 Argumentationstheorie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-03-BEinführung in die Argumentationstheorie
Informal Logic

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 GW1-HS H1000
wöchentlich Mi 12:00 - 14:00 GW1-HS H1000
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 SFG 0150 (2 SWS)
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 GW1-HS H1000

Philosophische Fragen sind in der Regel weder durch Experimente noch durch Umfragen entscheidbar. Das Hauptwerkzeug der Philosophie sind deswegen Argumente, und die Theorie und Praxis des guten Begründens von Thesen und Theorien steht im Mittelpunkt des philosophischen Geschäfts. Natürlich sollte man auch außerhalb der Philosophie die eigenen Überzeugungen gut begründen und die Meinungen anderer, wenn nötig, mit guten Argumenten kritisieren.

Der Kurs soll in die Theorie und Praxis des guten Argumentierens einführen und folgende Fragen beantworten: Was ist ein Argument? Was unterscheidet ein gutes von einem schlechten Argument? Welche Argument-Typen gibt es? Es werden Hilfen zur informellen Analyse von Begründungen und Argumenten vermittelt und in praktischen Übungen angewandt. Wir werden auch einen ersten Blick auf die formale Logik werfen und die Rolle von Argumenten in der Kommunikation reflektieren. Speziell geht es dabei auch um die logische Korrektheit und um die Stichhaltigkeit (Triftigkeit) von Argumenten. Wichtig ist die Einübung von Techniken zur Darstellung argumentativer Strukturen und zur Bewertung von Argumenten. Weitere Themen sind besondere Argumentationsformen (Analogieargumente, Selbstanwendungsargumente, transzendentale Argumente) und formale und informelle Fehlschlüsse. Außerdem werden Grundzüge der aristotelischen Syllogistik und einige Themen der traditionellen Logik vorgestellt.

Materialien zum Kurs werden im Internet bereitgestellt. Die erfolgreiche Teilnahme erfordert eine regelmäßige Mitarbeit und die wöchentliche Bearbeitung von Hausaufgaben. Der Besuch des zugehörigen Tutoriums wird empfohlen.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B3 Einführung in die Theoretische Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-04-BEinführung in die Theoretische Philosophie
Introduction to Theoretical Philosophy

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Die Theoretische Philosophie beinhaltet eine große Bandbreite an Teildisziplinen wie etwa Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie oder Wissenschaftstheorie. Die Vorlesung wird Sie mit ausgewählten Problemen der Theoretischen Philosophie aus diesen Teilbereichen vertraut machen. In einem ersten Schritt wird jeweils ein Sachgebiet vorgestellt; in einem zweiten Schritt werden ein oder zwei exemplarische Fragestellungen erörtert. Die Vorlesung wird aber auch Raum für Diskussionen lassen. Ihr Ziel ist es, Interesse für die Themen der Theoretischen Philosophie zu wecken und einen systematischen Überblick zu vermitteln.

Literatur: Eine Materialsammlung (Skripte und Folien) wird online zugänglich sein.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-04-B-TutoriumTutorium für B3 - Einführung in die Theoretische Philosophie

Tutorium

Termine:
wöchentlich Mi 08:00 - 10:00 SFG 2020
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-39-BEinführung in die Erkenntnistheorie
Introduction to the Theory of Knowledge

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 SFG 1040 (2 SWS)

Einzeltermine:
Fr 11.01.19 12:00 - 16:00 SFG 0140

Wie verhält es sich mit unserer Fähigkeit, wahres und zuverlässiges Wissen aufzubauen? Diese Frage beschäftigt Menschen seit Jahrtausenden immer wieder. Die philosophische Disziplin, die sich systematisch mit diesem Problem befasst und die vorgeschlagenen Antworten gewissermaßen sammelt und analysiert, ist die Erkenntnistheorie. In ihr geht es um Fragen wie diese: Was ist Wissen? Wie sicher ist unser Wissen? Was sind die Quellen unseres Wissens? Ist Erfahrung eine dieser Quellen? Braucht man ein unbezweifelbares Fundament für Wissen? Wie ist Wissen überhaupt aufgebaut? Wie funktioniert eine zuverlässige Rechtfertigung? Gibt es verlässliche Methoden des Wissenserwerbs?
Der Skeptizismus meldet zu diesen Fragen sehr grundsätzliche Zweifel an. Aber auch, wer weniger pessimistisch über die Möglichkeit menschlichen Wissenserwerbs denkt, wird verstehen wollen, welche Methoden und Kriterien ihm eine brauchbare Orientierung dazu bieten.
In diesem Seminar werden wir anhand der „Einführung in die Erkenntnistheorie“ von Gerhard Ernst schrittweise systematisch vorgehen, um einige der wichtigsten Themen der heutigen Erkenntnistheorie kennen zu lernen, werden dabei aber auch einigen prominenten Beispielen aus der Geschichte der Philosophie begegnen. Dazu gehören Positionen wie Skeptizismus, Apriorismus oder Empirismus, Begriffe wie Wissen, Rechtfertigung, Kohärenz oder Verlässlichkeit und berühmte Beispiele wie das Gehirn im Tank oder das Gettier-Problem.
Seminarliteratur:
Gerhard Ernst: Einführung in die Erkenntnistheorie. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 6. Auflage.
(Achten Sie bei der Anschaffung auf die aktuelle Auflage: wir verwenden die 6. Auflage.)

Björn Haferkamp, M.A.

Modul B4 Einführung in die Praktische Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-05-BEinführung in die Praktische Philosophie
Introduction to Practical Philosophy
M.A. Komplexes Entscheiden 09-M39-1-02-01

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 0140 (2 SWS)

Die Vorlesung führt in Grundbegriffe der Praktischen Philosophie ein. Sie geht aus vom Begriff der Handlung und entwickelt aus dessen Implikationen einige in der Geschichte der Philosophie und in den gegenwärtigen philosophischen Debatten zentrale Begriffe und Fragestellungen, um mit wichtigen Theorie-Konzeptionen der Praktischen Philosophie vertraut zu machen. Grundkonzepte der Allgemeinen Ethik, der Angewandten Ethik, der Politischen Philosophie und der Rechtsphilosophie werden vorgestellt.

Es werden vor allem die folgenden Begriffe eingeführt: Freiheit, Absicht, Wille, Entscheidung; Nutzen, Glück, Pflicht, Achtung, Unparteilichkeit, Moral; Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Legitimität; Gerechtigkeit, Recht, Menschenrechte.

Die Vorlesung richtet sich an Studierende, die sich Grundlagen der Praktischen Philosophie aneignen (Bachelor Philosophie 1. Jahr und Master Komplexes Entscheiden 1. Jahr). Sie kann aber von allen Interessierten besucht werden.

Literaturangaben finden sich im Lektüre-Leitfaden, der im Stud.IP zum Herunterladen zur Verfügung steht und weitere Angaben zu wichtigen Quellentexten und Forschungsliteratur zur Praktischen Philosophie enthält.

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-37-BEinführung in die Moralphilosophie

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SFG 1010
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-38-BAufklärung: Vernunft, Kultur, Kritik
Aufklärung: Reason, Culture, Critique

Seminar

Einzeltermine:
Mo 17.12.18 16:00 - 18:00 SFG 2070
Mo 17.12.18 18:00 - 20:00 SFG 2080
Do 03.01.19 14:00 - 18:00 SFG 1080
Fr 04.01.19 14:00 - 20:00 SFG 1080
Do 10.01.19 14:00 - 16:00 SFG 1040
Do 10.01.19 16:00 - 18:00 SFG 1080
Fr 11.01.19 14:00 - 18:00 SFG 1080
Fr 11.01.19 18:00 - 20:00 SFG 1080
Fr 18.01.19 14:00 - 18:00 SFG 1080

"Aufklärung", so hat es Kant einmal auf den Begriff gebracht, "ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit." Der Prozess der Aufklärung verwirklicht sich durch die Kritik von Vernunft und Kultur; das emanzipierte Individuum, der aufgeklärte Mensch – "der richtige Mensch" (T. W. Adorno) – entsteht auf dem Weg der Kritik. Wo sich allerdings die gesellschaftliche Tendenz zu einem allgemeinen Verlust der Urteilskraft beobachten lässt, bleibt Aufklärung bloß der Name des uneingelösten politisch-moralischen Versprechens der bürgerlichen europäischen Moderne. Im Seminar werden wir zum Einen ausgehend von Kants Essay Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784) die Geschichte der Aufklärung, d.h. die Geschichte ihrer Kritik aufarbeiten. Zum anderen, im Eingedenken daran, dass Kritik ihren Ort im Jetzt hat, wollen wir versuchen aus aufklärerischer Perspektive einen Blick auf die Aktualität dieser Kritik zu werfen - fake news und dem Gerede von „Heimat“ zum Trotz.

Texte von I. Kant, G.W.F. Hegel, F. Nietzsche, T. W. Adorno/M. Horkheimer, M. Foucault, J.-F. Lyotard

Benjamin Moldenhauer
Sebastian Kock

Modul B5 Einführung in die Geschichte der Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-01-B-IRingvorlesung V: Teil I Geschichte der Philosophie
Lecture series History of Philosophy, Part I

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 SFG 0140 (2 SWS)

Diese Vorlesung ist ein besonderes Angebot, das in dieser Art nur an ganz wenigen anderen Universitäten zu finden ist: Sie gibt einen Überblick über Themen, Theoriekonzeptionen und Lebenswerke einer Auswahl wichtiger Autoren aus der langen Geschichte der Philosophie.

Die Vorlesung hat zwei Teile. Im Wintersemester werden Epochen von der griechischen Antike bis zu Kant vorgestellt, das nächste Sommersemester führt vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart.

Die Veranstaltung findet als Ringvorlesung statt, d.h. die einzelnen Sitzungen werden von verschiedenen Lehrenden bestritten. So kann man die Lehrenden des Instituts für Philosophie kennenlernen und sich mit unterschiedlichen Zugangsweisen und Denkstilen in der Philosophie vertraut machen.

Die Ringvorlesung gibt zugleich auch Einblicke in die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte.

Die Vorlesung und zugehörige Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Modulprüfung im Anschluss an das Sommersemester abgeschlossen wird.

Am Beispiel herausragender Denker werden historische Bedingtheiten und institutionelle Rahmenbedingungen der Philosophie, aber auch der innere Zusammenhang und die Entwicklung philosophischer Problemstellungen und Lösungsvorschläge thematisiert. Der historische Überblick soll es leichter machen, systematische Themen und Seminarveranstaltungen zu einzelnen Autoren aus der Geschichte der Philosophie einzuordnen und ihre Gedanken zu verknüpfen.
Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen der beiden Semester. Dazu werden Materialien bereitgestellt, die in den Tutorien vertieft werden können.

Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies belegt werden. Natürlich sind auch alle willkommen, die sich für die Geschichte der Ideen unabhängig von Creditpoints und Studienordnungen interessieren.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Prof. Dr. Georg Mohr
Prof. Dr. Manfred Stöckler
Dr. Svantje Marei Guinebert
Dr. Anne Christina Thaeder
09-30-01-B-I-TutoriumTutorium für B5 - Geschichte der Philosophie

Tutorium

Termine:
wöchentlich Mi 18:00 - 20:00 SFG 2010 SFG 1010
Dr. Anne Christina Thaeder

Modul P1 Moral: Begründung und Argumentation

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-90-AJ. Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit
J. Rawls: A Theory of Justice

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 SFG 2070 (4 SWS)

„Rawls verkörpert das Beste in der amerikanischen politischen Tradition und hat ihm erstmalig seit dem 18. Jahrhundert wieder ein philosophisches Fundament gegeben.“ (E. Tugendhat, Zeit 1983, Heft 10) John Rawls Buch hat die politische Philosophie und die Ethik gleichermaßen provoziert, neu belebt und Standards der Argumentation gesetzt. Es provoziert, weil Rawls beansprucht, einen Begriff, der angeblich wie kein anderer perspektivengebunden und damit relativ ist, in Form einer Theorie nach allgemein begründbaren Kriterien zu bestimmen. Und es provoziert, weil es dem utilitaristischen Mainstream in der politischen Philosophie den Boden entzieht. Rawls führt seine Überlegungen zur Gerechtigkeit am Fall der Grundstruktur von Gesellschaft im Rückgriff auf das vertragstheoretische Denken durch und versucht folgende Prinzipien zu begründen: 1. Strikte Gleichheit in Bezug auf Freiheiten und Rechte. 2. Soziale und ökonomische Ungleichheit ist nur dann berechtigt, wenn sie den am wenigstens Begünstigten mehr Vorteile bringt als strikte Gleichheit. 3. Das erste Prinzip hat Vorrang vor dem zweiten, d.h. um bspw. ökonomischer Vorteile willen, etwa größerer Wohlfahrt, dürfen Bürgerrechte und Freiheiten nicht eingeschränkt werden. Rawls Argumentation ist sehr komplex und genau. Wir wollen sie im Seminar nachvollziehen, weshalb regelmäßige und gründliche Lektüre und Beteiligung an der Seminardiskussion noch mehr als in anderen Seminaren zwingende Teilnahmevoraussetzung ist.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-92-AJean-Jacques Rousseau: "Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts"
Jean-Jacques Rousseau: On the Social Contract or Principles of Political Rights

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 18:00 SH D1020 (4 SWS)

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für den Herrn der anderen und bleibt doch mehr Sklave als sie.“ In diesem Klassikerseminar werden wir uns intensiv der kritischen Lektüre des Gesellschaftsvertrags von Jean-Jacques Rousseau widmen. In diesem erstmals 1762 erschienenen Werk widmet sich Rousseau der Frage nach der Grundlage der Legitimität politischer Macht, und gibt uns dabei zugleich Gelegenheit seine Ideen zum Gemeinwohl, zu Erziehung, Fortschritt und Aufklärung zu diskutieren. Unter Einbezug weiterer einschlägiger Texte Rousseaus und ausgewählter Forschungsliteratur wollen wir diesen Klassiker der Aufklärung und der Rechtsphilosophie textnah und detailliert besprechen. Im Mittelpunkt steht dabei die Herausforderung zu untersuchen, in welcher Weise einzelne Gedanken Rousseaus rezipiert, weitergedacht und aktuell diskutiert werden.

Dr. Svantje Marei Guinebert

Modul P2 Politik, Recht, Staat

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
08-26-5-M10-2Alles Lüge?! Bullshit, Propaganda und Ideologie
Lies, only Lies?! Bullshit, Propaganda and Ideology

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:00 - 12:00 SFG 1020 (2 SWS)

Spätestens seitdem der Begriff »postfaktisch« bzw. »post-truth« 2017 zum Wort des Jahres gewählt wurde (und zwar sowohl von der Gesellschaft für Deutsche Sprache als auch vom Oxford English Dictionary), ist er in aller Munde. Doch was genau bedeutet diese Diagnose, der zufolge wir in einem »postfaktischen Zeitalter« leben?
Das Seminar widmet sich dem größeren Zusammenhang, der hinter diese Diagnose aufscheint: dem Verhältnis von Wahrheit und Politik – oder genauer gesagt: von Unwahrheit und Politik. Wir werden eine Reihe von Konzepten untersuchen, mit denen die Politische Theorie bzw. die politische Philosophie versucht haben, Existenz, Genese und Funktion politischer Unwahrheit zu beschreiben. Der Schwerpunkt des Seminars liegt dabei auf dem Ideologiebegriff in seinen ganz verschiedenen Varianten: über Marx und Mannheim bis zu Adorno und Althusser, um nur einige zu nennen. In der zweiten Hälfte beschäftigen wir uns dann mit verwandten Konzepten wie Propaganda, der politischen Lüge oder Bullshit.

Dr. Frieder Vogelmann
08-26-5-M10-3Frei Sprechen. Gründe und Grenzen des Rechts auf Meinungsfreiheit
Free Speech: Reasons and Limitations of the Right to Free Speech
Forschungsseminar

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 4 (2 SWS)

»What is freedom of expression? Without the freedom to offend, it ceases to exist.« (Salman Rushdie)
Das Recht auf freie Meinungsäußerung zählt zu den klassischen liberalen Grundrechten und wird in der Öffentlichkeit als solches immer wieder bekräftigt und verteidigt. Zugleich erleben wir allerdings scharfe Auseinandersetzungen über seine Reichweite: Hat Salman Rushdie Recht, gibt es also keinen Anspruch darauf, die eigenen Werte – ob religiös oder nicht – vor Verächtlichmachung geschützt zu sehen? Oder gib es ein Recht darauf, dass andere ihren Gebrauch des Rechts auf freie Meinungsäußerung so einschränken, dass kein_e andere_r davon verletzt wird?
Genauso umstritten wie die Reichweite des Rechts auf freie Meinungsäußerung ist die Frage, wann genau es verletzt wird. Sind Proteste gegen Redner_innen bereits als Einschränkung von deren Recht auf freie Meinungsäußerung zu werten? Sind Regulierungen beispielsweise von Stellungnahmen in den sozialen Medien automatisch »Zensur«?
Diese und weite Fragen gehen wir im Seminar aus politisch-philosophischer Perspektive nach, diskutieren also nicht in erster Linie, welches Recht wir de facto haben, sondern welches Recht wir mit guten Gründen rechtfertigen können.

Dr. Frieder Vogelmann
09-30-92-AJean-Jacques Rousseau: "Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts"
Jean-Jacques Rousseau: On the Social Contract or Principles of Political Rights

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 18:00 SH D1020 (4 SWS)

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für den Herrn der anderen und bleibt doch mehr Sklave als sie.“ In diesem Klassikerseminar werden wir uns intensiv der kritischen Lektüre des Gesellschaftsvertrags von Jean-Jacques Rousseau widmen. In diesem erstmals 1762 erschienenen Werk widmet sich Rousseau der Frage nach der Grundlage der Legitimität politischer Macht, und gibt uns dabei zugleich Gelegenheit seine Ideen zum Gemeinwohl, zu Erziehung, Fortschritt und Aufklärung zu diskutieren. Unter Einbezug weiterer einschlägiger Texte Rousseaus und ausgewählter Forschungsliteratur wollen wir diesen Klassiker der Aufklärung und der Rechtsphilosophie textnah und detailliert besprechen. Im Mittelpunkt steht dabei die Herausforderung zu untersuchen, in welcher Weise einzelne Gedanken Rousseaus rezipiert, weitergedacht und aktuell diskutiert werden.

Dr. Svantje Marei Guinebert
09-30-96-AIdee und Kritik der modernen Universität
Idea und Critique of the modern University

Seminar

Einzeltermine:
Do 18.10.18 16:00 - 20:00 SFG 3070
Fr 16.11.18 14:00 - 18:00 GW1 A0010
Sa 17.11.18 14:00 - 18:00 MZH 1460
Fr 14.12.18 14:00 - 18:00 SFG 3070
Sa 15.12.18 14:00 - 18:00 MZH 1460
Fr 21.12.18 16:00 - 20:00 SFG 3070
Sa 22.12.18 16:00 - 20:00 MZH 1460

Was ist das: eine Universität? Wozu Universitäten? Welchen Zweck und welches Ziel hat universitäre Bildung? Der Philosoph Karl Jaspers schreibt 1946 vor dem Hintergrund der Erfahrung der nationalsozialistischen Universität in seinem Text Die Idee der Universität: „Die Universität soll die Möglichkeit der Politik überhaupt und damit die Voraussetzung für ihr eigenes Dasein durch die gewaltlosen geistigen Waffen der Erhellung, Einsicht, Überzeugung, durch die Wahrheit schützen.“ Wo liegen die Wurzeln dieser aufklärerisch-idealistischen Konzeption von Universität? Wie steht es heute um den von Jaspers formulierten Anspruch an die Universität?
Im Seminar werden zunächst ausgehend von Denkschriften aus der Epoche des Deutschen Idealismus (dem Geburtsort der modernen Universität) die mit Universität in Beziehung stehenden modernen philosophischen Grundbegriffe (Autonomie und Freiheit) problematisiert. Im Anschluss daran sollen zeitgenössische Streitschriften zur Lage der Universitäten diskutiert werden. Im Zentrum steht dabei die Idee einer unbedingten, von wirtschaftlichem und staatlichem Zwang befreiten Universität und deren Möglichkeit oder Unmöglichkeit heute.

Bibliographie (chronologisch geordnete Auswahl)

I. Kant, „Der Streit der Fakultäten“ [1798], in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. 7, hrsg. v. d. Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1900ff., S. 1-116.
F. D. E. Schleiermacher, „Gelegentliche Gedanken über Universitäten in deutschem Sinn. Nebst einem Anhang über eine neu zu errichtende“ [1808], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 159-252.
A. Schopenhauer, „Ueber die Universitäts-Philosophie“ [1851], in: Ders., Gesammelte Werke (Zürcher Ausgabe), Bd. 7, Diogenes, Zürich, 1977, S. 155-218.
F. Nietzsche, „Über die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. Sechs, im Auftrag der 'Academischen Gesellschaft' in Basel gehaltene, öffentliche Reden“ [1872], in: Ders., Kritische Studienausgabe, Bd. 1, hrsg. v. G. Colli/M. Montinari, DTV, München, 1999 [1967-77; 1988].
W. Benjamin, „Das Leben der Studenten“, in: Der Neue Merkur, Nr. 2, Müller, München/Berlin, 1915, S. 727–737.
M. Heidegger, Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Rede gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg i. Br. am 27.5.1933, Klostermann, Frankfurt/Main, 1983.
T. W. Adorno, „Notiz über Geisteswissenschaft und Bildung“, in: Ders., Eingriffe. Neun kritische Modelle, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1963, S. 54-58.
J. Derrida, L'Université sans condition, Éditions Galilée, Paris, 2001.
dt.: Die unbedingte Universität, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2001.
P. W. Prado, Le principe d'université, Nouvelles Éditions Lignes, 2009.
dt.: Das Prinzip Universität, diaphanes, Zürich, 2010.

Sebastian Kock

Modul T1 Erkenntnis, Sprache, Wirklichkeit

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
08-26-5-M10-3Frei Sprechen. Gründe und Grenzen des Rechts auf Meinungsfreiheit
Free Speech: Reasons and Limitations of the Right to Free Speech
Forschungsseminar

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 4 (2 SWS)

»What is freedom of expression? Without the freedom to offend, it ceases to exist.« (Salman Rushdie)
Das Recht auf freie Meinungsäußerung zählt zu den klassischen liberalen Grundrechten und wird in der Öffentlichkeit als solches immer wieder bekräftigt und verteidigt. Zugleich erleben wir allerdings scharfe Auseinandersetzungen über seine Reichweite: Hat Salman Rushdie Recht, gibt es also keinen Anspruch darauf, die eigenen Werte – ob religiös oder nicht – vor Verächtlichmachung geschützt zu sehen? Oder gib es ein Recht darauf, dass andere ihren Gebrauch des Rechts auf freie Meinungsäußerung so einschränken, dass kein_e andere_r davon verletzt wird?
Genauso umstritten wie die Reichweite des Rechts auf freie Meinungsäußerung ist die Frage, wann genau es verletzt wird. Sind Proteste gegen Redner_innen bereits als Einschränkung von deren Recht auf freie Meinungsäußerung zu werten? Sind Regulierungen beispielsweise von Stellungnahmen in den sozialen Medien automatisch »Zensur«?
Diese und weite Fragen gehen wir im Seminar aus politisch-philosophischer Perspektive nach, diskutieren also nicht in erster Linie, welches Recht wir de facto haben, sondern welches Recht wir mit guten Gründen rechtfertigen können.

Dr. Frieder Vogelmann
09-30-89-AAnalyse klassischer philosophischer Argumente
Analyzing classical philosophical arguments

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 1030

Im Seminar werden wir versuchen, die Struktur klassischer philosophischer Argumente (mit einem Schwerpunkt auf Argumente aus der theoretischen Philosophie) zu bestimmen und diese (auch mit logischen Mitteln) zu rekonstruieren. Interessant ist dabei, dass auch Argumente, die scheinbar zur philosophischen Folklore gehören, ganz unterschiedliche Rekonstruktionen zulassen. Das Seminar soll ausdrücklich studentischen Aktivitäten Raum bieten und lebt von der Bereitschaft, Argumente nach eigenem Interesse zur Besprechung vorzuschlagen und eigene Rekonstruktionsvorschläge zur Diskussion zu stellen. Teilnahmevoraussetzung ist der Abschluss der Kurse in Argumentationstheorie und in Formaler Logik.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-91-AEine kleine Geschichte der Philosophie anhand von Humortheorien
A Little History of Philosophy on the Basis of Theories of Humor

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 1020 SFG 1040 (2 SWS)

Obwohl Humor im alltäglichen Leben, in sozialen Interaktionen und in unserem menschlichen Selbstverständnis eine große Rolle spielt, nimmt er im Allgemeinen in philosophischen Werken – wenn überhaupt – nur einen geringfügigen Raum ein. Nichtsdestotrotz lassen sich zwischen den Gedanken einzelner PhilosophInnen zu Humor und ihren jeweiligen philosophischen Positionen und Theorien bemerkenswerte Zusammenhänge herausarbeiten.
In diesem Seminar werden wir ausgewählte Passagen aus den Werken unterschiedlicher PhilosophInnen gemeinsam lesen und diskutieren, um deren jeweilige Positionen und Gedanken zu Humor in Zusammenhang zu setzen zu ihrem philosophischen Denken. Was hat es mit der kritischen Sicht auf Humor in der griechischen Antike auf sich? In welchem Zusammenhang steht die Superioritätsthese von Hobbes mit seinem Menschenbild? Lassen sich Brücken schlagen zwischen Shaftesburys Betonung des kritischen Potentials von Humor und seinen Gedanken zu allgemeiner Harmonie und Wohlfahrt? Wie lässt sich Kierkegaards Verwendung von und intensive Beschäftigung mit Humor verbinden mit seiner tendenziell schwermütigen Philosophie? Anhand eines Gangs durch die Philosophiegeschichte werden wir auf diese Weise Eigenheiten von Humortheorien mit anthropologischen, moralischen und erkenntnistheoretischen Aspekten verknüpfen und uns u.a. der Frage widmen, welche Funktionen Humor innerhalb und außerhalb eines philosophischen Denkens einnehmen kann.

Dr. Svantje Marei Guinebert
09-30-93-AGottlob Freges Begründung von moderner Logik und analytischer Philosophie
Gottlob Frege´s foundation of modern logic and analytical philosophy

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 MZH 1460 (2 SWS)

Gottlob Freges Begründung von moderner Logik und analytischer Philosophie

Die überragende Bedeutung Gottlob Freges (1848 bis 1925) für die Entwicklung der modernen Logik, der logischen Semantik und der analytischen Philosophie ist international allgemein anerkannt.
Für wesentliche Gebiete der Wissenschaftsentwicklung des 20. Jahrhunderts sind Freges Arbeiten fundamental. Das gilt insbesondere für entscheidende Entwicklungen der Logik allgemein und speziell der philosophischen Logik, der Sprachphilosophie und theoretischen Linguistik. Frege wurde damit auch ein wichtiger Wegbereiter von Informatik und Künstlicher Intelligenz.
Für die philosophische Logik, die Grundlegung und Philosophie der Mathematik, die theoretische Philosophie, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie und theoretische Linguistik ist Frege auch heute einer der herausragenden Bezugspunkte.

Im Mittelpunkt des Seminars sollen folgende Themen stehen:

1. Die Begründung der modernen Logik
- Traditionelle und moderne Logik
- Logik als formalisierte Sprache: Anliegen, Ausdrucksmittel und Aufbau der Fregeschen Logik in der Begriffsschrift von 1879.
- Freges Modifikationen seiner Begriffsschrift in den 1890er Jahren: Funktion und Begriff, Begriff und Gegenstand

2. Fregesche Semantik: Die Unterscheidung von Sinn und Bedeutung
- Der Erkenntniswert von Identitätsaussagen
- Kompositionalität und Kontext
- Extensionale und nichtextensionale Kontexte
- Direkte und indirekte Rede

3. Gedanke und Vorstellung: Freges Ontologie und Philosophie des Geistes
- Freges Objektivitätsauffassung und der Fregesche Antipsychologismus bei der Grundlegung der Logik und Arithmetik
- Objektives und Subjektives in den Spätschriften: Wahrheit und Fürwahrgehaltenwerden.

Literatur
FREGE, GOTTLOB:
[BS] Begriffsschrift und andere Aufsätze, [Halle a.d.S. 1879] Georg Olms Verlag, Hildes-heim/Zürich/New York 1988.
[GLA] Die Grundlagen der Arithmetik, [Breslau 1884] Meiner, Hamburg 1988.
[FB] Funktion Begriff, Bedeutung, Vandenhoeck, Göttingen 2002.
[GGA] Grundgesetze der Arithmetik. Begriffsschriftlich abgeleitet, 2 Bde., [Jena 1893 u. 1903] Darmstadt 1962.
[LU] Logische Untersuchungen, Vandenhoeck, Göttingen 1993.

Für das Seminar relevante Auszüge aus diesen Arbeiten werden den Teilnehmern in Form von pdf-Dateien zur Verfügung gestellt.

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-94-AEinführung in die post-analytische Philosophie
Introduction into post-analytic philosophy

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Mi 12:00 - 16:00 MZH 1460 (2 SWS)

Einzeltermine:
Sa 12.01.19 12:00 - 16:00 MZH 1380/1400

Dieses Seminar thematisiert die Entstehung eines neuen Paradigmas der Philosophie: Den Bruch mit der Subjektphilosophie (leitende Tradition seit 1650) und insbesondere mit der analytischen Philosophie (d.h. dem logischen Empirismus) (leitende Tradition seit 1930), und den Übergang zu einer antisubjektivistischen post-analytischen Philosophie. Die Grundzüge und zentralen Thesen dieses neuen Ansatzes werden zu Beginn des Seminars skizziert und diskutiert. Im Anschluss daran sollen einige zentrale Texte der postanalytischen Philosophie besprochen werden, die von führenden Proponenten verfasst wurden, zum Beispiel von John McDowell, Hilary Putnam und Saul Kripke. Genauere Angaben werden ca. 4 Wochen vor Beginn des Seminars in StudIP bekannt gegeben.

Prof. Dr. Wolfgang Detel
09-30-96-AIdee und Kritik der modernen Universität
Idea und Critique of the modern University

Seminar

Einzeltermine:
Do 18.10.18 16:00 - 20:00 SFG 3070
Fr 16.11.18 14:00 - 18:00 GW1 A0010
Sa 17.11.18 14:00 - 18:00 MZH 1460
Fr 14.12.18 14:00 - 18:00 SFG 3070
Sa 15.12.18 14:00 - 18:00 MZH 1460
Fr 21.12.18 16:00 - 20:00 SFG 3070
Sa 22.12.18 16:00 - 20:00 MZH 1460

Was ist das: eine Universität? Wozu Universitäten? Welchen Zweck und welches Ziel hat universitäre Bildung? Der Philosoph Karl Jaspers schreibt 1946 vor dem Hintergrund der Erfahrung der nationalsozialistischen Universität in seinem Text Die Idee der Universität: „Die Universität soll die Möglichkeit der Politik überhaupt und damit die Voraussetzung für ihr eigenes Dasein durch die gewaltlosen geistigen Waffen der Erhellung, Einsicht, Überzeugung, durch die Wahrheit schützen.“ Wo liegen die Wurzeln dieser aufklärerisch-idealistischen Konzeption von Universität? Wie steht es heute um den von Jaspers formulierten Anspruch an die Universität?
Im Seminar werden zunächst ausgehend von Denkschriften aus der Epoche des Deutschen Idealismus (dem Geburtsort der modernen Universität) die mit Universität in Beziehung stehenden modernen philosophischen Grundbegriffe (Autonomie und Freiheit) problematisiert. Im Anschluss daran sollen zeitgenössische Streitschriften zur Lage der Universitäten diskutiert werden. Im Zentrum steht dabei die Idee einer unbedingten, von wirtschaftlichem und staatlichem Zwang befreiten Universität und deren Möglichkeit oder Unmöglichkeit heute.

Bibliographie (chronologisch geordnete Auswahl)

I. Kant, „Der Streit der Fakultäten“ [1798], in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. 7, hrsg. v. d. Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1900ff., S. 1-116.
F. D. E. Schleiermacher, „Gelegentliche Gedanken über Universitäten in deutschem Sinn. Nebst einem Anhang über eine neu zu errichtende“ [1808], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 159-252.
A. Schopenhauer, „Ueber die Universitäts-Philosophie“ [1851], in: Ders., Gesammelte Werke (Zürcher Ausgabe), Bd. 7, Diogenes, Zürich, 1977, S. 155-218.
F. Nietzsche, „Über die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. Sechs, im Auftrag der 'Academischen Gesellschaft' in Basel gehaltene, öffentliche Reden“ [1872], in: Ders., Kritische Studienausgabe, Bd. 1, hrsg. v. G. Colli/M. Montinari, DTV, München, 1999 [1967-77; 1988].
W. Benjamin, „Das Leben der Studenten“, in: Der Neue Merkur, Nr. 2, Müller, München/Berlin, 1915, S. 727–737.
M. Heidegger, Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Rede gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg i. Br. am 27.5.1933, Klostermann, Frankfurt/Main, 1983.
T. W. Adorno, „Notiz über Geisteswissenschaft und Bildung“, in: Ders., Eingriffe. Neun kritische Modelle, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1963, S. 54-58.
J. Derrida, L'Université sans condition, Éditions Galilée, Paris, 2001.
dt.: Die unbedingte Universität, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2001.
P. W. Prado, Le principe d'université, Nouvelles Éditions Lignes, 2009.
dt.: Das Prinzip Universität, diaphanes, Zürich, 2010.

Sebastian Kock
09-30-97-AHegels Dialektik: Kritik der einseitigen Wahrheit
Hegels Dialectic: Critique of one-sided truth

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 GW1 A0160 (2 SWS)

In kritischer Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants entwickelt Hegel eine neue Konzeption von Dialektik und rehabilitiert damit eine Methode, die bei den alten Griechen noch als „Sophisterei“ galt. Einen der größten Verdienste Kants sieht Hegel darin, dass er die Dialektik aus ihrem Schattendasein als Methode der Sophisten befreit und sie zur Notwendigkeit der Vernunft erklärt. Zugleich kritisiert er jedoch Kants Vorstellung, dass aus der Dialektik stets nur unlösbare Probleme für die Vernunft entstehen. Dies markiert den Startpunkt seiner eigenen Konzeption von Dialektik. – Im Seminar werden zunächst zentrale Punkte der Entwicklung von Kant zu Hegel nachgezeichnet. Auszüge aus der Kritik der reinen Vernunft, insbesondere aus der „Dialektik“, werden behandelt. Anschließend werden wir einige Schritte der hegelischen Dialektik innerhalb der Wissenschaft der Logik nachvollziehen. Der Schwerpunkt soll auf dem Verständnis des Übergangs von den, wie Hegel sagt, einseitigen Wahrheiten Kants zu seiner, diese einseitigen Wahrheiten aufhebenden, Methode der Dialektik führen.

Eike Kroner

Modul T2 Wissenschaft, Methode, Natur

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-93-AGottlob Freges Begründung von moderner Logik und analytischer Philosophie
Gottlob Frege´s foundation of modern logic and analytical philosophy

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 MZH 1460 (2 SWS)

Gottlob Freges Begründung von moderner Logik und analytischer Philosophie

Die überragende Bedeutung Gottlob Freges (1848 bis 1925) für die Entwicklung der modernen Logik, der logischen Semantik und der analytischen Philosophie ist international allgemein anerkannt.
Für wesentliche Gebiete der Wissenschaftsentwicklung des 20. Jahrhunderts sind Freges Arbeiten fundamental. Das gilt insbesondere für entscheidende Entwicklungen der Logik allgemein und speziell der philosophischen Logik, der Sprachphilosophie und theoretischen Linguistik. Frege wurde damit auch ein wichtiger Wegbereiter von Informatik und Künstlicher Intelligenz.
Für die philosophische Logik, die Grundlegung und Philosophie der Mathematik, die theoretische Philosophie, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie und theoretische Linguistik ist Frege auch heute einer der herausragenden Bezugspunkte.

Im Mittelpunkt des Seminars sollen folgende Themen stehen:

1. Die Begründung der modernen Logik
- Traditionelle und moderne Logik
- Logik als formalisierte Sprache: Anliegen, Ausdrucksmittel und Aufbau der Fregeschen Logik in der Begriffsschrift von 1879.
- Freges Modifikationen seiner Begriffsschrift in den 1890er Jahren: Funktion und Begriff, Begriff und Gegenstand

2. Fregesche Semantik: Die Unterscheidung von Sinn und Bedeutung
- Der Erkenntniswert von Identitätsaussagen
- Kompositionalität und Kontext
- Extensionale und nichtextensionale Kontexte
- Direkte und indirekte Rede

3. Gedanke und Vorstellung: Freges Ontologie und Philosophie des Geistes
- Freges Objektivitätsauffassung und der Fregesche Antipsychologismus bei der Grundlegung der Logik und Arithmetik
- Objektives und Subjektives in den Spätschriften: Wahrheit und Fürwahrgehaltenwerden.

Literatur
FREGE, GOTTLOB:
[BS] Begriffsschrift und andere Aufsätze, [Halle a.d.S. 1879] Georg Olms Verlag, Hildes-heim/Zürich/New York 1988.
[GLA] Die Grundlagen der Arithmetik, [Breslau 1884] Meiner, Hamburg 1988.
[FB] Funktion Begriff, Bedeutung, Vandenhoeck, Göttingen 2002.
[GGA] Grundgesetze der Arithmetik. Begriffsschriftlich abgeleitet, 2 Bde., [Jena 1893 u. 1903] Darmstadt 1962.
[LU] Logische Untersuchungen, Vandenhoeck, Göttingen 1993.

Für das Seminar relevante Auszüge aus diesen Arbeiten werden den Teilnehmern in Form von pdf-Dateien zur Verfügung gestellt.

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-98-ANaturalismus und Menschenbild
Naturalism and the Idea of Men

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:00 - 16:00 SuUB 4330 (Studio I Medienraum ) SFG 2080 SuUB 4320 (Studio II Medienraum ) (2 SWS)

In naturalistischer Perspektive ist der Mensch durch natürliche Selektion entstanden wie alle Lebewesen. Seine kognitiven Fähigkeiten, seine Sprache, sein Empfinden, seine Kultur, Kunst und Musik können im Prinzip wie seine körperlichen Merkmale durch ihre biologische Entwicklungsgeschichte erklärt werden. In Abgrenzung zum Supranaturalismus gibt es im Naturalismus keine Geister oder Seelen; nichts Übernatürliches, das den Menschen auszeichnet. In Anlehnung an die Erklärungsmethoden der Naturwissenschaften versucht der Naturalismus ein Welt- und Menschenbild zu entwerfen, das ohne über die Natur hinausgehende metaphysische Annahmen auskommt.
In diesem Seminar wollen wir uns damit beschäftigen, welche Vorteile ein naturalistisches Menschenbild bietet und welche Aspekte problematisch sind. Wir werden verschiedene Texte zum Naturalismus im Allgemeinen, zur Anthropologie, aber auch zu verschiedenen spezielleren Themenbereichen (Ethik, Philosophie des Geistes) lesen und diskutieren.
Eine gründliche Lektüre der über Stud.IP bereitgestellten Texte, aktive Beteiligung (z.B. in Form von Referaten) und regelmäßige Anwesenheit sind die Voraussetzung für ein gelingendes Seminar.

Prof. Dr. Manfred Stöckler
Dr. Anne Christina Thaeder
09-30-99-AEinführung in die Wissenschaftsphilosophie (am Beispiel der Kosmologie)
Introduction to the philosophy of science (illustrated by examples from cosmology)

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 SFG 2020 (2 SWS)

Die Wissenschaftstheorie macht Voraussetzungen der Wissenschaft explizit, thematisiert die Methoden, die in den verschiedenen Wissenschaften angewandt werden und reflektiert Reichweite und Grenzen der Disziplinen. Die Vorlesung behandelt klassische Themen der Wissenschaftsphilosophie: Erklärungen in den Wissenschaften, Modelle der Struktur und Dynamik wissenschaftlicher Theorien, Wissenschaftlicher Realismus, Kausalität, Naturgesetze sowie das Verhältnis von Theorie und Experiment. Wenn auch, wie es in der traditionellen Wissenschaftstheorie üblich, die Naturwissenschaften im Mittelpunkt stehen, werden wir auch Blicke auf andere Disziplinen werfen und uns mit den Wegen der Wissenschaftsphilosophie im 20.Jahrhundert beschäftigen.
Die Mehrzahl der Beispiele werden aber aus der Kosmologie kommen. Wir werden verschiedene Formen der Kosmologie zwischen Märchen, Mythos, Philosophie und Astrophysik sowie astronomische Weltbilder und Theorien des Planetensystems von der Antike bis in die Gegenwart kennenlernen und dabei sehen, was die Besonderheiten des neuzeitlichen naturwissenschaftlichen Blicks auf die Welt ausmacht. In wissenschaftstheoretischer Perspektive werden wir uns u.a. mit folgenden Fragen auseinandersetzen. Wie kann im Universum Entfernungen messen? Hat das Universum einen Rand? Woher weiß man, wie alt das Universum ist? Kann es eine empirische Wissenschaft von einmaligen Vorgängen (wie der Entwicklung unseres Universums) geben? Ist das Universum einmalig oder gibt es viele Welten? Warum glaubt man, dass das Universum expandiert? Kann man erklären, warum das Universum so ist, wie es ist?

Die Veranstaltung kann auch von TeilnehmerInnen aus den Naturwissenschaften besucht werden. Vorausgesetzt wird nur Interesse an der Wissenschaft und an philosophischen Fragen. Literatur zum Thema und Möglichkeiten für Leistungsnachweise werden in der Vorlesung besprochen.

Prof. Dr. Manfred Stöckler

Modul K Klassikerlektüre

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-90-AJ. Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit
J. Rawls: A Theory of Justice

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 SFG 2070 (4 SWS)

„Rawls verkörpert das Beste in der amerikanischen politischen Tradition und hat ihm erstmalig seit dem 18. Jahrhundert wieder ein philosophisches Fundament gegeben.“ (E. Tugendhat, Zeit 1983, Heft 10) John Rawls Buch hat die politische Philosophie und die Ethik gleichermaßen provoziert, neu belebt und Standards der Argumentation gesetzt. Es provoziert, weil Rawls beansprucht, einen Begriff, der angeblich wie kein anderer perspektivengebunden und damit relativ ist, in Form einer Theorie nach allgemein begründbaren Kriterien zu bestimmen. Und es provoziert, weil es dem utilitaristischen Mainstream in der politischen Philosophie den Boden entzieht. Rawls führt seine Überlegungen zur Gerechtigkeit am Fall der Grundstruktur von Gesellschaft im Rückgriff auf das vertragstheoretische Denken durch und versucht folgende Prinzipien zu begründen: 1. Strikte Gleichheit in Bezug auf Freiheiten und Rechte. 2. Soziale und ökonomische Ungleichheit ist nur dann berechtigt, wenn sie den am wenigstens Begünstigten mehr Vorteile bringt als strikte Gleichheit. 3. Das erste Prinzip hat Vorrang vor dem zweiten, d.h. um bspw. ökonomischer Vorteile willen, etwa größerer Wohlfahrt, dürfen Bürgerrechte und Freiheiten nicht eingeschränkt werden. Rawls Argumentation ist sehr komplex und genau. Wir wollen sie im Seminar nachvollziehen, weshalb regelmäßige und gründliche Lektüre und Beteiligung an der Seminardiskussion noch mehr als in anderen Seminaren zwingende Teilnahmevoraussetzung ist.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-92-AJean-Jacques Rousseau: "Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts"
Jean-Jacques Rousseau: On the Social Contract or Principles of Political Rights

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 18:00 SH D1020 (4 SWS)

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für den Herrn der anderen und bleibt doch mehr Sklave als sie.“ In diesem Klassikerseminar werden wir uns intensiv der kritischen Lektüre des Gesellschaftsvertrags von Jean-Jacques Rousseau widmen. In diesem erstmals 1762 erschienenen Werk widmet sich Rousseau der Frage nach der Grundlage der Legitimität politischer Macht, und gibt uns dabei zugleich Gelegenheit seine Ideen zum Gemeinwohl, zu Erziehung, Fortschritt und Aufklärung zu diskutieren. Unter Einbezug weiterer einschlägiger Texte Rousseaus und ausgewählter Forschungsliteratur wollen wir diesen Klassiker der Aufklärung und der Rechtsphilosophie textnah und detailliert besprechen. Im Mittelpunkt steht dabei die Herausforderung zu untersuchen, in welcher Weise einzelne Gedanken Rousseaus rezipiert, weitergedacht und aktuell diskutiert werden.

Dr. Svantje Marei Guinebert

Modul PS Philosophie der Moral, der Politik und des Rechts (Spezialisierungsmodul Praktische Philosophie)

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
08-26-5-M10-3Frei Sprechen. Gründe und Grenzen des Rechts auf Meinungsfreiheit
Free Speech: Reasons and Limitations of the Right to Free Speech
Forschungsseminar

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 4 (2 SWS)

»What is freedom of expression? Without the freedom to offend, it ceases to exist.« (Salman Rushdie)
Das Recht auf freie Meinungsäußerung zählt zu den klassischen liberalen Grundrechten und wird in der Öffentlichkeit als solches immer wieder bekräftigt und verteidigt. Zugleich erleben wir allerdings scharfe Auseinandersetzungen über seine Reichweite: Hat Salman Rushdie Recht, gibt es also keinen Anspruch darauf, die eigenen Werte – ob religiös oder nicht – vor Verächtlichmachung geschützt zu sehen? Oder gib es ein Recht darauf, dass andere ihren Gebrauch des Rechts auf freie Meinungsäußerung so einschränken, dass kein_e andere_r davon verletzt wird?
Genauso umstritten wie die Reichweite des Rechts auf freie Meinungsäußerung ist die Frage, wann genau es verletzt wird. Sind Proteste gegen Redner_innen bereits als Einschränkung von deren Recht auf freie Meinungsäußerung zu werten? Sind Regulierungen beispielsweise von Stellungnahmen in den sozialen Medien automatisch »Zensur«?
Diese und weite Fragen gehen wir im Seminar aus politisch-philosophischer Perspektive nach, diskutieren also nicht in erster Linie, welches Recht wir de facto haben, sondern welches Recht wir mit guten Gründen rechtfertigen können.

Dr. Frieder Vogelmann
09-30-92-AJean-Jacques Rousseau: "Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts"
Jean-Jacques Rousseau: On the Social Contract or Principles of Political Rights

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 18:00 SH D1020 (4 SWS)

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für den Herrn der anderen und bleibt doch mehr Sklave als sie.“ In diesem Klassikerseminar werden wir uns intensiv der kritischen Lektüre des Gesellschaftsvertrags von Jean-Jacques Rousseau widmen. In diesem erstmals 1762 erschienenen Werk widmet sich Rousseau der Frage nach der Grundlage der Legitimität politischer Macht, und gibt uns dabei zugleich Gelegenheit seine Ideen zum Gemeinwohl, zu Erziehung, Fortschritt und Aufklärung zu diskutieren. Unter Einbezug weiterer einschlägiger Texte Rousseaus und ausgewählter Forschungsliteratur wollen wir diesen Klassiker der Aufklärung und der Rechtsphilosophie textnah und detailliert besprechen. Im Mittelpunkt steht dabei die Herausforderung zu untersuchen, in welcher Weise einzelne Gedanken Rousseaus rezipiert, weitergedacht und aktuell diskutiert werden.

Dr. Svantje Marei Guinebert
09-30-96-AIdee und Kritik der modernen Universität
Idea und Critique of the modern University

Seminar

Einzeltermine:
Do 18.10.18 16:00 - 20:00 SFG 3070
Fr 16.11.18 14:00 - 18:00 GW1 A0010
Sa 17.11.18 14:00 - 18:00 MZH 1460
Fr 14.12.18 14:00 - 18:00 SFG 3070
Sa 15.12.18 14:00 - 18:00 MZH 1460
Fr 21.12.18 16:00 - 20:00 SFG 3070
Sa 22.12.18 16:00 - 20:00 MZH 1460

Was ist das: eine Universität? Wozu Universitäten? Welchen Zweck und welches Ziel hat universitäre Bildung? Der Philosoph Karl Jaspers schreibt 1946 vor dem Hintergrund der Erfahrung der nationalsozialistischen Universität in seinem Text Die Idee der Universität: „Die Universität soll die Möglichkeit der Politik überhaupt und damit die Voraussetzung für ihr eigenes Dasein durch die gewaltlosen geistigen Waffen der Erhellung, Einsicht, Überzeugung, durch die Wahrheit schützen.“ Wo liegen die Wurzeln dieser aufklärerisch-idealistischen Konzeption von Universität? Wie steht es heute um den von Jaspers formulierten Anspruch an die Universität?
Im Seminar werden zunächst ausgehend von Denkschriften aus der Epoche des Deutschen Idealismus (dem Geburtsort der modernen Universität) die mit Universität in Beziehung stehenden modernen philosophischen Grundbegriffe (Autonomie und Freiheit) problematisiert. Im Anschluss daran sollen zeitgenössische Streitschriften zur Lage der Universitäten diskutiert werden. Im Zentrum steht dabei die Idee einer unbedingten, von wirtschaftlichem und staatlichem Zwang befreiten Universität und deren Möglichkeit oder Unmöglichkeit heute.

Bibliographie (chronologisch geordnete Auswahl)

I. Kant, „Der Streit der Fakultäten“ [1798], in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. 7, hrsg. v. d. Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1900ff., S. 1-116.
F. D. E. Schleiermacher, „Gelegentliche Gedanken über Universitäten in deutschem Sinn. Nebst einem Anhang über eine neu zu errichtende“ [1808], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 159-252.
A. Schopenhauer, „Ueber die Universitäts-Philosophie“ [1851], in: Ders., Gesammelte Werke (Zürcher Ausgabe), Bd. 7, Diogenes, Zürich, 1977, S. 155-218.
F. Nietzsche, „Über die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. Sechs, im Auftrag der 'Academischen Gesellschaft' in Basel gehaltene, öffentliche Reden“ [1872], in: Ders., Kritische Studienausgabe, Bd. 1, hrsg. v. G. Colli/M. Montinari, DTV, München, 1999 [1967-77; 1988].
W. Benjamin, „Das Leben der Studenten“, in: Der Neue Merkur, Nr. 2, Müller, München/Berlin, 1915, S. 727–737.
M. Heidegger, Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Rede gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg i. Br. am 27.5.1933, Klostermann, Frankfurt/Main, 1983.
T. W. Adorno, „Notiz über Geisteswissenschaft und Bildung“, in: Ders., Eingriffe. Neun kritische Modelle, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1963, S. 54-58.
J. Derrida, L'Université sans condition, Éditions Galilée, Paris, 2001.
dt.: Die unbedingte Universität, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2001.
P. W. Prado, Le principe d'université, Nouvelles Éditions Lignes, 2009.
dt.: Das Prinzip Universität, diaphanes, Zürich, 2010.

Sebastian Kock

Modul TS Philosophie der Naturwissenschaften (Spezialisierungsmodul Theoretische Philosophie)

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-93-AGottlob Freges Begründung von moderner Logik und analytischer Philosophie
Gottlob Frege´s foundation of modern logic and analytical philosophy

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 MZH 1460 (2 SWS)

Gottlob Freges Begründung von moderner Logik und analytischer Philosophie

Die überragende Bedeutung Gottlob Freges (1848 bis 1925) für die Entwicklung der modernen Logik, der logischen Semantik und der analytischen Philosophie ist international allgemein anerkannt.
Für wesentliche Gebiete der Wissenschaftsentwicklung des 20. Jahrhunderts sind Freges Arbeiten fundamental. Das gilt insbesondere für entscheidende Entwicklungen der Logik allgemein und speziell der philosophischen Logik, der Sprachphilosophie und theoretischen Linguistik. Frege wurde damit auch ein wichtiger Wegbereiter von Informatik und Künstlicher Intelligenz.
Für die philosophische Logik, die Grundlegung und Philosophie der Mathematik, die theoretische Philosophie, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie und theoretische Linguistik ist Frege auch heute einer der herausragenden Bezugspunkte.

Im Mittelpunkt des Seminars sollen folgende Themen stehen:

1. Die Begründung der modernen Logik
- Traditionelle und moderne Logik
- Logik als formalisierte Sprache: Anliegen, Ausdrucksmittel und Aufbau der Fregeschen Logik in der Begriffsschrift von 1879.
- Freges Modifikationen seiner Begriffsschrift in den 1890er Jahren: Funktion und Begriff, Begriff und Gegenstand

2. Fregesche Semantik: Die Unterscheidung von Sinn und Bedeutung
- Der Erkenntniswert von Identitätsaussagen
- Kompositionalität und Kontext
- Extensionale und nichtextensionale Kontexte
- Direkte und indirekte Rede

3. Gedanke und Vorstellung: Freges Ontologie und Philosophie des Geistes
- Freges Objektivitätsauffassung und der Fregesche Antipsychologismus bei der Grundlegung der Logik und Arithmetik
- Objektives und Subjektives in den Spätschriften: Wahrheit und Fürwahrgehaltenwerden.

Literatur
FREGE, GOTTLOB:
[BS] Begriffsschrift und andere Aufsätze, [Halle a.d.S. 1879] Georg Olms Verlag, Hildes-heim/Zürich/New York 1988.
[GLA] Die Grundlagen der Arithmetik, [Breslau 1884] Meiner, Hamburg 1988.
[FB] Funktion Begriff, Bedeutung, Vandenhoeck, Göttingen 2002.
[GGA] Grundgesetze der Arithmetik. Begriffsschriftlich abgeleitet, 2 Bde., [Jena 1893 u. 1903] Darmstadt 1962.
[LU] Logische Untersuchungen, Vandenhoeck, Göttingen 1993.

Für das Seminar relevante Auszüge aus diesen Arbeiten werden den Teilnehmern in Form von pdf-Dateien zur Verfügung gestellt.

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-97-AHegels Dialektik: Kritik der einseitigen Wahrheit
Hegels Dialectic: Critique of one-sided truth

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 GW1 A0160 (2 SWS)

In kritischer Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants entwickelt Hegel eine neue Konzeption von Dialektik und rehabilitiert damit eine Methode, die bei den alten Griechen noch als „Sophisterei“ galt. Einen der größten Verdienste Kants sieht Hegel darin, dass er die Dialektik aus ihrem Schattendasein als Methode der Sophisten befreit und sie zur Notwendigkeit der Vernunft erklärt. Zugleich kritisiert er jedoch Kants Vorstellung, dass aus der Dialektik stets nur unlösbare Probleme für die Vernunft entstehen. Dies markiert den Startpunkt seiner eigenen Konzeption von Dialektik. – Im Seminar werden zunächst zentrale Punkte der Entwicklung von Kant zu Hegel nachgezeichnet. Auszüge aus der Kritik der reinen Vernunft, insbesondere aus der „Dialektik“, werden behandelt. Anschließend werden wir einige Schritte der hegelischen Dialektik innerhalb der Wissenschaft der Logik nachvollziehen. Der Schwerpunkt soll auf dem Verständnis des Übergangs von den, wie Hegel sagt, einseitigen Wahrheiten Kants zu seiner, diese einseitigen Wahrheiten aufhebenden, Methode der Dialektik führen.

Eike Kroner
09-30-99-AEinführung in die Wissenschaftsphilosophie (am Beispiel der Kosmologie)
Introduction to the philosophy of science (illustrated by examples from cosmology)

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 SFG 2020 (2 SWS)

Die Wissenschaftstheorie macht Voraussetzungen der Wissenschaft explizit, thematisiert die Methoden, die in den verschiedenen Wissenschaften angewandt werden und reflektiert Reichweite und Grenzen der Disziplinen. Die Vorlesung behandelt klassische Themen der Wissenschaftsphilosophie: Erklärungen in den Wissenschaften, Modelle der Struktur und Dynamik wissenschaftlicher Theorien, Wissenschaftlicher Realismus, Kausalität, Naturgesetze sowie das Verhältnis von Theorie und Experiment. Wenn auch, wie es in der traditionellen Wissenschaftstheorie üblich, die Naturwissenschaften im Mittelpunkt stehen, werden wir auch Blicke auf andere Disziplinen werfen und uns mit den Wegen der Wissenschaftsphilosophie im 20.Jahrhundert beschäftigen.
Die Mehrzahl der Beispiele werden aber aus der Kosmologie kommen. Wir werden verschiedene Formen der Kosmologie zwischen Märchen, Mythos, Philosophie und Astrophysik sowie astronomische Weltbilder und Theorien des Planetensystems von der Antike bis in die Gegenwart kennenlernen und dabei sehen, was die Besonderheiten des neuzeitlichen naturwissenschaftlichen Blicks auf die Welt ausmacht. In wissenschaftstheoretischer Perspektive werden wir uns u.a. mit folgenden Fragen auseinandersetzen. Wie kann im Universum Entfernungen messen? Hat das Universum einen Rand? Woher weiß man, wie alt das Universum ist? Kann es eine empirische Wissenschaft von einmaligen Vorgängen (wie der Entwicklung unseres Universums) geben? Ist das Universum einmalig oder gibt es viele Welten? Warum glaubt man, dass das Universum expandiert? Kann man erklären, warum das Universum so ist, wie es ist?

Die Veranstaltung kann auch von TeilnehmerInnen aus den Naturwissenschaften besucht werden. Vorausgesetzt wird nur Interesse an der Wissenschaft und an philosophischen Fragen. Literatur zum Thema und Möglichkeiten für Leistungsnachweise werden in der Vorlesung besprochen.

Prof. Dr. Manfred Stöckler

Modul AM Abschlussmodul

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-22-CBachelorabschluss-Seminar
Bachelor Thesis Tutorial

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 IW3 0210

Seminar zur Besprechung von Abschlussarbeiten und Studienausgangsphase. Regelmäßige Anwesenheit und die Bereitschaft, die eigene Arbeit vorzustellen und eigene und fremde Arbeiten zu diskutieren, sind zwingende Teilnahmevoraussetzungen.

Dr. Frank Kannetzky

Philosophisches Forschen

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-01-PAPhilosophisches Atelier
Philosophical Atelier

Übung

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 IW3 0210 (2 SWS)

Das philosophische Atelier ist eine Einladung zum philosophischen Denken an interessierte Studierende der Philosophie, die philosophisches Arbeiten an aktuellen Fragen und zeitgenössischen Diskussionen einüben wollen und dabei zugleich einige Gedanken und Forschungsarbeiten ihrer Dozentinnen und Dozenten kennenlernen möchten. Im Rahmen dieses besonderen Formats werden Lehrende der Philosophie der Universität Bremen im Wechsel eigene aktuelle Forschungsarbeiten zur Diskussion stellen, so dass die TeilnehmerInnen Einblick erhalten in Methoden und Darstellungsweisen wissenschaftlichen Arbeitens, aktuelle Fragestellungen und fachphilosophische Diskurse. Forschendes Lernen ganz konkret – mit der Möglichkeit, bei regelmäßiger aktiver Teilnahme 3 CP im Rahmen der General Studies zu erlangen und an der Ausarbeitung und Weiterentwicklung dieses besonderen Lehr- und Lernformats teilzunehmen.

Dr. Svantje Marei Guinebert

General Studies

Studierende der Philosophie können ALLE Veranstaltungen der Philosophie als General-Studies-Veranstaltungen besuchen. Auf folgende Veranstaltungen möchten wir Sie besonders aufmerksam machen.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
Exklusive Workshops für Studierende des FB 09
Studien- und Berufsorientierung in den Geistes und Kulturwissenschaften

Lernfeld

Workshops in den Feldern Journalismus, Kulturfinanzierung, Kommunikation, Berufsorientierung, Eventmanagment und Networking finden Sie im aktuellen Programm der GS des FB 09 :
http://t1p.de/6z6w

N. N.

Dezentrale Schreibwerkstatt

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
Workshops zu Studienmethoden, Kommunikation und zum wissenschaftlichen Schreiben finden Sie zusätzlich im Programm der zentralen Studierwerkstatt:
https://www.uni-bremen.de/studierwerkstatt/programm/

Lernfeld

Die Studierwerkstatt bietet Ihnen die Möglichkeit der Ausbildung und Zertifikation zum Schreibcoach_in.
Bei Fragen zum Schreiben wenden Sie sich im Fachbereich 9 gerne an Britta Petersen: forstafb9@uni-bremen.de oder in der Studierwerstatt an Jörg Riedel: riedel@uni-bremen.de

N. N.
09-50-GS-8offene Schreibgruppe
Open Writing Group

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 20:00 SFG 2040 (4 SWS)


Natasha Deasy
09-GS-3-20Uni Einmaleins:
Studienkompetenzen - Peer to Peer

Seminar

Einzeltermine:
Mi 07.11.18 14:00 - 16:00 GW2 B3800
Mi 14.11.18 14:00 - 16:00 GW2 B3800
Mi 21.11.18 14:00 - 16:00 GW2 B3800

„Wo und wie lässt sich gut studieren? Wie organisiere ich meine Zeit? Was bedeutet es, wissenschaftlich zu arbeiten? Und wie studieren andere eigentlich?“
In dieser Veranstaltung kann im Austausch mit anderen Studierenden die neue Rolle im Uni-Kontext besprochen werden. Themen wie Motivation und Zeitmanagement sowie Organisation, Präsentation und Formen des (wissenschaftlichen) Schreibens werden an drei Terminen in Begleitung der Coaches gemeinsam erarbeitet. In gemütlicher Runde können Tipps und Erfahrungen ausgetauscht und hoffentlich viele Fragen zum Studieren beantwortet werden!


1. Termin am 7.11.2018 mit malea Frickmann und Annika Bartel
2. Termin am 14.11.2018 mit Annika Bartel
3. Termin am 21.11.2018 mit Malea Frickmann

Britta Petersen
09-GS-3-21Von Studierenden für Studierende
Techniken und kreative Prozesse des Schreibens - (selbstständig) wissenschaftlich arbeiten

Seminar

Einzeltermine:
Mo 18.02.19 11:00 - 15:00 GW2 B3800

„Wie finde ich den Einstieg in ein Thema? Wie komme ich zur Fragestellung? Wie wird eine wissenschaftliche Hausarbeit strukturiert? “
In diesem Workshop wird Grundlagenwissen zum Schreiben im Hochschulkontext Peer to Peer vermittelt. Schreibprozesse werden beleuchtet und (hoffentlich) erleichtert!
Schon während der Themenfindung ist es hilfreich, Schreiben als Denk- und Lernprozess zu betrachten und einzusetzen. Insofern geht es nicht nur um die Fixierung auf Ergebnisse, sondern auch um den (kreativen) Prozess des Schreibens selbst. Angeboten werden Übungen, Tipps und natürlich das notwendige Wissen über formale Gestaltungspunkte des Schreibens im Uni-Kontext.

Das Angebot richtet sich an Studierende, die vor ihrer ersten wissenschaftlichen Arbeit stehen, ebenso wie an diejenigen, die Unterstützung beim Schreibprozess brauchen.

Coaches: Malea Frickmann und Annika Bartel

Britta Petersen
09-GS-3-24"Googelst Du noch oder recherchierst Du schon?" Recherche für Seminar- und BA-Arbeiten in den Geisteswissenschaften

Seminar
ECTS: 1

Einzeltermine:
Mi 27.02.19 10:00 - 18:00 SuUB 2190
So 28.04.19 10:00 - 11:00 SuUB 2190

Wozu brauche ich im Zeitalter von Google überhaupt noch Bibliothekskataloge und Datenbanken? Was sind überhaupt die genauen Unterschiede? In diesem Seminar soll ein Überblick über die wichtigsten Kataloge, Fachdatenbanken und Fachportale in den Kulturwissenschaften gegeben werden. In einem Mix aus Theorie und praktischen Übungen werden wir zudem verschiedene Recherchestrategien erlernen und anwenden. Das Seminar richtet sich besonders – aber nicht nur - an Studierende, die in der Vorbereitung einer Hausarbeit bzw. der BA- oder MA-Arbeit sind.

Dr. Joachim Drews
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