<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>


    <rss version="2.0"
         xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
         xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
         xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/">
        <channel>
            
                
                    <ttl>60</ttl>
                    <title>Universität Bremen - Aktuelle Meldungen</title>
                    <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen</link>
                    <description>Faculty 10 – Linguistics and Literary Studies: Current News</description>
                    <language>de</language>
                    <copyright>Universität Bremen</copyright>
                    <pubDate>Thu, 12 Mar 2026 15:21:18 +0100</pubDate>
                    <lastBuildDate>Thu, 12 Mar 2026 15:21:18 +0100</lastBuildDate>
                    <atom:link href="https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/rss.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/>
                    <generator>Universität Bremen</generator>
                
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39987</guid>
                            <pubDate>Thu, 26 Feb 2026 15:12:38 +0100</pubDate>
                            <title>Literaturprofessorin Karen Struve über Frauen, Vielfalt und Habitus an der Uni</title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/literaturprofessorin-karen-struve-ueber-frauen-vielfalt-und-habitus-an-der-uni</link>
                            
                            <description>„Come As You Are“ – mit diesem Slogan wirbt die Universität Bremen um Studierende. Für Literaturprofessorin Karen Struve ist dieses Motto eine Herzensangelegenheit. Denn sie ist überzeugt davon, dass gute Forschung Perspektivenvielfalt braucht – auch aus eigener Erfahrung. Ihr ist es wichtig, dass C</description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Bin ich hier richtig? Auf Raumsuche im weit verzweigten und verwinkelten GW2-Gebäude der Uni Bremen kann einem diese Frage schnell in den Sinn kommen. „Es ist sehr leicht, sich hier zu verlaufen“, sagt Karen Struve mit einem Lachen. Auf Wege und Umwege wird sie an diesem Nachmittag noch häufiger zu sprechen kommen, denn sie weiß: „Bin ich hier richtig?“ – das ist an der Uni nicht nur eine räumliche Orientierungsfrage, sondern kann sich schnell auch auf Grundsätzlicheres beziehen: sei es auf die Entscheidung, zu studieren, auf die eigene Fächerwahl oder auch auf die Frage, ob eine Promotion infrage kommt.</p><h3>Das Landleben gegen die Uni eingetauscht</h3><p>Auch Karen Struve hat sich in den ersten Jahren ihrer akademischen Karriere oft gefragt, ob sie auf dem richtigen Weg ist: „Ich komme aus einem universitätsfernen Elternhaus“, sagt die 49-Jährige, die in einem Dorf bei Kiel aufgewachsen ist. „Ich bin Bauerstochter. Meine Eltern sind Landwirte in achter Generation.“ Ihre Entscheidung, zu studieren, sei stark intrinsisch motiviert gewesen, erinnert sie sich. „Ich wollte etwas studieren, das rausfinden will, wie Menschen sind und wie sie empfinden. Etwas, das sich nicht übersetzen lässt in eine Gewinnmarge.“ Die Wahl fiel auf Romanistik und Kulturwissenschaften an der Uni Bremen.</p><blockquote><p>„Graue Herren in grauen Anzügen“ <i>Karen Struve</i></p></blockquote><p>Dass die Uni auch ein späterer Arbeitsplatz für sie sein könnte, habe sie anfangs überhaupt nicht im Blick gehabt. Doch eine Professorin ermutigte sie zu einer Promotion. Karen Struve bewarb sich erfolgreich um ein Stipendium in einem Doktorandenkolleg und merkte bei Fachtagungen in den frühen Nullerjahren schnell, wie sehr das Forschungsfeld von „älteren, grauen Herren in grauen Anzügen“ dominiert wurde. Das habe sich mittlerweile deutlich gewandelt. „Als junge, große blonde Frau bin ich damals anfangs schon sehr belächelt worden“, erinnert sie sich. Selbstzweifel nagten an ihr – Fragen wie: „Kann ich mir als Arbeiterkind jemals diesen Habitus eines Akademikerkindes antrainieren?“</p><p>Geholfen habe ihr schließlich eine gewisse Hartnäckigkeit, wie sie sagt: „Ich habe irgendwann entschieden: Ich möchte denen nicht kampflos das Feld überlassen. Wenn ich in dieser Position bin, dann möchte ich das Feld mitgestalten. Und dann kann ich ein Stück weit so bleiben, wie ich mir das vorstelle – und damit das Feld hoffentlich für Menschen öffnen, die sich bestimmten Konventionen nicht unterwerfen.“</p><p>Dass Karen Struve mit dieser Haltung Erfolg hat, lässt sich an ihrer akademischen Vita mühelos ablesen. So wurde etwa ihre Dissertation über transkulturelle französische Gegenwartsliteratur mit dem renommierten Prix Germaine de Staël ausgezeichnet, der vom Frankoromanistikverband und der Französischen Botschaft in Deutschland vergeben wird; die Habilitationsschrift erhielt den Elise-Richter-Preis des Romanistikverbands. Seit 2021 hat sie eine W3-Professur für Frankoromanistische Literaturwissenschaft an der Uni Bremen inne. „Ich erlebe hier viel Wertschätzung“, sagt sie. „Die Uni-Leitung hat unseren Fachbereich sehr gut im Blick und schaut nicht nur auf die traditionell drittmittelstarken Technik- oder Naturwissenschaften.“</p><h3>Geschichten erzählen als Grundbedürfnis</h3><p>Wichtig ist ihr der Austausch zwischen Uni und Stadtgesellschaft. Zusammen mit ihren Studierenden und Kooperationspartner:innen organisiert sie Lesungen, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen an unterschiedlichsten Orten Bremens. „Literatur ist für mich kein exklusives Salon-Thema. Geschichten zu erzählen und erzählt zu bekommen, ist einfach ein menschliches Grundbedürfnis – egal ob in Romanen, Comics, Filmen, Theaterstücken oder Serien.“</p><p>Auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat Karen Struve schon früh viel Wert gelegt: „Für mich war immer klar: Wenn das nicht zusammengeht, dann ist die Uni nicht der richtige Ort für mich“, sagt die zweifache Mutter, deren Kinder mittlerweile Teenager sind. Heute versucht sie selbst, familienfreundliche Strukturen zu schaffen – etwa, indem sie Meetings auf den Vormittag legt, Wochenendseminare vermeidet oder Studierende ermutigt, bei einem Betreuungsengpass ihr Kind in die Vorlesung mitzubringen. „Ich hatte hier auch schon mal Babys im Fliegergriff auf dem Arm.“</p><h3>Herausforderungen im Job und in der Familienplanung</h3><p>Die Familienplanung stelle an Frauen besondere Herausforderungen. Hier gebe es immer noch das strukturelle Problem, dass sich in den Geisteswissenschaften oft erst mit Anfang oder Mitte 40 abzeichne, ob frau an der jeweiligen Uni jenseits von Zeitverträgen eine dauerhafte Perspektive habe – zum Beispiel in Form einer Professur. „Ich erlebe bei uns an der Uni jedoch eine große Sensibilität für dieses Thema – und ein gemeinsames Verständnis dafür, dass geschlechtsspezifische Herausforderungen nicht zu schlechteren Chancen im Besetzungsverfahren führen dürfen.“ Auch die Tatsache, dass sich die Universitätsleitung aus vier Frauen und einem Mann zusammensetzt, sei ein starkes Zeichen dafür, dass Frauen an der Uni Bremen alle Türen offenstehen.</p><p>Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen macht Karen Struve ihren Studierenden und Mentees heute Mut, der eigenen Leidenschaft für ein Themenfeld nachzugehen. „Es ist wichtig, sich nicht von dem Eindruck einschüchtern zu lassen, alle anderen wüssten besser Bescheid als man selbst“, sagt sie. Immer wieder erlebt sie, dass sich Studentinnen am Anfang ihres Studiums seltener zu Wort melden, während viele ihrer männlichen Kommilitonen von vornherein viel selbstverständlicher Redezeit für sich beanspruchen. „Ich ermutige deshalb alle, sich in den Seminaren aktiv mit den eigenen Gedanken und Fragen einzubringen“, sagt sie. Dahinter stehe eine grundlegende Überzeugung: „Gute Forschung und Lehre leben nun einmal von verschiedenen Perspektiven. Deshalb ist es mir so wichtig, dass unsere Studierenden hier echte Zugehörigkeit erfahren können – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrem Elternhaus oder ihrer Nationalität.“ – <span lang="en" dir="ltr">„Come As You Are“</span> eben.</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Thomas Jopping</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/3/b/csm_Nicht-einschuechtern-lassen_Titelbild_75571b9bc7.jpeg" length="138326" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/3/b/csm_Nicht-einschuechtern-lassen_Titelbild_75571b9bc7.jpeg" fileSize="138326" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright>Matej Meža / Universität Bremen</media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39945</guid>
                            <pubDate>Tue, 17 Feb 2026 16:44:04 +0100</pubDate>
                            <title>Literarische Woche Bremen: Ein Forum seit fünf Jahrzehnten</title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/literarische-woche-bremen-ein-forum-seit-fuenf-jahrzehnten</link>
                            
                            <description>50 Jahre Literarische Woche Bremen: Lesungen, Diskussionen, Musik und der Bremer Literaturpreis 2026 mit Heinz Strunk – ein Festival über Freiheit, Gesellschaft und Menschlichkeit.</description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Seit 1976 richtet die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung die Verleihung des&nbsp;Bremer Literaturpreis durch die Literarische Woche Bremen aus. Jahr für Jahr steht die Veranstaltungsreihe unter einem neuen thematischen Schwerpunkt. Auf dem Programm stehen Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen, Gespräche und Musik. Auch für Jugendliche werden eigene Angebote entwickelt. Die Woche versteht sich als Ort der Neugier und des Austauschs. Hier treffen Autor*innen, Publikum und Fachpersonen aufeinander, um über Literatur und gesellschaftliche Fragen zu sprechen.</p><p>2026 begeht die Literarische Woche ein besonderes Jubiläum: Vom 23. bis 31. Januar findet sie zum 50. Mal statt. In diesen fünf Jahrzehnten hat sich die Reihe als fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Bremen etabliert. Sie bietet nicht nur literarische Entdeckungen, sondern auch Raum für Debatten über aktuelle Entwicklungen. Die Veranstalter*innen betonen seit jeher den Anspruch, Literatur als Mittel der Auseinandersetzung zu begreifen.</p><p>Traditionell lesen die Preisträger*innen am Vorabend der Preisverleihung aus ihren aktuellen Werken. So auch in diesem Jahr: Der Hauptpreisträger Heinz Strunk stellt seinen Erzählband „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ vor, erschienen 2025 im Rowohlt Verlag. Der Förderpreisträger Kaleb Erdmann liest aus seinem Roman „Die Ausweichschule“, der 2025 bei den Ullstein Buchverlagen veröffentlicht wurde. Damit verbindet die Literarische Woche das Festivalprogramm unmittelbar mit der Auszeichnung.</p><h3><span>Freiheit, die wir meinen …?</span></h3><p>Die 50. Ausgabe steht unter dem Leitgedanken „Freiheit, die wir meinen …?“. Ausgangspunkt ist der bekannte Satz von Jean-Jacques Rousseau: „Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten …“. Das Thema verweist auf eine Frage, die bis heute nichts an Dringlichkeit verloren hat. Freiheit gilt als hohes Gut, doch für viele Menschen bleibt sie unerreichbar.</p><p>Im 21. Jahrhundert stellt sich neu die Frage, was Freiheit konkret bedeutet. Geht es um Selbstbestimmung im persönlichen Leben? Um Widerstand gegen Unrecht in Familie und Gesellschaft? Oder um die Fähigkeit, unabhängig zu denken und zu handeln? Die eingeladenen Autor*innen betrachten diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. In ihren Romanen und Erzählungen schildern sie Spannungen im Alltag und deren Ursachen, welche häufig am Mangel von Freiheit liegen.</p><p>Literatur soll also als Mittel genutzt werden, um die Bedeutung von Freiheit zu diskutieren. Die Veranstalter*innen hoffen auf Begegnungen und Gespräche, die zum Nachdenken anregen.&nbsp;</p><p>Seit 50 Jahren zeichnet die Literarische Woche außerdem aus, dass sie Literatur nicht nur präsentiert, sondern in einen größeren Zusammenhang stellt.</p><h3><span>Preisträger und Werk: Heinz Strunk ausgezeichnet</span></h3><p>Höhepunkt der Woche ist die feierliche Vergabe des 72. Bremer Literaturpreises. Am 26. Januar 2026 wurde Heinz Strunk im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle des Bremer Rathauses geehrt. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und zählt zu den ältesten und wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur. Er wurde 1954 erstmals verliehen; seit 1977 gibt es zusätzlich einen Förderpreis.</p><p>Heinz Strunk erhält die Auszeichnung für seinen Erzählband „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“. Die Jury würdigt darin seine schonungslose Erkundung der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens. In der Begründung heißt es, Strunk dringe mit einem oft grotesken Humor vom Alltäglichen bis zum existenziellen Elend seiner Figuren vor. In deren Abgründen werde zugleich etwas zutiefst Menschliches sichtbar.</p><p>Bremens Kultursenator und Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte hob in seinem Grußwort die Bedeutung engagierter Literatur hervor. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Herausforderungen sei es wichtig, dass Schriftsteller*innen der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Er dankte den beiden Preisträgern sowie allen Beteiligten, die zum Gelingen der Preisverleihung beitragen.</p><p>Auch Jurymitglied Richard Kämmerlings fand deutliche Worte. Er beschrieb er Strunk als einen Autor, der seine Figuren mit großer sprachlicher Genauigkeit freilegt. Er sprach von einer düsteren Grundüberzeugung, die in den neuen Erzählungen mitschwinge, und zog einen Vergleich zu&nbsp;Thomas Bernhard. Strunk arbeite mit präzisen sprachlichen Mitteln und lege das Innere seiner Figuren offen, bis nur noch ihre nackte Verletzlichkeit bleibe.</p><p>(Heinz Strunk, 1962 in Bevensen geboren, ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Musiker und Schauspieler. Seit seinem Debütroman „Fleisch ist mein Gemüse“ hat er vierzehn weitere Bücher veröffentlicht. Sein Roman „Der goldene Handschuh“ stand monatelang auf der Bestsellerliste; die Verfilmung durch&nbsp;Fatih Akin lief im Wettbewerb der&nbsp;Berlinale. 2016 wurde Strunk mit dem Wilhelm Raabe Literaturpreis geehrt. Seine Romane „Es ist immer so schön mit dir“ und „Ein Sommer in Niendorf“ waren für den Deutschen Buchpreis nominiert.)</p><p>Der ausgezeichnete Band „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ versammelt kurze Geschichten, die Tragik und Komik eng miteinander verbinden. Die Kritik widerspricht dem Vorurteil, Kurzgeschichten seien langweilig. Er entwirft eine Welt, die zugleich fremd und vertraut wirkt. Er erzählt von seltsamen Krankheiten, beunruhigenden Ereignissen in einer Vorortsiedlung, zerrütteten Familien und gescheiterten Beziehungen. Haushaltsroboter verfolgen andächtig ein Puppenspiel, eine Frau gerät bei einem harmlosen Eingriff an den falschen Schönheitschirurgen, und in einem Luxusresort auf Gran Canaria liefern sich Rentnerpaare in der Nebensaison erbitterte Auseinandersetzungen am Fischbuffet.</p><p>Diese Szenen wirken nah an der Wirklichkeit. Hinter dem Humor liegt oft Schmerz. Gerade darin erkenne die Jury die literarische Qualität des Bandes: im Blick auf das Scheitern und in der Fähigkeit, selbst im Schlimmen noch Menschlichkeit sichtbar zu machen.</p><p>Mit der Auszeichnung von Heinz Strunk und der Jubiläumsausgabe der Literarischen Woche Bremen verbindet sich somit ein doppeltes Zeichen: für die anhaltende Bedeutung der Literatur – und für die Frage nach der Freiheit, die uns im persönlichen wie im gesellschaftlichen Leben bewegt.</p><p><i>Eske Böttcher ist Studentin an der Universität Bremen im 5. Bachelorsemester für Germanistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft. Der Beitrag ist im Kontext eines Seminars zu "Textsorten und Formaten des Online-Journalismus" entstanden.</i>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Eske Böttcher</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/fachbereiche/fb10/fb10/images/Newselement-Bilder/ArtikelbildRathaushalle.jpg" length="116632" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/fachbereiche/fb10/fb10/images/Newselement-Bilder/ArtikelbildRathaushalle.jpg" fileSize="116632" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright>Senatspressestelle Bremen</media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39883</guid>
                            <pubDate>Fri, 06 Feb 2026 10:17:51 +0100</pubDate>
                            <title>Reger Austausch und unmittelbare Einblicke – Das Studienlots:innenprogramm</title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/reger-austausch-und-unmittelbare-einblicke-das-studienlotsinnenprogramm</link>
                            
                            <description>Pia, aus dem Fachbereich 10, ist an der Organisation des Studienlots:innenprogramms beteiligt und gibt uns exklusive Einblicke. Wir werfen mit ihr einen Blick auf die Chancen des Programms und zeigen dir, wie du selbst als Lots:in aktiv zum Erfolg beitragen kannst.</description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Studienlots:innenprogramm der Universität Bremen ist ein Ehrenamtsprogramm der Zentralen Studienberatung. Das Besondere an diesem Programm ist der unmittelbare Einblicks in die Welt des Studierens, der durch den freiwilligen Einsatz von Studierenden ermöglicht wird.&nbsp;</p><p>Pia studiert selbst im Fachbereich 10 und ist an der Organisation des Studienlots:innenprogramms beteiligt. Sie betont die Bedeutung des Programms. Im Jahr 2025 gingen 228 Anfragen ein. Diese können über die Website der Studienlots:innen (Formular über folgenden Link: <a href="https://www.uni-bremen.de/studium/orientieren-bewerben/studienorientierung/studienlotsinnen/treffen-mit-einer-studienlotsin-oder-einem-studienlotsen" target="_blank">https://www.uni-bremen.de/studium/orientieren-bewerben/studienorientierung/studienlotsinnen/treffen-mit-einer-studienlotsin-oder-einem-studienlotsen</a>) gestellt werden. Dabei ist das Programm nicht nur für Studieninteressierte spannend, sondern auch für Studierende, die einen neuen Studiengang kennenlernen wollen. Mit der Zeit ist das Programm gewachsen sowie immer sichtbarer und zugänglicher geworden. Vor allem das Commitment der Studienlots:innen ist positiv hervorzuheben. Trotz universitärer und privater Verpflichtungen findet der Großteil der aktuellen Lots:innen die Zeit für ihr Ehrenamt und trägt aktiv zum Erfolg des Programms bei. Damit diese positive Entwicklung bestehen bleibt, ist Engagement wichtig. Das Studienlots:innenprogramm lebt nur durch die Mitarbeit der Studierenden: Es wird immer nach neuen Lots:innen gesucht.&nbsp;</p><p>Zurzeit kann das Programm leider noch nicht alle Studiengänge abdecken. Pia berichtet, dass es schade ist, wenn Anfragen zu Studiengängen kommen, für die es (noch) keine Studienlots:innen gibt. Dies betrifft unter anderem den Fachbereich 10. Einer der Gründe ist, dass im Fachbereich 10 vor allem kleinere Studiengänge vertreten sind, wie beispielsweise die Linguistik oder die Romanistik. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich hier Studierende finden würden, die im Rahmen des Studienlots:innenprogramms ihre Studiengänge repräsentieren würden.&nbsp;</p><p>Es zeigt sich sogar eine besondere Relevanz im Fachbereich 10: Studiengänge des Fachbereichs, wie Germanistik/Deutsch oder English-Speaking Cultures / Englisch lassen auf den ersten Blick viele Parallelen zu den allseits bekannten Schulfächern vermuten. Dass das Studium dieser Fächer jedoch in vielen Aspekten große Differenzen zu dem Schulunterricht zeigt, ist vielen Interessierten nicht bewusst. In solchen Fällen bringen die Studienlots:innen Licht in die Dunkelheit. Sie vermitteln einen ehrlichen und realistischen Einblick in die Studienfächer. Es ist sogar möglich, mit ihnen gemeinsam Vorlesungen zu besuchen und dadurch einen direkten Eindruck zu erhalten.</p><p>Auf der Website der Studienlots:innen (Link zur Website: <a href="https://www.uni-bremen.de/studium/orientieren-bewerben/studienorientierung/studienlotsinnen/anmeldung-zur-schulung-als-studienlotsin" target="_blank">https://www.uni-bremen.de/studium/orientieren-bewerben/studienorientierung/studienlotsinnen/anmeldung-zur-schulung-als-studienlotsin</a>) kannst du dich zur Schulung als neue:r Studienlots:in anmelden. Der nächste Termin findet bereits im März 2026 statt. In der Schulung wird man auf seine Tätigkeiten als Studienlots:in vorbereitet. Vorteil ist auch, dass man dabei nicht nur zukünftigen Interessierten hilft, sondern auch selbst Neues über die Uni und das Studium lernt. So werden beispielsweise die Beratungseinrichtungen der Universität vorgestellt und Besuche angeboten. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass du als Studienlots:in nicht allwissend sein musst. Besonders bei spezifischen Fragen soll auf das Studienzentrum des Fachbereichs oder entsprechende Beratungsstellen verwiesen werden. Pia betont, dass das Studienlots:innenprogramm kein Marketingprogramm ist, sondern ehrliche Einblicke auf Augenhöhe ermöglichen soll. Schön findet sie vor allem, dass das Programm dazu beiträgt, schnell neue Kontakte zu knüpfen. Während der Schulung herrscht reger Austausch zwischen den angehenden Studienlots:innen und auch in der Arbeit als zukünftige:r Lots:in lernt man viele neue Menschen kennen.</p><p>Durch den direkten Kontakt zu Studierenden werden die Hürden, Fragen zu stellen und Unsicherheiten zu kommunizieren, reduziert. Bestätigung findet das Studienlots:innenprogramm besonders durch viel positives Feedback. So ist das Programm eine Bereicherung für Studieninteressierte sowie auch bereits Studierende der Uni Bremen.</p><p><i>Alena Klages ist Lehramtsstudentin im Bachelor an der Universität Bremen. Sie studiert die Fächer Deutsch und Geographie mit dem Ziel, als Lehrerin in einem Gymnasium oder einer Oberschule zu arbeiten. Der Artikel entstand im Kontext eines Seminars zu "Textsorten und Formate[n] des Online-Journalismus”.</i></p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Alena Klages</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/e/4/csm__MG_0591_Kopie_8a4bfd5e8a.jpg" length="388900" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/e/4/csm__MG_0591_Kopie_8a4bfd5e8a.jpg" fileSize="388900" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright>Universität Bremen</media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39796</guid>
                            <pubDate>Mon, 26 Jan 2026 21:17:13 +0100</pubDate>
                            <title>Ein Berg, zwei Namen: Dr. Sven Leuckert zum Konflikt indigener und kolonialer Bergnamen </title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/ein-berg-zwei-namen-dr-sven-leuckert-zum-konflikt-indigener-und-kolonialer-bergnamen</link>
                            
                            <description>Anhand von Aoraki / Mount Cook und Denali / Mount McKinley ging Sven Leuckert in seinem Vortrag der Frage nach, wie sich das Verhältnis indigener und kolonialer Bergnamen historisch entwickelt hat.  </description>
                            <content:encoded><![CDATA[<h3><span>Ein bisher wenig erforschtes Feld der Onomastik&nbsp;</span></h3><p>Die Veranstaltung mit dem Titel „Von Himmelspfaden und Wolkendurchbohrern: Zum Konflikt indigener und kolonialer Bergnamen“ fand im Rahmen eines Online-Kolloquiums der Gesellschaft für Namensforschung e. V. am Dienstag, den 18. November 2025, statt und war für Interessierte unterschiedlicher Universitäten zugänglich, so auch für Studierende der Universität Bremen. Als Referent gab Dr. Sven Leuckert von der Technischen Universität Dresden Einblick in seine aktuelle Forschungsarbeit zu der Lexikologie und Lexikographie des sogenannten <i>Mountaineering English</i>, dem speziellen Sprachregister von Bergsteiger*innen.</p><p>Im Zentrum des Vortrags stand die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Bergnamen, den sogenannten Oronymen. Dieser Themenbereich bildet nicht nur einen weiteren wichtigen Schwerpunkt in der linguistischen Forschung von Dr. Sven Leuckert, sondern prägte auch thematisch das Online-Kolloquium. Neben der historischen Entwicklung der Lexikographie und dem speziellen Vokabular sowie den sprachlichen Strukturen innerhalb der Bergsteigercommunities bot Leuckert damit einen vertieften Einblick in ein bislang wenig erforschtes Feld der Onomastik.&nbsp;</p><h3>Zum Konflikt indigener und kolonialer Bergnamen&nbsp;</h3><p>Unter dem forschungsmethodologischen Zugang der Korpuslinguistik beleuchtete Leuckert in seinem Vortrag die Forschungsfragen, welche Namensvarianten und Schreibweisen für die Berge Aoraki / Mount Cook in Neuseeland und Denali / Mount McKinley in den Vereinigten Staaten von Amerika historisch verwendet wurden und inwiefern die Diskussion über die Benennungspraxis dieser Berge in der neuseeländischen Zeitschrift <i>New Zealand Alpine Journal </i>bisher explizit behandelt wurden.</p><p>In seinem Vortrag ging Leuckert zunächst auf die weiterhin aktuelle Debatte um die Benennung und Umbenennung von Bergen ein, wobei er betonte, dass die Verwendung kolonial geprägter Namen bis heute eine kontroverse Praxis darstelle. Im Zentrum der Debatte stehe die Frage, wie eine angemessene Balance zwischen der Anerkennung indigener Traditionen und der Würdigung bergsportlicher Leistungen gefunden werden könne. Anschließend präsentierte Leuckert die Ergebnisse seiner quantitativen Analyse zu den unterschiedlichen Benennungsstrategien für den Aoraki / Mount Cook und den Denali / Mount McKinley in der untersuchten Fachzeitschrift.&nbsp;</p><p>Zentral in der Auswertung war zum einen die Erkenntnis, dass die früher (ausschließliche) Verwendung des Kolonialnamens in der historischen Entwicklung zunehmend von Varianten abgelöst wurde, die auch den indigenen Bergnamen berücksichtigen. Zum anderen zeigte die Analyse, dass die Diskussion über die Namensbenennung der Berge nur unregelmäßig im <i>New Zealand Alpine Journal&nbsp;</i> und selten explizit aufgegriffen werden. Zur Veranschaulichung und für die Zuhörenden durchaus interessant präsentierte Leuckert verschiedene Textauszüge aus dem <i>New Zealand Alpine Journal. </i>Diese Beispiele zeigten eindrücklich, wie in der Zeitschrift die Namensgebung der Berge diskutiert wird.&nbsp;</p><h3>Ein lebhafter Austausch und neue Forschungshorizonte&nbsp;</h3><p>Im Anschluss an den ungefähr einstündigen Vortrag blieb ausreichend Zeit für einen regen Austausch unter den Teilnehmenden, in dem die Diskussionsbeiträge direkt an den Inhalt der Veranstaltung anknüpften. Besonders kritisch hinterfragt wurde die Rolle der Autorinnen und Autoren der Zeitschriftenbeiträge sowie deren individuelle Präferenzen bei der Verwendung der Bergnamen. Ebenso diskutierten die Anwesenden, inwiefern der inhaltliche Kontext eines Artikels die Namensnennung beeinflusst und welchen Stellenwert kommerzielle Interessen des Alpintourismus bei Fragen der Bergbenennung oder -umbenennung einnehmen.&nbsp;</p><p>Nachdem der Vortrag geografisch vor allen Dingen Neuseeland und Amerika in den Blick genommen hatte, wurde die geografische Perspektive in der Diskussionsrunde zuletzt ausgeweitet. Insbesondere die Benennungspraxis für die weltweit bekannten und im Bergsport besonders prestigeträchtigen Berge Nepals rückten in den Fokus - eines Landes, das nie kolonialisiert wurde. Welche weiteren Namen tragen beispielsweise die international unter den Namen "Mount Everest", "Lhotse" oder "Annapurna" bekannten Berge und wie hat sich der Umgang mit diesen Oronymen in einer nicht kolonialisierten Nation im Vergleich zu postkolonialen Staaten historisch entwickelt?&nbsp;&nbsp;</p><p>Insgesamt bot der Vortrag von Dr. Sven Leuckert einen kurzen und ausgesprochen aufschlussreichen Einblick und Ausblick auf das Forschungsfeld der Oronyme, das interdisziplinäre Perspektiven eröffnet und weit über die Sprachwissenschaft hinausreicht.</p><p><i>Alea Rose und Lea Bening studieren beide im dritten Semester im Master of Education für das Lehramt an Grundschulen an der Universität Bremen. Der Bericht über den Vortrag entstand im Rahmen eines Seminars zum Thema Onlinejournalismus.</i><br>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Lea Bening, Alea Rose</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/a/5/csm_Berg_Slider_e2bd094fd7.jpg" length="228754" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/a/5/csm_Berg_Slider_e2bd094fd7.jpg" fileSize="228754" type="image/jpeg"/><media:description type="plain">xiSerge/pixabay-Lizenz </media:description><media:copyright></media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39823</guid>
                            <pubDate>Fri, 23 Jan 2026 15:06:21 +0100</pubDate>
                            <title>Willkommen: Alena Witzlack-Makarevich im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft </title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/willkommen-alena-witzlack-makarevich-im-fachbereich-sprach-und-literaturwissenschaft-1</link>
                            
                            <description>Alena Witzlack-Makarevich ist seit dem Wintersemester 2025/26 Professorin für Allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Bremen. </description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Alena Witzlack-Makarevich promovierte 2011 an der Universität Leipzig und forschte anschließend an der Universität Zürich, der Universität Kiel und der Hebräischen Universität Jerusalem, bevor sie im Oktober 2025 an die Universität Bremen wechselte. In ihrer Forschung erfasst, beschreibt und erklärt sie sprachliche Vielfalt. Sie interessiert sich für die Variation in den Sprachen der Welt und Ansätze zu deren Erklärung. Darüber hinaus untersucht sie verschiedene Phänomene aus dem Bereich der Morphosyntax, also der Verbindung von Wortbau und Satzbau.</p><p>In ihrer Forschung kombiniert sie auf der einen Seite groß angelegte typologische Studien mit Hunderten von Sprachen, auf der anderen Seite Untersuchungen zu Phänomenen innerhalb einzelner Sprachfamilien (Mikrotypologie) sowie detaillierte Studien einzelner Sprachen. Seit über 20 Jahren engagiert sich Witzlack-Makarevich zudem in der Dokumentation bedrohter Sprachen und der Sprachbeschreibung. Sie hat zu sechs Sprachen aus drei Sprachfamilien in Afrika gearbeitet und zahlreiche Feldstudien durchgeführt, um Primärdaten zu den Khoisan-Sprachen Khoekhoe (Khoe-Kwadi, Namibia), Nǁng (Tuu, Südafrika) und Ruuli (Bantu, Uganda) zu sammeln.</p><p>Derzeit arbeiten Witzlack-Makarevich und ihre Kooperationspartner:innen von der Makerere Universität (Uganda) an der Dokumentation und Beschreibung zweier bisher unerforschter und stark bedrohter Sprachen, die an der Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo gesprochen werden. Sie untersuchen Sprachkontakt, Sprachwechsel und Muster der Mehrsprachigkeit unter den Sprecher:innen dieser Sprachen. Neben ihren wissenschaftlichen Publikationen trägt Professorin Witzlack-Makarevich zur Entwicklung elektronischer und pädagogischer Ressourcen für diese ressourcenarmen Sprachen bei.</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Iria Sorge-Röder</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/0/8/csm_Prof._Dr._phil._Alena_Witzlack-Makarevich_1_copy_53ef85d3f3.jpg" length="236902" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/0/8/csm_Prof._Dr._phil._Alena_Witzlack-Makarevich_1_copy_53ef85d3f3.jpg" fileSize="236902" type="image/jpeg"/><media:description type="plain">In ihrer Forschung erfasst, beschreibt und erklärt Alena Witzlack-Makarevich sprachliche Vielfalt.</media:description><media:copyright>Matej Meza / Universität Bremen</media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39646</guid>
                            <pubDate>Thu, 08 Jan 2026 11:18:07 +0100</pubDate>
                            <title>When the War is Next Door – Alltag im Angesicht der Bedrohung </title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/when-the-war-is-next-door-vortrag-von-svetlana-erpyleva</link>
                            
                            <description>Swetlana Erpyleva (FSO) widmete sich der Alltagsperspektive jener Menschen in der Ukraine, die in unmittelbarer Nähe zur Front leben und deren Lebensrealität dauerhaft von militärischer Bedrohung geprägt ist. Mariana Podushkina und Anna Devda (FB10, Uni Bremen) berichten für uns vom Vortrag. </description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Svetlana Erpyleva ist seit 2025 Post-doctoral Researcher am Bremer Forschungszentrum für Osteuropastudien (FSO). Im Rahmen des Kolloquiums zur osteuropäischen Geschichte präsentierte die Forscherin Ergebnisse eines umfangreichen ethnografischen Projekts, das sich mit Wahrnehmungen, Deutungsmustern und Bewältigungsstrategien von Zivilist*innen in einer autoritär regierten Gesellschaft befasst. Dabei ging es weniger um explizite politische Positionierungen als vielmehr um alltägliche Routinen, soziale Normen und emotionale Reaktionen, die das Leben im Schatten eines „nahen, aber oft unausgesprochenen“ Krieges strukturieren.</p><p>Der Vortrag machte deutlich, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht nur auf dem Schlachtfeld stattfindet, sondern sich tief in Alltagspraktiken, Gespräche und kollektive Gewöhnungsprozesse einschreibt. Erpylevas Forschung eröffnet damit einen differenzierten Blick auf die sozialen und psychologischen Folgen des Krieges jenseits offizieller Narrative und medialer Berichterstattung.</p><h3><strong>Was bedeutet es, in einer Grenzregion wie Kursk zu leben?</strong></h3><p>Im Zentrum des Vortrags standen Interviews und teilnehmende Beobachtungen in der russischen Grenzregion Kursk. Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine im Jahr 2022 ist die Region regelmäßig von Luftalarmen, militärischen Bewegungen und vereinzelten Kampfhandlungen betroffen – auch wenn sie offiziell nicht als Kriegsgebiet gilt.</p><p>Erpyleva zeichnete kein dramatisiertes oder heroisierendes Bild des Krieges. Stattdessen beschrieb sie eine ambivalente Alltagsrealität, in der sich viele Bewohner*innen zwischen bewusster Verdrängung, pragmatischer Anpassung und emotionaler Erschöpfung bewegen. Der Krieg wird zur „normalisierten Ausnahme“: Er ist ständig präsent, hör- und spürbar, wird jedoch selten explizit benannt oder politisch reflektiert.</p><h3><strong>Warum reagieren Menschen oft nicht auf akute Bedrohungen?</strong></h3><p>Ein zentrales Analyseergebnis betrifft die Macht sozialer Normen im Umgang mit Gefahr. Obwohl viele Menschen instinktiv Schutz suchen würden, reagieren sie häufig nicht auf Bedrohungen wie Luftalarme oder Explosionen – insbesondere dann, wenn auch ihr soziales Umfeld nicht reagiert.</p><p>Dieser kollektive Habitus des „Nicht-Reagierens“ überlagert individuelles Sicherheitsbedürfnis und führt zu einer schleichenden Gewöhnung an das Bedrohliche. Erpyleva betonte, dass es sich hierbei nicht um ein spezifisch „russisches“ Phänomen handelt. Vielmehr seien ähnliche Muster aus zahlreichen Konfliktregionen bekannt, in denen soziale Anpassung zu einer zentralen Strategie des Überlebens wird.</p><h3><strong>Wie wird der Krieg politisch gedeutet – oder bewusst entpolitisiert?</strong></h3><p>Besonders aufschlussreich waren Erpylevas Beobachtungen zur politischen Wahrnehmung des Krieges. Viele Ereignisse werden lokalisiert und entpolitisiert: Explosionen erscheinen als isolierte Zwischenfälle, militärische Angriffe werden mit Naturkatastrophen verglichen oder als unvorhersehbare Unglücksfälle gedeutet.</p><p>Dabei sei nicht mobilisierende, sondern entpolitisierende Propaganda besonders wirksam. Die wiederkehrende Botschaft, dass „alle Politik schmutzig“ sei, fördert Rückzug ins Private und politische Passivität. Der Krieg bleibt so gleichzeitig allgegenwärtig und unsichtbar – präsent im Alltag, aber entzogen einer offenen politischen Auseinandersetzung.</p><h3><strong>Wie forscht man unter autoritären Bedingungen?</strong></h3><p>Die Durchführung ethnografischer Forschung in der Region Kursk ist mit erheblichen Risiken verbunden. Obwohl die Region offiziell nicht als Kriegsgebiet gilt, ist die Erhebung politisch sensibler Informationen potenziell gefährlich.</p><p>Das Forschungsteam entwickelte daher spezifische methodische Strategien: So wurde die Selbstbezeichnung als „Anthropologin“ als weniger verdächtig wahrgenommen als die als „Soziologin“. Während formelle Interviews offen als Forschung gekennzeichnet waren, fanden informelle Gespräche teilweise verdeckt statt. Eine intensive Vorbereitung auf mögliche Traumatisierungen der Gesprächspartner*innen sowie tägliche Teamreflexionen dienten der ethischen Absicherung und methodischen Anpassung der Feldforschung.</p><h3><strong>Warum ist diese Forschung auch international relevant?</strong></h3><p>Der Vortrag regte Diskussionen über die Vergleichbarkeit mit anderen Konfliktregionen an. Qualitative ethnografische Studien wie diese sind selten, ermöglichen jedoch Einblicke in Widersprüche, Ambivalenzen und situative Dynamiken menschlichen Handelns – im Gegensatz zu quantitativen Umfragen, die häufig von stabilen Meinungen ausgehen.</p><p>Erpyleva verdeutlichte, dass ihre Forschung über den konkreten Fall hinausweist: Sie liefert grundlegende Erkenntnisse über soziale Normen, Propaganda und kollektive Bewältigungsstrategien in Ausnahmesituationen und trägt damit zu einem tieferen Verständnis menschlichen Handelens unter dauerhafter Bedrohung bei.</p><p><i>Wir, Anna Devda und Mariana Podushkina kamen vor dreieinhalb Jahren aus der Ukraine nach Deutschland und studieren heute Germanistik an der Universität Bremen. Der Krieg ist für uns keine abstrakte Realität, sondern Teil unserer eigenen Geschichte – und genau diese Perspektive prägte unseren Blick auf den öffentlichen Vortrag ‚When the War Is Next Door‘ von Svetlana Erpyleva am Fachbereich Osteuropastudien. Germanistik ist für uns beide das Profilfach, das wir jedoch unterschiedlich ergänzen: Wir kombinieren es entweder mit English-Speaking Cultures (Mariana) oder mit Erziehungs- und Bildungswissenschaften (Anna). Unsere sprachliche Ausrichtung begann bereits in der Ukraine und setzen wir nun in Bremen fort: Wir haben dort bereits Englisch und Deutsch studiert – Mariana im Lehramt, Anna in der Philologie</i></p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Mariana Podushkina, Anna Devda</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/a/c/csm_WarNextDoorArtikelbild_1a7526a3c7.jpg" length="220737" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/a/c/csm_WarNextDoorArtikelbild_1a7526a3c7.jpg" fileSize="220737" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright>Unsplash</media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39556</guid>
                            <pubDate>Sun, 14 Dec 2025 19:22:41 +0100</pubDate>
                            <title>Das literarische Universum entdecken: die Galaxie der Bücher in Bremen</title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/das-literarische-universum-entdecken-die-galaxie-der-buecher-in-bremen</link>
                            
                            <description>Beim Literaturfestival Galaxie der Bücher wird Bremen zum Universum voller Geschichten. Die zweisprachige Lesung von Kashi Grobe setzt dabei ein deutliches Zeichen für Mehrsprachigkeit und frühe Sprachförderung.</description>
                            <content:encoded><![CDATA[<h3>Galaxie der Bücher: Ein Festival für Geschichten, Sprachen und Staunen</h3><p>Wenn sich in Bremen die Türen zu einem ganz besonderen Universum öffnen, dann beginnt die Galaxie der Bücher. Das Literaturfestival lädt Familien, Kinder und alle, die Geschichten lieben, auf eine Reise ein, bei der Fantasie und Sprache in den Mittelpunkt rücken. Am 15. und 16. November 2025 fand das Lesefest in der Stadtbibliothek und im Kulturzentrum Kukoon statt. der Eintritt war an allen Veranstaltungsorten frei.</p><p>Lesungen, Workshops, kreative Aktivitäten und Begegnungen mit Autor*innen machen das Festival zu einem lebendigen Erlebnis, das junge Menschen spielerisch an Kinderliteratur heranführt. Damit schafft die Galaxie der Bücher sowohl einen inspirierenden Raum als auch einen niedrigschwelligen Zugang zu Literatur.</p><h3>Ein Festival für Vielfalt und sprachliche Welten</h3><p>Einer der Schwerpunkte des Festivals liegt auf Mehrsprachigkeit. Sprache wird hier nicht als Barriere verstanden, sondern als Brücke und als Möglichkeit, die eigene Herkunft wertzuschätzen und gleichzeitig Neues zu entdecken. Viele Familien in Bremen wachsen mehrsprachig auf und das Festival bietet ihnen Raum, sich in Geschichten wiederzufinden, die ihre eigenen Lebensrealitäten spiegeln. Kinder erfahren, dass Mehrsprachigkeit eine Stärke ist, die Verbindungen schafft und neue Perspektiven eröffnet. Das Lesefestival trägt dazu bei, Mehrsprachigkeit als wertvollen Bestandteil einer vielfältigen Gesellschaft sichtbar zu machen.</p><h3>Eine zweisprachige Lesung, die Mut macht</h3><p>Im Rahmen des Lesefestivals stellte unter anderem Kashi Grobe, die in Jamaica aufgewachsen ist, in Los Angeles studierte und heute in Berlin lebt, ihr Bilderbuch „Weil du bist, wie du bist“ vor. Ein Bilderbuch, das Kinder ab drei Jahren in seiner Klarheit begeistert und interkulturelle Perspektiven näherbringt.</p><p>In der Lesung wird die Geschichte von Emma erzählt, einem Mädchen, das etwas tut, was jedes Kind kennt: Sie liebt ein Kleidungsstück so sehr, dass sie es überall tragen möchte. In diesem Fall ist es ein leuchtend gelber Regenumhang, der Emma ein Gefühl von Sicherheit und Stärke gibt. Obwohl der Regen aufgehört hat, weigert Emma sich, ihren geliebten Umhang auszuziehen. Trotz skeptischer Blicke und Kommentare aus ihrem Umfeld lässt Emma sich nicht davon abbringen, ihren Regenumhang weiterhin zu tragen. Als der Regen dann plötzlich zurückkehrt, ist Emma mit ihrem Regenumhang vorbereitet und tanzt voller Freude durch die Regentropfen. Am Ende tragen nun auch alle anderen einen Regenumhang - doch keiner strahlt so leuchtend wie Emmas.</p><p>Während der Lesung reagierten die Kinder begeistert auf die lebendige Art, mit der Kashi Grobe ihre Geschichte präsentierte. Immer wieder meldeten sich kleine Hände, um Fragen zu stellen oder eigene Erlebnisse zu erzählen, etwa von Lieblingskleidungsstücken, die sie selbst am liebsten jeden Tag tragen würden. Besonders hervorgehoben wurden auch die Illustrationen des Buches, die mit kräftigen Farben und Linien Emmas Gefühle sichtbar machen. Der gelbe Regenumhang leuchtet auf jeder Seite und wird zu einem Symbol für Selbstvertrauen und Mut.</p><p>Die zweisprachige Lesung, die sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gehalten wurde, spricht durch die Geschichte bedeutende Themen, wie Mut, Selbstvertrauen und Lebensfreude an – alles Werte, die durch Emma eindrucksvoll verkörpert werden. Somit vermittelt das Buch eine klare Botschaft an seine Leser*innen: Sei mutig. Sei du selbst und steh zu dir. Weil du bist, wie du bist.</p><p><i>Henrike Rüter und Zoe Resmer studieren im 3. Mastersemester Grundschullehramt mit dem Großfach Deutsch. Der Beitrag entstand in einem Seminar zum Thema Onlinejournalismus. Die Idee für den Artikel entwickelte sich aus dem Interesse an mehrsprachiger Literatur für Schüler*innen und basiert auf einer mehrsprachigen Lesung für Kinder.</i></p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Zoe Resmer/Henrike Rüter</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/2/8/csm_Slider_Universum_110d7d956f.jpg" length="155065" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/2/8/csm_Slider_Universum_110d7d956f.jpg" fileSize="155065" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright></media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39195</guid>
                            <pubDate>Sun, 09 Nov 2025 14:38:47 +0100</pubDate>
                            <title>Inseln als Orte der Begegnung in der Vormoderne – IMFF-Vortragsreihe </title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/inseln-als-orte-der-begegnung-in-der-vormoderne-imff-vortragsreihe</link>
                            
                            <description>Das IMFF lädt im Wintersemester 2025/26 zu drei öffentlichen Vorträgen ein. Unter dem Titel „Inseln als Orte der Begegnung in der Vormoderne“ beleuchten die Referentinnen Perspektiven auf reale und fiktive Inseln. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.</description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Im Mittelpunkt der dreiteiligen Vortragsreihe des Instituts für Mittelalter- und Frühneuzeitvorschung (IMFF) stehen Inseln als Orte des Fremden, des Wunderbaren und des Gefährlichen. Die Vorträge erkunden literarische und kulturelle Inseldarstellungen vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit und laden zum Austausch über unterschiedliche Perspektiven ein.</p><h3>Programm:</h3><p><em><strong>27.11.2025&nbsp; </strong>Dr. Jana Jürgs (Bremen): Insel-Hopping im literarischen Ozean. Von Wollfäden und Wollsocken,&nbsp;saelde und Stockfisch</em></p><p><em><strong>11.12.2025&nbsp;&nbsp;</strong>PD Dr. Sonja Kerth (Bremen): Erzählte Inseln im Meer: Mittelalterliche Literatur und die Blue Humanities</em></p><p><em><strong>15.01.2026&nbsp;&nbsp;</strong>Dr. Anna Auguscik (Bremen): Inseln und Satire in Jonathan Swifts ‚Gullivers Reisen‘</em></p><hr><p><strong>Zeit:&nbsp;</strong>Donnerstags, 16:15-17:45 Uhr<br><strong>Ort:</strong> MHZ 1460 (Präsenz)<br><strong>Veranstalterin: </strong>PD Dr. Sonja Kerth<br><strong>Kontakt:</strong>&nbsp;0421 218-68241,&nbsp;<a href="https://www.uni-bremen.de/fb-10/forschung/institute/institut-fuer-mittelalter-und-fruehneuzeitforschung-imff/vortraege-und-vortragsreihen" target="_blank">skerthuni-bremen.de</a></p><h4>Weitere Informationen unter:&nbsp;</h4><p><a href="https://www.uni-bremen.de/fb-10/forschung/institute/institut-fuer-mittelalter-und-fruehneuzeitforschung-imff/vortraege-und-vortragsreihen" target="_blank">https://www.uni-bremen.de/fb-10/forschung/institute/institut-fuer-mittelalter-und-fruehneuzeitforschung-imff/vortraege-und-vortragsreihen</a></p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Gesche Graue/Universität Bremen</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/6/8/csm_IMFF2526_1000px_4f2cbb1055.png" length="3352621" type="image/png"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/6/8/csm_IMFF2526_1000px_4f2cbb1055.png" fileSize="3352621" type="image/png"/><media:description type="plain">Ignazio Danti</media:description><media:copyright></media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-39072</guid>
                            <pubDate>Sun, 26 Oct 2025 21:25:11 +0100</pubDate>
                            <title>Küste - Strände - Ufer: Eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe im WSP Meeres-, Polar- und Klimaforschung</title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/kueste-straende-ufer</link>
                            
                            <description>Wie werden Küsten, Strände und Ufer in verschiedenen Disziplinen erforscht, beschrieben und verstanden? Die neue Ringvorlesung im WSP Meeres-, Polar- und Klimaforschung lädt im Wintersemester 2025/26 zu spannenden Einblicken in natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Perspektiven ein. </description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Nach der Vorlesungsreihe „Wellen“ im vergangenen Jahr setzt der Wissenschaftsschwerpunkt Meeres,- Polar- und Klimaforschung der Universität Bremen die interdisziplinäre Auseinandersetzung zu Küstenräumen fort. Unter dem Titel „Küste – Strände – Ufer“ widmet sich die neue Vorlesungsreihe im Wintersemester 2024/26 den vielfältigen geografischen Übergangsräumen und kulturellen Dimensionen.&nbsp;Im Fokus stehen die littoralen Zonen als Kontakt- und Grenzräume, in denen sich Natur, Kultur und Gesellschaft begegnen. Diese Räume sind nicht nur ökologische Übergangsbereiche, sondern auch symbolische und soziale Schnittstellen, die in den verschiedenen Fachbereichen unterschiedlich verstanden und erforscht werden. Die Ringvorlesung möchte zeigen, wie natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Perspektiven im Austausch über Methoden, Begriffe und Erkenntnisse neue Einsichten in die Dynamiken von Küstenräumen eröffnen können. Dabei wird die Frage beantwortet, was passiert, wenn unterschiedliche Kulturen, Menschen, Lebewesen, Elemente, Materialien, Kräfte, Einflüsse usw. aufeinandertreffen.</p><p>Organisiert von <strong>Prof. Dr. Ursula Kluwick</strong> und <strong>Prof. Dr. Kerstin Knopf</strong> (Fachbereich 10) bietet die Reihe jeweils <strong>mittwochs von 18:00 bis 20:00 Uhr</strong> im <strong>Cartesium (blaue Rotunde, Enrique-Schmidt-Str. 5)</strong> ein Forum für den Austausch zwischen den Disziplinen. Jede Veranstaltung kombiniert einen naturwissenschaftlichen und einen sozial- oder geisteswissenschaftlichen Vortrag, um den Dialog über Methoden, Perspektiven und Fragestellungen rund um den Küstenraum zu fördern.</p><h3 class="MsoPlainText"><strong>Programm:&nbsp;</strong></h3><h4 class="MsoPlainText">3.12. &nbsp;</h4><p class="MsoPlainText"><strong>Nils Moosdorf (ZMT)</strong>: Zwei Wässer unter dem Strand: Ein Blick in das subterrane Ästuar und</p><p class="MsoPlainText"><strong>Sonja Kerth (FB 10):</strong> ‚von dem wilden sande‘. Kontaktzonen von Meer und Land als Orte der Begegnung in vormoderner Literatur</p><h4>10.12.</h4><p><strong>Cornelia Spiegel-Behnke (FB 05</strong>)<strong>:</strong> Unterm Eis - eine Reise durch Zeit und Raum entlang der westantarktischen Küste und</p><p><strong>Ursula Kluwick/Arne Peters/Karen Struve (FB 10):</strong> Entre terre et mer // Between Land and Sea: Trialog zur diskursiven Konstruktion von Küsten</p><h4>7.1. &nbsp;&nbsp;</h4><p><strong>Nora Diehl (FB 2, MARUM):</strong> Karge Küsten? Ein Einblick in die arktischen Gezeitenzonen und</p><p><strong>Mark Schürch (FB 08):</strong> Naturally stronger - The role of healthy ecosystems in coastal adaptation to climate change</p><h4>28.1. &nbsp;</h4><p><strong>Heike Glade und Johannes Kiefer (FB 04):</strong> Meerwasserentsalzung – Trinkwassergewinnung und mehr und</p><p><strong>Raimund Bleischwitz (ZMT):</strong> Towards a Maritime Circular Economy</p><p>Transforming coastal areas and ports with sustainable circular and blue innovations in Bremen and at international scales</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/4/f/csm_old-harry-rocks_Poster_b65450d7b8.jpg" length="452111" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/4/f/csm_old-harry-rocks_Poster_b65450d7b8.jpg" fileSize="452111" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright></media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-37931</guid>
                            <pubDate>Tue, 10 Jun 2025 13:42:59 +0200</pubDate>
                            <title>Bremer Studierende erkunden die althochdeutsche Lexikografie in Leipzig </title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/bremer-studierende-erkunden-die-althochdeutsche-lexikografie-in-leipzig</link>
                            
                            <description>Wie entsteht ein Wörterbuch? Was verrät das Althochdeutsche Wörterbuch über unsere Sprache und Kultur? Dies und mehr erfuhren Studierende der Universität Bremen im Rahmen eines Workshops an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. </description>
                            <content:encoded><![CDATA[<p>Über die Tage vom 19.05. bis zum 21.05. 2025 fand im Rahmen des von Barbara Aehnlich organisierten und durchgeführten Workshops<em> Althochdeutsche Lexikografie – Arbeiten am Althochdeutschen Wörterbuch </em>eine Exkursion nach Leipzig statt. Die ersten beiden Tage dieser Exkursion verbrachte der Kurs mit Besuchen des Althochdeutschen Wörterbuchs an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.</p><p>Nach einem sehr herzlichen Empfang durch die Mitarbeiter:innen der Akademie begann der Besuch am Montag mit einer sehr interessanten und umfangreichen Einführung in die Arbeitsstelle und die Arbeitsweise des Althochdeutschen Wörterbuchs. Es war sehr interessant, mehr über die Hintergründe und aktuellen Entwicklungen des Projektes zu erfahren. Nach einer kurzen Stärkung bekamen die Studierenden im Rahmen einer Führung durch die Arbeitsstelle und das Archiv weitere Einblicke in die Arbeit an der Akademie und somit auch eine erste Idee davon, wieviel Arbeit von allen Beteiligten bereits in das lexikografische Projekt investiert wurde und weiterhin investiert wird.</p><p>Der erste Tag endete dann mit der Vorstellung und Führung durch den sogenannten <em>Hortulus theodiscus</em>, einem kleinen Garten, den die Mitarbeiter:innen nach einem historischen Vorbild, dem botanischen Lehrgedicht <em>De cultura hortorum </em>(Über den Gartenbau) vom karolingischen Abt Walahfrid Strabo errichtet haben.</p><p>Der zweite Tag der Exkursion begann schon früh in der Akademie der Wissenschaften. Im Rahmen von Mikro-Praktika bekamen die Studierenden die Möglichkeit, sich die einzelnen Abläufe der Arbeit am Althochdeutschen Wörterbuch und die jeweiligen sehr umfangreichen Arbeitsschritte noch genauer anzuschauen. In Kleingruppen haben sie sich an verschiedenen Stationen beteiligt, die zentrale Aspekte der lexikografischen Arbeit vermittelten. Dabei übten sie das Erstellen eines Artikel-Kopfes, lernten Aufbau und Struktur eines Wörterbuchartikels sowie einer Wortstrecke kennen und versuchten sich selbst am Verfassen eines Artikels anhand ausgewählter Belege. Auch erhielten sie Einblicke in die jüngeren digitalen Tools und die mühsame Endredaktion einer Wortstrecke. Auf diese Weise wurde den Studierenden ermöglicht, weitere spannende Einblicke in die täglichen Aufgaben und Herausforderungen zu bekommen, die diese Arbeit mit sich bringt.</p><p>Einer gemeinsamen Mittagspause der Studierenden und Mitarbeiter:innen im kleinen Garten der Akademie mit leckerem Sauerteig-Focaccia schloss sich ein Besuch der Universitätsbibliothek an. Hier bekamen die Exkursionsteilnehmenden die Möglichkeit, sich einige alte Handschriften einmal aus der Nähe anzusehen, die teilweise bis in das 9./10. Jahrhundert zurückzuführen sind.</p><p>Nach diesem Besuch ging es wieder zurück in die Akademie zu einer kleinen „Musikstunde aus althochdeutscher Zeit“, bei der den Studierenden ein Einblick in das Traktat <em>De musica </em>des Mönchs Notker von St. Gallen gegeben wurde, sowie eine interessante musikalische Darbietung auf dem sogenannten <em>Monochord</em>. Auch dieser Abend endete schließlich im <em>Hortulus theodiscus </em>der Sächsischen Akademie.</p><p>Am dritten und letzten Tag der Exkursion unternahm die Gruppe noch einen Ausflug zum Deutschen Buch- und Schriftmuseum nahe der Deutschen Nationalbibliothek, in dem es während einer Führung viel über die Geschichte der Schriftlichkeit von den Anfängen des Alphabets bis hin zum Buchdruck und darüber hinaus zu erfahren gab. Nach diesem Besuch begann schließlich die Rückreise nach Bremen.</p><p>Insgesamt waren die drei Tage der Exkursion eine sehr interessante Zeit mit vielen Eindrücken und spannenden Einblicken in die Arbeit des Althochdeutschen Wörterbuches an der Akademie der Wissenschaften und in die deutsche Sprachgeschichte sowie die Entwicklungen der deutschen Schrift- und Buchproduktionen im Laufe der Zeit, ein Unterfangen, für das die Buchstadt Leipzig eine exzellente Kulisse bot.</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Shenia Baran, Deike Lübben, Kevin Rößler</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/7/e/csm_Arbeitsstelle_AWB_0917d7e867.jpg" length="432802" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/7/e/csm_Arbeitsstelle_AWB_0917d7e867.jpg" fileSize="432802" type="image/jpeg"/><media:description type="plain">In der Arbeitsstelle Althochdeutsches Wörterbuch Leipzig</media:description><media:copyright>Barbara Aehnlich</media:copyright>
                        </item>
                    
                
                    
                        <item>
                            <guid isPermaLink="false">news-37796</guid>
                            <pubDate>Wed, 28 May 2025 09:15:49 +0200</pubDate>
                            <title>Bremer Linguistin bringt den Kleinen Prinzen nach Belize</title>
                            <link>https://www.uni-bremen.de/fb-10/aktuelle-meldungen/im-einzelnen/bremer-linguistin-bringt-den-kleinen-prinzen-nach-belize</link>
                            
                            <description>Nicole Hober erforschte in Belize den Sprachkontakt zwischen Englisch und Mopan Maya und brachte mit Sprecher*innen vor Ort Den kleinen Prinzen in der Maya-Sprache heraus. Wir sprechen über linguistische Herausforderungen, kulturelle Verantwortung und Forschung, die mehr ist als bloßes Datensammeln.</description>
                            <content:encoded><![CDATA[<h3 class="Text"><strong>Könnten Sie sich kurz vorstellen und beschreiben, was Sie an der Universität Bremen machen?</strong></h3><p class="Text">Mein Name ist Nicole Hober. Seit 2020 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Professor Marcus Callies. In dieser Funktion lehre ich im Bereich English Speaking Cultures und unterstütze bei verschiedenen Forschungs- und Verwaltungsaufgaben. Zudem verfolge ich ein eigenes Promotionsprojekt, das sich mit dem Sprachkontakt zwischen dem Mopan Maya, einer indigenen Maya-Sprache, und dem Englischen in Belize beschäftigt – einer einzigartigen Sprachkontaktsituation in Zentralamerika.</p><h3 class="Text"><strong>Wie sind Sie auf das Thema Sprachkontakt zwischen Englisch und Mopan Maya in Belize aufmerksam geworden?</strong></h3><p class="Text">Mein akademischer Werdegang an der Universität Bremen, mit dem Bachelorprofil Linguistik und English Speaking Cultures sowie dem Masterstudium in Language Sciences, war stets geprägt von zwei Interessen: der weltweiten Vielfalt des Englischen und den mesoamerikanischen, insbesondere den Maya-Sprachen. Ursprünglich habe ich mich mit dem Yukatekischen Maya befasst, das bereits vergleichsweise gut erforscht ist. Als es darum ging, mein Promotionsvorhaben zu entwickeln, wollte ich beide Interessensschwerpunkte verbinden. Belize als einziges englischsprachiges Land in Zentralamerika, in dem Maya-Sprachen gesprochen werden, erschien mir hierfür ideal. Sprachkontakt hat mich zudem schon früh fasziniert – bereits meine Bachelorarbeit thematisierte dies, damals im Zusammenhang mit dem Spanischen.</p><h3 class="Text"><strong>Was hat Sie dazu inspiriert, dieses spezifische Projekt zu verfolgen?</strong></h3><p>Mir war von Anfang an wichtig, für meine Promotion Feldforschung zu betreiben. Ich wollte eigene Daten erheben und nicht ausschließlich im Büro arbeiten. Feldforschung bedeutet, direkt mit den Sprecher*innen der betreffenden Sprache in Kontakt zu treten. Mein Ziel war es stets, auch methodisch zur Diskussion beizutragen, wie heutige Forschung aussehen sollte und welche ethischen Prinzipien sie berücksichtigen muss.</p><h3 class="Text"><strong>Wie kam es dazu, dass Sie „Der kleine Prinz“ ins Mopan Maya übersetzt haben?</strong></h3><p>Während meines ersten Aufenthalts in Belize im Jahr 2022 – gefördert durch ein DAAD-Stipendium – knüpfte ich Kontakte zur Galen University und begann mit der Umsetzung meines Projekts. Es zeigte sich rasch, dass großes Interesse daran besteht, Mopan Maya nicht nur zu sprechen, sondern auch schriftlich zu verwenden. Im Gespräch mit Professor Stolz, der viel mit Übersetzungen des „Kleinen Prinzen“ gearbeitet hat, entstand schließlich die Idee, gemeinsam mit motivierten Sprecher*innen an einer Mopan-Version zu arbeiten. Elvia Bo und Stanley Peck übernahmen die Übersetzung, wobei wir insbesondere darauf achteten, kulturelle und sprachliche Eigenheiten angemessen zu berücksichtigen.</p><h3 class="Text"><strong>Was waren die größten Herausforderungen bei der Übersetzung der Novelle?</strong></h3><p class="Text">Trotz eines vielversprechenden ersten Manuskripts erforderte der Übersetzungsprozess viel Zeit und intensive Diskussionen – unter anderem über Begriffe, die im Mopan Maya nicht existieren, wie etwa „Flugzeug<span lang="AR-SA" dir="RTL">“</span>. Die Standardisierung der Sprache ist noch nicht abgeschlossen, was Fragen der Orthografie, Zeichensetzung und Zusammenschreibung erschwert. Auch die regionale Variation innerhalb der Sprache stellte eine Herausforderung dar. Darüber hinaus erschwerte die unregelmäßige Internetverbindung in einigen Regionen die Kommunikation erheblich. Insgesamt dauerte der gesamte Prozess zwei Jahre. Da auch auf einen gemeinsamen Konsens zu kommen, war eine Herausforderung, aber im Endeffekt hat ja alles funktioniert. Es wurden allerdings viele Lehren daraus mitgenommen, was man noch tun müsste und tun möchte.</p><h3 class="Text"><strong>Welche besonderen Aspekte oder grammatikalischen Eigenheiten der Mopan Maya-Sprache sind Ihnen bei der Arbeit besonders aufgefallen?</strong></h3><p class="Text">Mopan Maya und Englisch unterscheiden sich grundlegend. Während Englisch der Struktur Subjekt–Verb–Objekt folgt, verwendet das Mopan Maya die Wortstellung Verb–Objekt–Subjekt. Die Sprache weist zudem besondere phonologische Merkmale auf, wie einen phonemischen Glottalverschluss, der bei Sprecher*innen mit Zweitsprachenerwerb zunehmend verloren geht. Weitere Besonderheiten sind das Numeralklassifikatorensystem sowie eine große semantische Differenzierung bei Handlungen. Auch pragmatisch sind Besonderheiten wie ein formalisiertes Respektsystem zu beobachten, das durch den Kontakt mit dem Englischen Veränderungen erfährt.</p><h3 class="Text"><strong>Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Sprecher*innen vor Ort organisiert?</strong></h3><p class="Text">Die Maya-Gemeinschaften im Süden von Belize verfügen seit 2015 über offizielle Landrechte. Forschungsprojekte unterliegen daher dem „Free, Prior and Informed Consent Protocol“ (FPIC), das eine Zustimmung durch die betroffenen Gemeinschaften voraussetzt. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, diesen Weg zu gehen, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Nach einer formellen Einladung durch die Dorfgemeinschaft stellte ich mein Vorhaben vor und erhielt anschließend die Genehmigung. Erst danach wurde mit interessierten Sprecher*innen zusammengearbeitet.</p><h3 class="Text"><strong>Was hat das Projekt für die Menschen in Belize bedeutet?</strong></h3><p class="Text">Bei der offiziellen Veröffentlichung der Übersetzung im März 2025 an der Universität in Belize zeigte sich, wie groß das Interesse an diesem Projekt ist. Die Resonanz war sehr positiv – nicht nur auf der Veranstaltung selbst, sondern auch in sozialen Medien. Die Tatsache, dass ein Buch erstmals vollständig in Mopan Maya vorliegt, wurde als bedeutender Schritt gewertet. Gleichzeitig führten bestimmte Übersetzungsentscheidungen, wie etwa das Wort für „Prinz<span lang="AR-SA" dir="RTL">“</span>, zu spannenden Diskussionen über sprachliche und kulturelle Angemessenheit.</p><h3 class="Text"><strong>Sie haben nicht nur die Übersetzung, sondern auch ein Hörbuch erstellt. Wie war die Resonanz darauf?</strong></h3><p class="Text">Das Hörbuch stieß auf ebenfalls große Zustimmung. Da viele Mopan-Sprecher*innen die Sprache nicht schreiben, aber verstehen, ermöglicht das Hörbuch einen breiteren Zugang. Ein QR-Code im Buch ermöglicht den digitalen Zugriff. Stanley Peck, der Zweitübersetzer, ist der Erzähler des Hörbuchs und Lehrer*innen und Schüler*innen der Schule in San Jose, das ist das Dorf, in dem ich primär bin, die haben die Charaktere eingelesen. So kann man es ganz schön lesen, während man es hört.</p><h3 class="Text"><strong>Wie kam es, dass das Projekt im Fernsehen in Belize vorgestellt wurde?</strong></h3><p>Ein Vortrag an der Galen University führte zur Vermittlung eines TV-Interviews, bei dem das Projekt vorgestellt wurde. Auch hier war das Interesse groß, insbesondere weil vielen Belizianer*innen gar nicht bewusst war, dass Mopan Maya eine eigenständige Sprache ist. Der Beitrag trug somit auch zur sprachpolitischen Sichtbarkeit bei.</p><h3 class="Text"><strong>Was haben Sie persönlich aus der Arbeit an diesem Projekt gelernt - sprachlich, kulturell oder auch persönlich?</strong></h3><p class="Text">Mir ist deutlich geworden, wie eng Sprache mit Ideologie und Emotionen verknüpft ist. Zudem habe ich erfahren, wie wichtig Standardisierung für das Empowerment von Sprecher*innen ist. Sie bietet Orientierung und trägt zur Akzeptanz des Schriftgebrauchs bei. Nicht, um zu sagen „Das ist richtig und falsch“, sondern um sozusagen einen Weg vorzugeben, an dem sich Leute orientieren können, weil da ganz viel Unsicherheit ist.</p><h3 class="Text"><strong>Wie sehen Sie die Bedeutung solcher Projekte für den Erhalt und die Förderung indigenen Sprachen?</strong></h3><p class="Text">Ich denke, solche Projekte können wertvoll sein, wenn die Sprechergemeinschaft das möchte. Es gibt ja auch Sprechergemeinschaften, die nicht unbedingt wollen, dass ein europäisches Buch auf ihre Sprache übersetzt wird, weil das nicht der Kontext ist oder dass jemand in so einem Projekt involviert ist, der oder die eben nicht selber Mopansprecher*in ist. Oder dass die Sprache auch einfach gar nicht geschrieben wird, weil man die Oralität wahren möchte. Aber für den Kontext des Mopan Maya ist es sehr wertvoll. Als Teil meiner Doktorarbeit schaue ich mir auch den Social Media-space an und die Leute wollen schreiben. Einzelne Wörter werden benutzt, um Familienbeziehungen auszudrücken oder jemanden Komplimente zu machen. Es gibt auch Leute, die schreiben Posts auf Mopan, es ist dann aber teilweise schwer zu verstehen, weil die Standardisierung noch nicht weit genug vorangetrieben ist.</p><h3 class="Text"><strong>Gibt es besondere Momente oder Begegnungen während ihrer Arbeit, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?</strong></h3><p class="Text">Viele. Besonders prägend war für mich der Moment, als ich zum ersten Mal sprachlich korrigiert wurde. Es war ein Zeichen dafür, dass ich als Teil der Gemeinschaft wahrgenommen wurde – nicht als Außenstehende, die besonders höflich behandelt werden muss.</p><h3 class="Text"><strong>Was sind die nächsten Schritte in Ihrem Projekt? Gibt es weitere Übersetzungen oder Veröffentlichungen, die geplant sind?</strong></h3><p class="Text">Also zum einen haben wir, Sprachaktivisten wie Stanley Peck und Richard Peck, uns inoffiziell formatiert als eine Gemeinschaft für die Mopansprache in Belize. Bei meinem letzten Aufenthalt haben wir uns dann wöchentlich zusammengesetzt und an der konkreten Standardisierung gearbeitet. Darüber hinaus wurden bereits weitere Schulbücher übersetzt und Kurzgeschichten für Kinder verfasst. Diese Übersetzungen sind jetzt entstanden und kreatives Schreiben wird praktiziert.&nbsp;Perspektivisch möchten wir diesen Weg fortsetzen – auch wenn es weiterhin von verfügbaren Mitteln abhängig ist.</p><h3 class="Text"><strong>Gibt es etwas, das Sie zukünftigen Studierenden oder Forschenden, die sich für Sprachkontakte und indigene Sprachen interessieren, mit auf den Weg geben möchten?</strong></h3><p class="Text">Zeit ist ein zentraler Faktor. Man sollte frühzeitig einplanen, sich mit kulturellen Gegebenheiten vertraut zu machen, Vertrauen aufzubauen und sich auf einen langfristigen Austausch einzulassen. Forschung bedeutet nicht nur Datensammlung, sondern auch Beziehungspflege. Diese Verantwortung sollte ernst genommen werden.</p>]]></content:encoded>
                            <category>News</category>
                            <author>Acelya Binici</author>
                            <enclosure url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/9/7/csm_KleinerPrinzBelize4_3_a45ed054dd.jpg" length="554963" type="image/jpeg"/><media:content url="https://www.uni-bremen.de/fileadmin/_processed_/9/7/csm_KleinerPrinzBelize4_3_a45ed054dd.jpg" fileSize="554963" type="image/jpeg"/><media:description type="plain"></media:description><media:copyright>Juan Caal</media:copyright>
                        </item>
                    
                
            
        </channel>
    </rss>

