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Neue Studie zeigt einen „Trump-Effekt“ in Europa

Donald Trumps Wahl zum 45. Präsidenten der USA hat die Zustimmung der Europäerinnen und Europäer zur Europäischen Union verstärkt. Das ist Ergebnis einer Studie, die jetzt als Artikel in einem Sonderheft der US-amerikanischen Zeitschrift „Perspectives on Politics“ erschienen ist.

Die Studie geht der Frage nach, ob und wie sich durch die Wahl Trumps die Unterstützung für die Europäische Union in Europa verändert hat. Das Ergebnis: Die Europäerinnen und Europäer sehen die EU positiver – interessanterweise vor allem diejenigen, die sich im politischen Spektrum rechts der Mitte verorten. Für die Untersuchung dieses Einstellungseffekts machten sich die Autoren zunutze, dass die Wahl Trumps mitten in die Erhebung einer Eurobarometer-Umfrage fiel. Mit den Eurobarometern erkundet die EU-Kommission regelmäßig die öffentliche Meinung der EU-Bürgerschaft, so auch im November 2016. Etwa die Hälfte der Interviews wurde vor der Trump-Wahl durchgeführt, die andere Hälfte danach. „Da der Wahlerfolg von Trump so überraschend kam und die Zuweisung der Befragten zu einem Interviewtermin vor oder nach der Wahl rein zufällig erfolgte und nicht von den jeweiligen politischen Voreinstellungen der Personen abhing, kommt dieser Umstand einem sogenannten natürlichen Experiment recht nahe“, sagt Autorin Lara Minkus. Gemeinsam mit dem Soziologen Emanuel Deutschmann (European University Institute Florenz) und Jan Delhey, Professor für Makrosoziologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, hat sie festgestellt: Eine Veränderung in der Unterstützung für die EU nach der Präsidentschaftswahl muss folglich ein „Trump-Effekt“ sein.

EU bei der politischen Rechten beliebter

Die EU erfährt nach der Trump-Wahl mehr Unterstützung durch die Bevölkerung. Allerdings verteilt sich dieser Anstieg ungleichmäßig, wenn man nach politischer Orientierung unterteilt. Dann sieht man, dass es vor allem diejenigen sind, die sich politisch rechts der Mitte einstufen, bei denen dieser Trump-Effekt messbar ist. Bei der politischen Mitte und den Linken hat sich die Unterstützung der EU zwar auch leicht erhöht, aber noch im statistischen Zufallsbereich. Was steckt bei den eher rechts-konservativen Bürgerinnen und Bürgern dahinter, fragten sich die Autoren. Hier können sie nur spekulieren. Am plausibelsten sei es, dass die Trump-Wahl in diesen politischen Kreisen die Hoffnung genährt hat, die EU in Richtung eines „Europas der Nationen“ zu entwickeln, das sich stärker nach außen abschottet und eine protektionistischere Machtpolitik verfolgt, sagt Lara Minkus. „Ob dieser „Trump-Effekt“ im rechten Spektrum nur vorrübergehend war oder von Dauer, werden die nächsten Europawahlen im Mai kommenden Jahres zeigen.“

Die Veröffentlichung

Minkus, L., E. Deutschmann & J. Delhey, 2018: A Trump Effect on the EU’s Popularity? The U.S. Presidential Election as a Natural Experiment. Perspectives on Politics: 1-18; https://doi.org/10.1017/S1537592718003262

Fragen beantwortet:

Lara Minkus
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-58536
E-Mail: lminkus@uni-bremen.de

Europaflagge im Wind
Die EU erfährt nach der Trump-Wahl mehr Unterstützung durch die Bevölkerung.
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