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Veranstaltungsverzeichnis

Lehrveranstaltungen SoSe 2019

Philosophie, B.A.

Veranstaltungen anzeigen: alle | in englischer Sprache | für ältere Erwachsene

Modul B2 Logik

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B2-1BEinführung in die formale Logik
Introduction to formal logic

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 GW1 B1070
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 SFG 0150 (2 SWS)
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 1

Einzeltermine:
Di 09.07.19 14:00 - 16:00 GW1 B1070

Die Vorlesung führt in die Klassische Logik (Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe) und ihre hauptsächlichen Darstellungsformen (semantischer und axiomatischer Aufbau, System des natürlichen Schließens), die Metatheorie der Logik sowie Grundideen nichtklassischer Logiken ein. Neben der Vermittlung formaler Fähigkeiten werden auch philosophische Aspekte der Logik und ihrer Anwendungen eine Rolle spielen. Der Besuch der begleitenden Tutorien wird dringend empfohlen. Außerdem sind Übungsblätter zu bearbeiten.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B3 Einführung in die Theoretische Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B3-002BDavid Hume: Untersuchung über den menschlichen Verstand
David Hume: An Enquiry concerning human understanding

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SFG 1020 (2 SWS)

David Hume gilt als ein Wegbereiter sowohl der kritischen Philosophie als auch des Empirismus, zugleich als radikaler Skeptiker und Irrationalist (Russell nennt ihn den „Zerstörer der Vernunft“), manche sehen in ihm einen frühen Pragmatisten.

Hume sieht in der Erfahrung das Sinnkriterium schlechthin und den Maßstab der Kritik überzogener Ansprüche der Vernunft, aber er sieht zugleich, dass Erfahrungswissen nicht aus der Erfahrung begründet werden kann. Seine „naturalistische“ Lösung des Problems ist umstritten, das Problem selbst nicht, vielmehr muss jede Erkenntnistheorie seit Hume dazu Stellung beziehen.

Anhand der „Untersuchung“ führt das Seminar exemplarisch in zentrale Fragen der theoretischen Philosophie ein:
Was sind sinnvolle Aussagen?
Was sind Arten und Quellen des Wissens?
Gibt es sicheres Wissen?
Was sind seine Kriterien?
Wie können philosophische Entwürfe beurteilt werden?
Können religiöse Überzeugungen gerechtfertigt werden?

Dr. Frank Kannetzky

Modul B5 Einführung in die Geschichte der Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B5-B-IIRingvorlesung V: Teil II Geschichte der Philosophie
Lecture series History of Philosophy, Part II

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 SFG 0140 SFG 2040 (2 SWS)

Diese Vorlesung ist ein besonderes Angebot, das in dieser Art nur an ganz wenigen anderen Universitäten zu finden ist: Sie gibt einen Überblick über Themen, Theoriekonzeptionen und Lebenswerke einer Auswahl wichtiger Autoren aus der langen Geschichte der Philosophie.

Die Vorlesung hat zwei Teile. Im Wintersemester werden Epochen von der griechischen Antike bis zu Kant vorgestellt, das nächste Sommersemester führt vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart.

Die Veranstaltung findet als Ringvorlesung statt, d.h. die einzelnen Sitzungen werden von verschiedenen Lehrenden bestritten. So kann man die Lehrenden des Instituts für Philosophie kennenlernen und sich mit unterschiedlichen Zugangsweisen und Denkstilen in der Philosophie vertraut machen.

Die Ringvorlesung gibt zugleich auch Einblicke in die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte.

Die Vorlesung und zugehörige Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Modulprüfung im Anschluss an das Sommersemester abgeschlossen wird.

Am Beispiel herausragender Denker werden historische Bedingtheiten und institutionelle Rahmenbedingungen der Philosophie, aber auch der innere Zusammenhang und die Entwicklung philosophischer Problemstellungen und Lösungsvorschläge thematisiert. Der historische Überblick soll es leichter machen, systematische Themen und Seminarveranstaltungen zu einzelnen Autoren aus der Geschichte der Philosophie einzuordnen und ihre Gedanken zu verknüpfen.
Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen der beiden Semester. Dazu werden Materialien bereitgestellt, die in den Tutorien vertieft werden können.

Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies belegt werden. Natürlich sind auch alle willkommen, die sich für die Geschichte der Ideen unabhängig von Creditpoints und Studienordnungen interessieren.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Prof. Dr. Georg Mohr
Dr. Svantje Marei Guinebert
Dr. Anne Christina Thaeder
Dr. Frank Kannetzky
Prof. Dr. Wolfgang Detel
Sebastian Kock
Eike Kroner

Modul P1 Moral: Begründung und Argumentation

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-P1-001A / 09-30-T1-004AAnalyse klassischer philosophischer Argumente II
Analyzing classical philosophical arguments

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 1040 (2 SWS)

Im Seminar werden wir versuchen, die Struktur klassischer philosophischer Argumente (mit einem Schwerpunkt auf Argumente aus der theoretischen Philosophie) zu bestimmen und diese (auch mit logischen Mitteln) zu rekonstruieren. Interessant ist dabei, dass auch Argumente, die scheinbar zur philosophischen Folklore gehören, ganz unterschiedliche Rekonstruktionen zulassen. Das Seminar soll ausdrücklich studentischen Aktivitäten Raum bieten und lebt von der Bereitschaft, Argumente nach eigenem Interesse zur Besprechung vorzuschlagen und eigene Rekonstruktionsvorschläge zur Diskussion zu stellen. Teilnahmevoraussetzung ist der Abschluss der Kurse in Argumentationstheorie und in Formaler Logik.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-P1-002ATierethik
animal ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 IW3 0210 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul P2 Politik, Recht, Staat

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-P2-002ASchopenhauer als Gesellschaftskritiker
Schopenhauer and social critique

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Fr 05.04.19 16:00 - 18:00 SFG 1030
Sa 11.05.19 10:00 - 16:00 SFG 1020
Fr 17.05.19 14:00 - 20:00 SFG 1020
Sa 18.05.19 10:00 - 18:00 SFG 2040
Mo 20.05.19 16:00 - 20:00 GW1 A0150
Di 21.05.19 14:00 - 16:00 SFG 2040

Der Pessimist Arthur Schopenhauer ist, soviel lässt sich mit Bestimmtheit sagen, ein Philosoph gewesen, der sich zeitlebens keineswegs verdächtig gemacht hat in Beziehung zu sozial-revolutionären Bewegungen, Ideologie und Theorien gestanden zu haben; die Demokratie lehnte er zugunsten der Monarchie ab, den Revolutionsversuchen des Bürgertums von 1848 stand er feindselig gegenüber. Im seinen philosophischen Schriften jedoch, fehlt es ihm nicht an Begriffen und Schimpfworten die in der Gesellschaft waltende Gewalt, Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu verurteilen. Das Seminar verschreibt sich der Aufgabe, den Zusammenhang zwischen Moralphilosophie und Politischer Philosophie in Schopenhauers Denken zu rekonstruieren und dessen Gedanken philosophie-geschichtlich im Kontext der „Elendsphilosophien“ (Proudhon, Marx, u.a.) des 19. Jahrhunderts zu situieren.

Literatur: Arthur Schopenhauer, Werke in zehn Bänden (Zürcher Ausgabe), Diogenes, Zürich, 1977. Nota bene: Eine detailliertes Verzeichnis der Textstellen aus Schopenhauers Werk, die im Seminar diskutiert werden, wird, ebenso wie eine ausführliche Bibliographie zur Sekundärliteratur, zu Beginn des Veranstaltung bekannt gegeben.

Sebastian Kock
09-30-P2-003AKlimaethik
climate ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 2080 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-PS-001S / 09-30-P2-001ARecht - Gerechtigkeit - Menschenrechte
Law - justice - human rights

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 10:00 - 12:00 SFG 2010 (2 SWS)

Einzeltermine:
Do 11.07.19 10:00 - 12:00 SFG 0140

Die Vorlesung stellt zunächst grundlegende Fragestellungen und wichtige Positionen der Rechtsphilosophie vor. Im Vordergrund der Rechtsphilosophie steht die Frage nach dem Begriff des Rechts. Sie ist unmittelbar verknüpft mit der Frage, ob und gegebenenfalls inwiefern positives Recht gebunden ist an allgemeine Maßstäbe der Gerechtigkeit, also mit der Frage nach der Geltung des Rechts. Ist die Geltung positiven Rechts abhängig von der moralischen Richtigkeit dieses Rechts? Gibt es „überpositives Recht“, an dem positives Recht seine Geltung auszuweisen hat? Eine Bestimmung des Rechtsbegriffs und der Rechtsgeltung erfordert eine Bestimmung des Verhältnisses von Recht und Moral. Im Anschluss an die Darstellung der Kontroverse zwischen Natur- und Vernunftrechtstheorien und rechtspositivistischen Theorien erörtert die Vorlesung sodann Grundsätze des modernen demokratischen Verfassungsstaates sowie die philosophischen Grundlagen des Verfassungsrechts, des Strafrechts und des Völkerrechts ein. Die Begründung und Geltung von Menschenrechten ist das Thema des letzten Teils der Vorlesung.
Die Vorlesung richtet sich auch an Studierende der Rechtswissenschaft.

Prof. Dr. Georg Mohr

Modul T1 Erkenntnis, Sprache, Wirklichkeit

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-P1-001A / 09-30-T1-004AAnalyse klassischer philosophischer Argumente II
Analyzing classical philosophical arguments

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 1040 (2 SWS)

Im Seminar werden wir versuchen, die Struktur klassischer philosophischer Argumente (mit einem Schwerpunkt auf Argumente aus der theoretischen Philosophie) zu bestimmen und diese (auch mit logischen Mitteln) zu rekonstruieren. Interessant ist dabei, dass auch Argumente, die scheinbar zur philosophischen Folklore gehören, ganz unterschiedliche Rekonstruktionen zulassen. Das Seminar soll ausdrücklich studentischen Aktivitäten Raum bieten und lebt von der Bereitschaft, Argumente nach eigenem Interesse zur Besprechung vorzuschlagen und eigene Rekonstruktionsvorschläge zur Diskussion zu stellen. Teilnahmevoraussetzung ist der Abschluss der Kurse in Argumentationstheorie und in Formaler Logik.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-T1-002ANelson Goodman "Ways of Worldmaking"
Nelson Goodman “Ways of Worldmaking”

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SFG 2040 (2 SWS)

Wir beschreiben und erfassen die Dinge um uns herum; und wir tun dies auf unterschiedliche Weisen. Die Beschreibung meines Nachbarn fällt zum Beispiel sehr unterschiedlich aus, je nachdem, ob es um ihn als Staatsbürger, als biologischen Organismus oder als religiösen Menschen geht.

Laut Nelson Goodman, mit dessen Buch "Ways of Worldmaking" sich dieses Seminar auseinandersetzt, ist die Spekulation müßig, inwiefern hinter all diesen Beschreibungen eine einheitliche Welt verborgen sein mag. Stattdessen, so Goodman, müsse man ernstnehmen, dass man es immer nur mit unterschiedlichen Versionen von Weltbeschreibungen zu tun habe – egal ob sich diese nun beispielsweise in einem Gesetzestext, einer physikalischen Abhandlung, einem Gemälde oder einem Tanz ausdrückt. All dies sind Weisen, sich der Welt beschreibend zu nähern, und sie haben innerhalb unserer Kultur unterschiedliche Funktionen. Doch das heißt nicht, dass es für Goodman keine Kriterien gibt, nach denen sich verschiedenen Weltversionen auf ihre Plausibilität und Kohärenz hin vergleichen ließen.


Literatur:

Nelson Goodman: Ways of Worldmaking. Hackett Publishing 1978.

Die Lektüre des Buches wird ergänzt durch Textausschnitte aus anderen Publikationen Goodmans sowie (bei Interesse) durch Textauszüge auch von Ernst Cassirer.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-TS-004S / 09-30-T1-003AWissen, Glauben und die Existenz
Knowledge/Wisdom, Faith/Belief and the Existence

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Fr 12.04.19 14:00 - 16:00 GW2 B1700
Fr 14.06.19 12:00 - 18:00 SFG 1040
Sa 15.06.19 10:00 - 18:00 GW2 B3850
Fr 28.06.19 12:00 - 18:00 GW1 A0160
Sa 29.06.19 10:00 - 18:00 MZH 1460

In dem Seminar “Wissen, Glaube und die Existenz“ werden wir uns mit Kierkegaard und insbesondere mit seinen Philosophischen Brocken beschäftigen. In diesen stellt Kierkegaard die Frage nach dem Nutzen des Wissens und der Wahrheit im Allgemeinen in Bezug auf ihn als Existierenden, kurz: Welchen Nutzen hat Wissen für mich als Mensch? Dabei forscht Kierkegaard an den Grenzen unseres Wissens, reflektiert über den Begriff der Wahrheit und endet schließlich beim Glauben, der für ihn eine zentrale Rolle spielen wird. Diesem Weg wird das Seminar nachspüren. Zunächst werden wir mithilfe der unvollendeten Erzählung „De omnibus dubitandum est“ den Kierkegaard des Zweifels kennenlernen, also den Kierkegaard, der sich, angesteckt vom lebendigen philosophischen Geist seiner Zeit (vor allem vom deutschen Idealismus), durch den Zweifel bzw. durch das Denken versucht zur Wahrheit zu winden. Anschließend werden wir zu den Philosophischen Brocken übergehen, in denen der Bruch mit der vorherigen Vorstellung einer Möglichkeit Wahrheit zu denken präsentiert wird und welche daraufhin den Glauben als neues Konzept für die Möglichkeit von Wahrheit vorstellen.

Literatur: Kierkegaard, Søren. Philosophische Brocken: De Omnibus Dubitandum Est. Gütersloh: GTB Siebenstern, 1981

Eike Kroner
09-M52-03-01 / 09-30-T1-001A / 09-30-TS-002SPhänomenologie und Kognitionswissenschaften
Phenomenology and the Cognitive Sciences

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 SFG 2020 (2 SWS)

In den vergangenen rund zwei Jahrzehnten hat die Husserlsche Phänomenologie nicht nur innerhalb der Philosophie des Geistes an Bedeutung (zurück)gewonnen. Sie gilt gegenwärtig auch als vielversprechender Kandidat, um Fragestellungen aus den Kognitions- und Neurowissenschaften breiter einzubetten. Dabei geht es gleichermaßen um Methodisches wie Inhaltliches – so beispielsweise um die Rolle und Struktur von Introspektion, von Aufmerksamkeit und Erinnerung, von Wahrnehmung und Sprache, und immer wieder auch um die Frage nach psychopathologischen Abweichungen.

Der Kurs wendet sich sowohl an Studierende der Philosophie, die wissen möchten, was die Kognitions- und Neurowissenschaften zum Verständnis von Erfahrung beitragen können, als auch umgekehrt an Studierende der Neuro- und Kognitionswissenschaften, die verstehen möchten, wie die Phänomenologie sinnvoll genutzt werden kann für empirische Untersuchungen.



Literatur:

Wir werden gemeinsam ausgewählte Kapitel aus dem "Handbook of Phenomenology and Cognitive Science" von Daniel Schmicking und Shaun Gallagher (Hg., Springer 2010) lesen. Das Buch ist über die Universitätsbibliothek elektronisch frei verfügbar.

Prof. Dr. Norman Sieroka

Modul T2 Wissenschaft, Methode, Natur

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-T2-004A / 09-30-TS-003SNewton, Einstein und die Raum-Zeit
Newton, Einstein and Theories of Space-Time

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Mi 24.04.19 10:00 - 12:00 SFG 2010
Fr 19.07.19 - Sa 20.07.19 (Fr, Sa) 10:00 - 18:00 MZH 1460
So 21.07.19 10:00 - 16:00 MZH 1460

Raum und Zeit bei Newton und Einstein
Im Fokus dieses Seminars stehen grundlegende Annahmen und philosophische Probleme der Theorien über Raum, Zeit und Raumzeit, die Isaac Newton und Albert Einstein im Rahmen der klassischen Mechanik und der Relativitätstheorie ausformuliert haben. Solche Theorien sind Werkzeuge, die zur Beschreibung der Bewegung physikalischer Systeme gebraucht werden. Sie erfassen insbesondere auch die Dauer von Prozessen und die Abfolge konkreter Ereignisse, sowie deren Verortung im physikalischen Raum.

Das Seminar besteht grundlegend aus einem physikalischen und einem philosophischen Teil. Zunächst gehen wir auf die relevanten physikalischen Details, und dabei auch auf die Unterschiede zwischen den Konzeptionen Newtons und Einsteins ein. Darauf aufbauend werden wir zwei philosophische Probleme thematisieren, die sich aus den physikalischen Theorien und ihren Unterschieden ergeben.

1. Zum einen stellt sich eine allgemeine Frage in Bezug auf die Ontologie von Raum und Zeit bzw. der Raum-Zeit. Dies die Frage, ob Raum und Zeit unabhängig von physikalischen Ereignissen existieren, oder ob es Raum und Zeit nur dann gibt, wenn etwas geschieht.
2. Zum anderen stellt sich die Frage, ob die Relativität der Gleichzeitigkeit, die in der relativistischen Mechanik eine große Rolle spielt, Grund genug für die Annahme bietet, dass auch der (von Newton postulierte) Fluss der Zeit lediglich ein relatives Phänomen darstellt (oder gar illusorisch ist, wie bspw. Einstein meint).

In der Vorbereitungsstunde werden leichte, einführende Texte in die physikalischen Grundlagen und philosophischen Problemstellungen vorgestellt, die bis zum eigentlichen Seminar vorbereitet werden. Leistungsnachweise erfolgen durch eine Hausarbeit (und ggf. durch ein Referat).

Thorben Petersen, M.A.
09-M52-01-02 / 09-30-TS-001AAktuelle Themen der Naturphilosophie
Current Topics in Natural Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SFG 1040 (2 SWS)

Was ist Natur oder was könnte sie sein? Dieser naturphilosophischen Grundfrage wird in diesem Seminar aus unterschiedlichen Blickwinkeln nachgehen. Beginnen werden wir mit einigen historisch-systematischen Überlegungen und der Diskussion wichtiger Grundbegriffe, die unser Denken und Handeln in und mit der Natur prägen. Anschließend wenden wir uns konkreteren Praktiken und Verhältnissen zur Natur zu wie sie sich beispielsweise auch in Religion, Bildung, Ernährungsgewohnheiten, ökonomischen Redeweisen und dem Umgang mit Tieren widerspiegeln.

Philosophisch in den Blick genommen wird auch die Pluralität dieser Begriffe, Praktiken und Verhältnisse. Denn die Vielstimmigkeit naturphilosophischer Ansätze ist kein simples Defizit, sondern scheint vielmehr selbst ein wichtiger Ausdruck unseres gegenwärtigen Naturverständnisses zu sein.


Literatur:

Wir werden gemeinsam ausgewählte Kapitel lesen aus dem Lehr- und Studienbuch "Naturphilosophie" von Thomas Kirchhoff et al. (Hg., UTB 2017). Das Buch ist über die Universitätsbibliothek elektronisch frei verfügbar.

Prof. Dr. Norman Sieroka

Modul K Klassikerlektüre

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-K-001BL. Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen
Ludwig Wittgenstein: Philosophical Investigations

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 SFG 1020 (4 SWS)

Ludwig Wittgenstein (1889-1951) war einer der bedeutendsten Philosophen (nicht nur) des 20. Jahrhunderts. Mit dem „Tractatus“ prägte er maßgeblich die sprachkritische Wende in der Philosophie, die Überlegung, dass philosophische Probleme durch fehlerhaften Sprachgebrauch hervorgebracht werden und daher die Klärung der Funktionsweise der Sprache für die Philosophie zentral ist. Hintergrund dieser Überlegungen war die sog. „Abbildtheorie“ der Sprache, die im „Tractatus“ entwickelt wird. In seinem zweiten Hauptwerk „Philosophische Untersuchungen“ behält er den ersten Gedanken bei, aber verwirft die Abbildtheorie. Dabei entwickelt Wittgenstein eine neue Art des philosophischen Denkens, die in der Philosophiegeschichte beispiellos ist. Wittgensteins Werk ist interpretationsbedürftig und umstritten, aber gleichviel wie man sich dazu stellt, vermittelt es doch substantielle Argumente zum Verhältnis von Sprache, Geist und Welt, generell einen „therapeutischen“ Zugang zu philosophischen Problemen. Da die „Philosophischen Untersuchungen“ nur vor dem Hintergrund einer bestimmten (scheinbar natürlichen) Auffassung von Sprache verständlich sind, wird das Seminar mit einer kursorischen Lektüre des „Tractatus“ (Begriff der logischen Form, Satz und Wirklichkeit, Modell) beginnen um danach wichtige Begriffe und Argumente der „Philosophischen Untersuchungen“ erarbeiten (z.B. Sprachspiel, Famlienähnlichkeit, Bräuche und Gepflogenheiten, Regel, Lebensform; zum Spracherwerb, zum Regelfolgen, zur Unmöglichkeit einer Privatsprache, zum philosophischen Sinn der Alltagssprache). Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten, Protokollen und regelmäßige, gründliche Lektüre.

Dr. Frank Kannetzky

Modul PS Philosophie der Moral, der Politik und des Rechts (Spezialisierungsmodul Praktische Philosophie)

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-PS-001S / 09-30-P2-001ARecht - Gerechtigkeit - Menschenrechte
Law - justice - human rights

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 10:00 - 12:00 SFG 2010 (2 SWS)

Einzeltermine:
Do 11.07.19 10:00 - 12:00 SFG 0140

Die Vorlesung stellt zunächst grundlegende Fragestellungen und wichtige Positionen der Rechtsphilosophie vor. Im Vordergrund der Rechtsphilosophie steht die Frage nach dem Begriff des Rechts. Sie ist unmittelbar verknüpft mit der Frage, ob und gegebenenfalls inwiefern positives Recht gebunden ist an allgemeine Maßstäbe der Gerechtigkeit, also mit der Frage nach der Geltung des Rechts. Ist die Geltung positiven Rechts abhängig von der moralischen Richtigkeit dieses Rechts? Gibt es „überpositives Recht“, an dem positives Recht seine Geltung auszuweisen hat? Eine Bestimmung des Rechtsbegriffs und der Rechtsgeltung erfordert eine Bestimmung des Verhältnisses von Recht und Moral. Im Anschluss an die Darstellung der Kontroverse zwischen Natur- und Vernunftrechtstheorien und rechtspositivistischen Theorien erörtert die Vorlesung sodann Grundsätze des modernen demokratischen Verfassungsstaates sowie die philosophischen Grundlagen des Verfassungsrechts, des Strafrechts und des Völkerrechts ein. Die Begründung und Geltung von Menschenrechten ist das Thema des letzten Teils der Vorlesung.
Die Vorlesung richtet sich auch an Studierende der Rechtswissenschaft.

Prof. Dr. Georg Mohr
09-M52-02-02 / 09-30-PS-002SDigitalethik
Digital Ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 SFG 2020 (2 SWS)

Die Ethik der digitalisierten Welt (kurz Digitalethik) wird bereits seit einigen Jahrzehnten diskutiert. Sie ist allgemein ein Bereich der Angewandten Ethik und im Speziellen der Technikethik. Sie schließt damit an ethische Theorien, Werte und Prinzipien an, mithilfe derer sie die spezifischen ethischen Probleme der Digitalisierung (z.B. Privacy, Vertrauenswürdigkeit, Autonomie, Persönlichkeitsrechte usw.) diskutiert und bewertet. Die Digitalethik hat also als Angewandte Ethik die doppelte Aufgabe, sowohl die Sachverhalte der digitalen Lebenswelt adäquat zu erfassen als auch ethische Theorien und Prinzipien richtig anzuwenden. Eine besondere Schwierigkeit für die Digitalethik besteht darin, die moralischen Ansprüche einer vielfältigen Lebenswelt zur Geltung zu bringen, da sie - anders als manch andere Bereichsethik - alle Lebensbereiche betrifft. In dieser Veranstaltung werden wir uns daher einen Überblick über ethische Theorien der Angewandten Ethik, über die Geschichte der Computerethik und über ausgewählte Probleme der Digitalethik verschaffen. Wir werden dazu philosophische Texte in englischer und deutscher Sprache lesen und diskutieren. Eine Vorabbeschäftigung mit ethischen Theorien kann nicht schaden (s. bspw. Ach, Johann S./Bayertz, Kurt/Siep, Ludwig (Hg.) (2016): Grundkurs Ethik. Band 1: Grundlagen. 4., überarb. u. erw. Paderborn: mentis.).
Mögliche Titel zur Vorbereitung (nicht vorausgesetzt):
J. Nida-Rümelin & N. Weidenfeld: Digitaler Humanismus, Piper 2018.
T. Ramge: Mensch und Maschine, Reclam 2018.

Björn Haferkamp, M.A.

Modul TS Philosophie der Naturwissenschaften (Spezialisierungsmodul Theoretische Philosophie)

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-T2-004A / 09-30-TS-003SNewton, Einstein und die Raum-Zeit
Newton, Einstein and Theories of Space-Time

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Mi 24.04.19 10:00 - 12:00 SFG 2010
Fr 19.07.19 - Sa 20.07.19 (Fr, Sa) 10:00 - 18:00 MZH 1460
So 21.07.19 10:00 - 16:00 MZH 1460

Raum und Zeit bei Newton und Einstein
Im Fokus dieses Seminars stehen grundlegende Annahmen und philosophische Probleme der Theorien über Raum, Zeit und Raumzeit, die Isaac Newton und Albert Einstein im Rahmen der klassischen Mechanik und der Relativitätstheorie ausformuliert haben. Solche Theorien sind Werkzeuge, die zur Beschreibung der Bewegung physikalischer Systeme gebraucht werden. Sie erfassen insbesondere auch die Dauer von Prozessen und die Abfolge konkreter Ereignisse, sowie deren Verortung im physikalischen Raum.

Das Seminar besteht grundlegend aus einem physikalischen und einem philosophischen Teil. Zunächst gehen wir auf die relevanten physikalischen Details, und dabei auch auf die Unterschiede zwischen den Konzeptionen Newtons und Einsteins ein. Darauf aufbauend werden wir zwei philosophische Probleme thematisieren, die sich aus den physikalischen Theorien und ihren Unterschieden ergeben.

1. Zum einen stellt sich eine allgemeine Frage in Bezug auf die Ontologie von Raum und Zeit bzw. der Raum-Zeit. Dies die Frage, ob Raum und Zeit unabhängig von physikalischen Ereignissen existieren, oder ob es Raum und Zeit nur dann gibt, wenn etwas geschieht.
2. Zum anderen stellt sich die Frage, ob die Relativität der Gleichzeitigkeit, die in der relativistischen Mechanik eine große Rolle spielt, Grund genug für die Annahme bietet, dass auch der (von Newton postulierte) Fluss der Zeit lediglich ein relatives Phänomen darstellt (oder gar illusorisch ist, wie bspw. Einstein meint).

In der Vorbereitungsstunde werden leichte, einführende Texte in die physikalischen Grundlagen und philosophischen Problemstellungen vorgestellt, die bis zum eigentlichen Seminar vorbereitet werden. Leistungsnachweise erfolgen durch eine Hausarbeit (und ggf. durch ein Referat).

Thorben Petersen, M.A.
09-30-TS-004S / 09-30-T1-003AWissen, Glauben und die Existenz
Knowledge/Wisdom, Faith/Belief and the Existence

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Fr 12.04.19 14:00 - 16:00 GW2 B1700
Fr 14.06.19 12:00 - 18:00 SFG 1040
Sa 15.06.19 10:00 - 18:00 GW2 B3850
Fr 28.06.19 12:00 - 18:00 GW1 A0160
Sa 29.06.19 10:00 - 18:00 MZH 1460

In dem Seminar “Wissen, Glaube und die Existenz“ werden wir uns mit Kierkegaard und insbesondere mit seinen Philosophischen Brocken beschäftigen. In diesen stellt Kierkegaard die Frage nach dem Nutzen des Wissens und der Wahrheit im Allgemeinen in Bezug auf ihn als Existierenden, kurz: Welchen Nutzen hat Wissen für mich als Mensch? Dabei forscht Kierkegaard an den Grenzen unseres Wissens, reflektiert über den Begriff der Wahrheit und endet schließlich beim Glauben, der für ihn eine zentrale Rolle spielen wird. Diesem Weg wird das Seminar nachspüren. Zunächst werden wir mithilfe der unvollendeten Erzählung „De omnibus dubitandum est“ den Kierkegaard des Zweifels kennenlernen, also den Kierkegaard, der sich, angesteckt vom lebendigen philosophischen Geist seiner Zeit (vor allem vom deutschen Idealismus), durch den Zweifel bzw. durch das Denken versucht zur Wahrheit zu winden. Anschließend werden wir zu den Philosophischen Brocken übergehen, in denen der Bruch mit der vorherigen Vorstellung einer Möglichkeit Wahrheit zu denken präsentiert wird und welche daraufhin den Glauben als neues Konzept für die Möglichkeit von Wahrheit vorstellen.

Literatur: Kierkegaard, Søren. Philosophische Brocken: De Omnibus Dubitandum Est. Gütersloh: GTB Siebenstern, 1981

Eike Kroner
09-M52-01-01 / 09-30-TS-001SPhilosophie der Zeit
Philosophy of Time

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 2010 (2 SWS)

Zeit ist eine fundamentale Dimension, in der wir uns sowohl als biologisch-physikalische wie auch als geistige Wesen bewegen. Zeit durchzieht unser Dasein in verschiedenen Erscheinungsformen – unter anderem als physikalische Zeit, als wahrgenommene Zeit, als gesellschaftlich-intersubjektive Zeit und als historische Zeit. Dementsprechend war und ist das Thema Zeit immer wieder der Gegenstand von grundlegenden Diskussionen in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen – von Metaphysik über Wissenschaftsphilosophie und Philosophie des Geistes bis hin zu Philosophiegeschichtsschreibung und Ethik.
Im Kurs werden die wichtigsten zeitspezifischen Fragestellungen dieser verschiedenen philosophischen Teildisziplinen und deren Querverbindungen behandelt. In diesem Sinne bietet der Kurs auch einen allgemeinen Überblick über die Philosophie. Behandelt wird u.a.: die Existenz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; die Möglichkeit von Zeitreisen; die Konstitution unseres Zeitbewusstseins und dessen mögliche neurophysiologische Gegenstücke; zeitliche Vorurteile in unserer Lebensführung ("lieber heut' als morgen"); Verantwortung gegenüber zukünftigen und vergangenen Generationen.


Literatur:

Der Kurs orientiert sich an folgender Monographie, deren Anschaffung empfohlen wird:

- Sieroka, N. 2018. Philosophie der Zeit – Grundlagen und Perspektiven (Reihe C.H.Beck Wissen). München: Beck-Verlag (ISBN 978-3-4067-2787-0) 128 S., 9.95€ (Taschenbuch), 7.99€ (Kindle/ebook).

Ergänzende Literatur wird zum Teil auf einer Lehrplattform zum Herunterladen bereitgestellt. Weitere Literaturhinweise folgen zu Beginn der Veranstaltung.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-M52-03-01 / 09-30-T1-001A / 09-30-TS-002SPhänomenologie und Kognitionswissenschaften
Phenomenology and the Cognitive Sciences

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 SFG 2020 (2 SWS)

In den vergangenen rund zwei Jahrzehnten hat die Husserlsche Phänomenologie nicht nur innerhalb der Philosophie des Geistes an Bedeutung (zurück)gewonnen. Sie gilt gegenwärtig auch als vielversprechender Kandidat, um Fragestellungen aus den Kognitions- und Neurowissenschaften breiter einzubetten. Dabei geht es gleichermaßen um Methodisches wie Inhaltliches – so beispielsweise um die Rolle und Struktur von Introspektion, von Aufmerksamkeit und Erinnerung, von Wahrnehmung und Sprache, und immer wieder auch um die Frage nach psychopathologischen Abweichungen.

Der Kurs wendet sich sowohl an Studierende der Philosophie, die wissen möchten, was die Kognitions- und Neurowissenschaften zum Verständnis von Erfahrung beitragen können, als auch umgekehrt an Studierende der Neuro- und Kognitionswissenschaften, die verstehen möchten, wie die Phänomenologie sinnvoll genutzt werden kann für empirische Untersuchungen.



Literatur:

Wir werden gemeinsam ausgewählte Kapitel aus dem "Handbook of Phenomenology and Cognitive Science" von Daniel Schmicking und Shaun Gallagher (Hg., Springer 2010) lesen. Das Buch ist über die Universitätsbibliothek elektronisch frei verfügbar.

Prof. Dr. Norman Sieroka
Aktualisiert von: TYPO3-Support