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Gast der vierten Senghaas Lecture ist Professor Hans Joas

Gast der vierten Senghaas Lecture des Instituts für Interkulturelle und Internationale Studien ist Professor Hans Joas aus Berlin. Er stellt Überlegungen zum Thema „Postnationaler Imperialismus“ an. Der Vortrag findet am Mittwoch, 5. Dezember 2018, um 19 Uhr im Haus der Wissenschaft statt.

Im Zentrum des Vortrags „Postnationaler Imperialismus? Eine militaristische Denktradition und ihre gegenwärtige Bedeutung“ steht der europäische Einigungsprozess, dessen Legitimation in beträchtlichem Maße in der erfolgreichen Etablierung einer stabilen Friedensordnung aufgeklärter Partner nach dem Zweiten Weltkrieg verankert ist. Bei den heutigen Bemühungen um eine gemeinsame europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik stellt sich deshalb die entscheidende Frage, ob diese den Prinzipien folgen wird, die im Binnenverhältnis Europas gelten, oder ob wir Zeugen der Herausbildung einer neuen Weltmacht alter Schule, eines „postnationalen Imperialismus" sind. Dieser Frage geht der Vortrag auf dem Weg einer Auseinandersetzung mit historisch-soziologischen Überlegungen zu Europa vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach.

Zur Person Professor Hans Joas:

Hans Joas ist Ernst Troeltsch-Honorarprofessor an der Humboldt Universität zu Berlin. Zuvor war er Professur für Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, an der Freien Universität Berlin und an der University of Chicago. Zwischen 2002 und 2011 war er Direktor des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt und bis 2014 Permanent Fellow am Freiburg Institute of Advanced Studies. Professor Joas hat vielfache Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Max-Planck-Forschungspreis, die Werner-Heisenberg-Medaille der Alexander von Humboldt-Stiftung und den Bielefelder Wissenschaftspreis.

Die Dieter Senghaas Lectures:

Mit der Vortragsreihe würdigt das Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) der Universität Bremen Leben und Werk eines der international bekanntesten und geachteten Friedens- und Konfliktforschers, der seit 1978 an der Universität Bremen lehrt und forscht. Er ist einer der Begründer des Instituts. Die Senghaas Lectures, die es seit 2015 gibt, werden von der Landeszentrale für Politische Bildung Bremen unterstützt. In dem Buch „Deutsche Politikwissenschaftler – Werk und Wirkung“ wird Dieter Senghaas als herausragender Wissenschaftler charakterisiert, der „eine ganze Generation von Menschen in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung und in der entwicklungspolitischen ‚Szene‘ geprägt“ hat. Und weiter heißt es: „Wo Senghaas ist, ist Akademie, ist der lebhafte Austausch über den Wandel der Welt und über die Dynamik, die ihm innewohnt“. Sein „zivilisatorisches Hexagon“, das sechs Bausteine für eine friedliche Gesellschaft beschreibt, hat es bis in die Abituraufgaben deutscher Schülerinnen und Schüler und in die bedeutendsten Lehrwerke internationaler Beziehungen geschafft. Sein Gesamtwerk umfasst 35 vom ihm verfasste Bücher sowie 35 weitere Bücher, an denen er als Herausgeber oder Ko-Autor beteiligt war.

Weitere Informationen:

www.iniis.uni-bremen.de/veranstaltungen/dieter-senghaas-lectures/

Fragen beantwortet:

Dr. Roy Karadag
Universität Bremen
Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Tel.: +49 421 218 67468
E-Mail: karadag@uni-bremen.de

 

Mann lächelt in Kamera
Professor Hans Joas spricht über "Postnationalen Imperialismus"
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