Die Transformation der chinesischen Seltenen-Erden-Industrie

Seltene Erden (REE) sind Schlüsselrohstoffe der digitalen und grünen Transformation und damit von strategischer Bedeutung für alle großen Volkswirtschaften. Die erste „Rare Earth Shock“-Krise von 2010 führte zu breiter Aufmerksamkeit für Versorgungsrisiken, Diversifizierung und Recycling. Dennoch flaute die Debatte rasch ab, und politische wie industrielle Maßnahmen wurden erneut vernachlässigt. Seit 2025 wendet die chinesische Regierung verstärkt Exportkontrollen durch Genehmigungspflichten, Tracingsystem für schwere Seltene Erden sowie umfassender Technologie- und Informationsrestriktionen an. Dies verdeutlicht die machtpolitische Sensibilität dieser Rohstoffe.
Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie die Kommunistische Partei Chinas die heimische Seltene-Erden-Industrie seit 2013 restrukturiert und in zwei zentralstaatliche Unternehmensgruppen integriert hat.
Zentrale Fragen sind: Auf welche Weise hat der chinesische Staat seine Kontrolle über die REE-Industrie ausgeweitet? Wie erfolgreich war dieser Prozess? Auf Grundlage einer Untersuchung von Zwischenhändlern und chinesischer Primärquellen zeichnet das Projekt den regulatorischern Reformprozess, die organisatorischen Neuordnungen sowie die Entwicklung von Produktionsquoten nach und prüft inwiefern diese den Einsatz von Exportrestriktionen und Dual-Use-Tracing ermöglicht haben.
Dissertationsprojekt von York Frerks.
