Projektdetails

Förderung und Messung sozialer Gesundheit bei Menschen mit Demenz: Evaluation psychosozialer Interventionen und evidenzbasierte Entwicklung eines Core Outcome Sets (Julia Misonow)

Laufzeit: Seit 06.01.2025
Projekttyp: Promotionsprojekt

Beschreibung

Aspekte der sozialen Gesundheit wie soziale Kontakte und die Teilnahme an sozialen Aktivitäten gewinnen neben dem Konstrukt Lebensqualität in der Forschung und Praxis für und mit Menschen mit Demenz zunehmend an Bedeutung zur Verbesserung der Pflege- und Lebenssituation [1]. Soziale Gesundheit ist hierbei als ein relationales Konzept, in dem Wohlbefinden dadurch definiert wird, wie Individuen mit ihrem sozialen Umfeld in Beziehung stehen und wie das soziale Umfeld mit den Individuen in Beziehung steht, zu verstehen. Das Konzept der sozialen Gesundheit lässt sich in zwei Level (individual and social environment) mit jeweils drei Domänen (capacities, independence and social participation for individual level; structure, function and appraisal for social environment level) unterteilen [2]. Für die soziale Gesundheit ist die Entwicklung und Erforschung der Wirksamkeit neuer Pflege- und Behandlungsformen wie nicht-pharmakologische, psychosoziale Interventionen notwendig [3] Auch die Messbarkeit zur sozialen Gesundheit ist notwendig: Messbarkeit schafft Sichtbarkeit und ist Voraussetzung für Qualität, Forschung und Weiterentwicklung [4]. Vor diesem Hintergrund befasst sich das Promotionsprojekt mit der Forschungsfrage „Wie kann soziale Gesundheit bei Menschen mit Demenz erfasst und durch psychosoziale Interventionen gefördert werden?“

Durchgeführt werden sollen quantitative Evaluationen psychosozialer Interventionen zur Förderung sozialer Gesundheit bei Menschen mit Demenz. Zur Entwicklung eines Core Outcome Sets zur Messung sozialer Gesundheit soll ein Mixed-Methods Ansatz verfolgt werden. In einem gemeinsamen theoretischen Rahmen wird in dem Promotionsprojekt ein kumulativer Ansatz verfolgt. Mithilfe des Promotionsprojektes können Grundlagen für innovative, personenzentrierte Versorgungskonzepte durch Messbarkeit und Evidenz zur sozialen Gesundheit erarbeitet und wirksame psychosoziale Interventionen in den Versorgungsalltag übertragen werden. Als langfristiges Ziel gilt die nachhaltige Verbesserung der Versorgung und stärkere Verankerung sozialer Gesundheit in der Versorgung von Menschen mit Demenz.

 

 

[1] Dröes RM, Chattat R, Diaz A., Gove D, Graff M, Murphy K: Social health and dementia: a European consensus on the operationalization of the concept and directions for research and practice. Aging & Mental Health 2016, 21(1), 4–17. https://doi.org/10.1080/13607863.2016.1254596 [2] Vernooij-Dassen M, Verspoor E, Samtani S, Sachdev PS, Ikram MA, Vernooij MW, et al. Recognition of social health: A conceptual framework in the context of dementia research. Front Psychiatry. (2022) 13:1052009:1–9. doi: 10.3389/ fpsyt.2022.1052009 [3] Tesky VA, Schall A, Pantel J. Nicht pharmakologische Therapien bei Demenz [Non-pharmacological Therapies of Dementia - an Update]. Ther Umsch. 2023 Jun;80(5):234-241. German. doi: 10.1024/0040-5930/a001442. PMID: 37203165. [4] Altona J, Wiegelmann H, Lenart-Bulga M, Vernooij-Dassen M, Verspoor E, Seifert I, Misonow J, Szcześniak D, Rymaszewska J, Chattat R, Jeon YH, Moniz-Cook E, Roes M, Perry M, Wolf-Ostermann K. Instruments for assessing social health in the context of cognitive decline and dementia: a systematic review. Front Psychiatry. 2024 Nov 13;15:1387192. doi: 10.3389/fpsyt.2024.1387192. PMID: 39605998; PMCID: PMC11599264. [5] Misonow, J., Wolf-Ostermann, K., Altona, J. et al. A complex intervention to reduce hospital admissions for people living with dementia in shared-housing arrangements in Germany: results of the multicenter, cluster-randomized controlled DemWG-study. BMC Med23, 262 (2025). doi.org/10.1186/s12916-025-04090-2




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