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Gemeinsame Pressemitteilung der Universität Bremen und der AOK Bremen/Bremerhaven

Forschung meets Gesundheit: Universität Bremen und AOK Bremen/Bremerhaven schließen Kooperationsvertrag

Müssen Harnwegserkrankungen unbedingt mit Antibiotika behandelt werden oder sind alternative Therapien genauso erfolgreich? Mit welchen Trainingsmethoden und technischen Hilfsmitteln kann man Menschen helfen, die mit Schwindelanfällen leben müssen? Diese und andere Fragen wollen die Universität Bremen und die AOK Bremen/Bremerhaven in Zukunft gemeinsam in Angriff nehmen. Deshalb haben die beiden Partner jetzt einen Rahmenkooperationsvertrag geschlossen. Weitere Vereinbarungen zu verschiedenen medizinischen Fragestellungen sind in Vorbereitung. „Die Zusammenarbeit mit der AOK ist von großer Bedeutung für uns“, sagte Rektor Bernd Scholz-Reiter bei der Unterzeichnung. Die Universität habe bereits positive Erfahrungen bei verschiedenen Projekten mit der Gesundheitskasse sammeln können. „Der Rahmenvertrag ist nicht nur eine Hülse. Wir starten jetzt und werden mittel- und langfristig spannende Themen in Angriff nehmen“, erläuterte Olaf Woggan, Vorstandsvorsitzender der AOK Bremen/Bremerhaven.

Mehrere Fachbereiche der Universität beteiligt

Einer von sechs Wissenschaftsschwerpunkten der forschungsstarken Exzellenzuniversität sind die Gesundheitswissenschaften. Aber auch Fachbereiche wie Biologie/Chemie, Informatik und die Sozialwissenschaften arbeiten in Projekten, die sich in der medizinischen Versorgung anwenden lassen. „Der Transfer von Forschungsergebnissen in Gesellschaft und Wirtschaft ist für die Universität Bremen eine besondere Verpflichtung“, unterstreicht Rektor Bernd Scholz-Reiter.

Positive Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten

Die AOK, die die meisten Menschen im Bundesland Bremen versichert, möchte die Gesundheitsversorgung verbessern und wirtschaftlicher gestalten. Hier treffen sich die beiden Partner, die bereits in mehreren Projekten eng zusammengearbeitet haben. Das jüngste Beispiel dafür ist eine auf fünf Jahre ausgelegte Studie zur Inklusion. Wissenschaftler aus dem SOCIUM-Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik – und dem Fachbereich Kulturwissenschaften haben in Zusammenarbeit mit den Werkstätten des Martinshofs herausgefunden, wie Menschen mit Behinderungen durch gezielte Bewegung, Sport und Spiel gestärkt werden können. Die AOK hat die Studie in Auftrag gegeben, finanziert und die Ergebnisse in einer Broschüre gedruckt. „Dafür gibt es eine große Nachfrage“, sagt Vorstandsvorsitzender Woggan.

Deutschlandstipendien und Praktika

Im jetzt unterzeichneten Rahmenvertrag ist festgehalten, dass die Gesundheitskasse besonders qualifizierte und engagierte Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern will. Sie beteiligt sich bereits am Deutschlandstipendienprogramm. Außerdem sollen Studierende und Promovierende die Möglichkeiten von Praktika bekommen und Studien-und Abschlussarbeiten zu Themen der Versorgungsforschung finden. Mit spezifischen Kooperationsverträgen werden dann konkrete Forschungsthemen vereinbart. So steht der Vertrag über die Prüfung der Wirksamkeit von Therapien bei Harnwegserkrankungen kurz vor der Unterzeichnung. Für die Thematik „Leben mit Schwindelanfällen“ gibt es bereits eine gemeinsame Absichtserklärung.

Suche nach einer wirkungsvollen Therapie bei Harnwegsinfekten

„Bis heute werden mehr als die Hälfte der unkomplizierten Harnwegsinfekte mit Antibiotika behandelt“, erläuterte Woggan. Doch der Nachweis, dass dies notwendig sei, sei noch nicht sauber geführt. Alternative Therapien zeigten wahrscheinlich dieselben Ergebnisse, das müsse aber klinisch ausgewertet werden. „Wir leben in einer Zeit mit überbordendem Antibiotika-Verbrauch und entsprechender Belastung der Umwelt, zum Beispiel des Wassers“, sagte der AOK-Vorstandsvorsitzende. Eine solche gesellschaftlich relevante Vergleichsstudie will an der Universität Bremen das Institut für Public Health und Pflegeforschung im Fachbereich Gesundheitswissenschaften in Angriff nehmen. Dabei sollen Point of Care-Tests, patientennahe Labortests, angewendet werden.

Lebensqualität von Menschen mit chronischem Schwindel verbessern

Chronischer Schwindel ist eine so genannte Nischen-Erkrankung, eine Erkrankung, die nicht sehr verbreitet ist. „Bis heute ist sie ursächlich nicht therapierbar“, sagte Woggan. Inzwischen werde in der Medizin ein symptomatischer Ansatz gewählt, um mit Schwindel durchs Leben zu kommen. „Das wollen wir präzise anschauen lassen und Trainingsmethoden für die Betroffenen finden.“ In dem Projektvorhaben „Stabilität im Raum“ geht es um eine bessere Bewegungs- und Handlungsfähigkeit für die Patienten, die den Umgang mit chronischem Schwindel neu erlernen sollen, auch um Stürzen vorzubeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Neuropsychologie und der Verhaltensneurobiologie der Universität Bremen werden sich darum kümmern. „Am Ende soll ein klinischer Nachweis stehen“, unterstreicht der Vertragspartner.

Achtung Redaktionen: Fotos von der Vertragsunterzeichnung können hier heruntergeladen werden: seafile.zfn.uni-bremen.de/f/3f2c9a964f/


Weitere Informationen:

Universität Bremen
Dezernat Akademische Angelegenheiten
Christina Jung
Tel.: 0421 218 60336
E-Mail: Christina.jung@uni-bremen.de


Universität Bremen
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Aktualisiert von: Jens Glagau