Neustart mit Geschichte: Die Rückkehr des Sportstudiums

Andreas Dotzauer im Labor

Ein neuer Anfang mit Tradition – seit dem Wintersemester 2024/25 gibt es an der Uni Bremen wieder den Studiengang für Sportwissenschaft für das Lehramt. Damit knüpft die Uni an einer Vergangenheit an, die für ihren guten Ruf und innovativen Ideen bekannt war. An diesen Erfolgen wird beim Neustart angeknüpft, allerdings mit frischem Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen und neue didaktische Konzepte. Wir haben mit Studentin Martyna Szarmach und der leitenden Professorin Dr. Ina Hunger gesprochen….

Die Wiedereinführung des Sportlehramtsstudiums an der Uni Bremen kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Der Bedarf an qualifizierten Sportlehrkräften wächst, besonders in Bremen. Viele Studierende sehen hier eine Gelegenheit, ihre Leidenschaft für Sport mit einer regionalen beruflichen Perspektive zu verbinden. Für die Studentin Martyna Szarmach war es der perfekte Zeitpunkt, in Bremen zu studieren, wo sie sich sowohl persönlich als auch beruflich niederlassen möchte: „Ich fühle mich in Bremen zu Hause und finde es toll, dass der Sportlehramtsstudiengang hier nun wieder angeboten wird.“

 

Sportlehramt mit Zukunftsperspektive

Der neue Studiengang richtet sich klar auf die Zukunft des Berufs „Sportlehrkraft“ aus. Besonders die Berücksichtigung von Diversität, der Bezug zur Breite der Bewegungs- und Sportkultur und die Entwicklungsförderung junger Menschen durch Bewegung werden von der leitenden Professorin Dr. Ina Hunger als zentrale Themen betont. Die Reflexion der Studierenden über ihre Rolle als Lehrkräfte und die Analyse gesellschaftlicher Herausforderungen im Bereich Körper, Freizeit und Gesundheit spielen des Weiteren eine entscheidende Rolle.

Wo Theorie auf Praxis trifft

Obwohl die Sportanlagen und Vorlesungsräume auf den ersten Blick räumlich getrennt wirken, gehen Theorie und Praxis an der Uni Bremen Hand in Hand. Dr. Ina Hunger erklärt, dass die spielerischen und sportlichen Angebote unmittelbar mit der Theorie verbunden werden. Auf diese Weise kann das praktisch Erlebte eingeordnet, verstanden und dann didaktisch bilanziert werden. Doch auch im Hörsaal wird die Theorie lebendig. Durch alltagspraktische Beispiele werden theoretische Erkenntnisse untermauert.

Das gewonnene Wissen aus dem Studium kann im Rahmen von zwei Schulpraktika direkt erprobt werden. Dadurch kann wissenschaftliche Reflexion mit der Realität im Schulalltag verknüpft und die Berufswahl bereits im Studium gestärkt werden.

Studieren und Mitgestalten

Ein Studium in einem neu eingeführten Studiengang bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Für die Studierenden der ersten Kohorte bedeutet dies, dass sie selbst Traditionen und Rituale erschaffen müssen. Sie können sich nicht auf die Erfahrungen vorheriger Generationen stützen, was ihnen jedoch die einzigartige Möglichkeit bietet, maßgeblich den Charakter und die Ausrichtung des Studiengangs mitzugestalten.

Für Professorin Dr. Ina Hunger sind die Lehre und der Austausch mit den neuen Studierenden die größten Highlights ihrer Arbeit. Besonders die konzeptionelle Arbeit und das Kennenlernen der außeruniversitären Partner im Sport bereiten ihr viel Freude. „In Bremen lerne ich jeden Tag Neues und neue Menschen kennen; es ist eine tolle Zeit“, betont sie und hebt den bereichernden interdisziplinären Austausch hervor.

Martyna Szarmach, Studentin im Sportlehramtsstudium, findet die Vorlesungen bei Professorin Ina Hunger besonders spannend. Sie schätzt nicht nur die hohe Fachkompetenz, sondern auch die sympathische Art der Dozentin, die den Unterricht lebendig gestaltet. Ein weiteres Highlight sind die regelmäßigen Besuche von verschiedenen Gästen wie dem Landessportbund, dem Sportgarten, Werder Bremen sowie den Vizepräsidenten des ICSSPE (Weltrat für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung) und des DTB (Deutscher Turner-Bund). Diese geben den Studierenden wertvolle Einblicke in verschiedene Bereiche des Sports. Auch die praktischen Teile des Studiums machen Martyna viel Freude, da sie eine ideale Verbindung von Theorie und Praxis ermöglichen.

Ausblick und Weiterentwicklung

Trotz des erfolgreichen Starts sind die Zukunftspläne konkret. In Vorbereitung ist ein weiterer, außerschulischer Bachelor Studiengang, der den Fokus auf gesundheitliche Themen legt. Doch auch der bildungsbezogene Studiengang soll weiter ausgebaut werden. Im Wintersemester 2025/26 wird es Lehrangebote für den frühpädagogischen Bereich geben. Außerdem wird langfristig eine Kooperation mit anderen Fächern im Bereich „Bewegung als Querschnittsthema“ angestrebt.

Was nach nur einem vollen Semester bereits sichtbar ist: Die Wiedereinführung des Sportstudiums an der Uni Bremen bringt Menschen zusammen – in Bewegung, im Austausch und im gemeinsamen Gestalten. Sowohl für die Lehrenden, als auch Studierenden „eine tolle Zeit“, wie es die Professorin Dr. Ina Hunger zusammenfasst. Alles in allem ein gelungener Neustart mit einer positiven Aussicht auf eine spannende Zukunft.