Im Einzelnen

Vom Tatort zum Text: Wie ein Bremen-Krimi entsteht

Wie entsteht ein spannender Krimi und welche Rolle spielt der Verlag dabei? Bei einer Online Lesung der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) Bremen sprachen der Autor Elias Mateo, der Verleger Manuel Dotzauer und Dr. Lutz Kuntzsch über den Bremen-Krimi „Schwarz Weiß Tot“.

Einblicke in den Schreibprozess eines Krimiautors 

Am 27. November 2025 lud die Gesellschaft für Deutsche Sprache zu einer einstündigen Online Lesung ein. Der Krimiautor Elias Mateo präsentierte ausgewählte Passagen aus seinem Bremen Krimi „Schwarz Weiß Tot“. Ergänzend dazu führten der Verleger Manuel Dotzauer und Dr. Lutz Kuntzsch ein vertiefendes Gespräch mit dem Autor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dabei weniger die Buchpremiere als vielmehr der Schreibprozess, die Entwicklung der Figuren sowie die Zusammenarbeit zwischen Autor und Verlag vom Manuskript bis zur Veröffentlichung. 

Vom ersten Bild zum fertigen Krimi 

Elias Mateo schilderte, dass seine Geschichten häufig mit filmischen Bildern realer Schauplätze beginnen, etwa in der Bremer Überseestadt oder am Ostertorsteinweg. Aus diesen Eindrücken entwickelt er Handlungsstränge, in denen Elemente des Regionalkrimis mit gesellschaftskritischem Noir verbunden werden, wie etwa durch die Auseinandersetzung mit Themen wie Rechtsextremismus. Manuel Dotzauer erläuterte, weshalb wiedererkennbare Orte für Regionalkrimis von besonderer Bedeutung sind und wie Verlage Texte lektorieren, strategisch positionieren und in einem hart umkämpften Buchmarkt platzieren. Lutz Kuntzsch lenkte das Gespräch immer wieder auf Fragen der Sprache, der Lesepraxis sowie auf die Rolle von Lektorat und Stil für die Wirkung eines Krimis. 

Dialog über Markt und Sprache 

In mehreren Fragerunden diskutierten Elisas Mateo und Lutz Dotzauer, wie sich der Trend zu Regionalkrimis entwickelt und welche Erwartungen Leser an Figuren wie Kommissar Álvarez haben. Dabei ging es um die Balance zwischen spannender Handlung, Privatleben der Ermittler und sprachlicher Präzision. Kuntzsch fragte nach digitalen und analogen Lesegewohnheiten und zeigte, wie sprachliche Entscheidungen die Atmosphäre von Kriminalliteratur prägen.

Robert Manikowski und Larissa Heimann studieren im dritten Semester im Master of Education für das Lehramt an Grundschulen an der Universität Bremen. Der Bericht über die Lesung entstand im Rahmen des Seminars zum Thema Onlinejournalismus.

Lupe, die auf einem aufgeschlagenen Buch im Bildvordergrund liegt vor einem brennenden historischen Gebäude im Bildhintergrund