Veranstaltungen

Menschen in der Kongresshalle des Bremer Pflegekongress

20 Jahre Bremer Pflegekongress

Der Bremer Pflegekongress feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Von Beginn an ist Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Kongresses. Der Beirat legt das Schwerpunktthema fest, rekrutiert Referent*innen, bewertet die eingegangen Abstracts und übernimmt die Moderation von Sitzungen.

Der von einem engagierten Team der Messe Bremen ausgerichtete Kongress findet jährlich gemeinsam mit dem DEWU Deutscher Wundkongress in mehreren Messehallen und dem Congress Centrum Bremen statt. Jährlich nehmen 4000-5000 Personen an den beiden Kongressen teil, 2025 waren es 4.887 Pflegende, Ärztinnen und Ärzte, Wundexpert:innen, Mitarbeitende der Gesundheitsbranche und Fachleute aus der Forschung. Außerdem gibt es eine begleitende Industrieausstellung. Der Pflegekongress steht jedes Jahr unter einem Leitthema, in den letzten Jahren z. B. die Themen Vielfalt, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. „Der Bremer Pflegekongress ist deswegen so außergewöhnlich, weil Wissenschaftler*innen ihre Forschungsergebnisse praxisorientiert für die teilnehmenden Pflegekräfte aufbereiten und Pflegekräfte dadurch unmittelbar von Forschung profitieren können. Umgekehrt schätzen die Referent*innen den Dialog mit und das Feedback aus der Praxis“, stellt Ingrid Darmann-Finck heraus. Der Bremer Pflegekongress bietet damit hervorragende Potenziale für den forschungsbasierten Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.


Foto von Prof. Gabriele Bolte, Ellen Senck und Dr. Justus Tönnies

Lebenswelten gesund und nachhaltig gestalten:

Forschungsverbünde FIGENA stellen sich auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention vor

Seit 2025 adressiert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) aktuelle Herausforderungen der Evidenzbasierung mit der „Förderung von Interventionsstudien für gesunde und nachhaltige Lebensbedingungen und Lebensweisen“ (FIGENA) mit rund 8,4 Mio. EUR. Im Rahmen der Fördermaßnahme FIGENA untersuchen sechs interdisziplinäre Forschungsverbünde Wirksamkeit und Gelingensbedingungen der Stadtentwicklung und organisationsbezogene Handlungsansätze für gesunde, ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Lebensbedingungen und Lebensweisen.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) im September 2025 war ein Tag FIGENA gewidmet: In drei Symposien und einer Posterbegehung stellten die sechs Forschungsverbünde im Detail ihre Konzepte und ersten Ergebnisse vor. Eingeleitet wurde dieser FIGENA-Tag mit der Vorstellung der BMFTR-Förderlinie und mit zwei Keynote-Vorträgen von Dr. Dr. Peter Höppe, LMU München, zu Klimarisiken, Klimagerechtigkeit und Lösungsansätzen, und Dr. Miriam Weber, Stadt Utrecht, NL, zu „Healthy Urban Living for Everyone: science-police-people“.

Drei Forschungsverbünde fokussieren auf das Setting Kommune und die Stadtentwicklung. Eines dieser Verbundprojekte ist das Projekt „SalusTransform - Evaluierung von Maßnahmen zur gerechten gesundheitsfördernden Stadtentwicklung und großen Transformation“, das von der Abteilung Sozialepidemiologie des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) geleitet wird. Die weiteren drei Forschungsverbünde adressieren organisationsbezogene Handlungsansätze in den Lebenswelten KiTa, Schule, Betrieb und Pflegeheim.

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Abteilung Sozialepidemiologie des IPP, wirkte bei der Konzeption des FIGENA-Tages auf der DGSMP-Jahrestagung mit und ist Coautorin der ersten Übersicht zu den sechs Forschungsverbünden (Walter et al., 2025). Dr. Justus Tönnies und Prof. Dr. Gabriele Bolte präsentierten in einem Vortrag Konzept, Ziele und Studiendesign von SalusTransform sowie die drei für die Evaluation ausgewählten Integrierten Stadtentwicklungskonzepte in Bremen, Bochum und Wuppertal. Ellen Senck vertiefte in einem Poster das Studiendesign der Evaluation von ISEK als quasi-experimentelle nicht-randomisierte Interventionsstudie mit einem Vergleichsgebiet pro Stadt auf Basis der Programmtheorie von ISEKs. Aktuell zu dem FIGENA-Tag veröffentlichte das SalusTransform-Team eine Studienbeschreibung (Bolte et al., 2025).

Die sechs Forschungsverbünde planen weitere Austauschformate zu Konzepten und Methoden der Implementation und Evaluation von Interventionen.

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Dr. Justus Tönnies, Ellen Senck MA

Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP, Abt. Sozialepidemiologie

Mail: gabriele.bolteprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de 

Literatur:

Bolte G, Tönnies J, Krumreihn A, Stelzer F, Senck E, Gröne K, Bongers-Römer S, Stalling I, Bammann K, Köckler H. Entwicklung einer gesunden Stadt für alle: Verbundprojekt SalusTransform. Public Health Forum 2025; 33(3): 262-265

Walter U, Bolte G, Eichinger M, Geene R, Hoffmann B, Pischke C. Lebenswelten gesund und nachhaltig gestalten: Forschungsverbünde FIGENA. Public Health Forum 2025; 33(3): 232-236

 


Menschen auf dem Radweg an der Weser / Schlachte in Bremen

Neue Veranstaltungsreihe: „Gesunde Zukunft: Nachhaltig und Klimagerecht in Bremen“

Wie wirkt sich der Klimawandel auf unsere Gesundheit aus? Wie kann das Gesundheitssystem nachhaltiger werden? Und wie kann die Klimatransformation so gestaltet werden, dass nicht nur die Umwelt und unsere Gesundheit davon profitieren, sondern sie auch sozial gerecht ist? Diese und weitere Fragen stehen im Fokus der Veranstaltungsreihe „Gesunde Zukunft: Nachhaltig und Klimagerecht in Bremen“, die seit dem Sommersemester 2025 gemeinsam von der Initiative „Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit, Klimaneutralität“ (NKK) des Fachbereichs 11 der Universität Bremen und den Bremer Gesundheitswissenschaften (Health Sciences Bremen) organisiert wird.

In ihren Vorträgen setzen Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis Impulse, die anschließend in der gemeinsamen Diskussion mit dem Publikum aufgegriffen werden. Drei Veranstaltungen machten den Auftakt im Sommersemester 2025: Diskutiert wurde über Umweltwirkungen von Medikamenten, nachhaltiges Schulessen und Hitzeschutz. Im Wintersemester 2025/26 werden in drei Vorträgen die Fragen thematisiert, wie ein sozial-ökologisches Pflegesystem gestaltet werden kann, ob und wie eine Brücke zwischen den scheinbaren Gegensätzen „Suffizienz“ und „Green Growth“ möglich ist und wie Kommunen Bewegung fördern können.  

Über die Motivation, diese neue Veranstaltungsreihe zu organisieren sagt Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Dekanin des Fachbereichs 11 der Universität Bremen: „Viele Wissenschaftler:innen am Fachbereich 11 und im Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften beschäftigen sich damit, welche Folgen der Klimawandel für unsere Gesundheit hat und wie wir das Gesundheitssystem nachhaltiger gestalten können. Um dieses Wissen mit Bremer Bürger:innen zu teilen und zu diskutieren, haben wir diese neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen.“ 

Alle Informationen zu der Veranstaltungsreihe und dem Programm sind unter https://tinyurl.com/gesunde-zukunft verfügbar. Ab dem Wintersemester 25/26 finden alle Veranstaltungen im Haus der Wissenschaft Bremen statt. 


Workshop „Gesunde Stadt für alle: Klimaanpassung gerecht gestalten“ auf der Bremer Transformationskonferenz 2025

Am 19. September 2025 fand in der Bremischen Bürgerschaft die Bremer Transformationskonferenz „Den Wandel gerecht gestalten“ statt, veranstaltet vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Arbeitnehmerkammer in Kooperation mit Bremer Umwelt-, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden. Im Zentrum der Diskussionen stand die Frage, wie die Transformation ökologisch ambitioniert und sozial gerecht gestaltet werden kann.

Gemeinsam mit Kolleginnen des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Bremen, konzipierten Ellen Senck und Prof. Dr. Gabriele Bolte der Abteilung Sozialepidemiologie des IPP den Workshop „Gesunde Stadt für alle: Klimaanpassung gerecht gestalten“. 

Klimawandelfolgen, wie Hitze oder Starkregenereignisse, wirken sich unterschiedlich auf Menschen aus. Dabei spielt die soziale Lage der Menschen eine entscheidende Rolle. Der sehr gut besuchte Workshop startete mit einem kurzen Überblick zu Klimagerechtigkeit und gesundheitlicher Chancengerechtigkeit von Prof. Dr. Gabriele Bolte. Es folgte ein kurzer Input von Karina Busch, Leitung Soziale Dienste beim DRK-Kreisverband Bremen mit Einblicken zur Betroffenheit der DRK-Einrichtungen. Im Anschluss wurde in vier Kleingruppen der Frage nachgegangen, wie soziale Ungleichheiten in den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels verringert werden können, um der gesunden Stadt für alle näher zu kommen. Es wurden bestehende Herausforderungen und Hürden identifiziert und mögliche Strategien zu ihrer Überwindung diskutiert. 

Um eine gesunde Stadt für alle zu erreichen und Klimaanpassungsmaßnahmen gerecht zu gestalten, erscheinen ressortübergreifende Ansätze besonders erfolgversprechend. Eine bessere Wissensvermittlung mit Fokus auf soziale Ungleichheiten ist eine der entscheidenden Voraussetzungen. Dies sollte möglichst umfassend in dem Gesundheitssektor, der Sozialwirtschaft und verschiedenen politischen Gremien von Ortsämtern über Beiräte und Fachausschüsse bis hin zu bundesweiten Gremien erfolgen. Denkbare und sinnvolle Maßnahmen reichen von der Entwicklung von Notfallplänen, die Ausweitung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten bis hin zu baulichen Veränderungen wie z.B. der Begrünung des Stadtraums. Als zentrales Element für die Stadtplanung der Zukunft wurde außerdem das Schwammstadtprinzip angeführt.

Eine Dokumentation der Bremer Transformationskonferenz wird Ende 2025 erscheinen.

Ellen Senck MA, Prof. Dr. Gabriele Bolte

Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Abt. Sozialepidemiologie

Mail: gabriele.bolteprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de 


Blick auf die Teilnehmenden einer Tagung des Forschungslusters

Jährliche Tagungen des Forschungsclusters Gesunde Stadt Bremen

Die jährliche Tagung "Gesunde Stadt" fand am 29. November 2024 im Kwadrat in Bremen statt. Rund 100 Teilnehmer*innen aus Wissenschaft, Praxis und Behörden diskutierten das Thema "Gesunde Stadt" aus verschiedenen Perspektiven. In Impulsvorträgen stellten die Doktorand*innen und die Postdoktorandin des Forschungsclusters ihren aktuellen Forschungsstand in den sechs Teilprojekten vor. Daran schloss sich ein PosterWalk Gesunde Stadt an, bei dem Projekte aus Praxis und Wissenschaft vorgestellt wurden. Ein Highlight der Veranstaltung waren die vier Workshops, die als neues Format angeboten wurden. In diesen Workshops tauschten sich die Teilnehmenden intensiv zu Themen wie Einsamkeit in Bremen, digitale Stärkung von sozialer Teilhabe im Alter, Umweltgerechtigkeitsatlas und integriertes kleinräumiges Monitoring sowie Klimaneutralität im Gesundheitswesen aus. Diese interaktiven Sitzungen ermöglichten einen tiefgehenden Austausch zwischen den Teilnehmer*innen und boten eine gelungene Vernetzung von Praxis und Wissenschaft.

In 2025 fand die vierte und letzte Tagung des Forschungsclusters am 28.11.2025 mit dem Thema „Interdisziplinäre Gesundheitsforschung im Land Bremen – Potenziale für eine Gesunde Stadt“ statt. Nach einem Grußwort der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung stellten die Doktorand*innen ihre Forschungsergebnisse in einzelnen Sessions zur Diskussion. Die Ergebnisse des Postdoc-Projekts zum integrierten kleinräumigen Monitoring wurden gemeinsam mit Dr. Jutta Grohmann, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Referat Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung, und Dr. Arne Sünnemann, Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung der Freien Hansestadt Bremen, diskutiert. Für ein Keynote-Gespräch bzw. einen Dialog zu Potenzialen, Gelingensbedingungen und Hemmnissen bei Health-in-All-Policies für eine gesundheitsfördernde Stadt waren Dr. Miriam Weber, Senior Policy Advisor für gesunde Städte, gesundes urbanes Leben und Resilienz der Stadt Utrecht, NL, und Julian Bollmann, Programmkoordination "Gesund in Berlin – Stadtteile im Blick” der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung in Berlin und Brandenburg, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., eingeladen. Zum Abschluss dieser Tagung und des Forschungsclusters bestand bei dem Get together die Möglichkeit, die Haupterkenntnisse und Kernbotschaften an den Postern der Teilprojekte weiter zu diskutieren.

Das „Forschungscluster Gesunde Stadt Bremen: interprofessionell, digital, nachhaltig“ war als hochschulübergreifender Forschungs- und Transferschwerpunkt angelegt und wurde von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft 2022 – 2025 gefördert. Sprecher:innen waren Prof. Dr. Gabriele Bolte, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen, Prof. Dr. Christian von Wissel, Hochschule Bremen, und Prof. Dr. Johanne Pundt, APOLLON Hochschule für Gesundheitswirtschaft.

Aktuelle Informationen unter: https://gesundheitscampusbremen.de/forschungscluster/forschungscluster-aktuelles/ 

Dr.-Ing. Julita Skodra, Prof. Dr. Gabriele Bolte 

Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Abt. Sozialepidemiologie

Mail: jskodraprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de 

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