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Das Faserinstitut wird 50!

Von der Baumwollprüfung zu multifunktionellen Fasern und Faserverbundwerkstoffen: Das Faserinstitut Bremen e.V. feiert seinen 50. Geburtstag! In die Forschung und Lehre der Universität Bremen ist es seit 1987 durch einen Kooperationsvertrag eng eingebunden.

Noch weit vor der Gründung der Universität fing alles an: 1955 wurde an der Baumwollbörse ein Labor für die prüfgerätebasierte Bewertung von Baumwolle – ab 1965 dann auch von Wolle – aufgebaut. Hintergrund war die Qualitätsprüfung des faserigen Materials für Handelsverträge. Schnell wuchs das Labor zu einer weltweit anerkannten Instanz. Um zusätzliche Untersuchungen zu ermöglichen und in die Forschung einzusteigen, wurde im Juni 1969 das Faserinstitut Bremen (FIBRE) als eingetragener Verein und unabhängiges, gemeinnütziges Institut gegründet. Es ist damit eines der ältesten Forschungsinstitute in Bremen.

Einzug ins EcoMaT ein wichtiger Schritt

„Seit seiner Gründung hat das Faserinstitut einen langen Weg zurückgelegt, neue Technologien entwickelt und neue Forschungsschwerpunkte gesetzt“, sagt Professor Dr.-Ing. Axel S. Herrmann, der das Institut seit 2001 leitet und – wie viele weitere Wissenschaftler des Faserinstituts – auch im Fachbereich Produktionstechnik lehrt. „Dass wir seit dem 1. Mai 2019 auch im neuen Bremer Forschungs- und Technologiezentrum EcoMaT prominent vertreten sind und dort mit Hightech-Firmen auf Gebieten wie Faserverbundwerkstoffen, Leichtbau und Flugzeugbau eng zusammenarbeiten, ist ein Beleg unserer Expertise. Es kennzeichnet aber auch den Wandel, den wir über 50 Jahre immer wieder vollzogen haben.“ Seinen Hauptsitz hat das Institut weiter im Gebäude IW3 auf dem Uni-Campus.

Von der Baumwollprüfung zum Forschungsinstitut

Längst geht es im Faserinstitut nicht mehr nur um Baumwoll- und Wollfasern, sondern so ziemlich um alle Fasern, die sich in Kleidung, Pflanzen und vor allem Werkstoffen finden. Schon bald nach der Gründung des Baumwolllabors wollte man in Bremen mehr wissen, machte Grundlagenuntersuchungen zur Messwertreproduzierbarkeit, zur Prüfmethodenstandardisierung und zu Prüfgeräteentwicklungen. So entwickelte sich das FIBRE zu einer wissenschaftlichen Einrichtung. Weltweit bekannt wurde es durch seine „Bremer Rundtests“, einer Standardisierung für die Prüfung von Baumwolle. Auch heute noch nimmt das Institut die Aufgaben wahr, die mit der Gründung des Baumwolllabors und des Wolllabors begannen. So ist es beispielsweise letzte Prüfinstanz für mehr als 80 Prozent aller Baumwollkontrakte weltweit.

„Der Markt der klassischen Textilproduktion verschob sich mehr und mehr nach Asien, weshalb wir uns neuen Herausforderungen gestellt haben“, sagt Axel S. Hermann zur Entwicklung des FIBRE. „Technische Fasern, Funktionsfasern und faserbasierte Werkstoffe wurden zu neuen Forschungsgebieten, darunter die kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffe für die Luft- und Raumfahrt.“ Mit Airbus und OHB habe man wichtige Technologietreiber in Bremen vor Ort, mit einer ganzen Reihe von Instituten der Universität Bremen arbeite man auf dem Gebiet der Werkstoffwissenschaften eng zusammen. „In den vergangenen 15 Jahren haben wir ein enormes Wachstum erlebt, was schließlich – mit Unterstützung des Landes Bremen – zum Einzug in das EcoMaT geführt hat.“

Wichtige Rolle in der Nachwuchsausbildung

Bei der Lehre im Fachbereich Produktionstechnik spielt das Faserinstitut eine wesentliche Rolle. Mit Vorlesungen, Abschlussarbeiten und der Betreuung der Vertiefungsrichtung Luftfahrt leistet es einen maßgeblichen Anteil an der Ausbildung von jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren an der Universität. In mehr als 50 Abschlussarbeiten pro Jahr bearbeiten diese wissenschaftliche Fragestellungen in spannenden Forschungsprojekten gemeinsam und unter Anleitung von wissenschaftlichen Mitarbeitern. Die Studierenden bekommen darüber hinaus häufig wertvolle Einblicke in die praktische Projektarbeit. „Damit liefert das Institut vielen Studierenden eine wichtige Orientierung für ihren weiteren beruflichen Werdegang und schafft einen Technologietransfer über Köpfe von der Forschung in die Industrie“, ist FIBRE-Chef Herrmann überzeugt.

Tiefere Einblicke in Geschichte und Wirken des Faserinstituts bietet die Jubiläumsbroschüre, die hier als pdf heruntergeladen werden kann: www.faserinstitut.de/downloads/


Weitere Informationen:

www.faserinstitut.de
www.uni-bremen.de

Fragen beantwortet:

Faserinstitut Bremen e.V. (FIBRE)
+49 421 218-58700
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Mann an Maschine
Dipl.-Ing. Ralf Bäumer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Faserinstituts, arbeitet am Spulengatter für die Pultrusionsanlage. Auf ihr werden kontinuierliche faserverstärkte Profile hergestellt.
Aktualisiert von: TYPO3-Support