Der emeritierte Romanist und Autor Ottmar Ette war für zwei Lesungen in Bremen zu Besuch, um seinen im Herbst 2025 bei Kadmos erschienen Roman Wunder Bunker vorzustellen – am 11. Februar las er am Handlungsort seines Romans, im heutigen Denkort Bunker Valentin und am folgenden Tag im Wall-Saal der Stadtbibliothek Bremen.
Die Lesungen waren nicht nur in sich wunderbar abgestimmt, sondern haben sich auch untereinander gut ergänzt. An beiden Abenden trug Ottmar Ette dialogisch mit der Journalistin Antje Bielfeld-Müller vor: Während Bielfeld-Müller ausgewählte Passagen las, brachte sich Ette immer wieder frei erklärend und kommentierend in diese ein. Auf diese Weise hat Ottmar Ette seine Doppelrolle als Schriftsteller und Wissenschaftler voneinander trennen und gleichzeitig in Einklang bringen können. Das Ganze war so harmonisiert, dass es nahezu liturgisch anmutete – auch weil das Publikum sich anschließend mit zahlreichen Fragen und Anmerkungen zu Wort gemeldet hat.
Im Mittelpunkt der ersten Lesung im Bunker Valentin stand die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und die Perspektiven verschiedenster Figuren auf das Kriegsgeschehen im Bunker. Am zweiten Abend im Wall-Saal haben sich Ette und Bielfeld-Müller dagegen auf die ersten Nachkriegsjahre konzentriert, Ausschnitte gelesen, die im Bremer Stadtraum spielen und überwiegend aus der Perspektive einer Silbermöwe wiedergegeben werden.
Initiiert vom CaNoFF (Campus Nord für Frankreich und Frankophonie) der Uni Bremen, deren Sprecherin Prof. Karen Struve auch in den zweiten Abend einführte, und in Kooperation mit dem Denkort Bunker Valentin sowie der Stadtbibliothek Bremen hat dieser Abend nicht zuletzt gezeigt, wie gut Bremer Literatureinrichtungen zusammenarbeiten, wenn es darum geht interessamte Gäste in die Stadt zu holen.





