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Cover des Bremer Curriculums

Evaluation und Überarbeitung des Bremer Curriculums für die Pflegeausbildung

Sebastian Partsch, Ingrid Darmann-Finck

Im Zuge der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes (PflBG) und der dazugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) entwickelte eine vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen geführte Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Sabine Muths und Dr. Sebastian Partsch gemeinsam mit Vertreter*innen der Pflegeschulen im Land Bremen 2018/2019 einen lernfeldorientierten Lehrplan für die generalistische Pflegeausbildung. In Kombination mit den Lernsituationen des von 2016 bis 2019 ebenfalls am IPP erarbeiteten Nationalen Mustercurriculums „Kommunikative Kompetenz“ (NaKomm) kann das Bremer Curriculum auch als schulinternes Curriculum genutzt werden.

Nach der erstmaligen Umsetzung des Curriculums an den Bremer Pflegeschulen wurde das IPP (Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Dr. Sebastian Partsch) von der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz mit der Evaluation und anschließenden Überarbeitung beauftragt (Laufzeit 12/2023-11/2024). Ziel war es, Rückmeldungen verschiedener Akteursgruppen zu erfassen, systematisch auszuwerten und daraus Impulse für eine Überarbeitung des Bremer Curriculums sowie in Teilen des Nationalen Mustercurriculums „Kommunikative Kompetenz“ (NaKomm) abzuleiten. Auch gesetzliche Änderungen der PflAPrV durch das Pflegestudiumsstärkungsgesetz (PflStudStG) sollten eingearbeitet werden. Ein weiteres Ziel bestand darin, das Curriculum hinsichtlich aktueller pflegewissenschaftlicher (z. B. aktuelle Expertenstandards und Leitlinien, Digitalisierung) und -didaktischer Entwicklungen (z. B. Diskriminierungssensibilität und digital unterstütztes Lernen) zu überarbeiten, um so den Wissenstransfer in die Pflegeausbildung zu fördern. Ähnlich wie bei der Entwicklung des Curriculums war der Prozess partizipativ angelegt und bezog Vertreter*innen der Bremer Pflegeschulen aktiv mit ein.

Im Rahmen der Evaluation wurden zunächst zwei Gruppeninterviews mit insgesamt 16 Auszubildenden des dritten Ausbildungsjahres von verschiedenen Bremer Pflegeschulen durchgeführt und anschließend inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Auszubildenden gaben unter anderem an, dass Themen wie Krankheits- und Medikamentenlehre sowie Notfallhandeln im Curriculum aus ihrer Sicht häufig zu knapp behandelt würden. Die Themen Kommunikation in der Pflege und Umgang mit eigenen Emotionen würden dagegen sehr umfassend, aber zu wenig zielgerichtet bearbeitet. Zum Teil war den Befragten die didaktische Struktur des Curriculums nicht transparent. Mehr Praxisnähe durch realitätsnahe Übungen und Simulationen sowie die gezielte Vorbereitung auf die Prüfungen wurden gewünscht.
Zusätzlich wurden in sieben Workshops mit Lehrenden aus allen Bremer Pflegeschulen Erfahrungen mit der Umsetzung der einzelnen Lernfelder gesammelt und diskutiert. Zwischen den Workshops hatten die Schulvertreter*innen die Möglichkeit, ihre Anmerkungen zu den Lernfeldern in einem online bereitgestellten digitalen Collaboration-Tool festzuhalten. Ausgehend von den Ergebnissen der Auszubildendeninterviews und den Erfahrungen der Lehrenden wurden in den Sitzungen jeweils Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung des Curriculums abgeleitet.

Seitens der Universität Bremen wurden die Lernfelder und ausgewählte Lernsituationen außerdem u.a. hinsichtlich folgender Themen überarbeitet:

  • Diversity-orientierte und diskriminierungskritische Überarbeitung und Weiterentwicklung von Lernsituationen,
  • Integration von Unterrichtseinheiten zum Thema Diversity in der Pflege,
  • Integration einer Unterrichtseinheit zum Zusammenhang von klimatischen Veränderungen und Pflege, einschließlich der Umsetzung des Hitzeschutzaktionsplans der Bundesregierung,
  • Integration einer Unterrichtseinheit zur Stärkung der emotionalen Kompetenz,
  • Integration einer Unterrichtseinheit zur Sensibilisierung von Auszubildenden für Anzeichen von häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Kindern,
  • Integration von Zielen und Inhalten zur Digitalisierung der Pflege.

Um die Implementierung des überarbeiteten Curriculums zu unterstützen, wurde die evaluierte und aktualisierte Fassung am 4. Dezember 2024 auf einer Fachtagung mit rund 80 Teilnehmenden im Haus der Wissenschaft vorgestellt. Lehrende der Pflegeschulen im Land Bremen hatten außerdem die Gelegenheit, sich in Workshops vertieft über die neuen Themen zu informieren und Anhaltspunkte für die didaktische und methodische Unterrichtsgestaltung zu erlangen.

Das Curriculum steht auf der Website der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz zum Download zur Verfügung.


Dr. Sebastian Partsch, Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck

Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP | Abt. Qualifiaktions- und Curriculumforschung

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www.uni-bremen.de/institut-fuer-public-health-und-pflegeforschung/abteilungen-arbeitsgruppen/pflegeforschung/qualifikations-und-curriculumforschung


Zitierweise

Partsch S, Darmann-Finck I. Evaluation und Überarbeitung des Bremer Curriculums für die Pflegeausbildung. IPPinfo [Internet]. 2026;19(22):26-27. Available from: https://www.uni-bremen.de/institut-fuer-public-health-und-pflegeforschung/ippinfo.https://doi.org/10.26092/elib/5876 

Aktualisiert von: IPP-Content