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Verbundprojekt: Wie werden Schuldaten erfasst und genutzt?

Mit der Digitalisierung werden auch in Schulen vermehrt digitale Daten produziert. Das Institut für Informationsmanagement (ifib) an der Universität Bremen koordiniert ein dreijähriges Verbundprojekt, das deren Nutzung untersucht. Es wird vom Bund mit 1,2 Millionen Euro finanziert.

Mit „Datafizierung“ meinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass mehr Daten denn je über alle Prozesse und Personen des Schulsystems elektronisch erfasst und verarbeitet werden. In den Schulen sind das etwa Daten über Fächerwahl, Noten oder Fehlzeiten. Aber auch persönliche Informationen über Schülerinnen und Schüler wie Muttersprache, Nationalität und Förderbedarfe werden gesammelt. Sie beeinflussen Entscheidungen und Meinungsbildung von Lehrkräften, Eltern, Schulaufsicht, Schulträgern und Bildungspolitikerinnen und -politikern. Dabei ist die Datenerhebung und deren Nutzung keineswegs wertneutral: Welche Daten werden aus welchen Gründen erhoben? Welche werden nicht abgefragt? Wie prägen diese Schuldaten die Vorstellung von guter Bildung und vom richtigen Einsatz digitaler Medien im Unterricht?

ifib-Blickpunkt: Schulinformationssysteme

Im Verbundprojekt DATAFIED (Data for and in Education) untersuchen das ifib und seine Partner verschiedene Ebenen der Informationsverarbeitung und -nutzung im Bildungssystem: Das ifib beschäftigt sich dabei vor allem mit den Veränderungen der Organisation von Schule durch Schulinformationssysteme und umfassende Dateninfrastrukturen. In mehreren Arbeitsschritten werden vorhandene Systeme erfasst und analysiert, um die beteiligten Akteure sowie Software- und Datenstrukturen zu identifizieren. Anschließend werden durch Interviews mit Entwicklerinnen und Entwicklern Erkenntnisse über die Hintergründe des Softwaredesigns gesammelt: Welche Probleme sollen durch die Programme gelöst werden? Welche Wertungen und Prioritäten werden durch die Software vorgegeben? Welche Ideale von guter Bildung und Schule lagen der Entwicklung zugrunde? Abschließend wird das ifib durch weitere Interviews an mehreren Schulen untersuchen, wie die Schulinformationssysteme in der Praxis genutzt werden.

Drei Partner beteiligt

Partner von DATAFIED sind das Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung Braunschweig, die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main. Die Forschung der Verbundpartner widmet sich den Ebenen Schulaufsicht und Schule, Lernsoftware und Unterricht sowie der Ebene Lehrkräfte und Schülerschaft im Unterricht. Insgesamt soll das Projekt einen umfassenden und tiefen Einblick in die Auswirkungen der Digitalisierung auf Schulen geben. Beteiligt werden Schulen in Bremen, Frankfurt am Main, Hamburg und Potsdam. Für das Projektende sind Praxiswerkstätten in allen beteiligten Städten geplant, in denen die Forschungsergebnisse mit Beteiligten diskutiert werden sollen.

Fragen beantwortet:

Dr. Juliane Jarke
Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib)
an der Universität Bremen
Tel.: +49 218 56 586
E-Mail: datafied@ifib.de

 

Schüler sitzen vor Computern
Die Digitalisierung zieht in die Schulen ein. Wie kann man die Daten für gute Bildung nutzen? fragt das neue Verbundprojekt.
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