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Erfolgreicher Boys' Day: Schnuppern in der Literaturvermittlung

Wie kann man Bücher erforschen und was macht Geschichten eigentlich so spannend?

Am 23.04.2026 fand an der Universität Bremen wie jedes Jahr der Zukunftstag für Mädchen und Jungen statt. Unter dem Motto „Was ist Literaturvermittlung?“ konnten wir als Arbeitsgruppe Französische Literaturwissenschaft sieben Jungen im Alter von 11 bis 13 Jahren aus Bremen und Niedersachsen erste Einblicke in den Berufsalltag einer Literaturwissenschaftler*in geben. Unser oberstes Gebot dabei: Die neugierigen Köpfe voll und ganz in die Rolle von Forschenden schlüpfen zu lassen!

So begann der Vormittag nach einer kleinen Vorstellungsrunde sowie einer Präsentation der Universität und unserer Arbeitsgruppe mit einer ersten Forschungsmission: Wie lernen Studierende der Frankoromanistik über Literatur? Mit der Methode der „teilnehmenden Beobachtung“ ausgerüstet wurde die Einführungsvorlesung zur französischen Literaturwissenschaft von den jungen Forschern auf Herz und Nieren überprüft: Wie oft und in welchen Situationen hört man Französisch oder Deutsch – und warum ist das wohl so? Wie analysieren die Studierenden das vorliegende Buch – alleine, zu zweit oder alle zusammen? Wer ist hier eigentlich aktiver – die Dozentin oder die Studierenden? Und was läuft hier genauso oder eben doch ganz anders als in der Schule? Der erste Ergebnis- und Hypothesenaustausch wurde mit dem anschließenden Mittagessen in der Uni-Mensa belohnt – soll es Essen 1, Essen 2 oder doch die Lasagne vom PastaWerk sein?

Am Nachmittag öffneten sich für uns die Türen der Bilderbuchbibliothek des Bremer Instituts für Bilderbuchforschung (vielen Dank an den FB12, insbesondere Sylke Lassmann, für die Kooperation!). Regale voller Kinderkram? Von wegen! Auch hier ging es darum, einen Perspektiv- und Rollenwechsel vorzunehmen, die Bilderbücher durch verschiedene Forschungs-Brillen neu zu betrachten und als facettenreichen Forschungsgegenstand zu erkunden. Dazu musste natürlich zunächst herausgefunden werden, wie das Buch und der/die Autor*in heißen, wann das Buch erschienen ist und in welchem Verlag es veröffentlicht wurde – und was ist ein Verlag eigentlich genau? In einem zweiten Schritt notierten die Jungforscher auf Post-its selbst entwickelte Forschungsfragen wie „Warum ist der Zeichenstil hier so krakelig und wild?“, „Welchen realen Kindern könnte diese Geschichte gut vorgelesen werden?“, „Was bedeutet dieses komische Wesen aus der Zukunft, das immer wieder auftaucht?“ oder „Wie erzählt dieses Buch, das nur Bilder und gar keinen Text enthält?“, suchten erste hypothetische Antworten und stellten sich ihre Ergebnisse gegenseitig vor.

Unsere abschließende Bilanz des Boys’ Day: Nicht nur den Jungs konnten wir einen hoffentlich bereichernden Einblick in ein unbekanntes Arbeitsfeld geben – auch unsere eigene Perspektive auf Forschung und Wissenschaft wurde durch ihre überraschenden und klugen Beobachtungen einmal mehr erweitert.

Sicher wäre es für junge Menschen auch interessant zu erfahren, wie Linguist*innen, Philosoph*innen, Soziolog*innen,… und und und arbeiten. Hoffentlich können sie bei ihrem nächsten Besuch an der Uni mehr darüber erfahren! 

Wir freuen wir uns schon auf den nächsten Zukunftstag im Jahr 2027 – es lohnt sich!

Jody Danard & Myriam Macé

Die Jungs und Myriam Macé vorm Bücherregal der Bilderbuchbibliothek
Sicht von hinten in den Seminarraum mit Studierenden und Jungen
Die Jungen beim Auswählen eines interessanten Bilderbuches am Tisch und vorm Regal
Die Jungen beim Lesen und Fragenentwickeln