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Studierende erinnern an jüdisches Leben in Bremen

Mit einem Stadtrundgang wollen Studierende des Instituts für Geschichtswissenschaften der Deportation von 440 Bremer Juden ins Ghetto Minsk vor 78 Jahren gedenken. Sie laden am Montag, 18. November, 17 Uhr, zu einem Stadtrundgang „Jüdisches Bremen“ ein.

Julia Chapiro, Clara Hafner und Franziska Nobis, Studierende des Instituts für Geschichtswissenschaft, haben jüdisches Leben in Bremen recherchiert und einen Stadtrundgang konzipiert. Sie laden Bremerinnen und Bremer ein, mit ihnen Stätten der Vergangenheit zu besuchen. Der Rundgang beginnt am Montag, 18. November, 17 Uhr, vor dem Bremer Dom.

Stolpersteine erinnern an Biographien

Weitere Stationen sind das Schnoorviertel mit dem Rosenak Haus in der Kolpingstraße 7 und das Alte Polizeihaus Am Wall 201. Die Teilnehmenden erfahren dabei viel über das Jüdische Gemeindeleben vor allem im 20. Jahrhundert, aber auch über die Bremer Polizei als Helfer bei der Judenverfolgung. Vorgestellt werden auch das Mahnmal, Tiefer 12, und Stolpersteine, die an Biographien deportierter Juden erinnern. Die Auswirkungen der Reichspogromnacht auf das jüdische Gemeindeleben stellen die Studierenden an der ehemaligen jüdischen Schule in der Kohlhökerstraße 6 vor.  Auf dem Hof der Oberschule am Barkhof begann am 18. November 1941 die erste Deportation von Bremer Juden nach Minsk in Weißrussland. Von dort wurden sie im Sommer 1942 zum Massenerschießungsort Maly Trostenez gebracht. 

Lichterkette gegen Antisemitismus

Eine Lichterkette „Licht gegen Rechts“, ebenfalls von den Studierenden organisiert, beginnt anschließend um 20 Uhr vor der Synagoge an der Schwachhauser Heerstraße 117. Es wird darum gebeten, Kerzen selbst mitzubringen. „Die Studierenden wollen ein Zeichen der Solidarität nach dem Anschlag in Halle setzen“, sagt Professorin Magdalena Waligorska-Huhle, die Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas unterrichtet. Die Lichterkette wird von der jüdischen Gemeinde und der Regionalgruppe Bremen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste unterstützt.

Voranmeldungen für die kostenfreie Stadtführung werden erbeten bis zum Freitag, 15. November 2019, unter

stadtfuehrung.unibremen@web.de
 
Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Magdalena Waligorska-Huhle
Institut für Geschichtswissenschaft
Universität Bremen
Tel.: +49-421-218-67360
E-Mail: magdalena.waligorska@uni-bremen.de
   

 

Bild von einem Gedenk-Stolperstein im Pflaster
Die Studierenden halten bei der Führung auch an Stolpersteinen inne und berichten vom Schicksal der NS-Opfer. So auch von Moritz Gompertz, der in der Parkallee 31 lebte.
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