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Drei Beiträge der Bremer Professur für Innovationsökonomik zur Präsentation auf der in Europa bedeutendsten Tagung für Industrieökonomen ausgewählt.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen ist in diesem Jahr mit gleich mehreren Beiträgen auf der renommierten Konferenz der European Association for Research in Industrial Economics (EARIE) vertreten. Die angenommenen Arbeiten von Prof. Dr. Johannes Paha und Wiebke Siebert belegen die hohe wissenschaftliche Relevanz und Sichtbarkeit der Bremer Forschung im Bereich Industrieökonomie.

 

Forschung zu Wettbewerb, Regulierung und Digitalisierung

Prof. Dr. Johannes Paha (FB 07) ist an zwei Beiträgen beteiligt, die zentrale Fragen an der Schnittstelle von Infrastrukturökonomik, Wettbewerb und Industriepolitik adressieren.

Der gemeinsam mit Gordon Klein und Phil Klotz verfasste Beitrag “Strategic Entry Deterrence when Building Fiber Infrastructure” untersucht, wie parallele Glasfaserinvestitionen durch konkurrierende Anbieter, der sog. Glasfaser-Doppelausbau, den Netzausbau beeinflussen. Auf Basis neu erhobener Daten zum Glasfaserausbau zeigt die Studie, dass in Gegenden mit parallelen Ausbauaktivitäten die verfügbare Bandbreite langsamer ansteigt als in anderen Gegenden. Der Doppelausbau verlangsamt also den Glasfaserausbau – ein empirischer Befund mit direkter regulatorischer Relevanz.

Der Beitrag “Charging Ahead: The Impact of Funding Programs on the Charging Infrastructure in Germany” (mit Melissa Bantle und Phil Klotz) evaluiert die Effektivität öffentlicher Förderprogramme zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Die Analyse auf Basis amtlicher Daten belegt signifikante Wirkungen lediglich in zwei Bundesländern – ein klarer Hinweis auf die Bedeutung gezielter Programmausgestaltung. Der Beitrag wird von Phil Klotz (DICE, Düsseldorf) vorgestellt

Wiebke Siebert (FB 07) präsentiert den Beitrag “The Paradox of Price Discrimination”, der sich mit Preisdifferenzierung von online-Apotheken befasst. Obwohl es für die Verbraucher im Internet leicht ist, Preise zu vergleichen, sodass intensiver Preiswettbewerb zu niedrigen Preisen führen sollte, zeigt die Studie auf Basis umfangreicher Preisdaten, dass Kunden, die solche Vergleiche dennoch nicht durchführen, deutlich höhere Preise zahlen als Kunden mit stärkerem Suchverhalten. Der Preisunterschied variiert zwar für einzelne Medikamentengruppen, beträgt im Mittel aber rund 30%. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass auch in digitalen Märkten erhebliche Suchkosten bestehen können – mit Implikationen weit über den Pharmamarkt hinaus.

 

Konferenzpräsenz mit Signalwirkung

Die EARIE-Konferenz ist die zentrale europäische Plattform für industrieökonomische Forschung. Die Mehrfachpräsenz des Fachbereichs 07 unterstreicht die akademische Qualität und praktische Relevanz der Bremer Beiträge. Der Austausch mit internationalen Forschungseinrichtungen wie dem DICE in Düsseldorf stärkt zudem die institutionelle Vernetzung der Universität Bremen im Bereich der angewandten Mikroökonomik.

 

Vorgestellte Beiträge im Überblick

  • Gordon Klein, Phil-Adrian Klotz, Johannes Paha:
     Strategic Entry Deterrence when Building Fiber Infrastructure

  • Melissa Bantle, Phil-Adrian Klotz, Johannes Paha:
     Charging Ahead: The Impact of Funding Programs on the Charging Infrastructure in Germany

  • Wiebke Siebert:
     The Paradox of Price Discrimination: Competing Online Pharmacies Charge High Prices Despite Low Search Costs