Projektdetails
Stigmatisierung von Menschen mit Demenz in Sub-Sahara Afrika (Susanne Spittel)
Susanne Spittel (Projektleitung);
Beschreibung
Zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter gehören demenzielle Erkrankungen wie beispielsweise die Arzheimer Erkrankung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören demenzielle Erkrankungen inzwischen zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit, in Ländern mit einem hohen Einkommen stehen Demenzerkrankungen sogar an zweiter Stelle der Todesursachen. Nach Angaben der „GBD 2019 Dementia Forecasting Collaborators“ steigt der Anteil von Menschen mit Demenz weltweit von geschätzt 57,4 Millionen im Jahr 2019 auf 152,8 Millionen im Jahr 2050 (Lancet Public Health 2022; 7:e105–25). Gründe für die starke Zunahme der Demenzen sind das Bevölkerungswachstum und die steigende Lebenserwartung vor allem in ärmeren Ländern, aber auch veränderte Lebensstilfaktoren. Eine besonders starke Zunahme wird dabei für Nordafrika und den Nahen Osten erwartet, aber auch in Sub-Sahara Afrika werden sich die Fallzahlen mehr als verdreifachen: von 660.000 in 2019 auf mehr als drei Millionen im Jahr 2050. Fortschreitende demenzielle Erkrankungen sind in vielen westlichen Gesellschaften einer der wichtigsten Gründe für eine vollstationäre Versorgung, da die Auswirkungen der Erkrankung dazu führen, dass eine Versorgung im häuslichen Umfeld oft nicht mehr möglich ist. Die Frage nach dem Bewusstsein für diese Erkrankungen und dem Umgang mit Menschen mit Demenz ist jedoch auch für andere Gesellschaften eine zentrale und zunehmend relevante Frage, so dass auch viele Schwellen- und Entwicklungsländer ein Bewusstsein für diese Problematik zu entwickeln. Nach Angaben der WHO werden zukünftig mehr als zwei Drittel aller Menschen mit Demenz in Entwicklungsländern leben. Von einer zunehmenden starken Alterung der Bevölkerung sind insbesondere auch Länder in Afrika betroffen, so dass die Thematik hier bei gleichzeitig oft noch gering ausgeprägtem Bewusstsein für das Erkrankungsbild Demenz besonders relevant ist und derzeit aktuelle Forschungsergebnisse weitgehend fehlen.
An dieser Stelle setzt das Promotionsvorhaben an, indem am Beispiel von Ghana und Namibia Stigmatisierungen, soziale Ausgrenzung und die Bezichtigung der Hexerei, von denen MmD betroffen sind, aus Sicht von nationalen Expert(inn)en analysiert wird. Zudem wird der Stand des Bewusstseins zur Erkrankung Demenz und der Glaube an Hexerei in der breiten Öffentlichkeit untersucht und gleichzeitig analysiert, welche Strategien örtliche NGOs nutzen, um das Bewusstsein der Bevölkerung zur Erkrankung Demenz zu verbessern. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Untersuchung und Analyse des öffentlichen Bewusstseins zum Erkrankungsbild Demenz in Sub-Sahara Afrika am Beispiel von Namibia und Ghana. Ergebnisse der Studie werden al Basis genutzt, um eine demenzfreundlichere Gesellschaft in Sub-Sahara Afrika zu schaffen.

