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Marathon im Boot

Rheinmarathon von Leverkusen nach Düsseldorf auf dem Neuwasser Rhein. Am 04. Oktober machten wir uns mit zwei Fahrzeugen und vier Gigbooten...

... auf den Weg ins Rheinland, um am nächsten Tag den Rheinmarathon zu rudern. Knapp zwei Monate vorher hatten wir mit dem Training dafür begonnen und wir waren alle gespannt, was da so auf uns zukam. Einmal in Leverkusen angekommen, konnten wir beim Riggern schon einen ersten Blick auf den Rhein werfen, der für die meisten Neuwasser war.

Vor dem Start in Leverkusen am Samstagvormittag waren wir dann eigentlich recht entspannt, aber als das Boot mit der Startnummer 80 ablegte, wurde die Stimmung schon etwas hektischer (unsere Startnummer war 91). Einmal auf dem Wasser ging es erst ganz gut, wir mussten uns alle etwas an den Rhein gewöhnen, an das Boot, an uns gegenseitig. Nach ca. 10 km waren wir sehr überrascht, dass wir schon so viel geschafft hatten und freuten uns auf die weitere Strecke. Ab 20 km tat dann leider der Allerwerteste so weh, dass alle Gedanken sich darauf konzentrieren wollten. Über die nächsten Kilometer gewöhnten wir uns etwas an die Schmerzen und die Müsliriegel gaben uns wieder Power. Zwischendurch ruderten wir sogar ganz gut zusammen und kamen voran. Bei Kilometer 30 ließ dann aber die Lust nach. Wenn wir uns auf mehr Druck konzentrieren wollten, meldete sich der Hintern, dann waren wir wieder auseinander und man schleppte sich von Kilometer zu Kilometer. Endlich der letzte Kilometer, da konnten wir nochmal die Zähne zusammenbeißen und ziehen. Als wir die Ziellinie überquerten, gab es einen schnellen Euphorie-Moment, in dem wir kurz die Schmerzen vergaßen, danach wollten wir nur noch aus dem Boot raus und nicht mehr sitzen.

Wir konnten in der Vorbereitung nicht zu viert trainieren und waren maximal 18 km am Stück gerudert. Dadurch, und sicher aus noch einigen anderen Gründen, hatten wir auf der gesamten Strecke Schwierigkeiten, zusammenzufinden, und wir wussten nicht genau, wie wir unsere Kräfte einteilen konnten. Wenn es zwischendurch gut ging, kam eine Rheinwelle und hat uns wieder aus dem Konzept gebracht, und wenn wir die Anstrengung merkten, nahmen wir den Druck wieder raus, um die verbleibenden Kilometer noch durchhalten zu können. Die Stimmung im Boot war trotzdem gut, aber viel zu entspannt für einen Wettkampf.

Am Ziel in Düsseldorf war fröhliche Atmosphäre, alle waren stolz auf das Geleistete und feierten mit denen, die mit einer Medaille nach Hause fahren konnten. Wir haben sicher nicht unsere eigenen Erwartungen an uns erfüllt, aber letztendlich sind die Zeit und die Platzierung beim ersten Rheinmarathon ja ziemlich nebensächlich. Wir sind unter drei Stunden nach 42,8 Kilometern über die Ziellinie gerudert, immerhin!

Würden wir jemandem empfehlen, den Marathon zu rudern? Schon, weil es toll ist, so etwas als Team zu erleben und weil das Wochenende drum herum sehr viel Spaß gemacht hat. Vielleicht versuchen wir es ja nochmal, mit gescheitem Training, bequemeren Rollsitzen und mehr Kampfgeist.

Danke an den veranstaltenden Verein für die Organisation, die Unterkunft und Verpflegung und die tolle Party am Abend. Außerdem danke an Hendrik Nagel, der uns zum Rheinmarathon ermutigte und alles für uns so organisiert hat, dass wir uns ganz auf das Rudern konzentrieren konnten.

 

Rudermannschaft
Aktualisiert von: VfH e.V.