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Das Programm

Der Flyer zum Programm für August bis Dezember 2018 finden Sie hier.

Veranstaltungen

17.00 UhrMZH, 1. Ebene, Raum 1470, Universität Bremen, Bibliothekstraße, 28359 Bremen

Öffentlicher Vortrag von Lilli Hasche (MA Transkulturelle Studien, Uni Bremen)

Baumwolle hat in Bremen eine lange Geschichte. Seit 1872 gibt es in Bremen eine Baumwollbörse. Ende des 19.
Jahrhundert war Bremen der wichtigste deutsche Einfuhrhafen für den Rohstoff, an dem die Arbeitsplätze von etwa
13% aller deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter hingen. Ein Großteil der Baumwolle kam aus den USA, ein kleiner Teil
aus deutschen Kolonien in Afrika – Baumwolle ist also eng verbunden mit der Geschichte des europäischen
Kolonialismus. Auch wenn in Bremen heute kaum noch mit Baumwolle gehandelt wird, konnten sich die Bremer
Akteure des Baumwollhandels eine wichtige Stellung in der Branche bewahren, indem sie sich auf diese veränderte
Situation einstellten und ihr Tätigkeitsfeld anpassten.
Der Vortrag vermittelt eine Perspektive auf den Baumwollhandel in Geschichte und Gegenwart, die mit üblichen
Darstellungen bricht, indem Macht- und Ausbeutungsverhältnisse und -mechanismen aufgezeigt werden. Er stellt
dabei die Bremische Handels- und Hafenpolitik, koloniale Lobbyverbände und Kolonialverwaltungen,
Baumwollkaufleute und Handelsverbände, Qualitätsstandards und Messtechnik miteinander in Beziehung.
Der Vortrag findet in Kooperation der Initiative „Eine Uni – ein Buch – eine Stadt“ im Rahmen der informatica
feminale und der Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

19 Uhr, Café Erlesenes, Alte Hafenstr. 30 (KITO), Bremen-Vegesack

Lesung mit Imke Müller-Hellmann

Ein ganz alltäglicher Morgen: Aufstehen, ins Bad gehen, sich ankleiden. Doch was wäre, wenn aus dem Schrank die
Menschen klettern würden, die unsere Kleidung hergestellt haben? Was würden sie von ihrer Arbeit und von ihrem
Leben erzählen?
Die Bremer Autorin Imke Müller-Hellmann nimmt ihre Lieblingskleidungsstücke und fährt los, nach Bangladesh,
Vietnam, Portugal, auf die Schwäbische Alb, nach Thüringen und China ...
Bei der Veranstaltung am 25.9. in Vegesack wird sie über ihre Reiseerlebnisse und die Menschen, die sie getroffen hat
berichten und gemeinsam mit den Teilnehmenden und Vertreter*innen der Bremer Gruppe der Kampagne für
saubere Kleidung über Alternativen und Handlungsmöglichkeiten diskutieren.
Veranstalter: Kampagne für saubere Kleidung AG Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und
Entwicklung (biz), Café Erlesenes, Ecoture (öko-faire Mode)

18 Uhr, Bremer Baumwollbörse,Raum 406 (4.Stock) Wachtstraße 17-24, 28195 Bremen

Vortrag mit Laborbesichtigung und Diskussion. Mit Axel Drieling (Faserinstitut) und
Lilli Hasche (MA Transkulturelle Studien, Uni Bremen)

Im Rahmen seines Buches beschreibt Sven Beckert die Entwicklung der Baumwollproduktions- und –
verarbeitungsstandorte im Wandel der Jahrhunderte. An welchen Standorten findet heute im Vergleich zu früheren
Standorten die Baumwollproduktion und -verarbeitung statt und welche globalen Vernetzungen sind gegeben?
Angelpunkt der Wertschöpfungskette ist die Baumwollqualität. Der Vortrag beschreibt die Baumwollqualität, ihre
Beeinflussung der Eigenschaften durch Sorten und Anbau sowie die Baumwollprüfung. Ein besonderes Augenmerk
wird im Vortrag auf die weltweite Harmonisierung der Baumwollprüfung gelegt. Damit ergibt sich die Bedeutung
Bremer Institutionen wie der Bremer Baumwollbörse, dem Faserinstitut Bremen e.V. und ICA Bremen in der heutigen
Baumwoll-Wertschöpfungskette.
Im Rahmen des Vortrags findet eine Besichtigung des Baumwoll- und Wolllabors statt.
Kontakt: Axel Drieling Drieling@Faserinstitut.de

17.00 Uhr,NW2, Raum C0300, Universität Bremen, 28359 Bremen

Chemischer Vortrag über das Thema Baumwolle von Dipl. Ing. Axel Drieling, Johanne Hesselbach (M.Sc.) (Faserinstitut Bremen e.V.)
Organsiert in Zusammenarbeit mit dem JungChemikerForum Bremen

Woraus bestehen Naturfasern wie z.B. Baumwolle? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen den
verschiedenen Naturfasern und Chemiefasern und wie tragen sie zu den Bekleidungseigenschaften bei? Welche
Chemikalien spielen beim Anbau von Baumwolle eine Rolle und was findet sich davon im Ballen und im Textilprodukt
Eintritt frei

wieder? Wo und wie erfolgt eine chemische Behandlung im textilen Verarbeitungsprozess? In diesem Vortrag werden
Baumwollen and andere Naturfasern aus einem chemischen Blickwinkel betrachtet und eine strukturierte Übersicht
geliefert.

Ab 16:30 Uhr werden vor dem Hörsaal C0300 (NW2) Kaffee, Tee und Kekse angeboten. Der Vortrag wird um 17:15
Uhr beginnen und mit einer kurzen Diskussion schließen. Im Anschluss findet eine Nachsitzung im „Haus am Walde“
statt. Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um eine kurze Rückmeldung an bremen@jungchemikerforum.de bis
spätestens 22.10.2018.

18.00 Uhr Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal, Am Wall 201, 28195 Bremen

Mehrsprachiges Lese-Event mit Diskussion. Veranstaltet vom Fremdsprachenzentrums der Hochschulen im Land Bremen (FZHB) in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen

Globale (Handels-)Netzwerke werden schon seit Hunderten von Jahren gepflegt, wie u.a. am Beispiel der Hanse
ersichtlich ist. Diese überschreiten nicht nur geographische, sondern auch sprachliche Grenzen. Mehrsprachigkeit und
die Nutzung gemeinsamer Sprachen war und ist gelebte Realität.
Im Rahmen dieses Lese-Events werden Auszüge aus dem Kapitel 8 „Die Bildung globaler Netzwerke“ auf Deutsch,
Englisch, Niederländisch und Spanisch gelesen. Damit wollen wir uns auf Spurensuche begeben, wie Mehrsprachigkeit
funktioniert hat und weiterhin funktionieren kann. Im Anschluss daran darf gern in diesen und/oder weiteren
Sprachen über diese Themen weiter diskutiert werden. Abgerundet wird das Event durch eine Ausstellung von
mehrsprachigen Postern zum Thema „Baumwolle und Handel“ sowie einen kleinen Empfang.

Verantwortliche: Dr. Anikó Brandt: brandt@uni-bremen.de

20-21 Uhr, Überseemuseum, Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen

 

Öffentlicher Vortrag mit DiskussionvonJuliane Filser, Hartmut Koehler, Broder Breckling (UFT / Universität Bremen)

Baumwollproduktion geht mit großem Wasserverbrauch einher und geschieht typischerweise in riesigen Monokulturen. Diese sind anfällig für Schädlinge aller Art, die mit Pflanzenschutzmitteln und gentechnisch veränderten Sorten bekämpft werden. Düngemittel und Herbizide dienen der Ertragssteigerung.
Wir umreißen die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt, Resistenzprobleme und stellen den Bezug zu Produzenten, staatlichen Subventionen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern her. Alternativen zum Pflanzenschutz-intensiven Anbau und Fallbeispiele werden vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf Kamerun, einem langjährigen Partnerland der Universität Bremen.

18 Uhr, Bremer Baumwollbörse,Wachtstraße 17-24, 28195 Bremen

kritische Lesung und Diskussion mit internationalen Gästen
In der Reihe: INPUTS Bremer Denkanstöße/ Institut für Postkoloniale und Transkulturelle Studien

Gelesen und diskutiert werden Auszüge aus Kapitel 4 und 5. Verantwortliche und Moderatorin: Prof. Dr. Kerstin Knopf Mitwirkende: Prof. Dr. Sabine Broeck, Prof. Dr. Gisela Febel, Dr. Detlev Quintern

18.00 Uhr Überseemuseum Bremen

Öffentlicher Vortrag von Mary Viyakula (Geschäftsführerin von SAVE)
SAVE (Social Awareness & Voluntary Education) ist eine NGO in Tamil Nadu, die seit 1993 existiert und ihr Büro in
Tirupur ("T-Shirt-City") hat. Mary Viyakula leitet ein Trainingsprogramm von SAVE, das Arbeiterinnen über ihre
Rechte aufklärt und Schulungen für Gewerkschaften anbietet.

Deepika Rao (Cividep India)
Die NGO Cividep India in Bangalore, Karnataka, untersucht die Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeiter_innen in
globalen Lieferketten. Die Ergebnisse dieser Recherchen nutzt Cividep, um sich für bessere Löhne, sicherere
Arbeitsplätze und gegen Diskriminierung in Fabriken einzusetzen, die für globale Markenunternehmen produzieren.

Geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzung der Welt.
Schätzungen zu Folge haben mehr als 30% aller Frauen diese bereits erlebt. Gerade in den prekären
Arbeitsverhältnissen der globalen Textilindustrie, in der 80% Frauen beschäftigt sind, tritt geschlechtsspezifische
Gewalt in Form von sexueller Belästigung, Diskriminierung bei der Jobauswahl oder unrechtmäßigen Kündigungen
von schwangeren Frauen sehr häufig auf.

Während des Vortrags werden die Referentinnen aus ihrer Arbeit gegen geschlechtsspezifische Gewalt (Gender Based
Violence = GBV) in der indischen Textilindustrie berichten. In Indien ist es gesetzliche Vorschrift, dass in den Fabriken
Komitees gegen GBV gebildet werden. Wie wird dieses Gesetz umgesetzt? Die beiden Frauen berichten über ihre
jeweilige Erfahrungen, die eine in Bangalore, die andere in Tamil Nadu. Zudem werden auch die aktuellen Pläne der
Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) für eine Konvention zu geschlechtsspezifischer Gewalt diskutiert.

Veranstalter: Kampagne für saubere Kleidung (Regionalgruppe Bremen) und biz in Zusammenarbeit mit der
deutschen Kampagne für saubere Kleidung und Femnet e.V.

Bildervortrag von Prof. Alan Rice (University of Central Lancashire)

Die britische Künstlerin Lubaina Himid, die auch an der University of Central Lancashire unterrichtet, gehört zu den
profiliertesten VertreterInnen der britischen Black Arts. Im Dezember 2017 gewann sie den überaus renommierten
Turner Preis für ihre Arbeit. In ihrem Werk hat sie sich wiederholt und auf sehr vielfältige Weise der Geschichte und
den andauernden Folgen der 'longue duree' transatlantischer Versklavung gewidmet. In einem Vortrag mit
Bildmaterial werden einzelne herausragende Beispiele dieses Werkes vorgestellt.

18-20 Uhr, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Hans-Scharoun-Platz 1, 27568 Bremerhaven

Objektbegegnungen und Ausstellungskonzeption im Deutschen Schifffahrtsmuseum/Leibniz-Institut für maritime Geschichte

Ausgehend von einer Fühl- und Taststation zum Thema ‚Baumwolle’ in der Sonderausstellung „Zahn der Gezeiten – Maritime Schätze unter der Lupe“ soll danach gefragt werden, wie die Materialität von Schiffen und Transportlogistik den weltweiten Handel von Baumwolle mit ermöglicht und kulturell geprägt hat. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen mit Artefakten und Archivalien aus der Sammlung des Museums rund um das Thema ‚Baumwollhandel’ sowie einen Ausblick auf die Rolle von Globalisierung und Handel in der neuen Gesamtausstellung des Museums.

Kontakt: schillingprotect me ?!dsmprotect me ?!.museum

Der Eintritt in das Museum ist für alle Universitätsangehörigen kostenlos.

19-22 Uhr, Baumwollbörse,Wachtstraße 17-24, 28195 Bremen

Performatives Lesen von Abschnitten aus Sven Beckert: King Cotton. Eine Geschichte des globalen Kapitalismus
Zentrum für Performance Studies der Universität Bremen

Sven Beckerts „King Cotton“ behandelt wichtige Inhalte, klärt auf und ist exzellent geschrieben. Was aber geschieht, wenn Leser*innen in den Text eintauchen? Welche Assoziationen, Imaginationen und Erinnerungen stellen sich ein, welche emotionalen Spuren hinterlässt die Lektüre? Welche überraschenden Bedeutungen tauchen dadurch auf? Im King Cotton Club I-III (Reading Room) stellen sich seine Mitglieder der Unvorhersehbarkeit solcher Vorgänge und experimentieren mit unterschiedlichen Zugängen zu Beckerts Text. Das performative Lesen mündet schließlich in einem öffentlichen Gespräch mit Aktionen und Zitaten (King Cotton Club IV).

Aktualisiert von: Lennert Wendt