Diese Veranstaltung findet als Blockseminar statt.
Die Frage danach, welche Inhalte ein Religionsunterricht unter Bedingungen religiöser Pluralität eigentlich vermitteln sollte, ist bei genauerem Hinsehen gar nicht so einfach zu beantworten. In der Religionswissenschaft und ihrer Didaktik besteht zwar seit vielen Jahren Einigkeit darüber, dass die inhaltliche Struktur nicht dem essenzialistischen und euro- bzw. christozentrischen Weltreligionenparadigma (WRP) folgen sollte. Da es aber lange an echten fachdidaktischen Alternativen mangelte, ist das WRP in Lehrplänen und Lehrmitteln weiterhin ubiquitär.
Ausgehend von einer kurzen Klärung der verschiedenen Ebenen der Kritik am WRP begeben wir uns in diesem Seminar auf Spurensuche nach alternativen Wegen zur inhaltlichen Ausgestaltung des Religionsunterrichts. Dabei werden vor allem das religionskundliche Dreieck nach Frank (2015) sowie das Modell religionswissenschaftlicher Meta- bzw. Basiskonzepte (vgl. Schröder 2024, Schellenberg 2023) aufgegriffen. Der zweite Teil der Lehrveranstaltung wird dann Werkstattcharakter haben: Wir unternehmen den Versuch, Lernaufgaben, Arbeitsblätter und anderes Material für den Religionsunterricht zu entwerfen, das die zuvor theoretisch erarbeiteten Alternativen zum WRP für die Planung von Unterricht „lebendig werden“ lässt.