In der öffentlichen Diskussion über Krieg und Frieden ist erstaunlich wenig von Atomwaffen die Rede. Der Vortrag behandelt die Rolle von Atomwaffen in den Strategien und in der Kriegsführung der Vereinigten Staaten, Russlands, Israels und "Europas", also Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands. Besonderes Interesse gilt der Frage, unter welchen Umständen Deutschland der Versuchung nachgeben würde, aus dem Atomwaffensperrvertrag auszutreten und zur Atommacht zu werden – bzw. welche strategischen Folgen es für Deutschland haben müsste, wenn es dies nicht tun könnte oder wollte.
Wolfgang Streeck ist emeritierter Professor für Soziologie und Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln.
Mit dieser Reihe würdigt das InIIS Leben und Werk eines der international bekanntesten und geachteten Friedens- und Konfliktforschers, der seit 1978 an der Universität Bremen lehrt und forscht. In dem von Eckhard Jesse und Sebastian Liebold herausgegebenen Buch „Deutsche Politikwissenschaftler – Werk und Wirkung“ wird Dieter
Senghaas als herausragender Wissenschaftler charakterisiert, der „eine ganze Generation von Menschen in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung und in der entwicklungspolitischen ‚Szene‘ geprägt“ hat. Und weiter heißt es: „Wo Senghaas ist, ist Akademie, ist der lebhafte Austausch über den Wandel der Welt und über die Dynamik, die ihm innewohnt“. Mit dem von ihm entwickelten „zivilisatorischen Hexagon“, das auf die Möglichkeiten friedlicher Entwicklung in und zwischen Gesellschaften abhebt, hat er ein Paradigma geschaffen, das es bis in die Abituraufgaben deutscher Schülerinnen und Schüler und in die bedeutendsten Lehrwerke Internationaler Beziehungen geschafft hat. Sein Buch „Zivilisierung wider Willen“ über den langen und schwierigen Prozess einer nachhaltigen Friedensgestaltung in Europa ist in
zahlreiche Sprachen, u.a. ins Chinesische, Arabische und Koreanische übersetzt worden. Sein Gesamtwerk umfasst u.a. 35 vom ihm verfasste Bücher sowie 35 weitere Bücher, an denen er als Herausgeber oder Ko-Autor beteiligt war.
Veranstaltungsort:
Forum am Domshof, Kassenhalle
Datum und Uhrzeit:
Mittwoch, 18. November 2026 - 18.00 Uhr
Vorstellung und Moderation:
Roy Karadag

