2026
Am 18.09.2026 war es wieder soweit: Schüler:innen aus vier Schulen in Bremen und Umgebung kamen zum Fachbereich 10 ins GW2 und erhielten einen ganzen Vormittag lang Einblicke in die Vielfalt des Romanistik-Studiums.
Im Gespräch mit einer Lehrkraft
Wie seid ihr auf den Romanistik Tag aufmerksam geworden?
“Kurz nach den Ferien hing plötzlich ein Poster mit dem Thementag Romanistik im Lehrerzimmer. Da war ich dann doch relativ überrascht, dass es den Weg ins Lehrerzimmer überhaupt gefunden hat. Das ist ja bei der Behördenpost manchmal nicht der Fall.”
Und wie würdest du einschätzen, wie effektiv so ein Tag für Schüler und Schülerinnen ist? Was ist das Ziel?
“Also das Ziel ist erstmal, das, was ich mir davon erhoffe, dass sie Spanisch auch an außerschulischen Lernorten wahrnehmen. Weil das ist immer, was die Schule nicht so leisten kann. Wir können viele Methoden anwenden und unterschiedliche Zugänge schaffen, sind aber trotzdem an diesen Lernort Schule gebunden, den die Schüler und Schülerinnen dann auch einfach schon in- und auswendig kennen. Und der Vorteil ist, sie aus ihrem gewohnten Umfeld herauszuholen, ihnen auch mal die Universität zu zeigen.”
Hast du das Gefühl, dass die SchülerInnen auch das Konzept Studium kennenlernen?
“Ja, auf eine basale Art und Weise, die aber schon Schüler-nah ist. Sie lernen das Konzept durch die präsentierende Universität kennen, vielleicht auch im Sinne dessen, dass es schon ein bisschen spiegelt wie Seminare verlaufen können, mit unterschiedlichen Foki auf Literaturwissenschaft, Sprachpraxis, Didaktik.”
Im Gespräch mit Schüler:innen
Wie habt ihr vom Tag der Romanistik erfahren?
“Wir wurden angemeldet, von unserer Lehrerin.”
Was für Sprachen habt ihr in der Schule?
“Wir haben Französisch und Spanisch. Und eventuell noch Schwedisch, aber nur wenn man Lust hat.”
Und was ist euer Eindruck hier?
“Dass es interessant ist!”
“Ja, es sind richtig viele Informationen. Für jemanden, der etwas mit Fremdsprachen später machen will, ist das ganz hilfreich!”
Was war für euch heute das Interessanteste, was ihr erfahren habt?
“Die Exkursion und die Videos von den Exkursionen, die uns gezeigt wurden.”
“Ja, würde ich auch sagen.”
"Rosalía und Klischees über Spanien" - Dr. Rebecca Kaewert
"Tapas, Sonne, Strand, Mallorca, Real Madrid, Flamenco, Weltmeisterschaft und Churros"
Das waren die Antworten von Schüler:innen auf die Einstiegsfrage: "Was verbindet ihr mit Spanien?", mit der Frau Kaewert den Workshop eröffnete. Neben all diesen Aspekten wurde auch Musik angesprochen:
Schüler: “Es gibt viele gute spanische Lieder.”
Frau Kaewert: “Kennst du eins?”
Schüler: “Ah ne, das ist mexikanisch.”
Der Musik-Aspekt fungierte dann als Überleitung zum Hauptteil des Workshops: Es wurde ein Musikvideo der spanischen Sängerin Rosalía gezeigt. In diesem Video fanden die Schüler:innen typische Klischees wieder. Dabei erkannten die Schüler:innen, dass es zwar Klischees über Spanien gibt, viele dieser Vorstellungen aber tatsächlich Teil der spanischen Kultur sind und auch von der jüngeren Generation weitergelebt werden, so bspw. der religiöse Glaube, der Nationalstolz, der Stierkampf oder der Siesta-Brauch.
Zum Abschluss reflektierte ein Schüler zudem: “Die Aspekte auf dem Bild sind eher so positiv. Aber es gibt ja auch negative, die fehlen halt. Es gibt ja nicht nur gute.” Die Schülerinnen und Schüler sind mit ihren eigenen Klischees und Vorurteilen konfrontiert worden und wurden so im Rahmen der interkulturellen Bildung zur Reflexion ihrer Vorstellungen zu Spanien angeregt.


"Aus der frankophonen Welt...Live-Gespräche über ZOOM mit Studierenden im frankophonen Ausland" - Johanne Mohs
Frau Mohs eröffnet das Gespräch mit einer Zusammenfassung der Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte im Ausland während des Studiums. Dabei wird ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit der SchülerInnen zu Teil. Es wird über französische Universitäten unter anderem in der Karibik berichtet. Warum eigentlich in der Karibik? Die SchülerInnen wissen die Antwort: „Kolonialisierung“.
Wo vorher schon aufmerksam gelauscht wurde, wird nun auf die Stuhlkanten vorgerückt, während die studentische Hilfskraft Ella Schulz von ihrem Auslandssemester auf Martinique berichtet. Sie zeigt Fotos von Wanderungen und Stränden, vom Schwimmen und Abenden am Lagerfeuer und bringt -ganz nah bei den SchülerInnen- auch lebenspraktisches in ihren Bericht mit ein, wie in etwa Mietpreise, das umfassende Sportprogramm der Universität und flexible Kurswahlen. Und so gestalten sich auch die anschließenden Fragen der SchülerInnen, wie: „Wie waren etwa die Kosten für den gesamten Auslandaufenthalt?“, „Wie verlief die Anmeldung?“ oder „Wie war dein Französisch vor dem Aufenthalt?“.
Nach einer kurzen Umbau-Pause, begrüßt Frau Mohs ihre Kollegin Jody Danard, die nun live aus Kanada dazugeschaltet wurde. Sie hätte den SchülerInnen gern einen Blick aus dem Fenster ermöglicht, doch die kanadische Uhrzeit lässt es nicht zu, denn um sechs Uhr morgens ist es draußen noch finster. Jody Danard erzählt vom Leben und Forschen in Quebec, berichtet von der örtlichen Mehrsprachigkeit aber auch von Ausflügen in die umliegenden Nationalparks und der beeindruckenden Landschaft.
Im Anschluss an das Zoom-Gespräch, steht Ella Schulz den SchülerInnen noch für Fragen zu Auslandsaufenthalten zur Verfügung und dieses Angebot trifft auf eine rege Nachfrage.


