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Die erste Micro Mission verbindet die Forschungsperspektiven des Exzellenzclusters „Die Marsperspektive“

Am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, fand im Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) die erste „Micro Mission” im des Clusters „Die Marsperspektive” statt. Die „Micro Mission“ ist dabei Teil des sogenannten Demonstrators, einer großangelegten Versuchskampagne.

Bereits vier Monate nach dem Cluster-Start stellten Forschende der Task Forces „Wheels” und „Baselines” ihren aktuellen Forschungsstand im Cluster vor, um Schnittstellen sichtbar zu machen und gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren.Im Mittelpunkt standen die Bereiche Materialien, Rad-Design, Prozesse und Prozessketten. Ziel der Micro Mission war es, frühzeitig zu erkennen, wie stark die einzelnen Forschungsfelder voneinander abhängen und welche Lücken geschlossen werden müssen, um das Ziel des Demonstrators zu erreichen: Bis 2031 soll ein funktionsfähiges Roverrad aus Marsressourcen und unter Mars-ähnlichen Bedingungen produziert werden.

Die Veranstaltung kombinierte Präsentationen mit interaktiven Arbeitsstationen und machte deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen den Disziplinen für das Cluster ist. Viele Fragestellungen lassen sich nur gemeinsam beantworten, da Entscheidungen in einem Bereich direkte Auswirkungen auf andere Forschungsfelder haben. Schnell füllte sich die Halle 2 des ZARM dabei mit einem lebhaften Stimmengewirr: bei intensivem fachlichem Austausch entwickelten sich Diskussionen so dynamisch, dass der Wechsel zur nächsten Station nicht immer leichtfiel, weil Gespräche und gemeinsame Überlegungen noch mitten im Gange waren.

Ein Beispiel für die Abhängigkeiten ist das Roverrad selbst. Fragen zu Größe, Gewicht oder Geometrie hängen unmittelbar mit Materialeigenschaften und Prozessketten zusammen, die wiederum das Design des Roverrads entscheidend beeinflussen. Im Verlauf der Diskussionen rückte dabei ein Material stärker in den Fokus, das bislang eher als ergänzender Bestandteil betrachtet wurde: PHA (Polyhydroxyalkanoate), also biologisch abbaubare Biokunststoffe. Durch den interdisziplinären Austausch entstand die Perspektive, PHA künftig nicht nur als Zusatz, sondern als reguläres Material in mehreren Prozessschritten zu verwenden.

Auch die Arbeit von Menschen unter Marsbedingungen wurde diskutiert. Schutzanzüge und Sauerstoffsysteme schränken die Beweglichkeit, das Sichtfeld und die Feinmotorik ein. Daraus ergeben sich direkte Anforderungen an Bauteile und Produktionsprozesse: Komponenten müssen groß genug sein, dass sie auch mit Handschuhen sicher greifbar bleiben. Dies konnten die Teilnehmenden auch selbst testen – mit eingeschränkter Sicht durch die Sauerstoffmaske, den schweren Rucksack für das Atemgerät und dicken Handschuhen mussten Bauteile demontiert und montiert werden.

Die erste Micro Mission zeigte somit nicht nur inhaltliche Abhängigkeiten auf, sondern schuf auch neue Verbindungen zwischen den Forschungsbereichen. Gleichzeitig wurden notwendige Pre- und Postprozesse identifiziert und neue Perspektiven auf bestehende Ansätze eröffnet.

Organisiert und geleitet wurde die Veranstaltung federführend von der gemeinsamen Leitung des Demonstrators: Christiane Heinicke, Wissenschaftliche Koordinatorin des Clusters und Cyprien Verseux, Leitung der Arbeitsgruppe für Angewandte Astrobiologie am ZARM.

Die regelmäßigen Micro Missions sind ein zentraler Bestandteil des Clusters auf dem Weg zum Martian Mindset Month 2028, bei dem zentrale Forschungsansätze systematisch zusammengeführt und unter marsähnlichen Bedingungen erprobt werden sollen.

Eine Frau mit Sauerstoffgerät, Atemmaske und dicken Handschuhen montiert ein Bauteil.
Bauteilmontage unter Mars-ähnlichen Bedingungen.