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Theater InCognito präsentiert Arthur Millers „Hexenjagd“

Das Universitätstheater InCognito lädt an diesem Freitag, 28. Juni 2019, 20 Uhr, zur Premiere von Arthur Millers „Hexenjagd“ ein. Aufführungsort ist der Theatersaal der Universität im Untergeschoss der Mensa am Boulevard.

„Das Stück hat bis heute nichts von seiner bestürzenden Aktualität und packenden Dramatik verloren“, unterstreicht Regisseur Franz Josef Eggstein. Es findet sich auf den Spielplänen zahlreicher professioneller Theater wie dem Hamburger Thalia oder dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Aufführung an der Universität Bremen wird von Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche und Studiengänge bestritten. Beteiligt sind 17 Schauspielerinnen und Schauspieler. Seit 2018 firmiert das Theater InCognito unter dem Label „Uni mit TIC“. Es ist als Theaterprojekt im Institut für Historische Publizistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Bremen angesiedelt.

Wovon handelt das Stück?

Salem, 1692: Eine kleine Stadt in der Massachusetts-Kolonie, wird regiert von der ständigen Furcht vor Sünde und Höllenfeuer. Nachdem eine Gruppe Mädchen im Wald bei einem seltsamen Ritual erwischt wird, dauert es nicht lange, bis in der streng puritanischen Gemeinde die anklagenden Finger erhoben werden. Kaum einer, der nicht unter Verdacht stünde, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Kaum einer, der die aufgeheizte Stimmung nicht nutzen würde, um alte Rechnungen zu begleichen. Die Stimmen der Vernunft werden zum Schweigen gebracht. Bald kommt es zu ersten Hinrichtungen, und die Lage droht völlig außer Kontrolle zu geraten.

Missgunst und Paranoia

Salem verfällt einem Wahnsinn aus Missgunst, Paranoia und scheinheiligem Gotteseifer. Die Thematik, die der „Hexenjagd“ zugrunde liegt, ist räumlich und zeitlich nicht gebunden. Wo auch immer und wann auch immer Machtgier und Hysterie unschuldige Opfer fordern, da spielt „Hexenjagd“. Ursprünglich verfasst als Reaktion und Analogie auf die damaligen McCarthy-Prozesse in den USA hat das Stück bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Schuld haben die anderen

Miller selbst geriet nur drei Jahre nach der Uraufführung vor eines der berüchtigten Tribunale und musste einige Zeit im Gefängnis verbringen, weil er sich weigerte, Bekannte und Kollegen zu denunzieren. Die Angst vor der unsichtbaren Macht des Kommunismus führte zu ähnlichem Wahn wie die Angst vor der Hölle und dem verborgenen Treiben des Teufels auf Erden nur wenige Jahrhunderte zuvor. Trotz der großen gesellschaftlichen Fortschritte ist die Gesellschaft bis heute schnell dabei, wenn es darum geht, „den anderen“ die Schuld an allen Problemen zuzuschreiben. Die Bezeichnungen von Freund und Feind mögen sich im Laufe der Zeit ändern, aber die „Hexenjagd“ bleibt immer, was sie ist.

Weitere Informationen:

https://theaterincognito.de/arthur-millers-hexenjagd/

Termine: Premiere am Freitag, 28. Juni 2019, 20 Uhr
Weitere Termine: Samstag, 29. Juni, 18 Uhr, Dienstag, 2. Juli, 20 Uhr, Mittwoch, 3. Juli, 20 Uhr, Freitag, 5. Juli, 19 Uhr, Dienstag, 9. Juli, 19 Uhr und Mittwoch, 10. Juli, 19 Uhr.
Ort: Theatersaal der Universität
Karten kosten 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.  

Fragen beantwortet:

Franz Josef Eggstein
Universität Bremen
Tel: + 49 160 98 315 624
E-Mail: f.eggstein1@web.de

 

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