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Ausstellung zur Geschichte des Waller Hochbunkers

Studierende zeigen die Ergebnisse ihrer Forschungen zur Geschichte des Hochbunkers in der Hans-Böckler-Straße in Walle. Die Ausstellung „Der Bunker, der auf Bremen schaut. Kriegskrankenhaus, Atombunker, Kulturclub“ wird am 15. September um 18 Uhr eröffnet und läuft bis zum 12. Oktober 2018.

Im Bremer Stadtbild sind ehemalige Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg keine Seltenheit, und doch wissen die Wenigsten um die Hintergründe dieser Bauwerke. Der Waller Hochbunker, den von außen ein Wandgemälde ziert, auf dem Menschen durch Ferngläser schauen, ist bekannt; seine Geschichte jedoch kaum. Dabei hat dieser Bunker einen ganz besonderen Hintergrund: Er war nicht nur ein aus Beton gebautes Krankenhaus, sondern wurde in den sechziger Jahren zum Atomschutzbunker umfunktioniert. Seit einigen Jahren versucht das Zuckernetzwerk Bremen den derzeit ungenutzten Bunker als Standort zu erwerben, um dort einen Kulturclub zu eröffnen. Die damit einhergehende Diskussion in den Medien greift die Geschichte des Bunkers noch unzureichend auf.

Praktische Geschichtsarbeit an der Universität

Geschichtsstudierende der Universität Bremen haben seit Oktober 2017 in zwei Semestern unter der Leitung von Dr. Sonja Kinzler die wechselvolle Geschichte des Bunkers erstmals wissenschaftlich erforscht. Im Kulturbunker präsentieren sie nun eine Ausstellung, die den Bau, das Thema Zwangsarbeit, den Krankenhausbetrieb während des Krieges und die Nachkriegsnutzungen beleuchtet. Für die Realisierung des Projektes kooperieren sie mit dem Zuckernetzwerk und mit dem Verein Kultur im Bunker. Studierende der Hochschule für Künste haben das Gestaltungskonzept für die Ausstellung entwickelt und tragen eigene Werke bei.

Bunkerbau Teil der NS-Unrechtsgeschichte

Während der Recherchearbeiten in verschiedenen Einrichtungen wie dem Staatsarchiv haben die Studierenden unter anderem Baupläne, Fotos und Interviews entdeckt, die die Bedeutung des Bunkers als Monument des Krieges, als Zufluchtsort, als Ort der Ausgrenzung, der Angst und der Hilfe sichtbar machen. „Der Bunker ist Teil der Unrechtsgeschichte des Nationalsozialismus. Daher ist es unerlässlich, seine Entstehungs- und Nutzungshistorie aufzuarbeiten und die wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber in die aktuelle Debatte um die zukünftige Nutzung mit einzubeziehen“, so Geschichtsdozentin Sonja Kinzler. „Auch wenn der Einsatz von Zwangsarbeitern aufgrund der unübersichtlichen historischen Situation und Lücken in der Überlieferung schwer nachzuvollziehen war, konnten die Studierenden herausfinden, welche Firma den Bau ausgeführt hat und dass sie dafür Zwangsarbeiter einsetzte“, erklärt sie. Die Studierenden berichten, dass gerade das selbstständige Forschen zu diesem umfangreichen Themenkomplex sowie die Umsetzung der Ausstellung eine besondere Erfahrung darstellte.

Die Ausstellung wird am Samstag, den 15. September 2018, um 19 Uhr im Kulturbunker in der Berliner Straße 22c, 28203 Bremen, eröffnet. Die Öffnungszeiten sind donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr. Führungen können nach Absprache vereinbart werden. Eine Finissage ist für den 12. Oktober um 19 Uhr geplant.

Weitere Informationen:

www.retrokonzepte.de/bunkerausstellung.html
www.uni-bremen.de


Fragen beantworten:

Dr. Sonja Kinzler
Fachbereich Sozialwissenschaften
Universität Bremen
Tel.: +49 178 88 66666
E-Mail: kinzlerprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de   

Die Studierenden erreichen Sie unter:
ausstellungdiakonissenbunkerprotect me ?!webprotect me ?!.de

Ruine des Diakonissenhauses und Bunker BK6 im Hintergrund
Ruine des Diakonissenhauses und Bunker BK6 im Hintergrund.
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