Zahlreiche Objekte in den Sammlungen der Museen stehen im Zusammenhang mit einer Religion oder einer besonderen Form der Spiritualität. Viele Gegenstände sind nur für Wissenschaftler*innen zugänglich im Magazin verwahrt, andere finden sich für jeden zu sehen in den Dauerausstellungen. Auffallend oft werden seit einigen Jahren Sonderausstellungen speziell zu religiösen Themen konzipiert. Sogar einige Museen, die sich ausschließlich mit Religion beschäftigen, wurden eröffnet.
Das zeigt; Das Publikum hat Interesse an pluralen religiösen Themen und wird selber in Bezug auf die eigene religiöse Erfahrung immer heterogener. Gleichzeitig werden Museen als säkulare Orte akzeptiert. Hier wird auch akzeptiert, dass Dinge angesprochen werden, die vielleicht woanders konfliktgeladen wären. Kann sich hier eine Möglichkeit für einen Dialog eröffnen?
In diesem Kurs soll zuerst der Umgang mit religiösen Objekten in allen Bereichen der Museumsarbeit ausführlich diskutiert werden. Bedarf es einen besonderen Umgang mit diesen? Wird die Präsentation in den Ausstellungen den religiösen Gegenständen gerecht? Wie reagiert das Museum, wenn Personen aus der Herkunftskultur religiöse Handlungen rund um oder mit den Dingen durchführen wollen? Anschließend wird dann explizit auf die Bildungsarbeit geschaut. Wie vermittelt das Museum Religion? Ist das Museum als außerschulischer Lernort auch für das Thema Religion geeignet? Bietet sich hier vielleicht sogar eine große Möglichkeit für Dialog und Begegnung, wie es an einem anderen Ort nicht möglich wäre?
Der Kurs gliedert sich in drei Themenblöcke. Als Grundlage erfolgt zuerst eine kurze, theoretische Einführung in das Medium Museum mit seinen Aufgabengebieten Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln. Anschließend steht das Thema Religion im Museum im Fokus. Im dritten Teil sollen eigene praktische Überlegungen zur Präsentation und Vermittlung von Religion im Museum erprobt werden.
Der theoretische Teil des Kurses findet an der Universität Bremen statt, der praktische Teil im Übersee-Museum.
Die Veranstaltung wird im 2. Teil des Semesters als Blockseminar stattfinden, Termine siehe Stud.IP.