Projektdetails

Ansatzpunkte der kommunalen Gesundheitsförderung für ältere Menschen im europäischen urbanen Raum (Wienke Jacobsen)

Laufzeit: 01.06.2016 - 31.08.2019
Forschungsteam:

Wienke Jacobsen (Projektleitung);

 
Projektpartner:innen: Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Projekttyp: Promotionsprojekt

Beschreibung

Durch das Fortschreiten der Alterung, bedingt durch eine höhere Lebenserwartung einerseits und durch Geburtenrückgang andererseits, rücken Fragen um die Sicherstellung der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Versorgung von älteren Menschen, die Rationierung von finanziellen und personellen Ressourcen, aber auch um die Weiterentwicklung von präventiven Maßnahmen immer mehr in den Fokus. Hierbei stehen insbesondere auch Kommunen vor vielfältigen sozial- und gesundheitspolitischen Herausforderungen. Der Erhalt einer selbstständigen Lebensführung sowie die Ermöglichung sozialer Teilhabe sind dabei wichtige und unterstützenswerte Aspekte, da Kommunen und insbesondere Quartiere die zentrale Lebenswelt älterer Menschen sind und nach dem Gesetz zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung (PrävG; Deutscher Bundestag, 2015) ein zentrales Setting zur Gesundheitsförderung darstellen.

Ziel der Dissertation ist die Identifikation von Ansatzpunkten der kommunalen Gesundheitsförderung für ältere Menschen im urbanen Raum unter besonderer Berücksichtigung der funktionalen Kompetenz als Determinante sozialer Teilhabe. Analysiert werden gesundheitsbezogene Interventionen im Kontext des „WHO Public Health Rahmenprogramms zum gesunden Altern“, deren inhaltliche Ausgestaltung sowie förderliche und hinderliche Faktoren der Umsetzung.

Die Studie basiert auf leitfadengestützten Experteninterviews in zwölf europäischen Städten (N = 14). Die Datenauswertung erfolgte im Sinne der Methodentriangulation durch die Kombination quantitativer und qualitativer Verfahren. Qualitative Daten wurden in Bewertungsmatrizen überführt und ergänzend mittels induktiver Kategorienbildung vertiefend analysiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass kommunale Strategien überwiegend verhaltens- oder verhältnisorientiert ausgerichtet sind, während kombinierte Ansätze selten vorkommen. Zwischen den Städten bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Zielgruppenorientierung, insbesondere in Bezug auf ältere Menschen mit hoher oder niedriger funktionaler Kompetenz. Zentrale Schwerpunkte der Strategien sind die Förderung sozialer Teilhabe, der Erhalt selbstständiger Lebensführung, eine mobilitätsfördernde Stadtgestaltung sowie die Prävention sozialer Isolation und Einsamkeit. Die hohe Diversität der älteren Bevölkerung erfordert zielgruppenspezifische und aufsuchende Angebote.

Eine erfolgreiche Umsetzung wird insbesondere durch ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis, intersektorale Zusammenarbeit sowie partizipative Ansätze begünstigt, während defizitorientierte Altersbilder hinderlich wirken. Die Arbeit verdeutlicht den Bedarf an differenzierten, ressourcenorientierten und partizipativen Ansätzen der kommunalen Gesundheitsförderung im urbanen Raum.




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