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Die Genese von Orientierungen bei Lehrer*innen in Bezug auf Sprachigkeit

Eine rekonstruktive Studie auf Basis narrativer Interviews

Milena Kahl

Trotz wachsender Aufmerksamkeit für das Thema Mehrsprachigkeit sind deutsche Schulen nach wie vor auf Monolingualität ausgerichtet. In der Institution Schule selbst liegt es somit vor allem an den Lehrer*innen, den Umgang mit (Mehr-)Sprachigkeit im einsprachig orientierten Schulsystem zu gestalten. Dies erfordert einen (sprach-)sensiblen Umgang mit dem Thema Sprachigkeit, in dem sowohl Mehrsprachigkeit als auch Monolingualität inbegriffen sind, welcher von handlungsleitenden Orientierungen der Lehrer*innen bestimmt wird. Die Genese dieser Orientierungen bildet den Untersuchungsgegenstand des Forschungsvorhabens, in dessen Rahmen Erkenntnisse darüber gewonnen werden sollen, welche Erfahrungen, Instanzen, Aktivitäten, Inputs etc. vorherrschende Orientierungen in Bezug auf Sprachigkeit bei Lehrer*innen nachhaltig beeinflusst haben. Die Entscheidung Orientierungen zum zentralen Bestandteil des Untersuchungsgegenstandes zu machen, geht damit über eine isolierte individualistische Perspektive hinaus und betont in Bezug auf die Genese der Orientierungen die Konstitution durch die soziale Umwelt und die soziale Eingebundenheit der handelnden Subjekte. Mit diesen Annahmen lässt sich das Forschungsprojekt im Paradigma der Soziokulturellen Theorien verorten. Die Datenerhebung erfolgt durch narrative Interviews mit Lehrer*innen an Bremer Schulen, welche dann im Zuge des Forschungsprozesses mit der Narrationsanalyse interpretiert werden. Das Forschungsdesign verspricht die Beantwortung der Forschungsfrage mit Hilfe einer empirischen, qualitativen und rekonstruktiven Studie, woraus wichtige Erkenntnisse für die Lehrer*innenaus- und weiterbildung zu erwarten sind.