Das experimentelle Kino neigt durch seine Abkehr von den Konventionen des Mainstream dazu, seine Zuschauerschaft zu überfordern. Dies kann wie beiläufig durch den Bruch mit Darstellungs- und Erzählkonventionen geschehen, aber auch methodisch angelegt sein durch ausgeklügelte Wahrnehmungsstudien. Das Programm zeigt eine Vielfalt an provokanten Methoden, durch audiovisuelle Mittel das Nervensystem herauszufordern.
Zu sehen sind die augenzwinkernde Bierwerbung eines der einflussreichsten Aktivisten der Filmavantgarde und das in legendärer Montagetechnik dekonstruierte Genrekino des Western eines ebenfalls österreichischen Found Footage Filmers. Weiterhin zu erleben ist, wie ein autobiographischer Erzählstrom trotz seiner fließenden Ruhe emotionale Verstörung heraufbeschwört, wie unklare Ton-Bild-Verhältnisse zur Irritation unseres Sprachzentrums führen und wie schließlich ein geraffter Dollyzoom einen verträumten Wald in ein lichtblitzendes Farbspektakel verwandelt.
Do. 07.05.2026, 20:30 Uhr im CITY 46, kuratiert und eingeführt von Christine Rüffert | Universität Bremen
Die Filme:
| Peter Kubelka | Schwechater | 1958 | 1:00 | no dialogue
| Peter Tscherkassky | Instructions for a Light and Sound Machine | 17:00 | no dialogue
| Suse Itzel | Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht | 2024 | 23:32 | OmengU
| John Smith | Associations | 1975 | 06:30 | engOF
| Johann Lurf | Vertigo Rush | 2007 | 19:00 | no dialogue



