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Neue szenische Lesung: Die Revolution 1918/19 in Bremen

Vor hundert Jahren endete nicht nur der Erste Weltkrieg. 1918 war auch Beginn der ersten deutschen Demokratie. Diese Umbruchzeit steht im Mittelpunkt der neuen szenischen Lesung aus der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“. Premiere ist am 26. November um 19:30 Uhr im Bremer Theater am Leibnizplatz.

Worum geht es? Am 9. November 1918 verkündete der Arbeiter- und Soldatenrat Bremens: „Was hat sich ereignet? Nichts Geringeres als eine Revolution.“ Wenige Tage später wurden reichsweit sozialpolitische Reformen auf den Weg gebracht: uneingeschränktes Vereins-und Versammlungsrecht,  Abschaffung der Zensur, Achtstundentag sowie allgemeines, gleiches, geheimes, direktes Wahlrecht für Männer und Frauen.

Szenische Lesung stellt wichtige Stationen vor

Nach einem überwiegend friedlichen Beginn der Revolution eskalierte nur knapp drei Monate später die Gewalt auch in Bremen, als die Division Gerstenberg zusammen mit dem Freikorps Caspari in die Hansestadt einmarschierte. Mindestens 83 Frauen, Kinder und Männer kamen während der Kämpfe am 4. Februar 1919 ums Leben. Einen Tag später informierte die von der Reichsregierung eingesetzte provisorische Regierung die Bevölkerung Bremens, dass alle Räte abgeschafft seien. In der szenischen Lesung werden wichtige Stationen dieser Entwicklung aus der Sicht der verschiedenen Akteurinnen und Akteure vorgestellt und die Auseinandersetzung zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum verfolgt.

16. Dezember: Lesung und Diskussion mit dem Autor Mark Jones 

Nach der Premiere des Stücks sind weitere Aufführungen in den nächsten Monaten geplant. Ein besonderer Termin ist Sonntag, der 16. Dezember 2018, 18 Uhr: Hier wird Mark Jones von der University College Dublin zu Gast sein. „Er hat das wichtigste Buch zu den Ereignissen in den Jahren 1918/19 geschrieben“, so die Projektleiterin Dr. Eva Schöck-Quinteros der Universität Bremen. Karten zu allen Darbietungen gibt es bei der bremer shakespeare company (bsc) zum Preis von 13 Euro (ermäßigt 6 Euro).   

Über das Projekt

„Aus den Akten auf die Bühne“ – unter diesem Motto entstehen seit 2007 an der Universität Bremen Geschichts- und Theaterprojekte zu Themen aus der Vergangenheit der Hansestadt. Studierende des Instituts für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen sowie Schauspielerinnen und Schauspieler der bremer shakespeare company entwickeln und inszenieren szenische Lesungen aus historischen Originaldokumenten.

Zahlreiche Förderer

Das Projekt „Aus den Akten auf die Bühne“ wird unterstützt vom Staatsarchiv Bremen, dem Verein Alumni der Universität Bremen, von der Manfred- und Ursula Fluß-Stiftung, der Stiftung „Die Schwelle“ sowie der Stiftung der Universität Bremen. 

Weitere Informationen:

www.sprechende-akten.uni-bremen.de 

www.shakespeare-company.com/repertoire/das-ganze-deutsche-reich-steht-heute-gegen-uns 


Fragen beantwortet:

Dr. Eva Schöck-Quinteros
Institut für Geschichtswissenschaft
Fachbereich Sozialwissenschaften
Universität Bremen
Telefon: +49 421 218-67251
E-Mail: esqprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de 

Menschen hissen vor Zuschauern eine rote Fahne auf dem Balkon eines Rathauses.
Am 15. November 1918 hisst der Arbeiter-und Soldatenrat Bremen die rote Fahne am Rathaus Bremen.
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