Die Public Health Humanities erweitern Public Health um künstlerische, narrative sowie kultur- und geisteswissenschaftliche Methoden und Zugänge zu Gesundheit und Krankheit. Gesundheit, Krankheit, Behinderung, medizinische Praktiken usw. verweisen nicht nur auf biologische Zustände, sondern entsprechende Deutungen werden kulturell, sozial, historisch und v.a. auch medial und im Kontext von Kunst geformt und reflektiert. Wer sich also für die Gesundheit der Leute, ihr Denken und ihre Vorstellungen interessiert, ist gut beraten, solche (öffentlichen) Diskurs- und Resonanzräume zu betreten und zu analysieren und sie ggf. auch im eigenen Interesse zu nutzen.
Die Public Health Humanities analysieren Gesundheit und Krankheit als Ergebnis gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und rücken u.a. auch die damit verbundenen Machtverhältnisse in den Fokus. Indem sie v.a. auch die sozialen und psychosozialen Wechselwirkungen von Gesundheit und Gesellschaft in den Blick nehmen, reflektieren sie auch die besondere Bedeutung professionsspezifischer Normativitäten und Menschenbilder sowie damit verbundene Konstruktionen von Normalität. Sie erweitern Public Health um künstlerische, narrative sowie kultur- und geisteswissenschaftliche Methoden und Zugänge zu Gesundheit und Krankheit. Auf diese Weise eröffnen sie Resonanzräume, in denen marginalisierte Erfahrungen sichtbar werden, fördern Teilhabe, reflektieren Machtverhältnisse und erweitern Public Health über rein empirische Ansätze hinaus um kritische, ästhetische und gesellschaftliche Perspektiven.
Der Band richtet sich an Wissenschaftler*innen, Studierenden und Praktiker*innen, die sich für einen holistischen Blick auf Gesundheit interessieren und kreativ tätig werden.
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