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Einführung in die Rechtssoziologie

Prof. Andreas Fischer-Lescano

Seminar ECTS: SG HLS: 04; SG Jura: 9/12; Einzeltermine: Fr 28.06.19 und Sa 29.06.19 (GW1 B 2130; Uhrzeiten werden auf dem Vorbesprechungstermin bekannt gegeben); Vorbesprechungstermin (Teilnahme ist obligatorisch): 2.4. 17 Uhr (c.t.) in Raum GW1 C 2320 SG Jura: Pflichtmodul 2 im Schwerpunkt Grundlagen des Rechts, Leistungsnachweis: § 31 II Nr. 1-4 PO. Blockseminar.

Veranstalter:  Prof. Andreas Fischer-Lescano

Die Rechtssoziologie als Grundlagenfach hinterfragt das Verhältnis von Recht und Gesellschaft und entwickelt aus dieser Verhältnissetzung Ansatzpunkte zur Rechtskritik: Diskurstheoretische Ansätze kritisieren die mangelnde Legitimation, feministische Rechtstheorien dekuvrieren die Konstruktion asymmetrischer Geschlechterverhältnisse durch das Recht, Systemtheorien vermissen die Gesellschaftsadäquanz und materialistische Theorien kritisieren die Blindheit des Rechts gegenüber sozialen Kämpfen. In der Veranstaltung wollen wir einigen rechtssoziologischen Ansätzen auf den Grund gehen und uns insbesondere mit Texten von Adorno, Butler, Bourdieu, Foucault, Luhmann, Marx und Weber beschäftigen.

Lektüreprogramm:

Einen Überblick zu den aktuellen rechtssoziologischen Ansätzen finden Sie in Susanne Baer, Rechtssoziologie. Eine Einführung in die interdisziplinäre Rechtsforschung, 2. Aufl., 2015 sowie in Sonja Buckel, Ralph Christensen & Andreas Fischer-Lescano, Neue Theorien des Rechts, 2. Aufl., 2009; Eva Kocher, Rechtssoziologie: Das Recht der Gesellschaft und die Gesellschaft des Rechts, RW 2017, 153. Wir werden im Seminar lesen und diskutieren:

Eugen Ehrlich, Grundlegung der Soziologie des Rechts (1912), 4. Aufl., hrsg. von Manfred Rehbinder, Berlin 1989, 26 ff.

Jutta Limbach, Wie männlich ist die Rechtswissenschaft?, in: Hausen/ Nowotny (Hrsg.), Wie männlich ist die Wissenschaft?, 1986, S. 87 ff.

Karl Marx, Debatten über das Holzdiebstahlsgesetz (1842), MEW 1, S. 109 ff.

Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, AGS 6, Frankfurt am Main 1970, S. 303-306.

Michel Foucault, In Verteidigung der Gesellschaft (1976), Frankfurt 1999, S. 49-57.

Judith Butler, Kritik, Zwang und das heilige Leben in Walter Benjamins ‘Zur Kritik der Gewalt’, in: Krasmann u.a. (Hg.), Rationalitäten der Gewalt, 2007, S. 19 ff.

Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft (1921/22), 4. Aufl., 1956, S. 396-397.

Niklas Luhmann, Das Paradox der Menschenrechte und drei Formen seiner Entfaltung, in: ders., Soziologische Aufklärung, 2008, S. 229 ff.

Organisation:  Details zum Zeitplan und zum Ort werden im Termin zur Vorbesprechung (wird noch bekanntgegeben) mitgeteilt. Einen Grundlagen- oder einen Seminarschein kann erwerben, wer nach Absprache neben einem kurzen Einführungsreferat (nicht länger als 10-15 Minuten) eine schriftliche Arbeit zu einem der Texte oder einer übergreifenden, seminarbezogenen Fragestellung anfertigt. Die Arbeit sollte ca. 20 Seiten haben und mit einem wissenschaftlichen Fußnotenapparat sowie einer Bibliographie versehen sein.

Vorbesprechung: Eine Teilnahme an der Vorbesprechung (2.4., 17 Uhr (c.t.) in Raum GW1 C 2320 – ZERP-Raum) ist für die Teilnahme am Seminar unabdingbar.

Aktualisiert von: Antje Kautz