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Neuer Honorarprofessor in den Gesundheitswissenschaften

© Harald Rehling / Universität Bremen

Während des Festkolloquiums (von links) Dekan Prof. Stefan Görres, Honorarprofessor Matthias von Schwanenflügel, Prof. Dian Schefold, Prof. Dietmar Heubrock

Mit einem Festkolloquium im Haus der Wissenschaft bestellte die Leitung des Fachbereichs Human- und Gesundheitswissenschaften ihren neuen Honorarprofessor, Dr. Matthias von Schwanenflügel. „2003 haben wir zum letzten Mal im Gesundheits- und Pflegebereich eine Honorarprofessur besetzt“, sagte Dekan Professor Stefan Görres in seinen Grußworten.

Der Psychologe Professor Dietmar Heubrock, zugleich Vorsitzender der Berufungskommission, unterstrich in seiner Laudatio die vielfältigen beruflichen und politischen Erfahrungen, die Matthias von Schwanenflügel in die Lehre einbringen wird, „um die Verzahnung von Praxis und Gesellschaft mit wissenschaftlicher Veränderung“ zu gewährleisten. Der Honorarprofessor ist im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Leiter der Abteilung Demografischer Wandel, Ältere Menschen und Wohlfahrtspflege. Zuvor war er im Bundesministerium für Gesundheit und in den USA als Politikberater tätig. „Gesundheits- und pflegebezogene Themen haben den Juristen geprägt“, sagte Professor Heubrock. Von Schwanenflügel hat in Bremen Jura studiert. Sein Doktorvater, Professor Dian Schefold, war sogar anwesend.

Bedeutsame Studien

„Ich bin bewegt und sprachlos“, sagte Matthias von Schwanenflügel zu Beginn seiner Antrittsvorlesung und lobte sein Studium in Bremen. „Jura wurde mit Sozialwissenschaft und Ökonomie verbunden.“ Es sei ihm eine Ehre, an dieser Universität Honorarprofessor zu sein. Matthias von Schwanenflügel machte auf aktuelle Studien aufmerksam, die innerhalb der gesamten Europäischen Union bedeutsam seien. So forschten Professor Stefan Görres und Professor Heinz Rothgang zur Personalbemessung in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen und zum Pflegebedürftigkeitsbegriff.

Mehr Pflegebedürftige

Der neue Honorarprofessor hatte bei seiner Antrittsvorlesung aktuelle Zahlen von 2017 im Gepäck. Danach steigt die Zahl der Pflegebedürftigen stetig an, „2025 werden 110.000 Fachkräfte in der Altenpflege fehlen.“ Die Angehörigenpflege gewinne eine neue Bedeutung. Der medizinische Behandlungsbedarf in stationären Pflegeeinrichtungen steige und die Zahl der älteren, multimorbiden, pflegebedürftigen Patienten in Krankenhäusern nehme zu. Professor von Schwanenflügel machte auf die Reform der Pflegeberufe aufmerksam, die politisch auf den Weg gebracht worden sei. Alle Auszubildenden starten danach zwei Jahre lang generalistisch und entscheiden erst im dritten Ausbildungsjahr, ob sie Altenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin werden wollen. Bereits beim Festkolloquium wurde deutlich: Mit Professor von Schwanenflügel hat der Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften einen Lehrenden, der neueste Entwicklungen in seine Vorlesungen einbringen wird.

29.01.2018
Autor/in: Karla Götz
Mitteilung Nr.: 6

Aktualisiert von: Jens Glagau