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Angewandte Kognitionspsychologie

Ergänzend zu den grundlagenwissenschaftlich ausgerichteten Forschungsgebieten, übertragen wir die bearbeiteten Theorien und Konzepte auch auf angewandte Fragestellungen, insbesondere den Bereich Human Factors.

Ein Beispiel betrifft die Effizienz (und möglicherweise auch assoziierte Probleme) von verschiedenen Formaten des künstlichen Horizonts in der Luftfahrt. Hier kann die gleiche Information (die horizontale Lage eines Flugzeugs) auf zweierlei Arten dargestellt werden: mit einem inside-out Display oder einem outside-in Display. Vor dem Hintergrund des Ideomotorischen Prinzips, kann das inside-out Display als "Reaktions-Effekt inkompatibel" bezeichnet werden -- es ist allerdings die Variante, die in vielen Flugzeugen verbaut wird. Unsere Arbeiten zeigen, dass zumindest für nicht-Expert*innen/nicht-Pilot*innen es hierbei tatsächlich zu Probleme im Vergleich zum outside-in Display kommt.

Ein weiteres Beispiel sind berührungsfreie Gesten, wie sie z.B. zur Interaktion mit Infotainmentsystem und Computern eingesetzt werden können. Auch hier könnten Prinzipien eine Rolle spielen, die in der Grundlagenforschung zur Handlungsauswahl etabliert sind. Wir haben daher begonnen, verschiedene Kompatibilitätsphänomene im Fall von Gesten zu untersuchen und sind dabei auf Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zu labor-typischen Reaktionen gestoßen.

Beispielhafte Publikationen:

Janczyk, M., Xiong, A., & Proctor, R.W. (accepted/in press). Stimulus-response and response-effect compatibility with touchless gestures and moving action effects. Human Factors.

Janczyk, M., Yamaguchi, M., Proctor, R.W., Pfister, R. (2015). Response-effect compatibility with complex actions: The case of wheel rotations. Attention, Perception, & Psychophysics, 77, 930-940.

Kunde, W., Pfister, R. & Janczyk, M. (2012). The locus of tool-transformation costs. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 38, 703-714.

Aktualisiert von: Markus Janczyk