| 09-M52-02-22 | Forschungsseminar Praktische Philosophie Im Forschungsseminar Praktische Philosophie stellen Philosoph*innen ihre gegenwärtigen Forschungsprojekte aus verschiedenen Teilbereichen der praktischen Philosophie (…) Im Forschungsseminar Praktische Philosophie stellen Philosoph*innen ihre gegenwärtigen Forschungsprojekte aus verschiedenen Teilbereichen der praktischen Philosophie vor und diskutieren diese mit Bremer Studierenden. In den wöchentlich stattfinden Sitzungen sind Philosoph*innen unterschiedlicher deutscher und internationaler Universitäten zu Gast, im Vorfeld und zur Vorbereitung der jeweiligen Sitzung werden Texte der Vortragenden gelesen.
Literatur: Texte / Work-in-Progress der Vortragenden. You can find course dates and further information in Stud.IP. | Gabriel Wollner |
| 09-30-P2-39A / 09-30-PS-27S | Gesellschaftliches Naturverhältnis – Sozialphilosophische Perspektiven „Natur“ ist in der Sozialphilosophie kein zentrales Thema, erlangt aber vor dem Hintergrund des sogenannten Anthropozäns neue Relevanz. Das Seminar beschäftigt sich (…) „Natur“ ist in der Sozialphilosophie kein zentrales Thema, erlangt aber vor dem Hintergrund des sogenannten Anthropozäns neue Relevanz. Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie wir gesellschaftstheoretisch über Natur nachdenken können, zumal wenn einer gesellschaftstheoretischen Perspektive eher ein Zugang zu eigen ist, der sich gegen ontologische Überlegungen sperrt. Dafür nähern wir uns insbesondere dem, auf Hegel zurückgehenden, vielschichtigen Begriff der „zweiten Natur“, der das menschliche Verhältnis zur Natur ausdrücken soll. Zudem fragen wir nach der Materialität des Naturverhältnisses und diskutieren das Naturverhältnis in der ökologischen Krise.
Literatur: u.a. Andreas Malm, Johanna Oksala, Steven Vogel, Karl Marx, Alfred Schmidt, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, G.W.F. Hegel, Rahel Jaeggi, Christoph Görg You can find course dates and further information in Stud.IP. | Rose Troll |
| 09-M52-02-23-04-28 | Die Klugheit wurde im Verlauf der Geschichte der Philosophie sehr unterschiedlich behandelt. In Antike und Mittelalter gehörte sie zu den Kardinaltugenden und (…) Die Klugheit wurde im Verlauf der Geschichte der Philosophie sehr unterschiedlich behandelt. In Antike und Mittelalter gehörte sie zu den Kardinaltugenden und entsprechend ins Zentrum des ethischen Nachdenkens. Es gibt kein gutes Leben ohne die moralischen Tugenden, alle moralischen Tugenden aber brauchen die Klugheit – so etwa die These von Aristoteles und Thomas von Aquin. Seit Thomas Hobbes und noch im heutigen Sprachgebrauch wird sie dagegen mit eigennütziger Handlungsrationalität statt mit einem ethischen Charakter in Verbindung gebracht. Für Immanuel Kant formen die „Ratschläge der Klugheit“ bekanntlich bloß hypothetische Imperative und gehören deswegen streng genommen gar nicht in die praktische, sondern in die theoretische Philosophie. Erst in den letzten Jahren erlebt die Klugheit wieder eine Art Renaissance – als intellektuelle Tugend und kleine Schwester der Weisheit, als Selbstorientierungskompetenz und damit als Bedingung für eine selbständige Lebensführung oder als integrative Urteilskraft, die kognitive und emotionale Aspekte zusammenbringt. Im Seminar werden wir die wechselvolle Geschichte der Klugheit anhand wichtiger historischer Stationen verfolgen und neuere Literatur zu klassischen Positionen lesen. Dabei wird es u.a. um folgende Fragen gehen: Was ist Klugheit? Welche Fähigkeiten bzw. Kompetenzen umfasst sie? Worauf richtet sich kluges Überlegen, Urteilen und Entscheiden? Welche Rolle spielt Klugheit für die These von der Einheit der Tugenden? Können moralisch schlechte Menschen klug sein? Wie kann man klüger werden?
Teilnahmevoraussetzungen: Kenntnisse der Philosophie von Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, Thomas Hobbes und/oder Immanuel Kant sind von Vorteil. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft, ein Referat oder einen Impuls vorzubereiten und im Seminar zur Diskussion zu stellen sowie die Lektüre aller, darunter auch englischsprachiger Texte.
Literatur: Alle Texte werden auf Stud.IP zugänglich gemacht. Zur Einführung ins Thema empfohlen: Andreas Luckner, Klugheit, Berlin/New York: Walter de Gruyter 2005. You can find course dates and further information in Stud.IP. | Dr. Kathi Beier |
| 09-M52-02-24-04-29-06-14 | Unparteilichkeit und Parteilichkeit in Ethik und politischer Philosophie IIn der zeitgenössischen Ethik und politischen Philosophie gibt es zahlreiche Arbeiten, die versuchen die Kluft zwischen Unparteilichkeit und den nicht reduzierbaren (…) IIn der zeitgenössischen Ethik und politischen Philosophie gibt es zahlreiche Arbeiten, die versuchen die Kluft zwischen Unparteilichkeit und den nicht reduzierbaren subjektiven Aspekten menschlicher Erfahrung zu überbrücken. Diese subjektiven Aspekte betreffen in hohem Maße den unbedingten Wert unserer eigenen Vorhaben sowie die „besonderen“ Beziehungen, die wir zu anderen haben – wie Familie, Freunde oder Landsleute. Kurz gesagt, wir können nicht anders, als uns selbst oder denen gegenüber, die uns nahestehen, „parteiisch“ zu verhalten. Thomas Nagel stand bei diesen Bemühungen an vorderster Front und erforschte, wie wir die Anforderungen der Unparteilichkeit mit den persönlichen Bindungen, Loyalitäten und individuellen Projekten in Einklang bringen können, die unsere Perspektiven prägen. Aber auch andere wie Liam Murphy, Samuel Scheffler und Susan Wolf haben sich ausführlich mit dieser Frage befasst. Im krassen Gegensatz zu dieser Bewegung bestehen viele zeitgenössische ethische und politische Theorien, wie der Utilitarismus und der Rawls'sche Liberalismus, weiterhin auf einer unparteiischen Ethik. Trotz ihrer Unterschiede verlangen beide Ansätze von uns, dass wir bei der Entscheidung über die zentralen ethischen oder politischen Grundsätze von unseren persönlichen „Vorurteilen“ Abstand nehmen. Diese unparteiische Haltung steht im direkten Gegensatz zu den kulturellen Trends, die subjektive, gemeinschaftsbasierte Perspektiven bevorzugen und unparteiische Gründe oft als irrelevant im Hinblick auf unsere tief verwurzelten Überzeugungen abtun. Diese Form des „Subjektivismus“ legt nahe, dass die Vernunft irgendwie daran gehindert zu sein scheint, tief verwurzelte Meinungen, Gewohnheiten und gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen, was einen rationalen Dialog zunehmend erschwert. Einige, wie Richard Rorty, sind noch weiter gegangen und fordern die Aufgabe aller Moraltheorien zugunsten pragmatischer Erzählungen, die objektive Wahrheiten gänzlich ablehnen. In dem Blockseminar werden wir uns anhand der Lektüre zentraler Texte der Debatte dem besonderen Spannungsverhältnis zwischen Parteilichkeit und Unparteilichkeit zuwenden und die verschiedenen Theorien – ob völlig unparteiisch, gemischt oder völlig parteiisch oder subjektiv – auf den Prüfstand stellen. Folgende Fragen werden das Seminar leiten: Können „Subjektivismus“ und „Parteilichkeit“ gerechtfertigt werden? Was macht ethisch vertretbare Parteilichkeit aus? Welche Bedeutung haben besondere Beziehungen für Ethik und Politik? Mit welchen Problemen haben Moraltheorien zu kämpfen, die vollständige Unparteilichkeit fordern? Was begrenzt Parteilichkeit und Unparteilichkeit? Was sind praktische Probleme und Lösungen, die es uns ermöglichen, Parteilichkeit und Unparteilichkeit miteinander in Einklang zu bringen?
Teilnahmevoraussetzungen: Bachelor
Literatur: wird nachgereicht You can find course dates and further information in Stud.IP. | Martin Hähnel |