Skip to main content

News

Carla’s Song

Aufgrund der weiterhin unabsehbaren Covid-19-Dynamik muss die Filmvorführung leider abgesagt werden. Wir bedauern diesen Schritt sehr, aber hoffen auf Ihr Verständnis.

Gast: Dr. Ricardo Borrmann, Geschichte Lateinamerikas, Universität Bremen

Glasgow 1987: Die junge Musikerin Carla ist vor dem Bürgerkrieg in Nicaragua geflüchtet und findet sich mittellos und ohne Sprachkenntnisse im kalten Schottland wieder. Sie lernt den hilfsbereiten und liebevollen Busfahrer George Lennox kennen, der sie davon überzeugt, gemeinsam in ihre Heimat zurückzukehren, um den politischen Widerstand gegen die Konterrevolutionären zu unterstützen. Hier kommt George an die Grenzen, die Carla zu übertreten keine Wahl hatte.

Klar gegen die US-amerikanische Containment-Politik der 1970er und 80er Jahre positioniert, bindet der Film die langjährigen Folgen der süd- und mittelamerikanischen Militärdiktaturen an den Seelenzustand einer ganzen Generation an. Nach Land and Freedom (1995) über den spanischen Bürgerkrieg vertieft Ken Loach das love in times of war-Motiv mit einer stilleren, poetischen Figur der Carla, an der er ein Bild einer krisengebeutelten, jungen Nation inszeniert und dessen politische Instabilität auf die traumatisierte Seele der Hauptfigur bezieht.

„Die ungewöhnlich selbstlose Liebesgeschichte ist einem realistischen Kino verpflichtet und vermittelt durch einen dokumentarischen Stil Nähe und Authentizität. Trotz politisch motivierter Parteinahme für die Sache der Sandinisten und einiger Einseitigkeiten ist der Film ein überzeugendes Beispiel für die filmische Thematisierung der verwandelnden Kraft der Liebe.“ Lexikon des internationalen Films

„The film is at its best showing George leap over every cultural barrier and stubbornly wedge his way into Carla’s tormented heart.“ Deborah Young, 1996

Ken Loach, GB/E/D 1995, 126 Min., OmU

Carlas Song